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Einleitung
Leaks kommen selten so auffällig wie dieser. Ein frischer Geekbench-Eintrag zum Vivo X300 FE (Modell V2537) deutet auf ein großes Hardware-Upgrade hin — eines, das MediaTek-Mittelklasse-Chips gegen Qualcomms Spitzenleistung eintauscht.
Die Benchmark-Liste nennt eine Qualcomm-Konfiguration mit der Adreno 829 GPU, zwei Hochleistungs-Kernen mit 3,80 GHz und sechs weiteren Kernen mit 3,32 GHz. Diese Werte stimmen mit dem Snapdragon 8 Gen 5 überein, weshalb Enthusiasten das X300 FE bereits als ein echtes Flaggschiff im Verborgenen bezeichnen.
Leistung und Benchmarks
Die Performance-Zahlen bestätigen den Eindruck. Im Geekbench 6.5 erreichte das Gerät einen Single-Core-Wert von 2701 und einen Multi-Core-Wert von 8180. Das ist zwar nicht dramatisch über den Erwartungen für diesen Chip, aber solide — ausreichend, um das X300 FE in die Diskussion mit anderen Flaggschiffen des Jahres 2026 zu bringen.
Technisch gesehen liefert der Snapdragon 8 Gen 5 eine hohe Single-Thread-Performance kombiniert mit effizienten Kernen für Hintergrundaufgaben. Das Zusammenspiel aus Adreno 829 GPU und der Kern-Architektur ermöglicht anspruchsvolles Gaming, Bildbearbeitung und Multitasking. In der Praxis heißt das: flüssigere Bildraten in Spielen, schnelleres Rendern von Videos und weniger Verzögerungen bei mehreren gleichzeitig laufenden Apps.
Geekbench-Werte richtig einordnen
Benchmark-Werte sollten immer im Kontext gesehen werden. Software-Optimierung, Kühlung und Hintergrundprozesse beeinflussen Ergebnisse stark. Ein Geekbench-Score von 2701 (Single) und 8180 (Multi) zeigt ein leistungsfähiges System, in dem Vivo mit OriginOS 6 vermutlich noch Performance-Optimierungen vornimmt. Für Endnutzer sind konstantere Real-World-Performance und thermische Stabilität oft relevanter als Spitzenwerte in synthetischen Tests.
Speicher und Software
Die Auflistung zeigt 12 GB RAM und Android 16, das vermutlich unter Vivos OriginOS 6 laufen wird. Kleine Details sind hier wichtig: Android 16 bringt niedrigere Systemoptimierungen und Energieverwaltungen mit, während OriginOS 6 bekannt dafür ist, diese Feinheiten zu nutzen, um alltägliche Abläufe geschmeidiger zu machen.
12 GB RAM in Kombination mit LPDDR5x (wahrscheinlich, angelehnt an ähnliche Modelle) bietet genügend Puffer für langfristiges Multitasking und App-Cache-Management. In Verbindung mit UFS 4.1-Speicher sind App-Starts, Dateiübertragungen und System-Updates spürbar schneller als bei älteren Speicherstandards.
Software-Feinschliff und Nutzererfahrung
OriginOS 6 hat in der Vergangenheit Performance-Profile geliefert, die Hintergrundprozesse priorisieren oder drosseln können, je nach Nutzungsszenario. Für Spieler bedeutet das, dass das System in Games aggressivere CPU- und GPU-Freigaben erlaubt, während im Idle-Zustand Energie eingespart wird. Android 16 liefert hierfür die Basis, OriginOS liefert die Anpassung.
Hardware-Zertifikate und Laden
Die Hardware-Unterlagen sammeln sich schnell. Das Gerät hat bereits Indiens BIS, Singapurs IMDA, Bluetooth SIG und TÜV Rheinland passiert. Der IMDA-Eintrag bestätigt NFC-Unterstützung, und die TÜV-Unterlagen deuten auf 90W kabelgebundenes Laden hin. Sollten diese Zertifizierungen zutreffen, könnte das Akku-Angebot des X300 FE viele Konkurrenten überstrahlen.
90W Schnellladung kombiniert mit einer großen Akkukapazität bedeutet in der Praxis kurze Ladezeiten und lange Nutzungsdauern, was im Alltag einen großen Unterschied macht. Vor allem, wenn das Gerät gleichzeitig 40W Wireless-Charging unterstützt — das ist eine Kombination, die sowohl Komfort als auch Geschwindigkeit bietet.
Display, Design und Verwandtschaft
Das X300 FE scheint eine vertraute Abstammungslinie zu haben. Es folgt offenbar dem China-exklusiven Vivo S50 Pro Mini — im Grunde eine regionale Umbenennung. Dieses Modell besaß ein 6,31 Zoll großes, flaches LTPO-OLED mit 1,5K-Auflösung und 120 Hz Bildwiederholrate. Erwartungsgemäß dürfte das X300 FE ein ähnliches Display bekommen: hell, flüssig und energieeffizient.
LTPO-Technologie erlaubt variable Bildwiederholraten, was den Energieverbrauch reduziert, wenn statische Inhalte angezeigt werden. Ein 1,5K-Panel bietet mehr Pixel als Full HD, was bei Textklarheit und Bildschärfe hilft, ohne die Akkulaufzeit so stark zu beeinträchtigen wie ein 4K-Panel.
Design-Erwartungen und Ergonomie
Die kompakte Displaygröße in Verbindung mit einem flachen Panel spricht für gute Einhandbedienung und weniger Spiegelungen. Wenn das Gerät das schlanke Design des S50 Pro Mini übernimmt, könnte Vivo mit einem guten Griffgefühl und geringem Gewicht punkten — Aspekte, die viele Nutzer stärker gewichten als reine Spezifikationslisten.
Kameraausstattung und fotografische Ambitionen
Die Kamera-Ambitionen passen zur Chip-Aufwertung. Gerüchte sprechen von einem 50-Megapixel-Frontsensor und einem Dreifach-Kamera-Setup hinten: 50 MP Hauptkamera mit OIS, 8 MP Sekundärkamera und ein 50 MP Periskop mit etwa 3x optischem Zoom. Wenn das so zutrifft, würde die Kombination sowohl mit Zahlen beeindrucken als auch praktikable Zoom-Funktionen liefern.
Eine 50 MP-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung (OIS) verbessert Nachtaufnahmen und längere Belichtungszeiten, während ein Periskop-Objektiv echtes optisches Zoomen ermöglicht, ohne auf digitale Vergrößerung angewiesen zu sein. Die 8 MP-Kamera könnte als Ultraweit- oder Makro-Sensor dienen, je nach optischer Auslegung.
Bildqualität: Mehr als Megapixel
Megapixel sind nur ein Teil der Geschichte. Sensorgröße, Pixelgröße, Bildsignalprozessor (ISP) und Software-Algorithmen entscheiden über die Bildqualität. Der Snapdragon 8 Gen 5 bringt einen leistungsfähigen ISP, der rechenintensive Prozesse wie Multi-Frame-Rauschreduzierung, HDR-Combining und KI-gestützte Szeneerkennung beschleunigt. Zusammen mit Vivos Kamera-Software könnte das X300 FE in Szenen mit hohem Kontrast und bei schlechten Lichtverhältnissen gute Ergebnisse liefern.
Akkukapazität, Speicher und weitere Hardware
Akkukapazität und Speicher sehen ebenfalls wettbewerbsfähig aus. Das Datenblatt des S50 Pro Mini nannte eine 6.500-mAh-Zelle mit 90W kabelgebundenem und 40W kabellosem Laden, kombiniert mit LPDDR5x-RAM und UFS 4.1-Speicher. Ergänzt um einen ultraschallbasierten Fingerabdrucksensor im Display ergibt sich ein Gerät, das auf intensive Nutzung und schnelles Laden ausgelegt ist.
LPDDR5x bietet deutlich höhere Bandbreite und Energieeffizienz gegenüber älteren RAM-Standards, was besonders bei speicherintensiven Anwendungen wie Bildbearbeitung und Spielen spürbar ist. UFS 4.1 wiederum beschleunigt Lese- und Schreibvorgänge erheblich, was sich in kürzeren Ladezeiten und schnellerem Dateitransfer niederschlägt.
Wärmemanagement und Langzeitleistung
Leistungsstarke SoCs wie der Snapdragon 8 Gen 5 erzeugen Wärme. Vivo wird also mit Kühltechniken arbeiten müssen — Vapor-Chamber, Graphit-Schichten oder bessere thermische Verteilung im Gehäuse. Ein gutes Wärmemanagement ist entscheidend, um nach längerer Nutzung thermisches Throttling zu vermeiden und eine konstante Performance zu gewährleisten.
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Technische Daten (erwartet)
- Chipsatz: Snapdragon 8 Gen 5 (abgeleitet)
- Arbeitsspeicher: 12 GB
- Betriebssystem: Android 16 mit OriginOS 6 (erwartet)
- Display: 6,31" LTPO-OLED, 1,5K, 120 Hz
- Kameras: 50 MP Front; 50 MP OIS + 8 MP + 50 MP Periskop hinten
- Akkukapazität: ~6.500 mAh; 90W kabelgebunden, 40W kabellos
- Speicher- und RAM-Technik: UFS 4.1, LPDDR5x
Marktpositionierung und Wettbewerb
Die Zeitplanung ist das einzige bewegliche Element. Mit Zertifikaten in der Hand und einem Auftritt im Geekbench ist ein Launch im März denkbar. Vivo könnte das X300 FE als globale Alternative zu regionalspezifischen Modellen positionieren — ein pragmatisches Flaggschiff, das eher über Spezifikationen, Akkulaufzeit und Preis als über auffälliges Marketing punkten soll.
Im Markt würde das X300 FE gegen kompaktere Premium-Modelle antreten, die ebenfalls starke Chips, hochwertige Displays und schnelle Ladefunktionen bieten. Seine Stärken könnten in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, langer Akkulaufzeit und einem ausgewogenen Kamera-Setup liegen. Wenn Vivo die Software-Optimierung und das Wärmemanagement überzeugend umsetzt, hat das Gerät das Potenzial, sich in einem engen Segment durchzusetzen.
Vergleich mit Konkurrenzmodellen
Im direkten Vergleich zu anderen 2026-Flaggschiffen könnte das X300 FE in puncto Preis pro Leistung attraktiv sein. Viele Premium-Geräte setzen auf Glasrückseiten, hochauflösende Kamerasysteme und teils sehr hohe Preise. Ein gut aufgestelltes X300 FE mit Snapdragon 8 Gen 5, großer Batterie und schnellen Ladezeiten kann Käufer ansprechen, die Leistung und Alltagstauglichkeit über Prestige setzen.
Was ist als Nächstes zu beobachten?
Worauf man als Nächstes achten sollte: finaler Verkaufsname, Preisgestaltung und ein offizielles Datenblatt. Diese Angaben werden zeigen, ob das X300 FE ein echter Geheimtipp oder nur ein gut ausgestatteter Rebrand ist. In jedem Fall verändert der Snapdragon 8 Gen 5 die Ausgangslage und macht das Gerät technisch relevant.
Darüber hinaus sind Release-Termine für Regionen, Farben und Speichervarianten sowie mögliche Bundles (z. B. mit Ladezubehör) entscheidend. Auch Garantiebestimmungen und Update-Versprechen (z. B. Android- und Sicherheits-Updates) werden für die Kaufentscheidung vieler Nutzer wichtig sein.
Fazit
Das vorliegende Leak zeichnet das Bild eines kompakten, leistungsstarken Smartphones, das mehr als eine bloße regionale Umbenennung sein könnte. Snapdragon 8 Gen 5, 12 GB RAM, 6.500-mAh-Akku mit schneller Ladefunktion sowie ein hochwertiges LTPO-OLED-Display sind Argumente, die in der Praxis zählen. Bleiben die groß angekündigten Features und die Software-Optimierung stabil, könnte das Vivo X300 FE ein stiller, aber wirkungsvoller Player im High-End-Markt werden.
Langfristig hängt der Erfolg jedoch von Details ab: Preispositionierung, thermische Performance unter Last, Kamera-Firmware im Alltag und Vivos Commitment zu Software-Updates. All diese Faktoren zusammen entscheiden, ob das X300 FE als echtes Kompakt-Flaggschiff gelten kann oder als sehr gutes, aber schlichtes Rebranding.
Quelle: gizmochina


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