Von Luxus zu Kriminalität: Die Geschichte von William Duplessie im Krypto-Milieu

Von Luxus zu Kriminalität: Die Geschichte von William Duplessie im Krypto-Milieu

0 Kommentare

4 Minuten

Privilegierter Start und rasanter Absturz

William Duplessie erlebte eine Kindheit im Wohlstand von Greenwich, Connecticut. Obwohl er mit Milliardären und Finanzgrößen aufwuchs, entwickelte sich sein Leben zunehmend chaotisch und von Gewalt geprägt. Sein Vater arbeitete als Investmentmanager für notleidende Schulden. Während Duplessie durch verschiedene Privatschulen wechselte, scheiterte er letztlich an exzessivem Feiern und behauptetem gewalttätigen Verhalten, sodass er das College abbrach. In einem Versuch, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, schickte ihn seine Familie schließlich ins Ausland.

Frühe Alarmsignale

Bereits als Teenager war Duplessie Berichten zufolge in Drogenkonsum, Auseinandersetzungen mit lokalen Dealern und wiederholten Schulabbrüchen verwickelt. Seine Anläufe an Hochschulen wie Bard und Tulane scheiterten, begleitet von Gerüchten über impulsive Gewalt und zunehmendem Substanzmissbrauch.

Wendepunkt: Kryptowährungen und der Schweizer Fonds

2018 entdeckte Duplessie Kryptowährungen und Blockchain-Technologie als Chance, sich neu zu definieren. Wegen finanzieller Engpässe zog er zusammen mit seinem Vater in die Schweiz, um vermögende Investoren für einen Fonds zu gewinnen, der hohe Renditen mit digitalen Vermögenswerten versprach. Roger Ver, ein prominenter Bitcoin (BTC) Unterstützer, investierte angeblich zwei Millionen Dollar und verhalf dem Fonds damit zu weiteren Kapitalgebern, darunter ein Schweizer Vermögensverwalter. Insgesamt sollen auf diese Weise Millionenbeträge eingeworben worden sein.

Aufwendiger Lebensstil, brüchige Basis

Die sprudelnden Investorengelder finanzierten einen verschwenderischen Lebensstil. Kritiker argumentierten später, das Geschäft sei stärker auf Selbstdarstellung als auf fundiertes Crypto-Asset-Management oder solide Blockchain-Investitionen ausgerichtet gewesen. Bereits 2020 zerfiel die Fondsstruktur, führende Personen setzten sich ab und ließen grundlegende Fragen zu Aufsicht, Sorgfaltspflicht und Anlegerschutz in kryptobasierten Investments offen.

Vom Partyleben zu mutmaßlicher Entführung und Erpressung

Spätestens 2024 hatte Duplessie Kontakt zu John Woeltz, einem zurückgezogen lebenden Bitcoin-Frühadopter, aufgenommen. Gemeinsam verfolgten beide eine Mischung aus Survivalismus, Fokussierung auf Cybersecurity und Selbstgenügsamkeit sowie einer zunehmenden Bereitschaft zur Gewaltanwendung. Aus Partys wurden Treffen mit militärischem Charakter, zu denen taktische Ausrüstung und Waffen gehörten. Laut Berichten verfassten sie ein Manifest, um wohlhabende Krypto-Investoren als Freunde zu gewinnen, Informationen über deren Bestände zu sammeln und gewaltsam Zugang zu privaten Schlüsseln sowie Wallets zu erzwingen.

Der angebliche Angriff auf einen Krypto-Investor

Staatsanwälte werfen den beiden vor, ihren Plan gegen Michael Carturan – einen italienischen Entwickler mit rund 30 Millionen Dollar in Kryptowährungen – umgesetzt zu haben. Carturan wurde angeblich unter dem Vorwand von Geschäften und exklusivem Sozialleben in ein Townhouse in Manhattan gelockt, dann aber zunehmend körperlich misshandelt, um ihm Zugangsdaten und private Schlüssel zu entreißen. Opfer und Zeugen sprechen von öffentlicher Demütigung und Folter, um Passwörter und Seed Phrases zu erhalten. Carturan konnte, wenn auch verletzt, fliehen und alarmierte die Behörden; inzwischen stehen Duplessie und Woeltz vor Gericht.

Folgen für Krypto-Investoren und Sicherheit

Dieser Fall macht die enormen Risiken für Vermögende in der Kryptobranche deutlich: Sichere Verwahrung, Hardware Wallets, Multisig-Lösungen und konsequente OpSec sind unabdingbar. Zudem zeigt sich, wie wichtig es ist, das Management neuer Fonds und Investmentprodukte sorgfältig zu prüfen. Im Zuge der zunehmenden Akzeptanz von Blockchain-Technologien wird sich die Aufmerksamkeit von Ermittlungsbehörden und Regulatoren auf erpresserische und gewaltsame Übergriffe auf Krypto-Vermögen verstärken.

Lehren für die Community

Investoren sollten auf bewährte Methoden der Selbstverwahrung setzen, vermeiden, große Werte in zentralisierten oder nur schwach regulierten Fonds zu bündeln und transparentes Management sowie unabhängige Audits einfordern. Der Fall Duplessie verdeutlicht eindrücklich, dass Reichtum, Anonymität und spekulative Kryptomärkte nicht nur digitale, sondern auch reale kriminelle Bedrohungen mit sich bringen können.

Quelle: crypto

Kommentare

Kommentar hinterlassen