8 Minuten
Die ersten Leistungswerte für Apples neuen M5 Max sind leise aufgetaucht — und sie sorgen bereits für Aufsehen. Ein 16-Zoll MacBook Pro mit diesem Chip tauchte in Geekbench-Listings auf und liefert der Tech-Welt den frühesten Blick darauf, wie Apples neueste Silizium-Generation unter Last wirklich arbeitet.
Die Überraschung? Ein 18-Kern-Prozessor, der eine Leistung erreicht, die früher ein deutlich größeres Setup erforderte.
Laut den Benchmark-Daten, die MacRumors entdeckt hat, verfügt die getestete MacBook Pro-Konfiguration über eine 18-Kern-CPU. Im Geekbench-Multi-Core-Test erzielte sie beeindruckende 29.233 Punkte. Dieser Wert liegt leicht über dem Apple M3 Ultra, der bei etwa 27.726 Punkten liegt, obwohl er eine deutlich größere 32-Kern-CPU-Konfiguration nutzt.
Mit anderen Worten: Ein einzelner M5 Max-Chip in einem Laptop übertrifft nun eine vorherige Generation von Apples workstation-tauglichem Silizium.
Ein Laptop‑Chip gegen Desktop‑Klasse‑Silizium
Der Vergleich wird noch interessanter, wenn man ihn neben andere aktuelle Apple-Chips stellt. Der M3 Ultra im Mac Studio landet in Geekbench-Multi-Core-Tests typischerweise bei etwa 27.726 Punkten. Apples M4 Max im gleichen Gehäuse erreicht rund 26.166 Punkte, während eine 16-Zoll MacBook Pro-Konfiguration mit M4 Max etwa 25.702 Punkte erzielt.
Das setzt den neuen M5 Max in Multi-Core-Workloads auf etwa 5 % vor den M3 Ultra und rund 14–15 % schneller als den M4 Max. Für Entwickler, Videoeditoren und 3D-Künstler — kurz gesagt für alle, die CPUs intensiv belasten — ist dieser Vorsprung relevant.

Auch die Single-Core-Leistung sieht sehr gesund aus. Der M5 Max verbuchte einen Geekbench-Single-Core-Score von 4.268, was ihn ungefähr auf Augenhöhe mit dem Basis-M5-Chip im 14-Zoll MacBook Pro platziert. Er übertrifft damit auch AMDs aktuellen Desktop-Flaggschiff-Prozessor Ryzen 9 9950X3D, der im gleichen Benchmark bei etwa 3.395 Punkten liegt.
Die Grafikleistung fügt der Analyse eine weitere Dimension hinzu. Das getestete System enthält eine 40-Kern-GPU, und Geekbench’s Metal-Benchmark weist Werte zwischen 218.772 und 232.718 aus. Das entspricht einem Sprung von etwa 20 % gegenüber dem M4 Max in ähnlichen Konfigurationen.
Dennoch bleiben die Rohwerte in der GPU-Ausgabe leicht unter denen des M3 Ultra — um etwa 5 % bis 10 %. Diese Differenz ist nicht überraschend: Der M3 Ultra kombiniert im Grunde zwei Max‑Klassen-Chips in einem Gehäuse und erweitert damit deutlich die Anzahl der GPU-Kerne und die Speicherbandbreite.
Frühe Benchmarks legen nahe, dass der M5 Max etwa eine 15%ige CPU‑Steigerung und nahezu eine 20%ige GPU‑Verbesserung gegenüber dem M4 Max liefert.
Wenn sich diese Ergebnisse in realen Tests bestätigen, könnte Apples neues MacBook Pro die Grenze zwischen High‑End‑Laptops und Desktop‑Workstations weiter verwischen — ein Trend, den Apple Silicon mit jeder Generation offenbar weiter beschleunigen will.
Was genau messen Benchmarks wie Geekbench?
Geekbench ist ein synthetischer Benchmark, der sowohl Single‑Core- als auch Multi‑Core-Performance sowie bestimmte GPU‑Aspekte misst (hier über Metal). Solche Werte sind nützlich, um Rohleistung zu vergleichen, aber sie sind nicht zwangsläufig vollständig repräsentativ für jede reale Arbeitslast. Unterschiedliche Anwendungen skalieren verschieden stark mit Kernanzahl, Taktfrequenz und Speicherbandbreite.
Folgende Punkte sind bei der Interpretation wichtig:
- Single‑Core-Werte zeigen oft die Leistung in Anwendungen mit geringem Parallelisierungsgrad (z. B. viele ältere Apps, bestimmte Teile von Compilern oder einzelne Threads in Editing‑Tools).
- Multi‑Core-Werte sind aussagekräftig für stark parallelisierte Workloads wie Video-Rendering, Batch-Kodierung oder große Kompilierungen.
- GPU‑Benchmarks wie Metal liefern Hinweise auf grafikintensive Aufgaben: 3D-Rendering, Echtzeit-Workloads, maschinelles Lernen mit GPU‑Beschleunigung.
- Thermisches Verhalten und nachhaltige Leistung unter dauerhafter Last sind in realen Szenarien oft wichtiger als kurzfristige Spitzenwerte.
Single‑Core vs. Multi‑Core: Warum beides zählt
Die Balance zwischen Single‑ und Multi‑Core-Leistung entscheidet oft darüber, wie „schnell“ ein System sich anfühlt und wie gut es sich in professionellen Workflows schlägt. Eine starke Single‑Core‑Leistung sorgt für schnelle Reaktionszeiten bei Alltagsaufgaben und bei Programmen mit seriellen Engpässen. Hohe Multi‑Core-Werte sind entscheidend, wenn umfangreiche Parallelarbeit läuft — etwa beim 3D‑Rendern oder bei Batch‑Videoexporten.
Der M5 Max scheint in beiden Disziplinen Fortschritte zu bringen: Ein hoher Single‑Core‑Score von 4.268 kombiniert mit einem Multi‑Core‑Resultat von 29.233 deutet darauf hin, dass Apple an Architektur, Taktverhalten und Speicherlösungen gearbeitet hat, um sowohl kurzzeitige Spitzen als auch langanhaltende Belastungen zu bedienen.
GPU‑Leistung: Mehr Kerne, mehr Bandbreite
Die getestete 40‑Kern‑GPU des M5 Max zeigt starke Metal‑Ergebnisse, die in vielen kreativen Anwendungen spürbar sein sollten. Ein Plus von etwa 20 % gegenüber dem M4 Max ist für Tasks wie Echtzeit-Farbkorrektur, komplexe Compositing‑Workflows oder GPU-beschleunigtes Rendering bedeutsam.
Dennoch bleibt der M3 Ultra wegen seiner kombinierten Architektur (im Wesentlichen zwei Max‑Chips) bei reiner Roh-GPU‑Leistung oftmals vorne. Das heißt aber nicht automatisch, dass der M5 Max in der Praxis schlechter ist; Faktoren wie Speicherlatenz, Treiberintegration, Optimierungen in Apps und thermische Drosselung beeinflussen die tatsächliche Performance erheblich.
Thermik, Energieverbrauch und nachhaltige Leistung
Ein zentraler Unterschied zwischen Laptops und Desktop-Workstations ist die Kühlung. Desktop-Gehäuse erlauben oft größere Kühllösungen und damit höhere, länger anhaltende Taktraten. Ein Laptop‑Chip, der desktop‑ähnliche Benchmarks erreicht, signalisiert Fortschritte bei Energieeffizienz, Architektur und thermischem Management.
Wichtige Überlegungen hierzu:
- Spitzenleistung in einem kurzen Benchmark-Lauf bedeutet nicht zwingend, dass dieselbe Leistung über Stunden gehalten werden kann.
- Apple optimiert seine SoCs oft für ein bestimmtes Verhältnis aus Leistung pro Watt; das erlaubt in einem flachen Laptop-Design hohe Effizienz, aber thermische Limits bleiben ein Faktor.
- In vielen kreativen Workflows ist die nachhaltige Leistung — also wie schnell ein Laptop beispielsweise ein großes Videoprojekt über mehrere Stunden fertigstellt — entscheidender als ein einzelner hoher Benchmarkergebnis.
Praktische Tests mit Dauerlast, Cinebench‑Durchläufen, realen Export-Jobs und Gaming-Sessions werden zeigen müssen, ob der M5 Max seine Benchmarks auch über längere Zeiträume rechtfertigt.
Reale Arbeitslasten: Was zu erwarten ist
Für professionelle Nutzer könnte der M5 Max folgende Vorteile bringen:
- Schnellere Kompilierungszeiten für große Codebasen dank höherer Multi‑Core‑Leistung.
- Kürzere Render‑ und Exportzeiten in Video‑ und 3D‑Anwendungen, besonders in optimierten Programmen, die Metal nutzen.
- Bessere Performance bei ML‑Workloads, die GPU‑Beschleunigung und hohe Speicherbandbreite voraussetzen.
Gleichzeitig wird es wichtig sein, Software‑Ökosysteme zu beobachten: Viele Profi‑Tools müssen explizit für Apple Silicon und Metal optimiert werden, um das volle Potenzial der neuen GPU‑Architektur zu nutzen.
Vergleich mit AMD/Intel und Positionierung im Markt
Der direkte Vergleich zu Desktop‑CPUs von AMD und Intel ist komplex. Während ein Geekbench‑Score eine nützliche Referenz darstellt, unterscheiden sich die Plattformen in Plattform-Ökosystem, Thermal-Design, Treiberlandschaft und typischen Anwendungsszenarien:
- High‑End‑Desktop‑CPUs bieten oft mehr physikalische Kerne und höhere TDP‑Spielräume, was bei stark parallelisierten Server‑ oder Workstation‑Jobs Vorteile bringt.
- Apple Silicon punktet mit integrierter Einheit aus CPU, GPU und Speichercontroller sowie sehr enger Hardware‑/Software‑Integration, die Effizienz und Reaktionsgeschwindigkeit verbessert.
- Die Entscheidung zwischen Laptop‑basierten M‑Chips und Desktop‑CPUs hängt zunehmend von Workflow-Anforderungen ab: Mobilität und Energieeffizienz gegen maximale, langfristig haltbare Leistung.
Für viele Nutzer verschiebt der M5 Max das Verhältnis weiter zugunsten leistungsfähiger Laptops: Wer unterwegs arbeiten muss, kann bald den Kompromiss zwischen Mobilität und Leistung noch seltener eingehen.
Was Entwickler und Kreative beachten sollten
Wenn Sie als Entwickler, Videoredakteur oder 3D‑Artist arbeiten, sollten Sie folgende Punkte prüfen:
- Ob Ihre Haupt-Software nativ für Apple Silicon und Metal optimiert ist.
- Ob Ihre Projekte stark von GPU‑Beschleunigung profitieren und wie gut der jeweilige Renderer Metal unterstützt.
- Thermische Tests: Wie verhält sich das MacBook Pro unter langen, intensiven Sessions? Wird die Leistung gedrosselt?
Bei vielen Profi‑Workflows gelten Laptops mit M5 Max bald als echte Alternative zu stationären Workstations, speziell wenn Mobilität ein wichtiger Faktor ist.
Fazit und Ausblick
Die frühen Geekbench-Werte des M5 Max deuten auf einen bedeutenden Schritt nach vorn in Apples Prozessorentwicklung hin. Ein einzelner 18‑Kern‑M5 Max in einem 16‑Zoll MacBook Pro, der in Multi‑Core‑Tests einen Desktop‑nahen M3 Ultra übertrifft, ist ein Paradebeispiel dafür, wie schnell sich die Grenzen zwischen Laptop und Desktop verschieben.
Wesentliche Punkte zusammengefasst:
- Der M5 Max zeigt sowohl starke Single‑Core‑ als auch Multi‑Core‑Werte und erhebliche GPU‑Verbesserungen gegenüber dem M4 Max.
- Thermisches Management und nachhaltige Leistung bleiben entscheidend für reale Workloads.
- Für viele professionelle Anwender könnte der M5 Max die Wahl zwischen Mobilität und Performance deutlich erleichtern.
Abschließende, belastbare Aussagen lassen sich jedoch erst nach ausgiebigen, realen Tests treffen — insbesondere in Bezug auf Langzeitstabilität, thermisches Verhalten und die Leistungsfähigkeit in stark optimierten Profi‑Anwendungen. Sollten die vielversprechenden Benchmark‑Ergebnisse in der Praxis ebenso bestätigt werden, markiert der M5 Max einen weiteren Meilenstein für Apple Silicon und dafür, wie leistungsfähig Laptops künftig sein können.
Kommentar hinterlassen