Stell dir vor, du hältst ein Gerät in der Hand, das zugleich vertraut und neu wirkt: ein Telefon, das sich ganz selbstverständlich zusammenfalten lässt und geschlossen problemlos in die Tasche passt. Genau das sei das Ziel gewesen, sagte Apples neuer CEO John Ternus, als das Unternehmen schließlich entschied, der richtige Zeitpunkt für den Einstieg in den Markt der faltbaren Telefone sei gekommen.

Ternus und Senior Vice President Greg Joswiak sprachen mit Tom's Guide und TechRadar über das iPhone Duo. Ihre Botschaft war klar: Das Timing sei wichtiger, als einem Trend hinterherzulaufen. Apple habe sich Zeit gelassen, damit Hardware, Scharnier, Software und Design stimmig zusammenwirken. Zahlreiche Iterationen seien getestet worden, bis ein Produkt entstanden sei, das sich richtig anfühlt.

Ein Design, dem man vertraut

Das iPhone Duo zeichnet sich nicht durch eine einzelne spektakuläre Spezifikation aus, sondern durch das Zusammenspiel eines Dutzends kleiner Entscheidungen. Es setzt auf ein Scharnier mit variabler Drehkraft, das in jeder Position präzise arbeiten soll. Ein Magnet hält das Gerät geschlossen. Der Rahmen besteht aus Titan und ist auf langfristige Haltbarkeit ausgelegt. Zudem soll das innere Gerüst laut Apple aus einer Keramikfaser bestehen, die dreimal stärker ist als Titan der Güteklasse 5. Das sind keine bloßen Marketingfloskeln, sondern Antworten auf eine zentrale Frage: Hält dieses Gerät dem Alltag stand?

Touch ID sitzt nun in einer Seitentaste. Die Software wurde so überarbeitet, dass zwei App-Fenster nebeneinander laufen können, ohne sich wie ein Kompromiss anzufühlen. Kurz gesagt: Apple wollte ein Nutzungserlebnis schaffen, das sich wie ein iPhone anfühlt – nicht wie ein unbeholfenes Experiment.

Joswiak äußerte sich deutlich zur Konkurrenz. Viele Foldables anderer Marken hätten Apple nicht beeindruckt, einige wirkten wie billiger Kunststoff. Ternus stimmte zu: Haptik und geschmeidige Bedienung seien entscheidend. Das Unternehmen wollte nichts auf den Markt bringen, das sich klapprig anfühlt.

Auf die Frage nach seiner Rolle als CEO reagierte Ternus mit einem Lachen und einem Anflug von Ehrfurcht. Es sei, sagte er, ein unglaubliches Gefühl. Apple sei ein Teil seines Lebens – tatsächlich die Hälfte davon. Er sprach warmherzig über die Menschen, mit denen er arbeitet, und über die Produkte, die sie gemeinsam entwickeln. Da waren Stolz, Dringlichkeit und Bereitschaft.

Das iPhone Duo bietet zudem deutlich mehr Bildschirmfläche. Sein inneres Super-Retina-XDR-Panel misst 7,6 Zoll und bietet laut Apple rund 80 Prozent mehr Fläche als das iPhone 18 Pro. Das ist ein spürbarer Zugewinn für Nutzer, die sich eine tabletähnliche Arbeitsfläche in einem handlichen Telefonformat wünschen. Die IP68-Zertifizierung und ein von Apple behaupteter Haltbarkeitsvorteil gegenüber einigen Samsung-Foldables unterstreichen den Fokus auf Robustheit.

Apple wartete, bis Technik, Materialien und Software aufeinander abgestimmt waren, bevor es sein Falthandy auf den Markt brachte.

Ob Kritiker die Verzögerung als kluges Abwägen oder als Übervorsicht bewerten werden, muss sich zeigen. Vorerst wirkt Apples Einstieg wie ein sorgfältig inszeniertes Debüt und nicht wie ein hektischer Versuch, einem Trend hinterherzulaufen. Das Unternehmen setzt seinen Ruf darauf, die haptischen und technischen Details richtig hinzubekommen – damit sich das erste faltbare iPhone zunächst wie ein iPhone anfühlt und erst dann wie eine Innovation.