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Hilux betritt die elektrische Ära und behält vertraute Antriebe
Toyota hat den legendären Hilux für 2026 grundlegend überarbeitet: Erstmals ist der Pickup als vollelektrisches Batterie-Fahrzeug (BEV) verfügbar, während Diesel- und Benzinvarianten weiterhin im Programm bleiben. Die neunte Generation des Hilux positioniert sich als pragmatischer, moderner Arbeitstier — ein Modell, das die Elektrifizierung annimmt, ohne die robuste Leistungsfähigkeit aufzugeben, die den Hilux weltweit zum Bestseller gemacht hat.
Mit der Einführung der Elektrovariante erweitert Toyota die Modellpalette des Hilux gezielt: Flottenkunden, urbane Betreiber und Käufer mit lokalem Emissionsfokus erhalten eine emissionsfreie Option, während Handwerker, Landwirte und Langstrecken-Nutzer weiterhin auf bewährte Diesel- und Benzin-Antriebe zurückgreifen können. Diese Strategie spiegelt Toyotas pragmatischen Ansatz bei der Elektrifizierung wider und soll die Marktakzeptanz in verschiedenen Regionen beschleunigen.
Was außen neu ist
Optisch wirkt der neue Hilux markanter und kantiger als sein Vorgänger; die Frontpartie orientiert sich an zeitgenössischem Toyota-Design, das an die Tacoma-Linie erinnert. Anstelle eines klassischen Markenemblems prangt auf der Heckklappe nun ein prägnantes Schriftzug-Logo, und die Karosserie folgt einem Design mit klaren, geometrischen Flächen und scharfen Kanten, die Robustheit und Präsenz vermitteln.

Die BEV-Version ist auf den ersten Blick erkennbar: Eine geschlossene obere Frontfläche, eine Ladebuchse vorne am Kotflügel und spezielle Leichtmetallräder für Elektroantriebe unterscheiden sie vom Verbrenner. Modelle mit Verbrennungsmotor behalten eine herkömmliche Kühlergrill-Geometrie zur besseren Wärmeabfuhr und verfügen weiterhin über eine tankseitig platzierte Einfüllöffnung.
Toyota Europe legt besonderen Fokus auf die Doppel-Kabinen-Variante (Double Cab), da sie der Nachfrage europäischer Kunden am besten entspricht. Für Regionen wie Australien und Thailand bleiben jedoch Einzelkabinen und Smart Cab-Ausführungen im Angebot — ein wichtiger Punkt für Märkte, in denen Nutzfahrzeug-Konfigurationen sehr unterschiedlich gefragt sind.
Praktische Außen-Updates
- Neue Trittstufe an der hinteren Ladekante für leichteren Zugriff auf die Ladefläche
- Überarbeitete Seitentritte für bequemeres Ein- und Aussteigen
- Gewalztes Toyota-Schriftzug-Design und integrierter Griff in der Heckklappe mit Modellbezeichnung
Diese eher kleinen, aber sinnvollen Details betonen Toyotas Fokus auf Alltagstauglichkeit und Nutzwert, nicht nur auf optische Auffrischung. Solche Funktionen erhöhen die Arbeitseffizienz auf Baustellen, landwirtschaftlichen Betrieben und bei gewerblichen Einsätzen.

In Sachen Korrosionsschutz und Langlebigkeit hat Toyota die Außenverkleidung und Unterbodenabschirmungen weiter optimiert, um die bekannten Anforderungen an Belastbarkeit und Wartungsarmut zu erfüllen. Für Flottenkunden sind solche Merkmale bei der Total-Cost-of-Ownership-Berechnung (TCO) ebenso relevant wie Kraftstoff- beziehungsweise Energiekosten.
Innenraum: modern, funktional und zweckgebunden
Im Innenraum erfährt der Hilux eine vollständige Neukonzeption. Die Mittelkonsole nimmt Gestaltungsmerkmale des Land Cruiser auf, mit einer aufrechten Architektur und robusten, geometrischen Verkleidungselementen. Toyota setzt weiterhin auf eine Mischung aus physischen Bedienelementen und digitalen Anzeigen: Klassische Tasten bleiben für Klima- und 4x4-Funktionen erhalten und ergänzen zwei 12,3-Zoll-Displays für Infotainment und Fahrerinformationen.
Diese Kombination aus taktilen Schaltern und großformatigen Bildschirmen ist bewusst gewählt. Toyota möchte, dass Fahrer häufig genutzte Funktionen schnell erreichen, ohne sich durch Menüs tippen zu müssen — ein praktischer Ansatz für Baustellen, Offroad-Einsätze und den Alltag. Für Betreiber von Flotten ist die Benutzerfreundlichkeit der Bedienelemente ein wichtiger Faktor für Sicherheit und Effizienz.
Die Materialien im Innenraum wurden ebenfalls überarbeitet: strapazierfähige Oberflächen, leicht zu reinigende Bezugsstoffe und verstärkte Sitzpolster sollen den harten Arbeitsalltag überstehen. Ergonomische Verbesserungen an Lenkrad, Schaltern und Mittelkonsole reduzieren Ermüdungserscheinungen bei langen Einsätzen.
Darüber hinaus bietet der neue Hilux erweiterte Konnektivitätsoptionen, darunter kabelloses Laden, mehrere USB-Anschlüsse im Fond und OTA-Updates (Over-the-Air), die Software- und Komfortfunktionen während der Lebensdauer des Fahrzeugs aktuell halten können — ein Vorteil für Flottenbetreiber, die Funktionalität zentralisiert verwalten möchten.
Technische Highlights des elektrischen Hilux
Toyota startet die Markteinführung mit der Elektrovariante. Die wichtigsten technischen Daten der BEV-Version lauten wie folgt:
- Dual-Elektromotoren (Allradantrieb möglich)
- 59,2-kWh-Lithium-Ionen-Batteriepack
- WLTP-Reichweite von etwa 149 Meilen (ca. 240 km)
- Drehmoment Vorderachse: ca. 205 Nm (151 lb-ft)
- Drehmoment Hinterachse: ca. 269 Nm (198 lb-ft)
- Maximale Nutzlast: ca. 715 kg (1.576 lb)
- Anhängelast: ca. 1.600 kg (3.527 lb)

Diese Werte machen den elektrischen Hilux zu einem fähigen Begleiter im täglichen Einsatz und zu einem praktikablen Werkzeug für leichte Transporte. Toyota betont jedoch ausdrücklich, dass die BEV-Variante nicht den Anspruch hat, die schwersten Lastaufgaben der Verbrenner-Modelle vollständig zu ersetzen. Vielmehr adressiert sie einen anderen Einsatzbereich: städtische Flotten, regionale Lieferdienste und Nutzer, die lokale Emissionen reduzieren wollen.
Zur Ladeinfrastruktur und Ladeleistung kommuniziert Toyota bislang grundlegende Angaben: Die Batterie ist für den Alltagsbetrieb ausgelegt und unterstützt wahrscheinlich sowohl AC-Laden für Depotzeiten als auch DC-Schnellladen für kürzere Zwischenstopps. Konkrete Ladeleistungen (kW) variieren nach Markt und Ausstattungsniveau; Flottenkunden sollten daher vor dem Kauf Ladezyklen und Infrastrukturbedarfe prüfen, um die wirtschaftliche Bilanz und Einsatzplanung zu optimieren.
Die Batteriechemie basiert auf Lithium-Ionen-Architektur; Herstellerangaben zu Lebensdauer, Garantie und Degradation sind wichtige Kenngrößen für gewerbliche Nutzer, da Batteriezyklen direkten Einfluss auf Restwert und Wartungskosten haben. Toyota bietet in der Regel Garantien und Servicepakete an, die speziell auf Flottenkunden zugeschnitten sind — ein Aspekt, der für die Anschaffungsentscheidung relevant ist.
Mild-Hybrid-Diesel und weitere Verbrenner-Optionen
Für Kunden mit maximalen Anforderungen an Anhängelast und Nutzlast bleibt Toyota beim 2,8-Liter-Turbodiesel mit Mild-Hybrid-Unterstützung. Dieser Antrieb erhöht die Leistungsfähigkeit für arbeitsorientierte Käufer und bietet folgende technische Eckdaten:
- Maximale Nutzlast bis zu 1.000 kg (2.205 lb)
- Anhängelast bis zu 3.500 kg (7.716 lb)
Die mild-hybridisierte Diesel-Variante kombiniert klassische Turbodiesel-Charakteristik mit einem kleinen Elektrosystem zur Unterstützung von Start-Stopp, Rekuperation und kurzzeitiger Drehmomentunterstützung. Das resultiert in verbessertem Kraftstoffverbrauch im realen Einsatz und in einer effizienteren Nutzung bei häufigen Lastwechseln.
In bestimmten Märkten, insbesondere Osteuropa, bietet Toyota weiterhin nicht-elektrifizierte Versionen des 2,8-Liter-Diesel sowie einen 2,7-Liter-Benzinmotor an. Diese Varianten sprechen Käufer an, die primär Wert auf maximale Reichweite, einfache Wartung und hohe Verfügbarkeit von Ersatzteilen legen. In Europa wird jedoch erwartet, dass der mild-hybridisierte Diesel die Volumenvariante bleibt, da hier oft Anhängelast, Reichweite und Betriebskosten im Mittelpunkt stehen.
Für Betriebe, die lange Strecken mit hoher Zuladung bewältigen müssen, bleibt der Diesel aufgrund des höheren Energiegehalts von Diesel-Kraftstoff und der etablerten Tankinfrastruktur häufig die praktischere Wahl. Bei der Entscheidung zwischen BEV und Diesel sollte die gesamte Einsatzstrategie — inklusive Reichweite, Lade- oder Tankinfrastruktur und Nutzungsprofil — berücksichtigt werden.

Wasserstoff in Aussicht
Toyota bleibt auch alternativen Kraftstoffen gegenüber aufgeschlossen. Das Unternehmen plant eine Brennstoffzellen-Version (FCEV) des Hilux bis 2028, was Toyotas längerfristiges Engagement in der Wasserstofftechnologie unterstreicht. Brennstoffzellen bieten schnelle Betankungszeiten und lange Reichweiten ohne direkte lokale Emissionen — Eigenschaften, die für bestimmte gewerbliche Anwendungen, Fernverkehr und Spezialflotten attraktiv sind.
Toyota arbeitet außerdem mit BMW an der Entwicklung von Brennstoffzellen-Techniken und teilt dabei Know-how. Solche Kooperationen zielen darauf ab, Skaleneffekte und technische Fortschritte zu beschleunigen, während Wasserstoffinfrastruktur langsam, aber stetig ausgebaut wird. Für gewerbliche Nutzer bleibt die Verfügbarkeit von Betankungsinfrastruktur jedoch ein kritischer Faktor für die Wirtschaftlichkeit einer Wasserstofflösung.
Die Brennstoffzellenstrategie ergänzt Toyotas Portfolio: BEV für lokale Emissionsfreiheit, Mild-Hybrid- und Verbrenner für maximale Nutzlast und Reichweite sowie FCEV für spezielle Langstrecken- und Schnellbetankungsbedürfnisse. Diese mehrgleisige Technologiepolitik soll sicherstellen, dass verschiedene Marktsegmente passend bedient werden können.
Neue Technik, Sicherheit und Konnektivität
Die neunte Hilux-Generation führt mehrere moderne Systeme ein, die das Fahrzeug mit aktuellen Sicherheits- und Komfortstandards in Einklang bringen:
- Elektrische Servolenkung (EPS) in Westeuropa; in einigen osteuropäischen Märkten bleibt hydraulische Lenkung erhalten
- Toter-Winkel-Überwachung (Blind Spot Monitoring) und Safe Exit Assist
- Fahrerüberwachungskamera (Driver Monitoring)
- Toyota Safety Sense Suite, einschließlich Emergency Driving Stop System und Proactive Driving Assist
- Over-the-Air-Updates, kabelloses Telefonladen und zusätzliche USB-Anschlüsse im Fond
- Die elektrische Variante erhält einen Shift-by-Wire-Antriebsschalter
Diese Sicherheits- und Komfort-Upgrades erleichtern den Alltag mit dem Hilux und schaffen Mehrwert durch kontinuierliche Funktionsverbesserungen via OTA. Flottenbetreiber profitieren insbesondere von Remote-Updates, da Software-Optimierungen die Einsatzzeiten erhöhen und Werkstattaufenthalte reduzieren können.
Zusätzlich sind Assistenzsysteme wie adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent und automatisches Notbremsen weiterentwickelt worden, um den Anforderungen moderner Verkehrssicherheit zu entsprechen. Solche Systeme tragen nicht nur zur Unfallvermeidung bei, sondern können auch die Versicherungsprämien und Gesamtkosten eines Fahrzeugs positiv beeinflussen.
Marktpositionierung und Wettbewerbsfähigkeit
Der neue Hilux ist ein sorgfältiger Balanceakt. Toyota zielt darauf ab, traditionelle Pickup-Käufer zu bedienen, die auf Diesel-Drehmoment und lange Reichweiten angewiesen sind, bietet aber gleichzeitig eine elektrische Variante für städtische Flotten und Käufer, die lokale Emissionen reduzieren möchten. In den meisten europäischen Märkten wird erwartet, dass der mild-hybridisierte Diesel das Volumenmodell bleibt und preislich unter dem BEV positioniert wird.
Trotz des EV-Debüts bleibt Toyota konservativ, wenn es um die Kannibalisierung eigener Modelle geht: Der Hilux wird nicht in den USA angeboten, wo der Toyota Tacoma die mittlere Pickup-Rolle innehat. International betrachtet konkurriert der Hilux in Segmenten mit robusten Nutzfahrzeugen anderer Hersteller, wobei die Kombination aus Zuverlässigkeit, After-Sales-Netzwerk und einem breiten Antriebsportfolio als differenzierender Vorteil gilt.
Für Gewerbekunden sind Total Cost of Ownership, Restwerte und Service-Netzwerk zentrale Entscheidungsgrößen. Toyota profitiert hier von einem etablierten Händlernetz, jahrzehntelanger Erfahrung in der Fertigung des Hilux und einem weltweiten Teileangebot — Aspekte, die die Kaufentscheidung im gewerblichen Bereich maßgeblich beeinflussen.
Markteinführung und Produktion
Der elektrische Hilux wird in Europa ab diesem Dezember auf den Markt kommen, während die Produktion der mild-hybridisierten Diesel-Modelle im nächsten Frühjahr hochgefahren wird. Toyota fertigt den Hilux seit langem auf mehreren Kontinenten und passt Antriebsvarianten an regionale Bedürfnisse an. Diese lokale Anpassung umfasst Produktionsstandorte, Zulieferkette und spezifische Ausstattungsoptionen, die auf klimatische Bedingungen und Einsatzanforderungen abgestimmt sind.
Für Flottenkunden und Händler bedeutet die gestaffelte Markteinführung: Verfügbarkeit, Lieferzeiten und Konfigurationsoptionen können je nach Region variieren. Frühzeitige Planung, Ladeinfrastruktur-Checks und Schulungen für Wartungspersonal sind empfehlenswert, um einen reibungslosen Übergang in die neue Modellgeneration zu gewährleisten.
Abschließende Gedanken
Die neunte Hilux-Generation verbindet Modernisierung mit Bewahrung seiner Identität. Die Elektrovariante signalisiert Toyotas Einsicht, dass Pickups sich weiterentwickeln müssen, während die weiter angebotenen Diesel- und Benzinmotoren anerkennen, dass viele Kunden weiterhin bewährte Leistungsfähigkeit und Reichweite benötigen. Ein Brennstoffzellen-Modell bis 2028 rundet die Roadmap ab und zeigt, dass Toyota verschiedene zukünftige Mobilitätsszenarien abdecken möchte.
Für Käufer wird die Wahl letztlich vom Einsatzzweck abhängen: Der elektrische Hilux eignet sich für leichte städtische und regionale Aufgaben, der mild-hybride Diesel bleibt der praktische Allrounder für Anhängerbetrieb und schwere Arbeit, und Wasserstoff könnte künftig spezielle Nischenbedürfnisse bedienen, bei denen schnelles Tanken und lange Reichweiten ohne lokale Emissionen gefragt sind.
Highlights:
- Erster Hilux als BEV führt die Produktoffensive 2026 an
- Diesel- und Benzinmotoren bleiben für schwere Einsätze verfügbar
- Brennstoffzellen-Hilux (FCEV) geplant für 2028
- Moderner Innenraum mit zwei 12,3-Zoll-Displays plus physischen Bedienelementen
- OTA-Updates und erweiterte Toyota Safety Sense Systeme
Merksatz: Toyota modernisiert eine bewährte Formel, statt sie neu zu erfinden. Die neunte Hilux-Generation bewahrt die legendäre Robustheit des Pickups und bietet gleichzeitig eine Auswahl an Antriebsarten, die einen breiten globalen Markt abdecken.
Quelle: motor1
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