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Stellen Sie sich ein Tablet vor, das als Skizzenblock dient, sich in einen mobilen Monitor verwandelt und anschließend nahtlos zum Streaming-Begleiter auf dem Sofa wird. Genau diese Geschichte erzählt Lenovo auf der IFA 2026 – ergänzt um Displays, die die Tablets des vergangenen Jahres alt aussehen lassen.
Lenovo hat zwei neue Modelle der Yoga Tab Gen 2 vorgestellt, die die Grenzen zwischen kreativem Arbeitsplatz und Entertainment-Zentrale verwischen sollen. Möglich machen das für Android-Tablets ungewöhnlich ambitionierte Hardware-Entscheidungen: 4K-Panels, 144-Hz-Bildwiederholraten und Spitzenhelligkeiten, die auch gegen Spiegelungen bei Tageslicht ankommen. Doch die Daten auf dem Papier sind nur ein Teil des Gesamtpakets. Entscheidend ist Lenovos Software-Versprechen, das die Tablets als langfristige Investition statt als Wegwerfprodukte positioniert.
Große Displays, hohe Bildraten und langfristiger Support
Das kleinere Yoga Tab Gen 2 bietet ein 11,1-Zoll-4K-Display mit 144 Hz Bildwiederholrate und einer Spitzenhelligkeit von rund 1.100 Nits. Im Inneren arbeitet ein MediaTek Dimensity 9500s, kombiniert mit 8 oder 12 Gigabyte RAM sowie 128 oder 256 Gigabyte erweiterbarem Speicher. Für die Ausdauer setzt Lenovo auf einen großzügig dimensionierten 11.000-mAh-Akku mit 68-Watt-Schnellladen. Das Gehäuse ist mit etwa 8,56 Millimetern schlank und wiegt rund 480 Gramm.

Das Yoga Tab Plus Gen 2 wächst auf ein 13-Zoll-4K-PureSight-Pro-Panel, bleibt ebenfalls bei 144 Hz und erreicht die gleiche Spitzenhelligkeit. Den Antrieb des größeren Modells übernimmt Qualcomms Snapdragon 8 Elite mit Oryon-CPU. Beim Arbeitsspeicher und Speicher stehen 12 oder 16 Gigabyte RAM sowie 256 oder 512 Gigabyte erweiterbarer Speicher zur Auswahl. Lenovo verbaut außerdem einen größeren 12.700-mAh-Akku, ebenfalls mit 68-Watt-Ladeoption, und stattet das Plus-Modell mit sechs Lautsprechern für ein volleres Klangbild aus. Die Kameras sind auf den praktischen Einsatz ausgelegt: eine 13-Megapixel-Hauptkamera, unterstützt von einer 2-Megapixel-Sekundärkamera, sowie eine 8-Megapixel-Frontkamera. Hinzu kommt ein kleiner 0,3-Megapixel-Sensor für Tiefen- oder Präsenzerfassung.
Beide Tablets bieten moderne Konnektivität mit Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 und USB-C 3.2 Gen 1. Für professionelle Anwender und Kreative gibt es optionale magnetische Tastaturen sowie Lenovos Tab Pen Pro 2 mit angepassten Software-Funktionen zum Zeichnen, Notieren und schnellen Festhalten von Ideen. Ein kleines Design-Detail ist die Statusleuchte auf der Rückseite, die auf Musik, Videos und Spiele reagiert und dem Gerät im Wohnzimmer mehr Charakter verleiht.

Besonders relevant für alle, die ihr Tablet länger als zwei Jahre nutzen wollen, ist das Update-Versprechen: Lenovo garantiert sieben große Android-OS-Updates und sieben Jahre Sicherheitsupdates. Die Geräte werden mit Android 17 ausgeliefert. Laut Unternehmen reicht die Update-Kette bis Android 24, während Sicherheitsupdates bis 2033 bereitgestellt werden sollen. Das entspricht eher der erwartbaren Lebensdauer eines Premium-Laptops als der eines Tablets.
Warum ist das wichtig? Ohne langfristigen Software-Support veraltet selbst leistungsfähige Hardware schnell. Neue Apps setzen aktuelle APIs voraus, Sicherheitspatches schließen Schwachstellen, die Angreifer rasch ausnutzen können, und neue Betriebssystemfunktionen eröffnen Produktivitäts- und KI-Erlebnisse. Darauf können Nutzer jedoch nur bauen, wenn Hersteller über Jahre hinweg Updates liefern. Lenovos Schritt signalisiert, dass Tablets reifer werden und Nutzer sie länger behalten sollen, statt sie frühzeitig zu ersetzen.
Preislich positioniert Lenovo die Geräte im Premium-Segment. Das Yoga Tab Gen 2 startet bei rund 680 Euro, das größere Yoga Tab Plus Gen 2 bei knapp 930 Euro. Beide Modelle sollen noch in diesem Monat in den Handel kommen.
Ganz ohne Fragezeichen bleibt das Konzept nicht. Ein 4K-Display mit 144 Hz auf einem Tablet erfordert Kompromisse – etwa bei der Akkulaufzeit unter hoher Last, dem thermischen Verhalten und dem tatsächlichen Nutzen derart hoher Bildraten abseits von Spielen. Und obwohl sieben OS-Updates vielversprechend klingen, werden der Update-Rhythmus und die Funktionsparität darüber entscheiden, ob Nutzer tatsächlich eine laptopähnliche Nutzungsdauer erhalten.
Die Botschaft ist dennoch klar: Lenovo setzt darauf, dass Käufer ein Tablet schätzen, das über Jahre hinweg als kreative Arbeitsfläche, Medienzentrale und abgesicherte Plattform dient. Hält das Unternehmen dieses Versprechen, könnten die Yoga Tabs den Markt in Richtung langlebigerer und leistungsfähigerer Android-Tablets bewegen. Für alle, die ihr Tablet als mehr als einen gelegentlichen Begleiter sehen, ist das eine willkommene Entwicklung.





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