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TCL nutzte seine IFA-2026-Präsentation in Berlin, um Smartphones, Haushaltsgeräte, Sicherheitslösungen, AR-Brillen und großformatige Unterhaltung unter einer zunehmend vertrauten Idee zu vereinen: KI soll unauffällig im gesamten Zuhause arbeiten, statt auf einzelne Geräte beschränkt zu sein.
BERLIN: TCLs Auftritt auf der IFA 2026 drehte sich nicht um ein einzelnes Flaggschiffprodukt.
Stattdessen präsentierte Sun Li, Executive Director bei TCL, eine deutlich umfassendere Vision: Smartphone, Klimaanlage, Waschmaschine, Sicherheitssystem, Fernseher und sogar Brillen sollen zunehmend Teil derselben intelligenten Umgebung werden.
Die Produkte deckten sehr unterschiedliche Kategorien ab, doch die übergreifende Botschaft blieb dieselbe: Künstliche Intelligenz soll alltägliche Interaktionen einfacher, persönlicher und idealerweise unauffälliger machen.

TCLs Präsentation führte von der neuen P80-Smartphone-Familie über Smart-Home-Sicherheit und Haushaltsgeräte bis hin zu persönlicher Unterhaltung, Augmented-Reality-Brillen und den wachsenden Partnerschaften des Unternehmens mit Google und Amazon.
So entstand weniger der Eindruck einer Reihe isolierter Produktvorstellungen als vielmehr ein Bild davon, wie TCL sein Hardware-Ökosystem künftig zusammenarbeiten lassen will.
TCL P80 Ultra bringt Flaggschiff-Funktionen in niedrigere Preisregionen
Im Smartphone-Bereich stand die neue TCL P80-Serie im Mittelpunkt, angeführt vom P80 Ultra.
TCL positioniert das P80 Ultra als leistungsstärkstes Modell der Familie. Das Display erreicht bis zu 3.200 Nits Spitzenhelligkeit, deckt 100 Prozent des DCI-P3-Farbraums ab und bietet eine Bildwiederholrate von 120 Hz.
Um das Display verläuft ein ultradünner Rahmen von 1,38 mm. So maximiert TCL die Bildschirmfläche und hält das Gerät optisch kompakt.
Zu den auffälligsten Neuerungen zählt das Kamerasystem.

Das P80 Ultra verfügt über eine 50-Megapixel-Periskop-Telekamera mit 3-fachem Zoom – eine Funktion, die TCL in diesem Segment als ungewöhnlich fortschrittlich bezeichnete.
Sun Li hob zudem das Gesamtpaket hervor, darunter Bildverarbeitung, Akkulaufzeit, Chipsatz-Funktionen, IP68-Schutz und die Integration von Google Gemini.
Auch beim Design setzt TCL auf Differenzierung des Ultra-Modells.
Neben Sunlight Gold und Midnight Blue stellte das Unternehmen eine dritte Oberflächenvariante namens Deep Burgundy vor, die im Rahmen einer Zusammenarbeit mit CMF-Designern entwickelt wurde.
P80 Pro bringt NXTPAPER in eine günstigere Preisklasse
Unterhalb des Ultra positioniert sich das TCL P80 Pro.
TCL beschreibt es als günstigere Möglichkeit, viele derselben Alltagsfunktionen zu erhalten, darunter ein AMOLED-Display in Kombination mit der hauseigenen NXTPAPER-Technologie.
Der Fokus liegt hier weniger darauf, jede Flaggschiff-Spezifikation zu bieten, sondern darauf, das Display-Erlebnis und die Kernfunktionen beizubehalten und zugleich den Preis zu senken.
Das Standardmodell TCL P80 richtet sich derweil an Nutzer, die ein schlankes Smartphone mit großem Display suchen, aber nicht zwingend NXTPAPER benötigen.
TCL kündigte an, dass die P80-Familie bereits vorbestellbar ist.
Das P80 Ultra startet bei 549 € mit 256 GB Speicher und kostet mit 512 GB 599 €.
Das P80 Pro beginnt bei 429 € für 256 GB und 499 € für 512 GB.
Das Standard-P80 startet bei 349 € für 128 GB und 379 € für die 256-GB-Version.

TCL will, dass KI arbeitet, bevor Sie das Haus betreten
Nach den Smartphones wandte sich Sun Li TCLs Vision vom vernetzten Zuhause zu.
Das erste Beispiel war Sicherheit.
TCL zeigte ein intelligentes Türschloss, das mittels Infrarotsensorik das individuelle Venenmuster unter der Haut eines Nutzers liest. Die Tür lässt sich so per Handflächengeste statt mit einem herkömmlichen Schlüssel oder Fingerabdruckscanner öffnen.
Die Matter-Unterstützung soll dem Schloss die Kommunikation mit einem breiteren Ökosystem kompatibler Smart-Home-Produkte ermöglichen.
TCL beschrieb zudem Kameras, die natürlicher mit Nutzern interagieren können.
Statt lediglich einen Live-Feed anzuzeigen, sollen Nutzer Fragen zu dem stellen können, was die Kamera sieht, und den Feed per Sprachbefehl direkt auf dem Fernseher aufrufen.
Ein intelligenter Safe war ein weiteres Element dieses Sicherheitsökosystems. Er nutzt zur Beschleunigung des Zugriffs eine Fingerabdruckverifizierung und bietet zugleich zusätzliche Authentifizierungsmöglichkeiten.
Für TCL ist dies einer der Bereiche, in denen KI unmittelbar praktisch wird: weniger zur Erstellung von Inhalten, sondern vielmehr zur Vereinfachung von Zugang, Überwachung und Sicherheit.

FreshIn 3.0 Ultra passt den Raum an, während Sie schlafen
Im Hausinneren widmete sich TCL der Klimasteuerung.
Die TCL FreshIn 3.0 Ultra-Klimaanlage führt ein KI-gesteuertes Schlafsystem namens AI Sleep Eye 2.0 ein.
Mithilfe von Millimeterwellenradar kann das System schlafbezogene Aktivitäten überwachen und die Raumtemperatur in Echtzeit anpassen. Ziel ist es, den Komfort zu erhalten, ohne dass Nutzer aufwachen und Einstellungen manuell ändern müssen.
Das Gerät nutzt außerdem ein doppeltes Frischluftsystem, das 60 Kubikmeter Frischluft pro Stunde zuführen und gleichzeitig die Luftqualität überwachen kann.
Auch Sprachsteuerung ist in das Gesamtpaket integriert.
Der Energieverbrauch ist ein weiterer Bestandteil von TCLs Klimastrategie.
Sun Li stellte mehrere neue Systeme vor, darunter eine 360-Grad-Rundkassette, eine Einweg-Kassette und eine neue Solar-Serie.
Die Solar-Serie kann Energie aus der Solarstromerzeugung und dem Stromnetz automatisch verwalten und zwischen beiden Quellen wechseln, um Komfort und einen geringeren Stromverbrauch in Einklang zu bringen.

KI zieht mit dem TCL AI Silk Tower in die Wäschepflege ein
Auch die Wäschepflege nutzte TCL als Beispiel dafür, wie KI Routineentscheidungen überflüssig machen kann.
Der TCL AI Silk Laundry Tower soll Faktoren wie Stoffart, Beladungsgröße und Verschmutzungsgrad erkennen, bevor er ein passendes Waschprogramm auswählt.
Waschen und Trocknen werden anschließend zu einem durchgängigen Prozess verbunden, statt Nutzern zwei separate Entscheidungen abzuverlangen.
Dieselbe Philosophie zieht sich durch TCLs Kühlgeräte- und Waschmaschinenserien.
Sun Li beschrieb, wie KI im Hintergrund Temperaturen optimiert, die Frische von Lebensmitteln bewertet und alltägliche Abläufe im Haushalt automatisiert.
Gerade dieses „im Hintergrund“ könnte einer der wichtigsten Aspekte von TCLs Strategie sein.
Das Unternehmen präsentiert KI nicht nur als etwas, das Nutzer aktiv öffnen oder ansprechen. TCL will Intelligenz zunehmend in Geräte integrieren, die kleinere Entscheidungen automatisch treffen.
TCLs Unterhaltungsstrategie ist nicht mehr an einen Bildschirm gebunden
Die Heimunterhaltung markierte einen weiteren großen Schwerpunkt der Präsentation.
TCL argumentierte, dass Unterhaltung zu Hause nicht mehr dadurch definiert werde, dass alle vor einem einzelnen Fernseher sitzen.
Manchmal wünschen sich Menschen den größtmöglichen Bildschirm im Wohnzimmer.
Zu anderen Zeiten bevorzugen sie ein vollständig persönliches Display.
Hier kommt RayNeo in TCLs Ökosystem ins Spiel.

RayNeo Air 2 macht fast überall ein persönliches Kino möglich
Das erste von zwei neuen Produkten war die RayNeo Air 2.
TCL beschrieb sie als neue Generation von Heimkino-AR-Brillen, die direkt vor den Augen des Trägers den Eindruck eines großen, immersiven Bildes erzeugen können.
Statt eines Fernsehers oder Projektors reist das Display praktisch mit dem Nutzer.
Das Konzept fügt sich nahtlos in TCLs übergeordnete Display-Strategie ein.
Am einen Ende des Portfolios treibt das Unternehmen weiterhin extrem große Fernseher voran.
Am anderen Ende will es einen Bildschirm schaffen, der faktisch nur für eine Person existiert.
RayNeo X2 bringt einen KI-Assistenten direkt ins Sichtfeld
Die zweite Ankündigung, die RayNeo X2, verfolgt einen anderen Ansatz.
Statt hauptsächlich als persönliches Kino zu dienen, ist die X2 konsequent auf KI ausgerichtet.
TCL beschrieb die Brille als Gerät, das einen intelligenten Assistenten direkt ins Sichtfeld des Trägers bringt. Informationen und Unterstützung werden damit Teil der normalen visuellen Interaktion, ohne dass Nutzer ihr Telefon hervorholen müssen.
Die beiden RayNeo-Produkte stehen damit für zwei sehr unterschiedliche Konzepte tragbarer Displays.
Bei der Air 2 stehen vor allem Inhalte im Mittelpunkt.
Bei der X2 geht es um Intelligenz.
Beide zeigen, dass TCL Displays über klassische Fernseher, Monitore und Telefone hinausdenkt.

Google Gemini verändert die Rolle des Fernsehers
Trotz der neuen Formfaktoren bleibt der Fernseher zentral für TCLs Heimstrategie.
Sun Li sagte, TCL zähle seit fünf Jahren zu den führenden Google-TV-Herstellern, und bezeichnete das Unternehmen als erste Marke, die Gemini auf Fernseher bringt.
Das übergeordnete Ziel besteht darin, den Fernseher vom passiven Display zum persönlicheren Unterhaltungszentrum weiterzuentwickeln.
Die größte Veränderung mit Gemini für Google TV ist die konversationelle Interaktion.
Herkömmliche Sprachsteuerung erfordert normalerweise relativ direkte Befehle: eine App öffnen, nach einem Titel suchen oder eine Einstellung ändern.
Gemini macht die Interaktion weniger starr.
Nutzer können Folgefragen stellen und natürlicher kommunizieren, statt stets genau wissen zu müssen, welchen Befehl oder Titel sie benötigen.
Der Fernseher kann zudem über die Unterhaltung hinaus nützlich werden.
Sun Li nannte die Planung eines Familienurlaubs als Beispiel: Nutzer könnten Gemini nach Routenvorschlägen fragen und Empfehlungen zusammen mit relevanten Videoinhalten direkt auf dem Fernseher erhalten.
Gemini auf Google TV wird auf weitere Märkte ausgeweitet
TCL kündigte zudem einen breiteren internationalen Rollout von Gemini auf Google TV an.
Laut Sun Li wird der Dienst auf weitere Länder und Sprachen ausgeweitet, darunter europäische Märkte wie UK, France, Italy and Spain sowie Australien, Japan, Indien und Brasilien.
Die Erweiterung wird TCLs gesamte Google-TV-Produktreihe erreichen.
An deren Spitze steht das TCL X11L, das Sun Li als Flaggschiff präsentierte, das Bildqualität, KI und Google-TV-Funktionen vereint.
Der Fernseher wird damit zu einem zentralen Punkt, an dem mehrere Elemente von TCLs Strategie zusammenlaufen: Premium-Hardware, große Displays, konversationelle KI und das vernetzte Zuhause.

TCL setzt auch auf Alexa Plus und Fire TV
Google ist nicht TCLs einziger KI-Plattformpartner.
Das Unternehmen arbeitet auch mit Amazon bei seiner Fire-TV-Reihe zusammen. Dort ist Alexa Plus nun im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Spanien verfügbar.
Die neue Fire-TV-Erfahrung soll Inhalte schneller auffindbar machen und die Abhängigkeit von der Navigation durch Menüs reduzieren.
Amazon hat die Benutzeroberfläche überarbeitet, um sie klarer und besser strukturiert zu gestalten, während Alexa Plus kontextreichere Gespräche ermöglicht.
Das bedeutet, dass Zuschauer den exakten Titel nicht mehr kennen müssen, den sie sehen wollen.
Sie können eine Stimmung, ein Genre, einen Schauspieler oder eine Vorliebe beschreiben und die Ergebnisse anschließend mit Folgefragen verfeinern.
Sun Li zitierte Amazon-Zahlen, wonach Nutzer am Fernseher beinahe doppelt so häufig konversationell mit Alexa Plus interagieren wie mit der ursprünglichen Alexa und Top-Empfehlungen mehr als 40 Prozent häufiger auswählen.
Für Streaming-Dienste, die mit dem Paradox riesiger Bibliotheken kämpfen, während Nutzer sich dennoch nicht entscheiden können, was sie sehen möchten, könnte diese Art der konversationellen Entdeckung hilfreicher sein als ein weiteres Redesign des Homescreens.
Der Fernseher wird zur Schaltzentrale fürs Smart Home
Alexa Plus zeigt auch eine weitere Richtung auf, die TCL für Fernseher erwartet.
Zuschauer können etwa darum bitten, die Haustürkamera anzuzeigen, ohne das laufende Programm zu verlassen.
Ein Feed einer Ring-Kamera kann direkt auf dem Fernseher erscheinen.
Alexa Plus kann außerdem frühere Aktivitäten zusammenfassen, etwa ob jemand geklingelt hat oder ein Paket geliefert wurde.
Damit wird der Fernseher mehr als ein reines Gerät für Inhalte.
Er wird zur großformatigen Bedienoberfläche für den Rest des Zuhauses.
Damit kehrt die Präsentation zum Ausgangspunkt von TCLs Smart-Home-Teil zurück: Schloss, Kamera, Haushaltsgeräte und Fernseher sollen zunehmend als Bestandteile desselben Systems arbeiten.

TCL möchte, dass Technik so durchdacht aussieht, wie sie handelt
Sun Li betonte zudem, dass Intelligenz allein nicht ausreicht.
TCL arbeitet mit Unternehmen und Designern außerhalb der klassischen Technologiebranche zusammen, um das Erscheinungsbild und die Haptik seiner Produkte zu gestalten.
Zu den hervorgehobenen Partnerschaften gehörten Bang & Olufsen für Audio, Roche Bobois für Wohnräume, Castelli Milano für italienisches Handwerk, Chris Lefteri Design für Materialien und WGSN für globale Trendinformationen.
Die Idee dahinter: Ein smartes Zuhause sollte nicht wie eine Sammlung von Technikdemos wirken.
Die Produkte müssen sich natürlich in den Raum einfügen.
Das mag selbstverständlich klingen, gewinnt aber an Bedeutung, je größer Fernseher werden, je sichtbarer Geräte sind und je weiter vernetzte Technik in nahezu alle Bereiche des Hauses vordringt.
Sport bleibt Teil von TCLs Großbild-Identität
TCL schloss die Präsentation mit einer Verknüpfung seiner Technikstrategie und des Sports.
Das Unternehmen hob Partnerschaften hervor, die große Displays mit wichtigen Live-Events und dem gemeinschaftlichen Erlebnis von Sportübertragungen verbinden sollen.
Sun Li verwies auf TCLs Partnerschaft mit der spanischen Fußballnationalmannschaft sowie auf die globale Partnerschaft mit FIBA und den 2026 FIBA Women’s Basketball World Cup, der in Berlin stattfindet.
Auf dem IFA-Stand integrierte TCL zudem eine spezielle FIBA-Experience, die Besuchern den Übergang vom Betrachten von Bildschirmen zum tatsächlichen Betreten eines Basketballfeldes ermöglichte.
Das war ein passendes Schlussbild dafür, wie TCL auftreten möchte.
Das Unternehmen verkauft nicht einfach nur Display-Panels.
Es will diese Bildschirme zunehmend mit den Erlebnissen verbinden, die auf ihnen stattfinden.

TCLs IFA-Vision ist ein Ökosystem, in dem KI in den Hintergrund tritt
Betrachtet man alles, was Sun Li vorstellte, lässt sich TCLs IFA-2026-Strategie relativ einfach zusammenfassen.
Das P80 Ultra bringt Funktionen wie Periskop-Kamera, NXTPAPER und Gemini in eine preislich aggressiv positionierte Smartphone-Familie.
FreshIn nutzt KI, um die Schlafumgebung anzupassen.
Der AI Silk Laundry Tower entscheidet, wie Kleidung gewaschen werden sollte.
Sicherheitsprodukte identifizieren Nutzer und verbinden Kameras mit dem Fernseher.
RayNeo verlagert Bildschirme von der Wand direkt vors Gesicht.
Gemini und Alexa Plus ersetzen starre TV-Befehle durch Konversationen.
Und der Fernseher selbst wird zunehmend zur Steueroberfläche für den Rest des Hauses.
Keines dieser Produkte allein definiert TCLs Ausrichtung vollständig.
Gemeinsam tun sie es.
TCL versucht, ein Ökosystem aufzubauen, in dem Intelligenz den Nutzer vom Smartphone in seiner Hand bis zum Türschloss begleitet, von der Luft im Schlafzimmer über die Geräte im Hauswirtschaftsraum bis zum Bildschirm im Wohnzimmer.
Der ambitionierteste Teil dieser Vision besteht nicht darin, dass jedes Produkt KI enthält.
Vielmehr geht es um die Vorstellung, dass Nutzer irgendwann nicht mehr darüber nachdenken könnten, wo die KI eigentlich steckt – falls TCL Erfolg hat.
Sie wird einfach Teil der Funktionsweise des Zuhauses sein.




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