Xreal 1S: Verbesserte AR‑Brille mit Real‑3D & 1200p

Xreal stellt die Xreal 1S vor: eine verbesserte AR‑Brille mit 1200p‑Display, bis zu 700 Nits Helligkeit, erweitertem 52° Sichtfeld und Real‑3D‑Konvertierung via X1‑Chip. Ab sofort verfügbar und auf der CES 2026 präsent.

Sarah Hoffmann Sarah Hoffmann . Kommentare
Xreal 1S: Verbesserte AR‑Brille mit Real‑3D & 1200p

8 Minuten

Xreal hat die Xreal 1S vorgestellt, eine überarbeitete Version seiner tragbaren AR‑Brille, die die Displayqualität verbessert, modulare Kamerafunktionen hinzufügt und den Preis senkt — gleichzeitig verspricht sie eine sofortige 2D‑zu‑3D‑Konvertierung ganz ohne zusätzliche Apps. Das neue Modell wird auf der CES 2026 präsentiert und ist ab heute erhältlich.

Was hat sich bei der Xreal 1S geändert?

Auf den ersten Blick wirkt die Xreal 1S vertraut, doch die meisten Verbesserungen liegen unter der Oberfläche. Die Panel‑Auflösung steigt von 1080p auf 1200p, und die Spitzenhelligkeit wurde auf bis zu 700 Nits erhöht (vorher 600 Nits), was HDR‑Inhalte klarer erscheinen lässt und die Nutzung bei Tageslicht angenehmer macht. Das Sichtfeld (Field of View, FOV) erweitert sich leicht von 50° auf 52°, und das Seitenverhältnis wechselt von 16:9 zu 16:10, wodurch etwas mehr vertikaler Bildraum entsteht. Die Bildwiederholrate bleibt bei flüssigen 120Hz, und der USB‑C‑Anschluss wurde für stabilere Videoübertragung verstärkt.

Eines der Kernmerkmale ist Real 3D, angetrieben vom Xreal X1‑Chip. Das System kann normales 2D‑Videomaterial in Echtzeit in eine stereoskopische 3D‑Darstellung umwandeln — ohne spezielle Player oder zusätzliche Software. Für Kreative und Nutzer, die erweiterte Kameraoptionen wünschen, unterstützt die 1S eine abnehmbare, modulare Kamera, wodurch sich die Anwendungsfälle von Gaming und Filmen bis hin zu leichter AR‑Erfassung erweitern.

Die Xreal 1S positioniert sich bewusst als tragbares Display und weniger als soziale AI‑Brille. Im Gegensatz zu kamerazentrierten Smart‑Glasses wie der Ray‑Ban Meta legt die 1S den Fokus auf die Bereitstellung eines privaten, großen virtuellen Bildschirms für Laptop oder Smartphone, statt auf eingebaute Assistenten oder umfangreiche Imaging‑Funktionen.

Diese Kombination aus verbessertem Display, moderner Konnektivität und modularer Erweiterbarkeit macht die Xreal 1S besonders interessant für Anwender, die ein kompaktes, persönliches Seherlebnis suchen: vom professionellen Einsatz für Präsentationen und Produktivität bis hin zu Filmabend, Casual‑Gaming und gelegentlicher 3D‑Immersion. Die Integration von Real 3D erlaubt es, 3D‑Inhalte einfacher zu erleben, ohne dass Inhalte speziell produziert werden müssen — ein wichtiger Vorteil für Konsumenten, die unkomplizierte Lösungen bevorzugen.

Technisch betrachtet adressiert Xreal mit der 1S mehrere Kernanforderungen für tragbare Displays: bessere Lesbarkeit bei Umgebungslicht durch höhere Helligkeit, mehr Displayfläche durch verändertes Seitenverhältnis und eine leicht erweiterte Sichtweite. Die verbesserten USB‑C‑Fähigkeiten deuten darauf hin, dass Xreal die Stabilität der Videoübertragung priorisiert hat, was bei 120Hz‑Inhalten oder bei Nutzung mit externen Quellen wie Compute‑Sticks oder kompakten PCs relevant ist. Für Professionals ist außerdem wichtig, dass die Latenz niedrig bleibt; Xreal kommuniziert hierzu technische Optimierungen auf der Chip‑ und Firmware‑Ebene, die Verzögerungen bei der Darstellung reduzieren sollen.

Zur Ergonomie gibt es bei solchen Geräten mehrere wichtige Kriterien: Gewicht, Passform, Anpassungsmöglichkeiten und Tragekomfort bei längerer Nutzung. Während Xreal in der Ankündigung Fokus auf Bildqualität und Funktionalität legt, sind die praktischen Aspekte — etwa die Anpassbarkeit der Brillenfassung, Kompatibilität mit Korrektionsgläsern und das Langzeit‑Tragegefühl — für viele Nutzer entscheidend. Erste Hands‑On‑Berichte, die üblicherweise zu Messen wie der CES 2026 erwartet werden, dürften hier Aufschluss geben.

Die modulare Kamera ist ein interessanter Zusatz, da sie die Xreal 1S vom reinen Display hin zu einem hybriden Gerät erweitert: Für Content‑Creator und AR‑Interessierte eröffnet dies Möglichkeiten zur einfachen Erfassung von Szenen, zur Nutzung von leichten Mixed‑Reality‑Funktionen oder für Broadcast‑Workflows, die ein kompaktes, leicht transportables Setup benötigen. Wichtig ist dabei, dass die Verbindung zwischen Kamera‑Modul und Brille stabil und latenzarm bleibt — nur so sind flüssige Aufnahmen und AR‑Erfahrungen möglich.

Aus Datenschutz‑ und Usability‑Perspektive hebt Xreal hervor, dass die 1S primär als „wearable display“ gedacht ist. Anwender, die Bedenken gegenüber ständig aktiven Kameras oder umfassender Datenerfassung haben, finden in der 1S ein Produkt, das auf privaten Medienkonsum und arbeitserleichternde Funktionen ausgelegt ist. Die strategische Positionierung unterscheidet die Brille klar von sozial ausgerichteten Smart‑Glasses, die Kameras und AI‑Dienste in den Vordergrund stellen.

Technische Daten auf einen Blick

  • Auflösung: 1200p
  • Helligkeit: bis zu 700 Nits
  • Sichtfeld (Field of View): 52°
  • Seitenverhältnis: 16:10
  • Bildwiederholrate: 120Hz
  • Unterstützung für abnehmbare modulare Kamera
  • Verbesserte USB‑C Konnektivität
  • Real‑3D‑Konvertierung über X1‑Chip

Diese Spezifikationen geben einen kompakten Überblick über das, was die Xreal 1S auszeichnet. Die Auflösung von 1200p in Kombination mit 120Hz und HDR‑fähiger Helligkeit eignet sich sowohl für Medienwiedergabe als auch für produktive Anwendungen, etwa wenn es darum geht, mehrere Fenster oder Dokumente vor einem großen virtuellen Bildschirm anzuzeigen. Das leicht erweiterte Sichtfeld verbessert das immersive Gefühl, ohne das Gerät deutlich voluminöser zu machen.

Die Unterstützung für eine modulare Kamera ist ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber vielen anderen tragbaren Displays: Nutzer können je nach Bedarf zwischen reinem Seherlebnis und erweiterten Recording‑ oder AR‑Funktionen wechseln. Für Entwickler und Anbieter von AR‑Anwendungen kann diese Flexibilität neue Anwendungsfälle eröffnen, etwa bei der Erstellung von 3D‑Videos, bei Live‑Streams mit Tiefenwirkung oder bei Mixed‑Reality‑Prototypen, die eine externe Perspektive erfordern.

Wichtig für die Praxis ist, wie gut die Brille mit bestehenden Geräten und Plattformen zusammenarbeitet. Xreal hat in der Vergangenheit Kompatibilität mit einer Vielzahl von Smartphones, Laptops und Streaming‑Sticks angestrebt; die optimierte USB‑C‑Schnittstelle der 1S deutet darauf hin, dass die Firma an einer robusteren, breiter einsetzbaren Verbindung gearbeitet hat. Für Nutzer bedeutet das: weniger Verbindungsabbrüche, stabilere Bildraten und eine zuverlässigere Erfahrung bei anspruchsvollen Inhalten.

Preislich hat Xreal den Einstiegspreis gesenkt: Die Kosten wurden im Vergleich zum Vorgängermodell Xreal One um etwa 50 US‑Dollar reduziert, sodass die Xreal 1S nun für 449 US‑Dollar angeboten wird. Der Hersteller teilt mit, dass die Brille ab sofort im Handel erhältlich ist und auf der CES 2026 prominent vorgestellt wird. Ein niedrigerer Einstiegspreis in Kombination mit verbesserten Kernfunktionen kann die Attraktivität für Einsteiger und preisbewusste Käufer deutlich erhöhen.

Für potenzielle Käufer sind neben Preis und Spezifikationen auch Aspekte wie Ökosystem, Zubehör und Software‑Updates relevant. Xreal hat in der Vergangenheit regelmäßige Firmware‑Updates bereitgestellt, die Kompatibilitätsprobleme beheben und neue Features bringen können. Langfristiger Support und ein aktives Entwickler‑Ökosystem sind entscheidend, damit sich die Investition in eine AR‑Brille lohnt.

Vergleichend betrachtet steht die Xreal 1S gegen eine Reihe von Alternativen: Android‑basierte Mirroring‑Lösungen, VR‑Headsets mit größeren Sichtfeldern und kamerafokussierte Smart‑Glasses. Die Nische der Xreal‑Geräte ist klar definiert: geringes Gewicht, einfache Konnektivität, hoher Tragekomfort und der Fokus auf einen persönlichen, großen Bildschirm. Für Anwender, die weniger an sozialen Features oder an permanenten Kameraaufnahmen interessiert sind, bieten solche Geräte einen pragmatischen Kompromiss zwischen Mobilität und Bildschirmfläche.

Für Entwickler und Content‑Produzenten eröffnet Real 3D interessante Möglichkeiten: Die automatisierte Umwandlung von 2D‑Videos in stereoskopische Darstellungen kann Workflows vereinfachen und die Reichweite für 3D‑Erlebnisse erhöhen. Gleichzeitig ist die Qualität einer solchen Umwandlung abhängig von Algorithmen zur Tiefenschätzung und von der Rechenleistung des X1‑Chips. In Szenarien mit klaren Tiefenhinweisen (wie Kinofilmen oder Games mit starker Perspektive) dürfte die Konvertierung überzeugender sein als bei flachen, grafisch einfachen Inhalten.

Aus Blickwinkel der Content‑Strategie sollten Anbieter von Streaming‑Inhalten und Spieleentwickler die Möglichkeit in Betracht ziehen, native 3D‑Ausgaben anzubieten oder Optimierungen vorzunehmen, die von Real 3D profitieren. Native 3D‑Inhalte liefern in der Regel bessere Ergebnisse als algorithmisch umgewandelte Versionen, doch die einfache Konvertierung der Xreal 1S kann die Barriere für den Konsum stereoskopischer Erlebnisse deutlich senken.

Schließlich ist die Rolle von Standards und Schnittstellen nicht zu unterschätzen: Offenere APIs und gut dokumentierte Entwickler‑Tools würden die Integration der Xreal 1S in professionelle Workflows erleichtern. Wenn Xreal entsprechende SDKs und Support bereitstellt, könnte das Gerät schnell in Nischen wie mobilen Broadcast‑Setups, Fernunterricht mit immersiver Darstellung oder mobilen Simulationslösungen an Bedeutung gewinnen.

Für jeden, der ein kompaktes, privates Display für Filme, Produktivität oder gelegentliches Gaming sucht — und dennoch hin und wieder 3D‑Immersion erleben möchte, ohne sich mit speziellen Apps herumzuschlagen — verfeinert die Xreal 1S das Konzept mit besserer Bildqualität, einem leicht größeren Sichtfeld und einem attraktiveren Preis.

Quelle: smarti

"Nachhaltige Technologie ist die Zukunft. Ich schreibe über Green-Tech und wie Digitalisierung dem Planeten helfen kann."

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