James Gunn: Amanda-Waller-Projekt lebt – Fortschritt bleibt unterschiedlich

James Gunn: Amanda-Waller-Projekt lebt – Fortschritt bleibt unterschiedlich

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James Gunn sagt, dass das Waller-Projekt lebt — aber der Fortschritt ist ungleichmäßig

Als James Gunn und Peter Safran nach und nach das neue DCU-Slate zusammenstellen, befindet sich eines der Projekte, auf das Fans gewartet haben — ein Amanda-Waller-Drama mit Viola Davis in der Hauptrolle — weiterhin in Entwicklung. Im Gespräch mit People bekräftigte Gunn kürzlich, dass er und Safran "an" einer Waller-Serie arbeiten, räumte aber ein, dass einige DCU-Initiativen schneller vorangekommen sind als andere. "Waller ist nicht die schnellste", gab Gunn zu und fügte mit seiner typischen Herzlichkeit hinzu, dass er "es kaum erwarten kann, Viola wieder in die Waller-Hose schlüpfen zu sehen."

Warum Amanda Waller wichtig ist: Macht, Ambivalenz und Task Force X

Amanda Waller gehört zu den faszinierendsten Figuren im DC-Universum: eine politische Strippenzieherin, die Black-Ops-Programme leitet und Task Force X (die Suicide Squad) befehligt. Viola Davis brachte diese Inkarnation der Waller 2016 in "Suicide Squad" ein und übernahm die Rolle in den Fortsetzungen von David Ayer sowie in Gunns "The Suicide Squad" (2021) erneut. Anders als viele maskierte Rächer beruht Wallers Anziehungskraft auf moralischer Ambivalenz — sie ist skrupellos, strategisch und agiert häufig jenseits der ethischen Linien, die herkömmliche Held*innen definieren. Gerade diese Komplexität macht sie zu einer idealen Grundlage für ein Drama, das im größeren DCU-Kontext herausstechen könnte.

Vom Cameo zur Hauptrolle

Davis tauchte sogar in HBO Max’s "Peacemaker" auf und verband Waller mit der tonal vielfältigen Welt von Gunn — einer Welt, die von schräger Antihelden-Komik bis zu düsterem Spionagedrama schwanken kann. Gunn und Safran hatten ursprünglich geplant, Waller zu beschleunigen, doch Produktionsrealitäten — kombiniert mit Autoren- und Schauspielerstreiks sowie der Geschwindigkeit, mit der andere Projekte wie "Peacemaker" Staffel 2 zusammenkamen — verschoben die Prioritäten.

Kreatives Team, Format und Entwicklungshürden

Waller wurde erstmals 2022 angekündigt, mit "Watchmen"-Autorin Christal Henry an Bord; später stieß Jeremy Carver, Schöpfer von "Doom Patrol", als Co-Autor hinzu. Die Kombination verspricht eine schriftstellerische, charaktergetriebene Herangehensweise — voraussichtlich mehr Drama als die komische Richtung, die Gunn in "Peacemaker" eingeschlagen hat. Gunn und Safran waren offen: Mehrere Versuche, den richtigen Ton und die passende Struktur zu finden, scheiterten bislang. Brancheninsider verweisen auf die Herausforderung, eine moralisch komplexe Nebenfigur zu einer zentralen, serialisierten Erzählung auszubauen, die das Publikum über mehrere Episoden fesselt.

Wie sich die Waller-Serie zu anderen Antihelden-Dramen verhält

In Ton und Ambition wäre eine Waller-Serie näher an Marvels dunkleren Streaming-Produktionen wie "Daredevil" oder Netflix’s "Jessica Jones" als an einem leichteren Spin-off. Am ehesten verwandt wäre sie im Geiste mit jüngeren Wiederaufnahmen von Antihelden-Erzählungen wie "Lucifer" oder HBOs reiferen Interpretationen von Comicfiguren — Formaten, die Psychologie, Politik und langfristiges Worldbuilding über reinen Spektakelwert stellen. Wallers staatlich-militärischer Zuständigkeitsbereich deutet jedoch auch auf prozedurale Elemente hin — Spionage, verdeckte Operationen und politische Manöver — wodurch die mögliche Serie Spionagethriller, Justizdrama und Charakterstudie hybriden könnte.

Fanreaktionen und Erwartungen

Fans loben seit Langem Viola Davis’s eindringliche Darstellung der Waller, und in sozialen Medien wird sie oft im Zentrum einer umfangreichen, hochbrisanten Serie imaginiert. Die möglichen Fallstricke sind bekannt: Ein zu starker Fokus auf eine sympathische Vorgeschichte könnte Wallers Einschüchterungswirkung verwässern, während eine unverzichtbar düstere Darstellung Zuschauer*innen, die Nuancen erwarten, entfremden könnte. Der ideale Weg scheint eine Serie zu sein, die ihren eisernen Willen bewahrt und zugleich die Kosten von Macht beleuchtet — genau das Terrain, das erfahrene Autor*innen wie Henry und Carver gut erschließen könnten.

Branchensicht: Warum Waller ins Stocken geraten ist

Das Entertainment-Umfeld hat sich verändert: Streaming-Anbieter sind bei großangelegten Spin-offs vorsichtig, der DCU-Reboot erfordert enge kreative Koordination, und Arbeitskonflikte in den vergangenen Jahren haben die Zeitpläne der Autorenräume durcheinandergebracht. Gunn und Safran mussten außerdem Projekte priorisieren, die schnell produziert werden konnten, um für das neue DCU Momentum zu erzeugen — "Peacemaker" wurde so zu einer klaren Priorität. Gleichzeitig arbeitet Max an anderen Spin-offs wie "Lanterns", mit einem Zielstart Anfang 2026, was DC Studios’ modulare Strategie unterstreicht: mehrere Eckpfeiler pflegen und dann miteinander verknüpfen.

"Amanda Waller ist die Art von Figur, die ein serialisiertes politisch-spionagehaftes Drama tragen kann, aber sie verlangt Autor*innen, die die moralische Spannung ohne Abkürzungen aufrechterhalten", sagt die Filmkritikerin Anna Kovacs. "Richtig umgesetzt könnte eine Waller-Serie die reifste, nachdenklichste Ausgabe des DCU werden — eine, die kompliziert, was Heldentum in diesem Universum überhaupt bedeutet."

Hinter den Kulissen: Trivia und kreative Fäden

Einige weniger bekannte Details: Viola Davis ist stark an Wallers Integrität interessiert und soll Berichten zufolge zur Prägung der Figurenstimme über mehrere Auftritte hinweg beigetragen haben. Gunns beiläufige Anspielung auf "Waller-Hose" wurde unter Fans viral und steht als Ausdruck sowohl von Begeisterung als auch Zuneigung für Davis’ Leistung. Christal Henrys "Watchmen"-Hintergrund und Jeremy Carvers Erfahrung mit "Doom Patrol" deuten darauf hin, dass die Autor*innen politische Satire, surreale Elemente und menschliche Einsätze verbinden wollen — Qualitäten, die Waller für ein erwachsenes Serienpublikum neu rahmen könnten.

Fazit: Ein langsames Entstehen, das DC-Drama neu definieren könnte

James Gunns Bestätigung, dass die Amanda-Waller-Serie weiterhin in Entwicklung ist, dürfte Fans beruhigen — sie erinnert aber auch daran, dass komplexe, charaktergetriebene Serien oft mehr Zeit benötigen, um Gestalt anzunehmen. Die Serie bietet eine große Chance: ein dramatisches, erwachsenes Eckstück im DCU zu schaffen, das Macht, Verantwortung und die moralischen Kompromisse der nationalen Sicherheit untersucht. Mit Viola Davis in der Hauptrolle und einem starken Kreativteam, das sich dem richtigen Ton annähert, könnte Wallers langsame Entwicklungsphase am Ende etwas Mutigeres und Aussagekräftigeres hervorbringen als ein übereilter Spin-off.

Worauf man als Nächstes achten sollte

Beobachten Sie offizielle Updates von DC Studios und Max. In der Zwischenzeit bietet ein erneutes Anschauen von Davis’ Auftritten in "Suicide Squad", "The Suicide Squad" (2021) und ihren Szenen in "Peacemaker" nützlichen Kontext dafür, wie sich ein Waller-geführtes Drama entwickeln könnte — teils Politthriller, teils Charakterstudie und potenziell durchgängig fesselnd, wenn es seine präzise Erzählstimme findet.

Quelle: deadline

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