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Stiftung distanziert sich nach On-Chain-Verkauf von Vorwürfen
Die Ethereum Foundation hat öffentliche Stellung bezogen und jegliche Verantwortung für den jüngsten Verkauf von ETH im Wert von 12,8 Millionen US-Dollar zurückgewiesen. On-Chain-Analysen hatten den Verkauf mit einer Wallet in Verbindung gebracht, deren Ursprung auf die ICO-Phase von 2014 zurückzuführen ist. In einem Beitrag auf X bezeichnete Ethereum Foundation Co-Geschäftsführerin Hsiao‑Wei Wang diese Zuordnung als fehlerhaft und stellte klar, dass es sich bei der Transaktion nicht um einen Vorgang der Stiftung handelte. Konkret hatte die fragliche Wallet insgesamt 2.975 ETH in zwei Tranchen veräußert, was sowohl Analysten als auch die Krypto-Community aufhorchen ließ.
Warum dieses Wallet Verdacht erregte
Beobachter stießen auf das Wallet, da es im Jahr 2017 ETH von einer Adresse erhalten hatte, die zuvor mit der Foundation assoziiert gewesen war und damit eine Verbindung zur ICO-Zeit nahelegte. Aufgrund der Historie wiederkehrender, größerer ETH-Verkäufe durch die Ethereum Foundation entsprach diese Bewegung durchaus bekannten Mustern, die regelmäßig Diskussionen über die Markteinflüsse und Transparenz der Organisation auslösen.
Stiftung präzisiert aktuelle Bestände
Wang stellte klar, dass die betreffende Adresse nicht mehr von der Stiftung kontrolliert werde. Außerdem führte sie aus, dass der Foundation ursprünglich etwa 9 % des gesamten Ethereum-Angebots bei der ICO 2014 zugeteilt worden waren, der Anteil aber über die Jahre hinweg konsequent reduziert wurde. Inzwischen befinden sich weniger als 0,3 % aller ETH auf Adressen, die von der Stiftung gesteuert werden – ein deutlicher Rückgang, der eine bewusste Strategie widerspiegelt, um die eigene finanzielle Präsenz im Netzwerk zu verringern.
Gezielte Reduktionen statt spontaner Verkäufe
Die laufende Schrumpfung der ETH-Bestände der Foundation ist laut Stiftung nicht Ausdruck erneuter Zentralisierung, sondern das Ergebnis geplanter, wohldurchdachter Transaktionen. Dieses Vorgehen steht im Einklang mit früheren Aktivitäten, wie beispielsweise einem On-Chain-Verkauf von etwa 10.000 ETH an SharpLink Gaming im Juli – ein börsennotiertes Unternehmen, das mittlerweile zu den größten unternehmerischen ETH-Inhabern zählt. Die Stiftung betont, dass derlei direkte, transparente Verkäufe darauf ausgerichtet sind, den Markt möglichst wenig zu stören und den eigenen ETH-Bestand zu reduzieren.
Unternehmenskassen gewinnen an Bedeutung
Parallel dazu wächst die Bedeutung großer unternehmerischer ETH-Bestände: Öffentliche Unternehmen besitzen mittlerweile geschätzte 14 Milliarden US-Dollar oder mehr in ETH, wodurch sich ein erheblicher Teil der Token in deren Besitz konzentriert. Diese Verschiebung der Tokenverteilung verändert die Dynamik des Netzwerks und wirft neue Fragen zu Governance und Stabilität innerhalb des Ethereum-Ökosystems auf.
Bedenken in der Community und systemische Risiken
Vitalik Buterin, Mitgründer von Ethereum, warnte davor, dass unternehmerische Akzeptanz zwar dazu beiträgt, ETH einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, aber gleichzeitig neue systemische Risiken mit sich bringt. Er hob hervor, dass Unternehmen durch die Beleihung ihrer ETH-Bestände riskante Situationen schaffen könnten; bei Marktabschwüngen drohten dann Kettenreaktionen durch Zwangsliquidationen, die die Marktstabilität und das Vertrauen in die Plattform erheblich beeinträchtigen würden.
Marktreaktion
Trotz der Verstimmungen konnte ETH zuletzt Kursgewinne verbuchen. Daten von crypto.news zufolge wurde ETH zur Zeit der Berichterstattung bei etwa 4.776 US-Dollar gehandelt – rund 30 % im Plus auf Wochensicht und nur etwa 2,35 % unter dem bisherigen Allzeithoch. Diese Widerstandsfähigkeit des Preises spiegelt die allgemein positive Stimmung wider, auch wenn weiterhin Diskussionen über die Konzentration der Bestände und langfristige Strategien der Stiftung und von Unternehmen andauern.
Bedeutung für Händler und das Netzwerk
Für Marktteilnehmer ist die Transparenz auf der Blockchain weiterhin ein zentrales Thema: Die Herkunft von Wallets und deren Transaktionshistorie sind entscheidend, wenn es darum geht, potenziellen Markteinfluss zu bewerten. Dass die Stiftung ihre Bestände dauerhaft abbaut, könnte ihren Einfluss als Einzelakteur zwar mindern, jedoch gewinnen Unternehmen zunehmend an Gewicht. Für die Bewertung künftiger Risiken und Entwicklungen rund um Dezentralisierung wird es entscheidend sein, On-Chain-Ströme, Angaben zu Unternehmenskassen und deren Hebeleffekte weiterhin aufmerksam zu beobachten.
Quelle: crypto
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