In Ladenregalen und Online-Warenkörben hat sich in diesem Jahr still und leise etwas verschoben. Das neue Galaxy Z Fold8 und das Z Fold8 Ultra sind mehr als nur neue Modelle: In Europa verkaufen sie sich schneller als Samsungs Fold7.

Bereits im August meldete Samsung höhere Vorbestellungen für seine Foldable-Modelle 2026. Insgesamt lagen die Vorbestellungen für die Fold8-Familie und das zugehörige Klappmodell rund 20 Prozent über dem Vorjahresniveau. Aus dem frühen Hype wurde eine anhaltend starke Nachfrage.

Samsung schließt eine unerwartete Lücke

Nun teilt das Unternehmen mit, dass sich Fold8 und Fold8 Ultra in Europa zusammen 50 Prozent besser verkaufen als das Fold7 im vergangenen Jahr. Zwar werden hier zwei Modelle mit einem verglichen. Die Botschaft ist dennoch eindeutig: Die Nachfrage nach Premium-Foldables ist gestiegen.

Ein Detail ist dabei wichtiger als die Schlagzeilen: Die Zahl ehemaliger Z-Flip-Besitzer, die auf das Fold8 wechseln, ist dreimal so hoch wie nach dem Marktstart des Fold7. Viele sehen das Flip als Einstiegsmodell. Anschließend entscheiden sie sich offenbar für das größere, stärker auf Produktivität ausgerichtete Fold.

Ein ähnliches Muster zeigt sich in den Vereinigten Staaten, wenn auch mit anderen Zahlen. Die kombinierten Verkäufe von Fold8 und Fold8 Ultra liegen rund 30 Prozent über denen des Fold7 im Vorjahr. Die beiden Smartphones stehen inzwischen für etwa 80 Prozent der Käufe in der Galaxy-Z-Serie auf dem US-Markt, während auf das Z Flip8 die übrigen 20 Prozent entfallen.

Auch Wechsel von Konkurrenzmarken verdienen Beachtung: In Europa kam jeder fünfte Käufer eines Z Flip8 von einem anderen Hersteller. In den USA steigt dieser Anteil auf drei von zehn. Für einen großen Teil dieser Käufer ist das Flip8 die erste Erfahrung mit einem Foldable.

Zudem gelingt es Samsung offenbar besser, iPhone-Nutzer zu gewinnen. Das Unternehmen berichtet von einem Anstieg um rund 60 Prozent bei iPhone-Besitzern, die sich für ein Galaxy-Z8-Smartphone entscheiden, verglichen mit der Z7-Serie des Vorjahres. Eine solche Migration ist ein positives Signal für Samsungs Gesamtstrategie.

Was bedeutet das für Samsung, während Apple sich auf die Vorstellung seines ersten Foldables vorbereitet? Das Momentum liegt zunächst bei Samsung. Der Smartphone-Markt ist jedoch immer für Überraschungen gut. Neue Wettbewerber, Preisbewegungen und Software-Optimierungen können die Lage schnell verändern.

Für Verbraucher liegt die Schlussfolgerung auf der Hand: Foldables sind längst mehr als eine technische Neuheit. Sie entwickeln sich zu überzeugenden Alternativen für Menschen, die bislang kompakte Handys oder größere Smartphone-Tablets gekauft haben. Samsungs Produktpalette für 2026 zeigt, wie schnell sich dieser Wandel beschleunigen kann, wenn Design, Preisgestaltung und Kaufinteresse zusammenkommen.