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From Blind-Box Shelves to the Silver Screen
Sony Pictures hat stillschweigend die Filmrechte an Labubu erworben — der eigenwilligen, plüschigen und zugleich etwas skurrilen Blind-Box-Spielzeugreihe, die sich zu einem weltweiten Sammlerphänomen entwickelt hat. Der Deal, der diese Woche von Branchenmedien berichtet wurde, könnte den Grundstein für ein neues Toy-to-Film-Franchise legen. Wesentliche kreative Entscheidungen sind jedoch noch offen: Bislang wurden keine Drehbuchautoren, Regisseure oder Produzenten öffentlich genannt, und Sony hat nicht bestätigt, ob das Projekt als Realfilm, Animationsfilm oder Hybridproduktion umgesetzt wird.
What Makes Labubu a Movie Prospect?
Labubu geht auf den in Hongkong geborenen Künstler Kasing Lung zurück und wurde zunächst von How2Work als Serie von Monsterfiguren produziert. Den kommerziellen Durchbruch erzielte die Marke, nachdem Pop Mart 2019 Produktion und Vertrieb übernommen hatte. Zwei Haupttriebkräfte haben die Begeisterung befeuert: das Blind-Box-Verkaufsmodell und die Sichtbarkeit durch Prominente.
Das Blind-Box-Prinzip — bei dem Käufer nicht wissen, welche Figur sich in einer Verpackung befindet, bis sie geöffnet wird — erzeugt ein suchterzeugendes Kauferlebnis, hohe Sekundärmarktnachfrage und eine engagierte Sammlerkultur, die bereit ist, für seltene Varianten Premiumpreise zu zahlen. Einige limitierte Labubu-Editionen haben Berichten zufolge bei Auktionen und exklusiven Pop-up-Events Summen im vier- bis sechsstelligen Bereich erzielt. Hinzu kommen hochkarätige Sichtungen: So wurde die K-Pop-Star Lisa von BLACKPINK 2024 mehrfach mit Labubu als Accessoire fotografiert — ein Treiber für virale internationale Aufmerksamkeit und Social-Media-Engagement.

Characters and Cultural Reach
Im Zentrum steht die Figur Labubu, flankiert von Charakteren wie Zimomo (der scheinbare Gruppenanführer), Mokoko und Taikoko. Ursprünglich in Südostasien im Trend, verbreiteten sich die Figuren rasch global; Pop Marts Gewinne zu Beginn des Jahres sollen Berichten zufolge kräftig gestiegen sein, als die weltweite Nachfrage an Fahrt gewann. Diese Charaktervielfalt bietet eine natürliche Dramaturgie für erzählerische Adaptionen: Ensemble-Stories, Rivalitäten um seltene Figuren, oder eine Erzählung über eine Community, die um Identität, Sammlung und Gemeinschaft kreist.
Die kulturelle Reichweite von Labubu hängt nicht nur an Verkaufszahlen, sondern an der Art und Weise, wie die Marke kollektive Erlebnisse produziert: Limitierte Drops, thematische Kooperationen mit Designern und Marken, und regelmäßige Events schaffen wiederkehrende Aufmerksamkeit. In Kombination mit Influencer-Marketing und organischer Social-Media-Verbreitung entsteht ein Ökosystem, das ideal für eine crossmediale Adaption ist — von Film über Merchandise bis zu digitalen Inhalten.
How This Fits Hollywood’s Recent Playbook
Hollywood hat in den vergangenen Jahren verstärkt auf etablierte Spielzeug- und Sammlermarken als Ausgangspunkt für Filmprojekte gesetzt — ein Umkehrschluss zu älteren Modellen, in denen Spielzeug meist Filmerfolge nachträglich begleitete. The Lego Movie (2014) zeigte, dass eine originelle Erzählung eine Spielzeuglinie ins Mainstream-Kino tragen kann. Jüngere Beispiele wie Barbie demonstrierten, dass Toy-IP ein Milliardenpublikum mobilisieren und zugleich Kritikerlob einfahren kann. Sonys Schritt reiht sich ein in ähnliche Projekte, etwa die angekündigte Zusammenarbeit zwischen Sony und Mattel Films für eine View-Master-Verfilmung, und bestätigt Studios' Interesse an Marken mit eingebautem Publikum und Merchandising-Potenzial.
Im Vergleich zu klassischen Nostalgie-Franchises zeichnet sich Labubu dadurch aus, dass sein Zugkraft weniger auf nostalgischer Erinnerung beruht, sondern mehr auf künstlich erzeugter Knappheit, Community-Dynamiken und Social-Media-Viralität. Anders als Hello Kitty, das auf lange historische Bekanntheit setzt, oder Beanie Babies, deren Hype-Zyklen primär auf Sammelmechanik beruhen, ist Labubu ein Produkt der heutigen digitalen Konsumkultur: Drops, Influencer-Hypes, exklusive Kollaborationen und ein international vernetzter Sammlermarkt treiben den Markenwert.

Industry and Fan Perspectives
Sowohl die Industrie als auch die Fan-Community werden genau auf den Tonfall achten: Wird ein Labubu-Film als verspielte Familienanimation angelegt, als subversive Komödie für Erwachsene oder als visuell opulenter Hybrid, der Elemente von Stop-Motion, 3D-Animation und Live-Action kombiniert? Das visuelle Eigenleben der Figuren — ihre leichte Groteske, das Design, das zwischen niedlich und bizarr oszilliert — bietet Produzenten zahlreiche kreative Richtungen. Regisseure könnten sich für ein warmes Ensemble-Drama entscheiden, eine satirische Abrechnung mit Konsumkultur inszenieren oder ein popkulturelles, kunstvoll stilisiertes Spektakel schaffen, das auf starke Merchandising-Integration ausgelegt ist.
Pop Mart setzt gezielt auf limitierte Drops und thematische Kooperationen, um Nachfrage zu schüren; einige Varianten von Labubu sind bewusst selten gestaltet, um Wiederverkaufswert zu erhöhen. Diese Strategie erzeugt nicht nur kurzfristige Verkaufsimpulse, sondern etabliert eine Sekundärökonomie mit Auktionen und Sammlerbörsen — ein Ökosystem, das auch für Filmproduktionen attraktiv ist, weil es zusätzliche Einnahmequellen über Lizenzprodukte, Sondereditionen und Events eröffnet.
Ob Labubu zu einem langfristigen Popkultur-Franchise heranwächst oder nur temporär als Brennpunkt der Spielzeugspekulation gelten wird, hängt wesentlich von den erzählerischen Entscheidungen ab: Wie tief greift ein Film in die Gemeinschaftsaspekte ein, wie authentisch wird die Sammlerkultur dargestellt, und wie gut gelingt die Balance zwischen kommerziellen Interessen und einer Story, die Zuschauer emotional bindet? Fans haben derzeit allen Grund, optimistisch zu sein — und sollten zugleich die kommenden Blind-Box-Releases weiterhin aufmerksam verfolgen.
Warum eine Filmadaption für Marken wie Labubu sinnvoll ist
Die Adaption einer Sammlerreihe ins Kino ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern eine strategische Entscheidung mit wirtschaftlicher Tragweite. Ein erfolgreiches Filmprojekt kann folgende Effekte erzielen:
- Markenausbau: Steigerung der Markenbekanntheit über Kernmärkte hinaus;
- Merchandising-Boost: Erweiterung der Produktpalette durch Special Editions, Film-gebundene Sets und Sammlerboxen;
- Internationale Distribution: Zugang zu neuen Märkten durch Kinostarts, Streaming-Deals und länderspezifische Promotion;
- Langfristige IP-Werte: Etablierung einer Franchise-Logik mit Fortsetzungen, Spin-offs und Crossmedia-Projekten.
Besonders für Sammler-orientierte Marken bietet ein Film die Möglichkeit, Hintergrundgeschichten zu etablieren, die Figuren emotional aufzuladen und die Community in neue narrative Ebenen zu ziehen. Aus wirtschaftlicher Sicht sind diese Effekte für Studios attraktiv, weil sie zusätzliche, planbare Umsatzströme generieren — etwa durch Kollektionen, limitierte Kinoposter, Partnerschaften mit Mode- und Lifestyle-Marken oder durch Sonderaktionen in Kinos und Einzelhandel.
Potentielle kreative Ansätze und Produktionsfragen
Bei der kreativen Umsetzung von Labubu stehen mehrere Optionen offen. Jede hat Vor- und Nachteile, sowohl künstlerisch als auch kommerziell:
- Familienanimation: Vollanimierte Version, die auf zugängliche Charakter-Entwicklung und visuelle Fantasie setzt. Vorteil: breite Zielgruppe, hohe Merchandising-Kompatibilität. Nachteil: Risiko, dass das Produkt als seicht wahrgenommen wird.
- Hybrid-Ansatz: Kombination aus Live-Action und CGI/Präparierten Figuren (ähnlich wie bei einigen modernen Blockbustern). Vorteil: erlaubt erwachsenere Themen und visuelle Vielschichtigkeit. Nachteil: komplexere Produktion und höhere Kosten.
- Subversive Komödie für Erwachsene: Basiert auf ironischem Bruch mit Konsum- und Sammlerkultur. Vorteil: mögliche kritische Aufmerksamkeit und kultartige Fangemeinde. Nachteil: begrenztere kommerzielle Skalierbarkeit.
Auf Produktionsseite werden Fragen zur Lizenzstruktur, zur Beteiligung von Pop Mart und Kasing Lung an der kreativen Ausrichtung sowie zu Merchandise-Rechten entschieden werden müssen. Studios erwägen häufig, ursprüngliche Designer oder Markenvertreter als kreative Berater einzubinden, um Authentizität zu sichern und gleichzeitig die Fanbasis nicht zu entfremden.
Marktanalysen, Sekundärmarkt und Sammlerökonomie
Technische Marktanalysen zeigen, dass das Geschäftsmodell rund um Blind-Boxen stark von Knappheit, Spekulationsdynamiken und Community-Mechaniken lebt. Zwei ökonomische Aspekte sind besonders relevant:
- Primärmarkt-Erlöse: Verkäufe direkt über Hersteller, Pop-ups und Einzelhandel. Hier sind Staffelungen in Preis und Verfügbarkeit entscheidend.
- Sekundärmarkt-Werte: Auktionen, Wiederverkäufe und private Sammlerbörsen. Diese Marktsegmente schaffen mediale Schlagzeilen, wenn seltene Stücke hohe Preise erzielen und die Marke in Nachrichtentermine gelangen.
Für Studios ist es wichtig zu verstehen, wie diese Märkte auf eine Verfilmung reagieren. Eine erfolgreiche Filmadaption kann die Preise auf dem Sekundärmarkt weiter antreiben — was Loyalitätsprobleme bei Fans auslösen kann, die sich eine Kommerzialisierung fürchten. Ein sensibles Lizenz- und Marketingkonzept muss daher Transparenz und Fan-Einbindung berücksichtigen.
Internationale Strategie und Distribution
Labubu ist global, aber die Stärke der Marke variiert regional. Eine erfolgreiche internationale Strategie könnte mehrere Elemente enthalten:
- Stufenweise Veröffentlichung: Start in Kernmärkten (Asien, Nordamerika), gefolgt von Rollouts in Europa und anderen Regionen;
- Lokalisierte Promotion: Zusammenarbeit mit regionalen Influencern und Popkultur-Events;
- Strategische Plattformpartnerschaften: Kinostart kombiniert mit exklusiven Streaming-Window-Angeboten für bestimmte Regionen;
- Merchandising-Allianzen: Lizenzverträge mit lokalen Distributoren für limitierte Kollektionen.
Streaming-Partner spielen heute eine zentrale Rolle bei der Reichweitenmaximierung; zugleich bieten Kinos als Erlebnisorte eine Bühne für exklusive Fan-Events, Premieren und Merch-Verkäufe. Die Wahl zwischen einem reinen Kinostart, einem Hybrid-Release oder einem Streaming-Debut wird maßgeblich von Marktbedingungen und dem gewünschten Markenbild abhängen.
Fazit: Chancen, Risiken und Ausblick
Die Übernahme der Filmrechte durch Sony Pictures ist ein typischer Schritt in der aktuellen Marketing- und Entertainment-Landschaft: Marken mit starkem Sammler-Ökosystem sind attraktive Kandidaten für crossmediale Ausweitung. Labubus Stärke liegt in seiner visuellen Originalität, der Community-getriebenen Knappheit und der viralen Verstärkungsfähigkeit durch Influencer und Social Media.
Risiken bestehen in einer möglichen Überkommerzialisierung, der Gefahr, Fans durch unaufrichtige Adaptationen zu verlieren, sowie in der Herausforderung, eine Erzählung zu finden, die sowohl dem Geist der Figuren gerecht wird als auch ein breites Publikum anspricht. Erfolg hängt von der Balance ab: kreative Integrität, Fan-Einbindung und eine clevere Vertriebs- und Lizenzstrategie.
Für Sammler, Branchenbeobachter und Filmfans bleibt die Entwicklung spannend. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Erzählebenen Studio und Produzenten wählen, welche kreativen Kräfte an Bord geholt werden und wie Pop Mart als Rechteinhaber in die Umsetzung involviert bleibt. Bis dahin lohnt es sich, die Blind-Box-Releases im Auge zu behalten — sowohl als kulturelle Indikatoren als auch als frühe Signale dafür, in welche Richtung ein mögliches Film-Franchise steuert.
Quelle: smarti
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