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Faszinierender Prototyp gesichtet
Ein stark getarnter Porsche 911 Prototyp wurde beim Runden auf dem Nürburgring erwischt, und die Karosserie trägt eindeutige Flachbau‑ bzw. Slantnose‑Merkmale. Porsche hatte im Mai stillschweigend Markenanmeldungen für Flachbau und Flachbau RS eingereicht, und dieses Testfahrzeug gibt den Gerüchten neuen Schwung, dass ein neuer, limitiert geplanter Slantnose‑911 bevorstehen könnte. Das Testauto zeigt zudem Manthey‑Hardware, was auf eine enge Verbindung zu Porsches hauseigenem Performance‑Partner schließen lässt.
Design: unverkennbarer Slantnose‑Charakter
Die Frontpartie des Prototyps ist der deutlichste Hinweis: eine längere Motorhaube mit Scheinwerfern, die in die Haube integriert oder bündig eingelegt sind, wo normalerweise runde Lampen sitzen würden. Die Prüfingenieure haben die Lampenbereiche überklebt, was die Interpretation erschwert, doch die Haubenform und die verdeckten NACA‑Öffnungen stützen die Idee einer modernen Flachbau‑Neuinterpretation. Eckenmodellierte Lufteinlässe, ein ausgeprägter Frontsplitter und verlegte Kotflügelbelüftungen — nach oben zur Haube verschoben — verleihen dem Wagen eine extremere, rennstreckennahe Haltung.

Heck‑ und Aero‑Details
Ein riesiger Heckflügel dominiert die Silhouette; sein ungewöhnliches Profil und sichtbare Sensoren deuten auf ein aktives Aero‑Element hin. Die Hinterräder ähneln Aerodisc‑Designs, wie sie in Manthey‑Kits zu finden sind, und hinter den Zentralverschluss‑Felgen sitzen übergroße Carbon‑Keramik‑Bremsen mit gelben Bremssätteln. Der Heckdiffusor ist durch die Tarnung stark verdeckt, doch das aggressive Aero‑Paket liest sich insgesamt wie ein rennstreckentauglicher 911 mit deutlicher Abtriebsausrichtung.
Leistungs‑ und mechanische Hinweise
Beobachter vermerken mehrere GT3 RS‑Anklänge — Kotflügelbelüftungen, breite Radhäuser und aggressive Kühlöffnungen — doch deren Platzierung weicht von aktuellen Modellen ab. Die vorhandenen Sensoren am Flügel und die großen Lufteinlässe sprechen für aktive Aerodynamik, verstellbare Klappen und ein Paket, das auf hohe Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten optimiert ist. Sollte Manthey beteiligt sein, ist mit Fahrwerksabstimmung, strafferer Federung, verbesserten Dämpfern und einer auf Rennstreckenleistung ausgelegten Bremsanlage zu rechnen.
Fahrzeugspezifikationen (erwartet)
Antriebsstrang
- Wahrscheinlich wird ein hochdrehender Sechszylinder‑Boxermotor aus der 911 GT3/GT3 RS‑Familie zum Einsatz kommen, der je nach Auslegung für eine straßenzugelassene oder ausschließlich rennstreckenorientierte Variante abgespeckt oder weiter getunt werden könnte.
Fahrwerk und Bremsen
- Von Manthey entwickeltes Fahrwerk, Zentralverschluss‑Räder, aerodynamisch optimierte Karosserie sowie Carbon‑Keramik‑Bremsen mit leistungsfähigen Bremssätteln.
Aerodynamik und Gewicht
- Aktiver Heckflügel mit verstellbarer Klappe, NACA‑Kanäle (getarnt), umfassende Carbon‑Aeroelemente; Schwerpunkt liegt auf reduziertem Auftrieb und verbesserter Kühlung statt ausschließlichem Gewichtssparen, wenngleich Leichtbauteile wahrscheinlich sind.

Marktpositionierung und Produktionsausblick
Porsches Flachbau‑Tradition reicht bis in die 1980er Jahre zurück, als werkseitig modifizierte Turbo‑Flachbau‑Fahrzeuge — inspiriert vom 935‑Rennwagen — selten und teuer waren. Historisch veränderte Porsche nur etwas mehr als 900 Exemplare ab Werk, was originale Flachbau‑Modelle äußerst sammelwürdig macht. Sollte Porsche einen modernen Flachbau oder ein Flachbau RS realisieren, ist mit einer sehr limitierten Auflage, einem deutlichen Preisaufschlag und hoher Attraktivität für Sammler und Track‑Day‑Enthusiasten zu rechnen. Ob das Modell als straßenzugelassene Homologations‑Sonderausgabe, als limitierte Manufaktur‑Option oder ausschließlich als Track‑Only‑Waffe verkauft wird, bleibt offen.
Vergleiche und voraussichtliche Käufer
Ein neuer Slantnose‑911 würde in puncto Exklusivität über den normalen Carrera‑ und Turbo‑Modellen positioniert sein und sich leistungsmäßig vermutlich mit dem GT3 RS überschneiden. Käuferkreise umfassen Porsche‑Sammler, die historisch geprägte Modelle suchen, Enthusiasten, die auf Manthey‑abgestimmte Dynamik Wert legen, sowie Besitzer, die ein extremes Porsche‑Modell mit direktem Bezug zur 935‑Historie wünschen.
Kontext: Porsche‑Heritage und Markenanmeldungen
Porsche hat kürzlich die Heritage‑Design‑Serie gestartet, und der 911 Spirit 70 war die dritte von vier geplanten Veröffentlichungen, die Jahrzehnte Porsche‑Geschichte feiern. Die Markenanmeldung des Namens Flachbau, zusammen mit diesem Prototypen, untermauert die Annahme, dass die Marke eine werkseitig unterstützte Wiederbelebung des Turbo‑Flachbau‑Konzepts der 1980er‑Jahre erwägt — neu interpretiert für moderne Aerodynamik, Elektronik und Fahrwerkstechnik.
Fazit
Dieser Nürburgring‑Mule deutet stark auf einen Flachbau‑inspirierten 911 mit Manthey‑Beteiligung hin: ein leistungsstarker, limitiert gefertigter Slantnose, der Sammlerpreise erzielen könnte. Wichtige Unbekannte bleiben jedoch — genaue Leistungsdaten, Straßenzulassung und Stückzahl — doch die Spionageaufnahmen sprechen dafür, dass Porsche eine ernsthafte und authentische Wiederbelebung prüft und nicht nur eine Design‑Studie.
Quelle: autoevolution
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