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Die endgültige Hardware-Umfrage von Steam für 2025 zeigt einen schnellen Aufschwung für AMD, der die Lücke zu Intel verkleinert und Trends bei PC-Gaming-Hardware verändert, während die Preise für Arbeitsspeicher steigen.
AMD schließt auf — schneller als erwartet
Die Daten von Steam aus Dezember 2025 deuten darauf hin, dass AMD etwa 47 % der gemeldeten Desktop-CPU-Nutzung unter den Teilnehmenden erreicht, nach rund 42 % im November. Intel liegt weiterhin bei nahe 55 %, aber der Abstand zwischen beiden hat sich binnen eines Monats von etwa 13 auf rund 8 Punkte verringert. Analysten hatten langfristig Zuwächse für AMD prognostiziert — überraschend ist die Geschwindigkeit dieses Vorstoßes, die eine AMD-Führung im Bereich Gaming-PCs für 2026 realistisch erscheinen lässt.
Ein wichtiger Treiber dieser Verschiebung ist der Preisanstieg bei DDR5-Arbeitsspeicher. Höhere RAM-Kosten haben preissensible Käufer zu älteren, aber weiterhin leistungsfähigen AMD-Prozessoren wie dem Ryzen 5800X gedrängt, die als solide Upgrade-Optionen für Systeme ohne den Bedarf an den neuesten Speicherstandards wieder in Bestsellerlisten auftauchen. Der Markt für Aufrüstungen scheint sich derzeit an Preis-Leistungs-Verhältnissen statt an reiner Zukunftssicherheit zu orientieren.
Hinzu kommt, dass viele Nutzer bei Upgrades eher die CPU-Plattform als das neueste Memory-Interface priorisieren. Mainboards mit AM4-Sockel und Chipsatzunterstützung für Zen-Architekturen bieten oft günstige Upgrade-Pfade ohne den sofortigen Wechsel auf DDR5-Motherboards und -Speicher. Das macht ältere Ryzen-Modelle für Spieler attraktiv, die Leistung zu einem moderaten Preis suchen und nicht zwingend von DDR5 profitieren müssen.
Auch der Gebrauchtmarkt spielt eine Rolle: Leistungsfähige, gebrauchte Ryzen-CPUs und passende Mainboards sind wegen der Nachfrage nach günstigen Aufrüstungen stärker nachgefragt. Händlerangebote, Restposten aus OEM-Ware und zeitlich begrenzte Rabatte können die wahrgenommene Attraktivität älterer AMD-Modelle weiter steigern, was die Marktanteilsverschiebung zusätzlich erklärt.
Auf architektonischer Ebene bleiben AMDs Zen-Kerne (insbesondere Zen 3) für viele Spiele effizient, vor allem bei höheren Taktfrequenzen und in Kombination mit schnellen Einzel-Thread-Leistungen. In realen Gaming-Szenarien sind die Unterschiede zwischen aktuellen Intel- und AMD-Generationen oft gering genug, dass Käufer mit begrenztem Budget eher zur günstigeren Plattform greifen — ein Faktor, der die schnelle Zunahme des AMD-Anteils in Steam-Daten begünstigt.
Zusammengefasst signalisiert die Umsatz- und Nutzungsdynamik, dass AMD sowohl durch Preisgestaltung als auch durch Plattformverfügbarkeit Marktanteile zurückgewinnt. Ob dieser Trend nachhaltig ist, hängt von kommenden Produktzyklen, Lagerbeständen und vor allem der Entwicklung der Speicherpreise ab.

GPU-, Betriebssystem- und Speichertrends auf Steam
Nvidia dominiert weiterhin den Grafikkartenmarkt: Die GeForce RTX 3060 ist mit etwa 6,53 % Anteil die am häufigsten gemeldete Desktop-GPU, während die RTX 4060 (Laptop) die Liste der Laptop-GPUs anführt. Nvidia bleibt die erste Wahl für viele Gamer, dank ausgewogener Performance, Verfügbarkeit und Unterstützung für Funktionen wie DLSS, Raytracing und breite Treiberpflege.
Bei den Betriebssystemen führt Windows 11 mit rund 70 % der Steam-Nutzer, gefolgt von Windows 10 mit 26 %. macOS und Linux machen etwa 1,86 % beziehungsweise 3,19 % aus. Die starke Verbreitung von Windows 11 spiegelt nicht nur Microsofts Upgrade-Strategien wider, sondern auch die Tatsache, dass neue Hardware-Funktionen — etwa verbesserte Sicherheits- und Speicherverwaltungsoptionen — zunehmend an neuere OS-Versionen gebunden sind.
Speicherkonfigurationen zeigen interessante Muster: Rund 40 % der Steam-Nutzenden geben 16 GB RAM an, und nahezu 39 % berichten von 32 GB. Trotz rekordhoher RAM-Preise stieg der Anteil der Systeme mit 32 GB in den vergangenen Wochen um etwa 2 %. Öffentliche Steam-Daten differenzieren nicht zwischen DDR4 und DDR5, sodass nicht exakt ermittelt werden kann, welche Speichergeneration hinter diesem Wachstum steht. Bei Grafikspeicher (VRAM) melden etwa 32 % der Maschinen 8 GB VRAM und circa 18 % 12 GB.
Die Verteilung 16 GB vs. 32 GB reflektiert zwei zentrale Nutzertypen: Casual- bis Mainstream-Gamer, die mit 16 GB auskommen, und power-user oder Content-Creator, die von 32 GB profitieren. Mit wachsendem Anteil an Spielen, die Hintergrundprozesse und Streaming stärker nutzen, steigt die Tendenz zu 32 GB auch bei Spielern, die Wert auf Zukunftssicherheit legen. Gleichzeitig können Preissteigerungen bei RAM temporär dafür sorgen, dass Käufer in Grenzen bleiben oder preislich attraktivere CPU-Generationen bevorzugen.
Für Grafikkartenkäufer bleibt VRAM eine kritische Metrik: Moderne Titel mit höheren Texturauflösungen und größeren Asset-Pipelines profitieren deutlich von 10 GB oder mehr. Systeme mit 8 GB VRAM sind weiterhin weit verbreitet und bieten für viele Spiele akzeptable Einstellungen, doch anspruchsvollere Grafikkonfigurationen und Raytracing ziehen schnell zusätzlichen VRAM-Bedarf nach sich, was die Nachfrage nach Karten mit 10–12+ GB beeinflusst.
Ein weiterer Aspekt ist die Laptop- und Desktop-Divergenz: Laptop-GPUs wie die RTX 4060 zeigen, dass Mobilplattformen zunehmend leistungsfähig werden und den Desktop-Markt in bestimmten Segmenten herausfordern. Die Verfügbarkeit effizienterer Ampere- und Ada-basierten Laptop-GPUs sorgt dafür, dass Gamer mit begrenztem Mobilitätsbedarf oder kleinerem Budget leistungsfähige Optionen finden, was die Desktop-Dominanz teilweise abmildert.

Welche Bedeutung haben diese Trends für Gamer und Systembauer? Die Momentum-Daten von Steam deuten darauf hin, dass AMD Boden im Gaming-PC-Segment gutmacht, Nvidia die primäre GPU-Wahl bleibt, und volatile RAM-Preise das Upgrade-Verhalten direkt beeinflussen. Ob AMD Intel im kommenden Jahr vollständig überholt, hängt von mehreren Faktoren ab: Produktzyklen, Produktions- und Lieferkette, Marketingstrategien, OEM-Partnerschaften und vor allem der Geschwindigkeit, mit der sich die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher normalisieren.
Für Käufer und Bastler ergeben sich daraus konkrete Empfehlungen: Wer jetzt ein Budget-Upgrade plant, sollte Gesamt-Kosten betrachten — CPU, Mainboard und RAM. In vielen Fällen bieten ältere Ryzen-Modelle ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, weil sie auf kostengünstigere DDR4-Systeme gesetzt werden können. Für Nutzer, die maximale Zukunftssicherheit suchen (PCIe 5.0, DDR5-Unterstützung, neuere I/O-Standards), bleibt ein Investment in aktuelle Intel- oder AMD-Generationen mit DDR5 jedoch langfristig sinnvoll.
Technisch orientierte Käufer sollten außerdem Faktoren wie Speicherlatenz, Dual-Channel-Konfigurationen, RAM-Takt und Timing nicht vernachlässigen. DDR5 bietet in vielen Anwendungen Vorteile durch höhere Taktraten und verbesserte Bandbreite, aber die Latenz kann im Vergleich zu gut getimtem DDR4 anfänglich eine Rolle spielen. Realistische Benchmarks und Spiele-spezifische Tests sollten die Entscheidungsgrundlage bilden, besonders bei kostensensitiven Upgrades.
Aus Sicht der Marktprognose ist denkbar, dass AMD mit aggressiver Preisgestaltung, stabiler Lieferkette und neuen Zen-basierten Produkten 2026 weitere Marktanteile gewinnt. Intel bleibt in puncto Single-Thread-Performance und Plattformfunktionen ein starker Wettbewerber, und die endgültige Balance hängt davon ab, wie gut beide Hersteller Produkt- und Preiszyklen aufeinander abstimmen. Verbraucher sollten Markttrends beobachten, Preisalarme nutzen und bei Aktionsangeboten schnell reagieren, da Verschiebungen bei RAM-Preisen oder GPU-Verfügbarkeit rasch Kaufentscheidungen beeinflussen können.
Abschließend ist zu betonen, dass Steam-Daten wertvolle Einblicke bieten, aber nicht das gesamte Marktbild abdecken: Professionelle Workstations, Geschäftskunden und einige Regionen sind in Steam-Umfragen unterrepräsentiert. Dennoch liefern die erhobenen Daten robuste Hinweise auf Konsumentenverhalten im Gaming-Segment und helfen, technologische sowie wirtschaftliche Entwicklungen im PC-Markt zu interpretieren.
Quelle: smarti
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