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Canary Capitals XRPC erzielt $58M beim Börsendebüt
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Die Canary Capital Group brachte ihren Spot-XRP-ETF, der unter dem Ticker XRPC an der Nasdaq gehandelt wird, am 13. November auf den Markt. Der Fonds verzeichnete ein erstes Handelstagvolumen von 58 Millionen US-Dollar, womit er das bislang größte ETF-Debüt des Jahres 2025 markiert und Bitwise's BSOL, das mit 57 Millionen US-Dollar gestartet war, knapp übertraf. Dieses Ergebnis zieht zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich, da Spot-ETFs für digitale Assets und insbesondere Krypto-Spot-ETFs weiterhin institutionelles Interesse auf sich ziehen.
Startleistung und Marktumfeld
Das Debüt fiel auf einen insgesamt schwächeren Tag für die Kryptomärkte. Bitcoin rutschte zeitweise unter 99.000 US-Dollar, und die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen ging um rund 3,5 % auf etwa 3,43 Billionen US-Dollar zurück. Trotz dieses negativen Marktklimas zeigte XRPC eine bemerkenswerte Nachfrage von Investoren: Etwa 26 Millionen US-Dollar wurden bereits in den ersten 30 Minuten gehandelt, darunter rund 500.000 US-Dollar allein auf Robinhood innerhalb der ersten fünf Minuten, und bis zum späten Vormittag summierten sich die Umsätze auf mehr als 36 Millionen US-Dollar. Solche initialen Volumina deuten auf eine starke Erstnachfrage und eine effiziente Orderausführung hin, die wichtig für die Preisbildung bei Spot-ETFs ist.
Analysten und Marktbeobachter hoben das Ereignis hervor: Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas wies darauf hin, dass von nahezu 900 ETF-Neuemissionen in diesem Jahr XRPC und BSOL deutlich an der Spitze liegen; das Drittplatzierte Debüt liegt mehr als 20 Millionen US-Dollar zurück. Solche Vergleichswerte sind nützlich, um die relative Marktakzeptanz neuer Produkte einzuschätzen. Neben dem reinen Handelsvolumen spielen Handelsliquidität, Spread-Verhalten, Market-Making-Aktivitäten und die Fähigkeit des Fonds, physische Bestände effizient zu verwalten, eine Rolle bei der Bewertung des langfristigen Erfolgs eines Spot-ETFs.
Was XRPC Anlegern bietet
XRPC ist als physischer Spot-ETF strukturiert, der XRP direkt hält, um den Live-Marktpreis des digitalen Assets abzubilden. Der Fonds stützt seine Preisermittlung auf die CME CF XRP-USD Reference Rate (New York Variant), um eine zuverlässige und nachvollziehbare Bewertungsgrundlage zu gewährleisten. Diese Referenzrate hilft, Preisanomalien zu minimieren und einen konsistenten Index zu liefern, der als Grundlage für das NAV (Net Asset Value) des ETFs dient. Canary Capital setzte die jährliche Fondsgebühr auf 0,50 % fest und ernannte Gemini Trust Company sowie BitGo Trust zu Verwahrern, wodurch Investoren Zugang zu XRP erhalten, ohne sich selbst mit Private Keys oder On‑Chain-Verwahrung beschäftigen zu müssen.
Die physische Verwahrung durch etablierte Custodians wie Gemini und BitGo adressiert ein zentrales Risiko für institutionelle Anleger: die sichere Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Für viele Pensionskassen, Family Offices und Vermögensverwalter ist das Fehlen einer bewährten Verwahrungslösung ein Hemmnis für Krypto-Allokationen. Ein regulatorisch konzipierter, US-gelisteter Spot-ETF reduziert operative Hürden, da Anleger über ein bekanntes Wertpapiervehikel Exposure erhalten und zugleich gegen technische Custody-Risiken abgesichert sind. Darüber hinaus erleichtert die ETF-Konstruktion steuerliche Reporting-Prozesse und Compliance-Anforderungen, die bei direktem Halten von Krypto-Assets komplexer ausfallen können.

Institutionelle Perspektive und Nachfrage nach Utility Tokens
Canary Capital mit Sitz in Tennessee hat bereits Spot-ETFs für Bitcoin, Ethereum und HBAR aufgelegt. In diesem Kontext positioniert das Unternehmen XRPC als praktikablen Zugangskanal für institutionelle Investoren, die an XRP's Rolle im Bereich grenzüberschreitender Zahlungen sowie in sog. Settlement-Rails interessiert sind, dabei aber die Komplexität der direkten On‑Chain-Verwahrung vermeiden möchten. Solche strategischen Produktplatzierungen zeigen, dass Anbieter zunehmend darauf abzielen, klassische Finanzinfrastrukturen mit tokenbasierten Anwendungsfällen zu verbinden.
Das wachsende Interesse an Utility Tokens — Tokens, die eine bestimmte Funktion oder Nutzung innerhalb eines Netzwerkes repräsentieren — ist sowohl bei Privatanlegern als auch bei institutionellen Allokatoren zu beobachten. Canary Capital's vorheriger HBAR-Spot-ETF sammelte in der ersten Woche 70 Millionen US-Dollar ein, was ein Indiz für die steigende Nachfrage nach zahlungsbezogenen digitalen Assets und tokenisierten Settlement-Lösungen ist. Für institutionelle Investoren sind Faktoren wie regulatorische Klarheit, Markttiefe, Verwahrungslösungen und die praktische Nutzbarkeit der Tokens für reale Zahlungs- oder Abwicklungsfunktionen entscheidend. XRPC soll hier eine Brücke schlagen, indem es Zugang zu XRP als potenziellem Liquiditäts- und Settlement-Instrument bietet, ohne dass Anleger selbst technische Infrastruktur betreiben müssen.
Risiken, Korrelationen und Marktmechanik
Trotz des speziellen Utility-Narrativs zeigt der XRP-Kurs weiterhin eine signifikante Korrelation mit dem breiteren Krypto-Marktverhalten — Analysten schätzen diese Korrelation auf etwa 40 % gegenüber Bitcoin. Diese statistische Beziehung bedeutet, dass makroökonomische Bewegungen, Liquiditätsschwankungen und regulatorische Schlagzeilen, die Bitcoin und den Gesamtmarkt beeinflussen, sehr wahrscheinlich auch die Performance von XRPC beeinflussen werden. Anleger sollten demnach nicht nur die produktspezifischen Eigenschaften des ETFs berücksichtigen, sondern auch die allgemeine Marktzyklen, Risikoprämien und die Rolle von Korrelationen in ihrem Portfolio.
Zusätzlich bestehen spezifische Risiken, die mit Spot-XRP-ETFs verbunden sind: Liquiditätsrisiken bei physischen Beständen, mögliche Unterschiede zwischen dem gehandelten ETF-Preis und dem zugrunde liegenden NAV (Tracking Error), sowie operationelle Risiken im Zusammenhang mit Schöpfungs- und Rücknahmeprozessen (Creation/Redemption), die für die Arbitrage zwischen Sekundärmarkt und zugrunde liegenden Beständen sorgen müssen. Regulatorische Unsicherheiten, insbesondere in Bezug auf Wertpapiercharakteristika von Tokens und mögliche zukünftige Eingriffe von Aufsichtsbehörden (z. B. SEC), können zusätzliche Volatilität oder Anpassungen in der Produktstruktur erforderlich machen.
Die Rolle von Market Makern und Liquidity Providern ist bei der Stabilisierung des ETF-Spreads zentral. Ein gut liquidierter Spot-ETF ermöglicht Arbitragehandel, der die Preisdifferenzen zwischen ETF-Anteilen und dem Wert der zugrunde liegenden XRP-Positionen reduziert. Gleichzeitig sollten Investoren die Gebührenstruktur (hier: 0,50 % p.a.) im Vergleich zu Konkurrenten bewerten, da Gebühren langfristig die Performance beeinflussen können, insbesondere bei volatilen Assets. Die Wahl etablierter Verwahrer wie Gemini und BitGo erhöht das Vertrauen in die Custody-Infrastruktur, doch ist es ratsam, deren operative Prozesse, Versicherungsschutz und Notfallpläne zu prüfen, da diese Faktoren im Krisenfall entscheidend sein können.
Wirtschaftliche Bedeutung und technische Rahmenbedingungen
Die Einführung von XRPC reflektiert breitere Trends in der Finanzwelt: Die Nachfrage nach regulierten, klar strukturierten Produkten, die direkten Zugang zu digitalen Vermögenswerten bieten, wächst. Für Unternehmen, die Payment-Lösungen und Tokenisierung vorantreiben, kann die Verfügbarkeit von Spot-ETFs bedeuten, dass mehr institutionelles Kapital in Ökosysteme mit realwirtschaftlicher Relevanz fließt. XRP wird häufig als tokenisierte Liquidität für grenzüberschreitende Zahlungen diskutiert — der XRP Ledger ist auf schnelle Transaktionen mit niedrigen Gebühren ausgelegt, was ihn für bestimmte Zahlungsanwendungsfälle prädestiniert.
Technisch gesehen ist die Referenzierung an die CME CF XRP-USD Reference Rate (New York Variant) wichtig, weil sie eine robuste, transparente Preisquelle nutzt, die auf mehreren Handelsplätzen aggregiert wird. Diese Referenzrate ist so konzipiert, dass sie Marktstörungen abfedert und den Fondsmanagern eine verlässliche Basis zur Berechnung des NAV bietet. Das schafft Vertrauen, weil Anleger nachvollziehen können, wie der ETF seinen Preis ermittelt und wie Arbitrage-Mechanismen theoretisch wirken sollten, um Abweichungen zwischen Marktpreis und NAV zu korrigieren.
Aus Sicht der Portfolioallokation bietet ein Spot-XRP-ETF verschiedene Einsatzmöglichkeiten: als taktische Beimischung zur Diversifikation, als exposure für Zahlungs- oder Settlement-Themen oder als längerfristige Position in einer Krypto- oder Digital-Assets-Allokation. Investoren sollten insbesondere die Korrelationen zu anderen Assetklassen, das Liquiditätsprofil und die regulatorische Entwicklung in ihre Asset-Allocation-Entscheidungen einbeziehen. Institutionelle Strategen könnten XRPC zudem mit anderen Krypto-Spot-ETFs kombinieren, um ein diversifiziertes Basket von Zahlungs- und Wertaufbewahrungs-Token abzubilden.
Fazit und Handlungsüberlegungen
Das Eröffnungsvolumen von 58 Millionen US-Dollar unterstreicht die anhaltende institutionelle Nachfrage nach regulierten, in den USA gelisteten Spot-ETFs, die direkten Zugang zu bedeutenden digitalen Assets bieten. Mit einer wettbewerbsfähigen Gebühr von 0,50 % p.a., etablierten Verwahrern wie Gemini Trust Company und BitGo Trust sowie einer klaren Referenzrate bietet Canary Capital mit XRPC eine vereinfachte Möglichkeit, in XRP zu investieren, ohne die technischen und operativen Herausforderungen der direkten On‑Chain-Verwahrung übernehmen zu müssen.
Trotz der positiven Marktsignale sollten Anleger die weiterhin bestehende Marktkorrelation zu Bitcoin, makroökonomische Volatilität und regulatorische Unsicherheiten als zentrale Risikofaktoren berücksichtigen. Eine sorgfältige Due-Diligence-Prüfung hinsichtlich Verwahrungspraktiken, Liquiditätsmanagement, Spread-Verhalten und der Rolle von Market Makern ist ratsam, bevor ein Engagement in einen Spot-XRP-ETF erfolgt. Für viele institutionelle Anleger bietet XRPC eine attraktive Möglichkeit, Payment‑Token-Exposure zu erhalten, während operationelle Risiken ausgelagert werden; gleichzeitig bleibt die Beobachtung der Marktmechanik und aufsichtsrechtlicher Entwicklungen entscheidend für die langfristige Eignung dieses Produkts.
Investoren und Berater sollten weiterhin verfolgen, wie sich Spot-ETF-Debüts relativ zueinander entwickeln, wie Arbitrageakteure auf Preisdiskrepanzen reagieren und inwieweit Produktinnovationen oder regulatorische Anpassungen die Wettbewerbslandschaft verändern. Insgesamt stellt XRPC einen weiteren Schritt in der Integration von digitalen Assets in traditionelle Finanzprodukte dar — mit Chancen für Diversifikation und Zugang, aber auch mit klaren Risiken, die es professionell zu managen gilt.
Quelle: crypto
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