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Betritt man ein PC-Geschäft, spürt man es sofort: Arbeitsspeicher, der früher ein routinemäßiges Upgrade war, sorgt jetzt für Schock beim Blick auf die Preise. Angebotsgerüchte haben sich in Preiserhöhungen verwandelt, und für viele Käufer geht die Rechnung nicht mehr auf.
Branchenquellen, zitiert von DigiTimes, sagen, dass die Vertragspreise für DDR4 8Gb im dritten Quartal 2026 gegenüber dem zweiten Quartal um mehr als 50 Prozent steigen werden. Das ist kein Rundungsfehler. Es ist ein marktweiter Engpass, verursacht durch Kapazitätsknappheit und veränderte Prioritäten in den Fabriken.
Woher der Druck kommt
Beginnen wir mit der Nachfrage. PC-Hersteller und groß angelegte Rechenzentren kaufen mehr DRAM als prognostiziert, und Enterprise-SSDs mit DRAM-Cache werden zu einer bedeutenden neuen Verbrauchsquelle. Außerdem haben die großen Foundries strategische Entscheidungen getroffen. Samsung, Micron und SK Hynix haben einen großen Teil ihrer Kapazitäten auf DDR5 und Premium-Speicherprodukte für KI-Kunden ausgerichtet. Das Ergebnis: Für ältere Formate blieb nur eine dünne Versorgungsbasis.
Diese Verknappung ist relevant. Taiwanesische Anbieter wie Nanya und Winbond schultern nun den Großteil der DDR-Produktion, doch ihre Ausbeute kann der weltweiten Nachfrage nicht gerecht werden. Micron produziert einige DDR4- und LPDDR4-Module auf seinem 1α-Knoten in Manassas, USA, und Samsung hält für ausgewählte, langjährige Kunden begrenzte Mengen vor. Trotzdem ist die Gesamtkapazität knapp.

Die Spotmärkte haben den Druck bereits widerspiegelt. Anfang Juli sahen die durchschnittlichen Marktpreise, in Euro umgerechnet, folgendermaßen aus:
- DDR4 4Gb (512MB x 8) - 11,73 €
- DDR5 16Gb (2GB x 8) - 43,31 €
- Preis pro Gb für DDR3 4Gb - 2,94 €
- Preis pro Gb für DDR5 16Gb - 2,70 €
Ja, Sie haben richtig gelesen. In einigen Marktsegmenten werden DDR4-16Gb-Spotmodule zu Preisen gehandelt, die mit denen von DDR5-SKUs mit ähnlichen Spezifikationen vergleichbar sind oder diese übersteigen. Wenn älterer Speicher teurer wird als die neuere Generation, weiß man, dass Angebot und Nachfrage gravierend aus dem Gleichgewicht geraten sind.
Warum passiert das? Zwei Worte: Kapazitätsumverlagerung. Hersteller, die höheren Margen und KI-getriebener Nachfrage hinterherjagen, haben ihre Legacy-Produktlinien reduziert. Dadurch verringert sich die Zahl verfügbarer Wafer für DDR4 und DDR3, während Nachfragebereiche wie SSDs mit Cache und Erneuerungszyklen in Unternehmen wachsen.
Es ist zu erwarten, dass die DRAM-Preise für die absehbare Zukunft erhöht bleiben; Branchenbeobachter warnen vor Druck mindestens bis 2028.
Was sollten Käufer und PC-Bauer also tun? Wenn möglich, verschieben Sie nicht dringende Upgrades. Unternehmen sollten ihre Beschaffungszeiträume neu bewerten und erwägen, Verträge früher als üblich abzuschließen. Für DIY-Bastler lohnt es sich, Preise zu vergleichen und unterschiedliche Konfigurationen zu prüfen: Manchmal ist ein höherkapazitiver DDR4-Baustein noch sinnvoll, manchmal ist der Umstieg auf DDR5 langfristig die bessere Wahl.
Preise werden nicht allein dadurch fallen, dass wir es uns wünschen. Produktionspläne brauchen Zeit für Anpassungen, und Fertigungsanlagen, die bereits nahe ihrer Auslastungsgrenze laufen, lassen sich nicht über Nacht umstellen. Die Verknappung, die bei DDR5 begann, hat sich nun auf ältere Speicherformate ausgewirkt, und die Nachwirkungen werden die Branche noch eine Weile beschäftigen.
















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