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Aktuelle Leaks zum Vivo X300 Ultra zeichnen ein deutlich schärferes Bild vom nächsten Imaging-Flaggschiff des Herstellers: ein großes 6,82 Zoll 2K-Display, ein auffälliges Kamerapaket mit zwei 200‑MP-Sensoren und einige überraschende Designänderungen, die auf praktische Optimierungen hindeuten. Diese Informationen stammen aus mehreren Leaks und Berichten, die zusammen ein konsistentes Bild ergeben und Hinweise auf die Prioritäten von Vivo bei Bildqualität, Akku und Verarbeitung geben.
Großes, flaches Display mit Fokus auf Energieeffizienz
Dem Leaker Digital Chat Station zufolge setzt das X300 Ultra auf ein 6,82 Zoll großes flaches BOE‑Panel mit annähernd 2K‑Auflösung. Erwartet wird ein vierseitig schmaler Rand („narrow bezel“) und eine LTPO‑Backplane, die adaptive Bildwiederholraten erlaubt. LTPO ermöglicht, die Bildwiederholfrequenz dynamisch anzupassen – von sehr hohen Werten für besonders flüssige Animationen bis hin zu sehr niedrigen Raten für stromsparenden Dauerbetrieb.
Vivos Entscheidung für ein flaches Display (statt einer stark gekrümmten Kante) ist nicht nur eine ästhetische Wahl, sondern hat praktische Vorteile: flache Panels sind oft leichter zu ent-spiegeln, bieten bessere Kompatibilität mit Schutzhüllen und reduzieren Reflexionen an den Rändern. Zudem scheint Vivo eine flachere Metallrahmen‑Geometrie mit schärferen Kanten zu favorisieren, was das Design eher evolutionär als revolutionär weiterentwickelt – vergleichbar mit einer Verfeinerung der Linie der Vorgänger statt eines kompletten Redesigns.
Weitere Display‑Details dürften für Fotografen und Multimedia‑Nutzer relevant sein: hohe Spitzenhelligkeit für HDR‑Inhalte, ein breiter Farbraum (DCI‑P3) und eine feinere Kalibrierung für natürliche Hauttöne. In Kombination mit LTPO‑Savings könnte das Ergebnis ein sehr ausgewogenes Verhältnis aus Bildqualität und Laufzeit sein, vor allem in Szenarien mit vielen statischen Inhalten wie Social‑Media‑Feeds oder E‑Books.
Action‑Button ist weg – mit praktischem Grund
Einer der auffälligsten visuellen Änderungen gegenüber dem X200 Ultra ist der Wegfall des dedizierten Kameraknopfes (Action‑Button). Laut den Leaks hat Vivo die Taste entfernt, weil sie intern viel Platz beanspruchte, aber für die meisten Anwender kaum einen echten Mehrwert brachte. Statt eines physischen Shortcuts setzt Vivo offenbar stärker auf softwarebasierte Lösungen und Gesten, um die Kamera schnell aufzurufen.
Der Verzicht auf den Action‑Button deutet außerdem auf eine optimierte interne Bauraum‑Verteilung hin: mehr Platz für größere Akkuzellen, bessere Kühlung oder komplexere Kamera‑Mechaniken. Die Rückseite behält dennoch ein großes, kreisrundes Kameramodul, das ähnlich wie beim Vorjahresmodell hervorsteht. Dieses Design erlaubt größere Sensoren und komplexe Linsen‑Module, erhöht aber auch die Bedeutung von Schutzlösungen, um die Kameraoptik vor Kratzern zu bewahren.
Kamerasystem zielt auf echten Nutzen statt bloße Zahlen
Die Leaks beschreiben ein Kamerasetup, das um zwei 200‑MP‑Sensoren und eine 50‑MP‑Ultra‑Weitwinkelkamera aufgebaut ist. Als primärer Sensor wird der neue Sony LYT‑901 gehandelt. Dieser Sensor könnte eine Schlüsselrolle spielen, denn Hinweise deuten darauf hin, dass er kontinuierlichen optischen Zoom über mehrere Brennweiten hinweg unterstützen könnte. Anders als stufenbasierte Zoomsysteme würde ein kontinuierlicher optischer Zoom nahtlose Übergänge zwischen Brennweiten erlauben und das Zoomen im Alltag praktikabler machen.
Was unter „kontinuierlicher optischer Zoom“ verstanden wird, ist technisch anspruchsvoll: mögliche Ansätze reichen von variabler optischer Linsenanordnung über periskopbasierte Mechaniken mit beweglichen Linsengruppen bis hin zu innovativen Lösungen wie Flüssiglinsen. Sollte Vivo hier eine robuste Implementierung liefern, wäre das ein echter Mehrwert gegenüber vielen aktuellen Systemen, die auf diskrete, fest definierte Brennweiten setzen.
Die Ultra‑Weitwinkel‑Linse wird in den Leaks dem Sony LYT‑828 zugeordnet, während das Periskop‑Teleobjektiv angeblich einen Samsung HPB‑Sensor nutzt. Diese Kombination legt nahe, dass Vivo auf heterogene Sensoren setzt, die jeweils für ihren Einsatzzweck optimiert sind: hoher Output und feine Details bei 200 MP für Hauptaufnahmen, breitere Perspektive mit stabiler Schärfe für Weitwinkelaufnahmen und ein spezialisiertes Telemodul für lange Brennweiten.
Zusätzlich zu den Sensoren sind mehrere softwareseitige und hardwareseitige Features zu erwarten: optische Bildstabilisierung (OIS) für Haupt‑ und Teleobjektiv, verbesserte Rauschunterdrückung durch Pixel‑Binning‑Algorithmen, RAW‑Workflows für professionelle Nutzer sowie umfangreiche KI‑gestützte Bildverbesserungen in der Kamera‑App. Für Videoaufnahmen sind Verbesserungen bei HDR‑Video, stabilisierten 8K‑Aufnahmemodi oder Pro‑Video‑Funktionen denkbar, um das Kameraportfolio abzurunden.

Wesentliche Kamera‑Highlights
- Dual 200MP Hauptsensoren (Primär vermutlich Sony LYT‑901)
- 50MP Ultra‑Weitwinkel (Sony LYT‑828)
- Periskop‑Teleobjektiv mit angeblich Samsung HPB‑Sensor
- Kontinuierlicher optischer Zoom über mehrere Brennweiten – bei Bestätigung ein praktischer Vorteil
Zusätzlich sollte man auf die Software‑Unterstützung achten: intelligente Szeneerkennung, verbesserte Nacht‑Algorithmen und Feature‑Erweiterungen wie 200‑MP‑Superaufnahmen, die mehrere Frames zu einem besonders detailreichen Bild kombinieren. Für Fotografen könnten auch spezielle Modi wie ProRaw, verlustfreier Zoom bei bestimmten Stufen oder ein verbessertes HDR‑Merge interessant sein.
Performance, Akku und Software – Flaggschiff‑Spektra
Unter der Haube wird das X300 Ultra voraussichtlich von Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5 angetrieben. Diese Plattform bringt deutliche Verbesserungen bei der GPU‑Performance, NPU‑Leistung (AI‑Processing) und Energieeffizienz gegenüber Vorgängergenerationen. Für Nutzer bedeutet das schnellere Reaktionen in anspruchsvollen Anwendungen wie Bild‑ und Videobearbeitung, besseres Game‑Streaming und effizientere KI‑Features in Echtzeit.
Gerüchte behaupten außerdem, dass Vivo eine massive 7.000 mAh‑Batterie verbaut. Ein Akku dieser Größe würde das Telefon in puncto Ausdauer deutlich von vielen Konkurrenzgeräten abheben und langen Nutzungszeiten bei Foto‑Sessions, Navigation oder Streaming erlauben. Allerdings stellt sich die Frage nach der Ladegeschwindigkeit: um die Alltagstauglichkeit zu wahren, ist eine leistungsfähige Schnelllade‑Lösung wichtig, idealerweise kombiniert mit mehreren Schutzmechanismen, um Lebensdauer und Temperaturverhalten zu optimieren.
Weitere erwartete Hardware‑Funktionen sind ein ultraschallbasierter In‑Screen‑Fingerabdrucksensor, der präzise und schnell arbeitet, sowie erweiterte Konnektivitätsoptionen wie Wi‑Fi 7 (abhängig von Modulwahl) und aktuelle 5G‑Bänder für globale Abdeckung. Thermisches Design bleibt ein kritischer Punkt: hohe Rechenleistung und große Sensoren erfordern ein effizientes Kühlsystem, um Throttling zu vermeiden.
Softwareseitig wird OriginOS 6 erwartet, basierend auf Android 16. OriginOS bringt Vivos eigene UI‑Philosophie mit, die sich auf Anpassbarkeit, Systemintegration und Kamera‑Funktionen konzentriert. Important für Käufer sind Update‑Versprechen: regelmäßige Sicherheitsupdates und mehrere Major‑Android‑Upgrades erhöhen die Langzeit‑Sicherheit und den Wiederverkaufswert des Geräts.
Wann und wo: Launch‑Fenster und globale Version
Vivo positioniert das X300 Ultra offenbar als das nächste kameraorientierte Flaggschiff mit einem wahrscheinlichen Start in China um März 2026. Zusätzlich wird ein globales Modell mit der Modellnummer V2562 erwähnt, das angeblich bereits die EEC‑Zertifizierung (Eurasian Economic Commission) bestanden hat. Diese Zertifizierung ist häufig ein Indikator dafür, dass ein internationales Release folgt, da viele Hersteller die EEC‑Registrierung vor der weltweiten Markteinführung absolvieren.
Ein globaler Launch würde bedeuten, dass Vivo das X300 Ultra gegen direkte Konkurrenten wie das Samsung Galaxy S‑Flaggschiff, das Google Pixel Ultra oder High‑End‑Modelle von Xiaomi und OnePlus positioniert. Für den globalen Erfolg sind neben Leistung und Kameraqualität auch Preispositionierung, Distribution und Software‑Support entscheidend. Sollte Vivo bei Ausstattung und Akkulaufzeit überzeugen, könnte das Gerät besonders für Fotografen und Vielnutzer attraktiv werden.
Die Leaks liefern zwar bereits viele technische Eckdaten, doch einige Fragen bleiben offen: Konkrete Details zu RAM‑/Speicherkonfigurationen, Ladeleistung in Watt, echte Gewichtswerte, Schutzklassifizierung (IP‑Rating) und finale Kamera‑Software‑Features werden erst bei einer offiziellen Vorstellung beantwortet. Ebenfalls spannend bleibt, wie Vivo die Bildverarbeitung abstimmt, etwa die Balance zwischen natürlicher Wiedergabe und hochkonstrastigen, KI‑optimierten Bildern für Social‑Media‑Nutzer.
Wenn sich die aktuellen Angaben bestätigen, hätte das X300 Ultra das Potenzial, den praktischen Smartphone‑Zoom, die Batterielaufzeit und die Premium‑Designsprache von Vivo weiter voranzutreiben. Besonders die Kombination aus großen Sensoren, möglichem kontinuierlichen optischen Zoom und einer sehr großen Batterie könnte das Gerät in seiner Klasse differenzieren.
Bleiben Sie dran für erste Hands‑on‑Tests, unabhängige Kameravergleiche und die finalen Spezifikationen, sobald Vivo die Hardware offiziell bestätigt. Bis dahin bieten die Leaks eine solide Grundlage für Einschätzungen zur Richtung, in die Vivo das nächste Imaging‑Flaggschiff entwickelt.
Quelle: gizmochina
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