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Auffälliger Cullinan tauscht Zurückhaltung gegen kräftiges Orange
In den sozialen Medien zeigte sich diese Woche ein vor-facelift Rolls-Royce Cullinan in einer auffälligen, knallorangen Lackierung und mit 24-Zoll-Forgiato-Leichtmetallrädern, was eine der mutigsten Optiken im Segment der Luxus-SUVs erzeugt. Das visuelle Paket macht den Cullinan praktisch unverkennbar und positioniert ihn als Statement-Fahrzeug neben Konkurrenten wie dem Bentley Bentayga, dem Range Rover und dem Mercedes-Maybach GLS. Solche radikalen Farbwahlen sind Teil einer größeren Entwicklung im Luxusbereich, in der personalisierte Optiken und auffällige Designakzente zunehmend als Ausdruck des persönlichen Stils gelten.
Äußere Highlights
Aus der Ferne wirkt der Series-I-Cullinan durch seine kräftige Farbgebung fast karikaturhaft, doch die Detailarbeit verleiht der Umgestaltung einen durchdachten, kontrastreichen Charakter. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass die Kombination aus glänzendem Orange und tiefschwarzen Elementen gezielt Spannung erzeugt. Die wichtigsten äußeren Modifikationen umfassen:
- Vollflächiger, leuchtend oranger Lack, der die gesamte Karosserie umschließt
- Schwarz abgedunkelter Kühlergrill mit orangefarbener Markenplakette
- Schwarze Akzente an unteren Stoßfängern, Türgriffen, Fensterumrandungen und unteren Türverkleidungen
- Verdunkelte „Spirit of Ecstasy“-Haubenfigur sowie schwarz gehaltene Diffusor- und Spoilerelemente am Heck
- 24-Zoll-Forgiato-Multispeichenräder mit schwarzer Oberfläche und orangefarbenen Logo-Akzenten
Hinter der auffälligen Lackierung steckt nicht nur Mut zur Farbe, sondern auch die Frage nach handwerklicher Ausführung: Handelt es sich um eine Voll-Lackierung, eine mehrschichtige Folierung oder um eine Kombination aus beidem? Folierungen erlauben oft reversible Personalisierungen, während Lackierungen langfristig tiefer in die Fahrzeugidentität eingreifen, aber auch einen höheren Wiederverkaufswert erzielen können, wenn sie fachgerecht ausgeführt wurden. Weiterhin sind schwarze Kontraste an Griffen und Leisten nicht nur gestalterische Maßnahmen, sondern dienen auch dazu, die Formensprache des Fahrzeugs zu betonen und die knallige Hauptfarbe zu erden.
Die Wahl der Räder polarisiert besonders: Forgiato lieferte die neuen Leichtmetallräder und veröffentlichte die Bilder im Netz. Das Speichenbild und das Gesamtdesign erinnern an Alpina-ähnliche Felgensets, die häufig hochpreisige BMW-Modelle schmücken. Einige Enthusiasten argumentieren deshalb, die Felgen wirkten stilistisch passender auf einer deutschen Sport-Luxus-Limousine als auf einem repräsentativen Rolls-Royce-SUV. Aus technischer Sicht sind 24-Zoll-Felgen allerdings ein Kompromiss: Sie verändern das Abrollverhalten, erfordern meist niedrigprofiligere Reifen und können Fahrkomfort wie Federungseigenschaften spürbar beeinflussen, insbesondere bei einem schweren Fahrzeug wie dem Cullinan.

Innenraum: ein abgestimmter Farbakzent
Der orange Ton setzt sich im Innenraum konsequent fort. Mittelkonsole, unteres Armaturenbrett sowie Teile der Sitze und Türverkleidungen sind in der gleichen kräftigen Nuance gehalten, während weiße Lederbezüge und schwarze A-Säulen und Dachhimmel als Ausgleich dienen. Dieses Zusammenspiel aus hellen und dunklen Flächen sorgt dafür, dass die aggressive Außenfarbe im Innenraum gebrochen wird und das Ambiente trotzdem luxuriös und hochwertig bleibt. Weißes Leder mildert den visuellen Effekt ab und lässt den Innenraum offener erscheinen, schwarze Oberflächen wirken kontraststiftend und geben dem Entwurf eine gewisse Ruhe.
Die handwerkliche Umsetzung spielt im Interieur eine ebenso große Rolle wie die Farbauswahl: Präzise Nähte, farblich abgestimmte Zierleisten sowie abgestimmte Kontrastpaspeln sind typische Merkmale von Rolls-Royce-Bespoke-Arbeiten. Auffällig sind die eingestickten Rolls-Royce-Logos auf Kopfstützen und Lenkrad, die darauf hindeuten, dass die Innenraum-Konfiguration möglicherweise direkt am Goodwood-Standort spezifiziert wurde, anstatt ausschließlich das Ergebnis eines unabhängigen Tuners zu sein. Solche Details sind nicht nur Prestige, sie dokumentieren auch, ob eine Personalisierung innerhalb der werksnahen Optionen stattgefunden hat – was für Garantie, Qualitätssicherung und mögliche zukünftige Serviceleistungen relevant ist.
Unabhängig von der genauen Herkunft des Interieur-Finishs wirkt das Ambiente durch die Materialwahl und Verarbeitung durchweg hochwertig. Rolls-Royce verwendet traditionell edle Hölzer, handverlesenes Leder und aufwändige Furnierarbeiten; bei farblich starken Individualisierungen kommt es auf die Abstimmung dieser Materialien an, um trotz extremer Farbtöne ein harmonisches, luxuriöses Gesamtbild zu erhalten. Außerdem ist zu bedenken, dass intensive Lack- oder Folienfarben die langfristige Pflege und mögliche Nachbehandlungen beeinflussen können – speziell bei direkt exponierten Bereichen, die häufig berührt werden.
Leistungs- und technische Anmerkungen
In der begleitenden Bildunterschrift erwähnte Forgiato lediglich die Räder, Reifen und die dunkleren Designakzente; Leistungssteigerungen wurden nicht kommuniziert. Daraus lässt sich schließen, dass der Cullinan voraussichtlich den serienmäßigen 6,75-Liter-Twin-Turbo-V12-Motor beibehält. Darüber hinaus sind bei seriennahen Fahrzeugen typische technische Merkmale zu erwarten: Achtgang-Automatik, Allradantrieb, aktive Luftfederung mit adaptiven Dämpfern sowie elektronische Fahrhilfen, die das Gewicht und die Fahrzeughöhe kompensieren. Für einen schnellen Überblick:
- Standard-Cullinan: rund 562 PS (570 PS / 419 kW) und 850 Nm Drehmoment (ca. 627 lb-ft)
- Cullinan Black Badge: etwa 592 PS (600 PS / 442 kW) und 900 Nm Drehmoment (ca. 664 lb-ft)
Solange das Fahrzeug technisch unverändert bleibt, sind die Modifikationen primär optischer Natur. Allerdings haben optische Änderungen wie größere Felgen und Reifen direkte technische Auswirkungen: größere Räder erhöhen die ungefederten Massen, beeinflussen Lenkpräzision, Fahrkomfort und können Bremsverhalten sowie Reifenverschleiß verändern. Werkseitig abgestimmte Fahrzeuge sind für eine bestimmte Reifengröße, Felgenbreite und Reifenflanke konfiguriert; Änderungen dieser Parameter sollten idealerweise mit Experten für Fahrwerkstechnik abgestimmt werden, um Fahrdynamik und Sicherheit zu erhalten.
Ein weiterer Aspekt betrifft die thermische Belastung und Kühlung: größere Räder mit breiteren Reifen können das Bremsensystem stärker belasten, insbesondere bei schweren Luxus-SUVs, die aufgrund ihres Gewichts intensiver bremsen müssen. Bei auffälligen Personalisierungen prüfen erfahrene Werkstätten daher nicht nur die optische Passform, sondern auch Tragfähigkeit (Load Rating), Freigängigkeit (Wheel Offset/ET) sowie die Kompatibilität mit Reifen- und Radsensorik wie TPMS (Reifendruckkontrollsystem).

Marktpositionierung und abschließende Gedanken
Der Cullinan gilt weithin als einer der luxuriösesten Crossovers auf dem Markt, und dieses maßgeschneiderte Exemplar zeigt, wie Besitzer Personalisierung nutzen, um sich in einem Feld teurer Hochsitzer zu differenzieren. Auffällige Lackierungen und exklusive Felgen sind Werkzeuge, mit denen Käufer ein Fahrzeug nicht nur als Transportmittel, sondern als fahrende Persönlichkeit inszenieren. Diese Praxis ist besonders im Ultra-Luxus-Segment verbreitet, wo Kunden oft individuelle Wünsche an Material, Farbe und Ausstattung stellen – entweder über die Herstellerprogramme wie Rolls-Royce Bespoke, Bentley Mulliner oder Mercedes-Maybach-Individual, oder durch spezialisierte Aftermarket-Anbieter.
Dieser spezielle Cullinan illustriert zwei spürbare Trends im Markt für Luxusfahrzeuge: die wachsende Nachfrage nach mutigen, maßgeschneiderten Oberflächen (von matt bis knallbunt) und die zunehmende Rolle spezialisierter Felgenhersteller wie Forgiato, die sich als Style-Partner für wohlhabende Kunden etablieren. Solche Anbieter liefern nicht nur Designs, sondern auch die Image-Komponenten, die für manchen Käufer wichtiger sind als marginale Leistungssteigerungen.

Zitat-Höhepunkt:
- „Die Felgen hätten genauso gut zu einem BMW gepasst wie zu diesem Cullinan“, bemerkte ein Kommentator und fasste damit die Debatte zwischen Stil und Markencharakter zusammen.
Für Enthusiasten, die Individualisierungen im Luxus-SUV-Bereich verfolgen, ist dieser Cullinan ein Hinweis darauf, dass Käufer bereit sind, visuelle Grenzen zu verschieben, ohne unbedingt den mechanischen Kern des Fahrzeugs zu verändern. Die Praxis, äußere Erscheinung und Innenraumcharakter radikal anzupassen, während Technik und Antriebsstrang unverändert bleiben, hat Vor- und Nachteile: Einerseits bleibt die Zuverlässigkeit der Serienkomponenten erhalten, andererseits können optische Modifikationen potenzielle Käufer am Zweitmarkt irritieren und den Wiederverkaufswert tiefergreifend beeinflussen. Außerdem sollten Käufer die Auswirkungen auf Versicherungstarife, Zulassung und mögliche TÜV- bzw. homologationsrelevante Fragen beachten, insbesondere wenn Fahrzeugabmessungen, Felgenbreiten oder Spurverbreiterungen von den werkseitigen Spezifikationen abweichen.
Insgesamt deutet die Entwicklung zu lebhaften Farbvarianten und individuellen Felgen darauf hin, dass personalisierte Designprogramme weiter an Bedeutung gewinnen werden — intern beim Hersteller und extern durch spezialisierte Partner. Marken wie Rolls-Royce reagieren auf diese Nachfrage mit erweiterten Bespoke-Optionen, doch auch unabhängige Tuner und Felgenhersteller tragen durch auffällige Konzepte dazu bei, die visuelle Vielfalt in der Luxusklasse zu vergrößern. Käufer, die so einen Cullinan wählen, suchen nicht nur Mobilität, sondern eine mobile Bühne für ihren persönlichen Stil.

Quelle: autoevolution
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