Überraschender K24-Umbau im schicken Porsche 911 (997) Carrera 4S Cabriolet

Überraschender K24-Umbau im schicken Porsche 911 (997) Carrera 4S Cabriolet

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Für eine neue Generation von Enthusiasten verkörpert die Porsche 911 997-Baureihe das kindliche Bild des klassischen deutschen Sportwagens. Das macht jede Modifikation des werkseitigen, hinten montierten Boxermotors fast zu einer persönlichen Provokation. Dennoch steht hier ein gepflegtes, unauffälliges 2007er Porsche 911 Carrera 4S Cabriolet, gelistet bei Bring a Trailer, das unter seiner Heckklappe ein deutlich un-porschehaftes Triebwerk verbirgt. Geht man um dieses Cabriolet herum, könnte man es bis auf eine nachgerüstete Pioneer-Autoradioeinheit leicht für einen originalen 997 halten. Klappt man hingegen die hintere Abdeckung auf, ist die Überraschung offensichtlich – dieser 911 beherbergt einen Honda K24Z-Motor anstelle des originalen M97-Boxers.

Das ist die Art Frankenstein-Tuner-Projekt, die Puristen polarisiert und Bastler begeistert. Die M97-Motoren, die in vielen 997 verbaut wurden, haben bekannte Schwachstellen, vor allem Probleme mit dem Zwischenwellenlager bei hochbelasteten oder vielgelaufenen Exemplaren. Ein derartiger Umbau umschifft dieses spezifische Zuverlässigkeitsrisiko und verfolgt eine andere Tuning-Philosophie: leichte, drehfreudige Performance mit VTEC, eingebettet in die ikonische Fahrwerksdynamik des Porsche.

What’s Under the Rear Hatch

Engine and Induction

Als Ersatzherz dient ein Honda K24Z, die gleiche Grundarchitektur, die in nordamerikanischen Accord- und CR-V-Modellen der späten 2000er sowie später in Civic Si- und Acura ILX-Varianten eingesetzt wurde. In Serienausführung ist der K24 in der Spitzenleistung eher moderat, hat jedoch den Ruf robuster Innenbauteile und eine breite Aftermarket-Unterstützung. Dieser Umbau ist alles andere als serienmäßig. Wichtige Motorbestandteile und Modifikationen umfassen:

  • geschmiedete Wiseco-Kolben
  • Manley geschmiedete Pleuel
  • King Pleuellager
  • Magnesium-Ventildeckel für Gewichtsersparnis und Optik
  • 1.700-cc-Injektoren gepaart mit einer Bosch-Hochdurchsatz-Kraftstoffpumpe
  • Link Extreme Standalone-ECU für vollständige Motorsteuerung
  • Boostlab 58X Turbolader für Zwangsbeatmung und erhebliche Leistungssteigerung

Zusammen verwandeln diese Upgrades den K24Z vom verfeinerten OEM-Vierzylinder in ein turboaufgeladenes Hochleistungsaggregat. Die Teileliste am Motor allein übersteigt wahrscheinlich den Preis eines kompletten Civic Si mit werkseitigem K24. Leistungsangaben werden im Inserat nicht veröffentlicht, doch konservativ geschätzt dürfte dieses Setup angesichts der Kraftstoff-, Induktions- und internen Upgrades deutlich in die hohen Hundert-PS-Bereiche an den Rädern liefern.

Chassis, Brakes and Suspension

Braking and Hardware

Um zur zusätzlichen Performance zu passen, verwendet dieser 997 Brembo-Bremsscheiben an allen vier Ecken, was die Bremskraft und die thermische Kapazität für sportliche Fahrten verbessert. Brembo-Komponenten stellen ein OEM-niveauiges Upgrade dar, das zudem die Fade-Resistenz auf der Rennstrecke oder bei schnellen Bergstraßenfahrten erhöht.

Suspension and Bushings

Unter dem Auto hat der Besitzer wichtige Fahrwerksbuchsen und Querlenker erneuert, um die präzise Lenkung und Zuverlässigkeit zu erhalten. Die Arbeiten umfassen neue Dom- und Hilfsrahmenbuchsen sowie SPC einstellbare vordere und hintere untere Querlenker, hinzugefügte vordere und hintere Caster-Arme und verstärkte hintere Zugarme. Diese Teile helfen, die Spur beim Belastungswechsel präzise zu halten und erlauben es, die Fahrwerksgeometrie für aggressiveres Fahren abzustimmen, ohne den Fahrkomfort zu opfern.

Der Rest des Fahrwerks ist weitgehend original vom 997, was bedeutet, dass das Fahrzeug weiterhin von Porsches serienmäßiger Fahrwerksabstimmung profitiert, die das Carrera 4S so reizvoll machte.

Interior and Exterior

Die Außenoptik folgt dem Sleeper-Design. Aus der Ferne wirkt es wie ein gepflegtes 2007er Carrera 4S Cabriolet: klassische 997-Linien, Stoffverdeck und zurückhaltende Details. Der einzige äußere Hinweis auf Modifikationen scheint das Pioneer-Autoradio in der Instrumententafel zu sein, ansonsten ist die Kabine zeittypisch mit schwarzem 997-Leder eingerichtet und das Bose-Audiosystem bleibt erhalten.

Diese dezente Präsentation ist bewusst gewählt. Das Auto sieht wie ein geschmackvoll genutzter 911 aus, wurde jedoch mechanisch neu aufgebaut, um ein deutlich anderes Fahrerlebnis als das serienmäßige Carrera 4S zu bieten.

Performance and Driving Character

Der Einbau eines turbogeladenen, drehfreudigen K24 in einen Porsche 911 verändert das Fahrerlebnis grundlegend. Im Vergleich zum M97-Boxer liefert der Reihen‑4er K24 eine andere Drehmomentkurve und Leistungscharakteristik — VTEC-gestützte Spitzenleistung, direkte Gasansprache und mit dem Boostlab-Turbo schnelles Ansprechen sowie kräftiges Mitteldrehmoment. Das geringere Gewicht eines K‑Series-Motors gegenüber einem Sechszylinder kann die Vorder-/Hinterachsbalance leicht verändern, wobei Fahrwerksverstärkungen und Hilfsrahmenbuchsen dem 997 helfen, die nötige Souveränität zu bewahren.

Praktisch gesehen ist diese Maschine wahrscheinlich beim Antritt und im mittleren Drehzahlbereich schneller als ein serienmäßiges Carrera 4S und potenziell mit frühen 997 Turbo-Modellen konkurrenzfähig — abhängig von der finalen Motorabstimmung, Turbogröße und Getriebeverlusten. Ob sie einen serienmäßigen 997 Turbo im Alltag konstant schlägt, hängt von Abstimmung, Traktion, Übersetzung und davon ab, wie gut die Umrüstung in das Porsche‑Getriebe und Differential integriert ist.

Market Positioning and Appeal

Dieses 2007er Carrera 4S mit K24-Umbau besetzt eine Nische im Sammler-, Enthusiasten- und Tuner-Markt. Es spricht Käufer an, die Originalität und traditionelle Porsche‑Ingenieurskunst weniger schätzen als rohe, kreative Performance‑Bauten, die Zuverlässigkeit, Abstimmungsfähigkeit und einen unkonventionellen Ansatz priorisieren.

Mögliche Interessenten sind:

  • Tuner, die die K‑Series-Plattform für ihre Aftermarket‑Unterstützung und Drehfreude verehren
  • Fahrer, die ein einzigartiges und überraschendes Fahrzeug für Track‑ oder Bergwochenenden suchen
  • Käufer, die das stealthige Sleeper‑Aussehen mit modernem Tuningpotenzial schätzen

Andererseits dürfte das Fahrzeug Puristen und traditionelle Sammler abschrecken, die Werksoriginalität hoch bewerten. Bei Auktionen wie Bring a Trailer erzeugt diese Spannung zwischen Erhalt und Modifikation lebhafte Diskussionen und oft auch starke Gebote aus dem passenden Käufersegment.

Comparisons and Context

Der K24‑Swap in einem 997 ist ungewöhnlich, aber in der Tuningwelt nicht beispiellos. Die populärsten Swaps bleiben weiterhin Toyota 2JZ und GM LS‑Reihenmotoren wegen ihrer Hubraum- und Drehmomentvorteile. Die Honda K‑Serie wird jedoch wegen ihrer drehfreudigen Charakteristik und des geringen Gewichts geschätzt, was ideal ist, wenn Gewichtsverteilung und Agilität Priorität haben.

Im Vergleich zum serienmäßigen 997 Turbo verfolgt dieser Umbau ein anderes Credo: statt roher, werkseitiger Turbo‑Beschleunigung bietet er einen drehfreudigen, turboaufgeladenen Vierzylinder mit enormem Mod‑Potential und verspielter VTEC‑Charakteristik. Vergleichspunkte sind unter anderem:

  • Leistungsentfaltung: höher drehende Spitzenleistung und VTEC‑Top‑End vs. das breit verfügbare Drehmoment des Boxers
  • Gewicht und Balance: K24 ist leichter und kann das Handling positiv beeinflussen
  • Zuverlässigkeit: umgeht einige bekannte M97‑Ausfallmodi, bringt jedoch umbauspezifische Integrations‑ und Kühlungsfragen mit sich

Specifications

  • Modell: 2007 Porsche 911 Carrera 4S Cabriolet (997‑Baureihe)
  • Originalmotor: Porsche M97 Boxer (ersetzt)
  • Aktueller Motor: Honda K24Z mit Boostlab 58X Turbolader und Link Extreme ECU
  • Aufladung: Turbo, große Injektoren (1.700 cc) und Bosch‑Kraftstoffpumpe
  • Interne Komponenten: Wiseco‑Kolben, Manley‑Pleuel, King‑Lager
  • Bremse: Brembo‑Scheiben vorne und hinten
  • Fahrwerks‑Upgrades: neue Dom‑ und Hilfsrahmenbuchsen, SPC einstellbare Querlenker, Caster‑Arme, hintere Zugarme
  • Innenraum: schwarzes 997‑Leder, Bose‑Audio und Pioneer‑Head‑Unit

Final Thoughts

Dieser Carrera 4S‑Umbau ist ein Beispiel dafür, wie moderne Tuner‑Kreativität auf klassische Sportwagenarchitektur trifft. Er wird Käufer anziehen, die einen unerwarteten Performer in einer vertrauten Hülle suchen — einen echten Sleeper, der eine nähere Begutachtung belohnt. Ob man ihn als Sakrileg oder geniale Ingenieursleistung empfindet, hängt von den eigenen Prioritäten ab: Originalität und Wiederverkauf oder persönliche Performance und Verarbeitungsqualität.

Wenn Sie wissen möchten, ob dieser K24‑bewehrte 997 einen serienmäßigen 997 Turbo ausbeschleunigt, gibt es nur eine eindeutige Antwort — auf den Prüfstand und die Straße damit, dann bieten und herausfinden.

Quelle: autoevolution

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