Apple hat in diesem Jahr ein deutliches Signal bei der Akkulaufzeit gesetzt. Das Unternehmen spricht bei der neuen Modellreihe vom größten Sprung bei der iPhone-Akkulaufzeit aller Zeiten – eine mutige Behauptung. Die von Apple genannten Werte sind allerdings konkret und ergeben im direkten Modellvergleich ein klareres Bild.
Die Zahlen, die Apple hervorhebt
Als wichtigste Kennzahl nennt Apple die Online-Videowiedergabe. Demnach hält das iPhone 17 Pro bis zu 30 Stunden durch, das iPhone 17 Pro Max erreicht 35 Stunden. Das iPhone 18 Pro kommt auf 33 Stunden, also rund zehn Prozent mehr. Beim 18 Pro Max steigt der Wert von 35 auf 40 Stunden, ein Plus von etwa 14 Prozent. Auf dem Papier sind das deutliche Verbesserungen.
Zudem hat Apple eine zweite, neuere Kennzahl eingeführt, die typische Alltagsszenarien wie Messaging, Fotografieren, Gaming und Surfen abbilden soll. In diesem kombinierten Test erreicht ein iPhone 18 Pro Max mit eSIM bis zu 30 Stunden, das 18 Pro bis zu 24 Stunden. Wichtig dabei: Diese Werte gelten für reine eSIM-Modelle wie die US-Versionen. Internationale Geräte mit physischem SIM-Schacht verlieren laut Apple im Videowiedergabetest rund zwei Stunden.

Was steckt hinter dem Fortschritt? Apple nennt drei Faktoren: eine neu gestaltete interne Akkuanordnung, Effizienzgewinne durch den A20 Pro Chip und softwareseitige Optimierungen beim Energieverbrauch. Alle drei Aspekte dürften ihren Anteil haben. Die Akkutechnik schafft mehr Kapazität, der Chip arbeitet intelligenter und sparsamer, während die Software das Zusammenspiel über Zeitplanung und Einschränkungen von Hintergrundprozessen steuert. Laborwerte sind jedoch das eine, der Alltag etwas anderes. Erst Praxistests werden zeigen, wie viel von den Zugewinnen bei Kameraeinsatz, Spielen oder intensivem Multitasking übrig bleibt.
Hinzu kommt das iPhone Duo, Apples erstes faltbares Modell. Es verfügt über zwei Akkuzellen, jeweils eine in jeder Gehäusehälfte. Außerdem müssen zwei Displays versorgt werden: ein großes internes 7,8-Zoll-Panel – das größte Display, das Apple bislang in ein iPhone integriert hat – sowie ein kleineres äußeres Display. Der Dual-Cell-Ansatz und der faltbare Formfaktor des Duo bringen damit ein anderes Kompromissprofil mit sich.
Apples Angaben zum Duo sind interessant. Bei Nutzung des inneren Displays soll das Smartphone rund 26 Stunden Online-Videowiedergabe schaffen. Beim Wechsel auf das äußere Display steigt dieser Wert auf etwa 37 Stunden. Kurz gesagt: Wer das große innere Panel intensiv nutzt, sollte eine Akkulaufzeit erwarten, die in etwa auf dem Niveau des älteren iPhone 17 Pro liegt. Bei leichterer Nutzung oder überwiegender Verwendung des Außendisplays rückt die Ausdauer auf dem Papier eher in Richtung Pro Max.

Was sollten Käufer also tatsächlich erwarten? Wer vor allem möglichst viel Bildschirmzeit und lange Phasen ohne Ladegerät sucht, findet im 18 Pro Max weiterhin den Ausdauerchampion. Wer ein kompakteres Pro-Modell mit spürbarem Fortschritt gegenüber dem Vorjahr bevorzugt, für den ist das Plus von rund zehn Prozent beim 18 Pro relevant. Für frühe Käufer des Duo hängt das Urteil vor allem davon ab, wie intensiv das große innere Panel genutzt wird: Das faltbare Gerät mit Dual-Cell-Design bietet eine ordentliche Laufzeit, ist aber nicht in jeder Situation klar überlegen.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Die Vorbestellungen für das iPhone 18 Pro starten an diesem Wochenende. Das Duo erscheint erst am 23. Oktober, sodass Tester und Langzeitprüfer mehr Zeit haben werden, reale Nutzungsszenarien zu erfassen. Bis dahin sollten Apples Angaben eher als grobe Orientierung denn als abschließendes Urteil verstanden werden.
Ein letzter Punkt: Angaben zur Akkulaufzeit sind wichtig, erzählen aber selten die ganze Geschichte. Displayhelligkeit, 5G-Nutzung, Hintergrundaktualisierungen sowie die Frage, ob das Smartphone eine eSIM oder eine physische SIM nutzt, können die Werte in beide Richtungen beeinflussen. Am sinnvollsten ist es daher, unabhängige Tests abzuwarten und deren Ergebnisse mit dem eigenen Nutzungsverhalten abzugleichen.



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