Vom Überraschungshit zur Prequel-Diskussion: Der Aufstieg von Weapons

Vom Überraschungshit zur Prequel-Diskussion: Der Aufstieg von Weapons

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Vom Überraschungserfolg zum Prequel-Gespräch: Der Triumph von Weapons

Zach Creggers hochgelobter R-rated-Horrorfilm Weapons hat sich zu einem der meistdiskutierten Originalwerke des Kinosommers entwickelt und sorgt ähnlich für Furore wie einst Jordan Peeles Get Out im Jahr 2017. Im Mittelpunkt des Hypes steht die grotesk-unvergessliche Figur der Tante Gladys, dargestellt von Amy Madigan – eine darstellerische Leistung, die sowohl Kritiker als auch Preisbeobachter bereits über mögliche Nominierungen spekulieren lässt. Die Zuschauer erscheinen bereits mit orangen Perücken, übergroßen Brillen und verschmiertem Lippenstift zu den Vorstellungen – so ist Gladys tief ins kollektive Gedächtnis eingesickert und ruft das Interesse der Studios wach.

Prequel im Gespräch: Die Herkunft von Tante Gladys erforschen

Mehrere Brancheninsider berichten, dass Warner Bros. und New Line Cinema erste Gespräche mit Cregger führen, um ein ursprünglich gestrichenes Kapitel aus Weapons als eigenständiges Prequel umzusetzen. Im fertigen Film ist die Geschichte in Kapitel unterteilt, wobei jeweils einzelne Figuren im Fokus stehen. Cregger schrieb offenbar einst ein Segment speziell über Gladys, das jedoch im Zuge von Schnitt und Tempo aus der finalen Fassung gestrichen wurde. Nach dem außergewöhnlichen Erfolg des Films könnte dieser Abschnitt nun zu einem eigenständigen Herkunftsfilm ausgebaut werden, in dem die rätselhafte Ankunft der Tante und ihre Beweggründe ausgeleuchtet werden. Noch ist kein Vertrag abgeschlossen, auch ein Produktionsfahrplan liegt nicht vor, doch die Idee nimmt Fahrt auf.

Warum ein Prequel sinnvoll erscheint

Aus erzählerischer wie kommerzieller Sicht bietet ein Prequel mit Tante Gladys zahlreiche Vorteile: Das Projekt könnte eine bereits virale Figur nutzen, das Universum von Weapons für Fans vertiefen und bietet zudem einen eingebauten Marketing-Köder. Für Horror-Franchises haben Vorgeschichten oft die Eigenschaft, das Interesse und die Erfolgsdauer auszubauen und das Merchandising anzukurbeln, während sie die Neugier auf zentrale Schurken oder Rätsel stillen.

Handlung: Was Weapons bietet und was ein Prequel enthüllen könnte

Weapons erzählt seine Geschichte in verflochtenen Kapiteln, die zeigen, wie ein mysteriöser Fremder eine Kleinstadt durcheinanderbringt. Der Film balanciert zwischen subtiles Grauen und R-rated-Schockmomenten – menschliche Abgründe treffen auf übernatürliche oder unheimliche Elemente. Ein Gladys-Prequel dürfte sich vermutlich stärker auf die Titelfigur konzentrieren: Kindheit, Geheimnisse und Erlebnisse, die sie zu jener beunruhigenden Gestalt geformt haben, die im Film auftaucht. Zu erwarten wären ein düsterer, langsameren Spannungsaufbau und wieder jene eindringlichen visuellen Momente, die Weapons zum Diskussionsthema an den Kinokassen machten.

Besetzung und Team: Alte Bekannte und neue Chancen

Amy Madigans eindrucksvolle Darstellung als Tante Gladys wurde als großes Highlight gefeiert. Zach Cregger schrieb und inszenierte Weapons, Produzent Roy Lee trug maßgeblich zum Verkauf des Drehbuchs bei. Sollte das Prequel realisiert werden, gilt Madigan als Wunschbesetzung; Cregger dürfte als Autor und Regisseur zurückkehren, immerhin liegt ihm die kreative Vision sehr am Herzen und sein Einfluss wächst. Im Hintergrund haben auch Warner Bros. und New Line wiederholt bewiesen, dass sie originärem Horror eine Heimat bieten, wenn das Material überzeugt – beste Voraussetzungen für Fortsetzungen oder Ableger.

Entstehung und Hintergrund in der Branche

Warner Bros. und New Line setzten sich in einem spektakulären Bietwettbewerb gegen zahlreiche Konkurrenten durch, als Cregger und Roy Lee das Weapons-Drehbuch Anfang 2023 herumreichten. Michael De Luca war der erste Studioverantwortliche, der reagierte; letztlich bezahlte das Studio Berichten zufolge rund 38 Millionen Dollar für das Projekt – und setzte sich damit unter anderem gegen das Team von Jordan Peeles Monkeypaw durch. Diese Entschlossenheit ermöglichte eine breite Auswertung und eine entsprechend intensive Werbekampagne.

Cregger selbst bleibt derweil ausgelastet: Als Weapons anlief, bereitete er in Prag bereits das Resident Evil-Reboot für Columbia Pictures vor. Für dieses Projekt erhält er angeblich rund 20 Millionen Dollar – ein ungewöhnlich hohes Honorar für seine dritte große Studioproduktion. Resident Evil kommt voraussichtlich am 18. September 2026 ins Kino, was kurzfristige Fortsetzungen von Weapons erschwert.

Kinoerfolg und Kritikerstimmen

Weapons startete am ersten US-Wochenende (8.-10. August) mit beachtlichen 43 Millionen Dollar Einspiel, übertraf die Erwartungen damit um mehr als 10 Millionen. Der Film setzte seinen Erfolg fort, erzielte mit 5,2 Millionen Dollar ein Rekord-Montagsergebnis im August für einen Horrorfilm und kraxelte auf rund 48 Millionen Dollar im Inland und 83 Millionen weltweit in der Frühphase. Kritiker loben vor allem den Wagemut, rabenschwarzen Humor und Madigans eindringliche Darstellung. Häufig wird Weapons mit modernen Horror-Klassikern verglichen, die gesellschaftliche Themen mit Schockmomenten verbinden.

Weitere Projekte auf Creggers Liste

Weapons ist nicht der einzige Film im Schaffensprozess des Regisseurs: Mindestens zwei weitere Drehbücher liegen zur Prüfung vor, darunter Henchman – eine Originalidee, die Warner Bros. und potenziell auch das DC-Studio interessiert, sowie Flood, ein Science-Fiction-Script aus seiner Feder. Nach dem Überraschungserfolg von Barbarian (2022) und nun Weapons besitzen Creggers Agenten von CAA und Artists First so viel Rückenwind wie nie, um weitere Filme in großen Studios unterzubringen.

Persönliche Einschätzung: Was das für Horrorfans bedeutet

Als Enthusiast und Kommentator begeistert vor allem die kreative Freiheit: Weapons hat Cregger ermöglicht, Herzensprojekte und stilistische Experimente wie kapitelbasierte Erzählweisen auszuprobieren – von der Mid-Century-Groteske bis zum figurenzentrierten Horror. Ein Gladys-Prequel könnte das Universum erweitern und Amy Madigans brillante Leistung als ikonische Horror-Antagonistin verewigen. Doch Rhythmus und Studio-Termine spielen eine Rolle: Da Cregger zunächst mit Resident Evil ausgelastet ist, sollten Fans nicht mit einer raschen Umsetzung rechnen.

Fazit: Ein neues Kapitel für originellen Horror

Weapons beweist eindrucksvoll, dass originelle Horrorgeschichten mit mutigen Ideen und exzellenten Darbietungen nach wie vor Blockbuster-Potenzial haben. Ob das Tante Gladys-Prequel Realität wird oder Cregger einen anderen Weg einschlägt – sein Weg ist vorgezeichnet: Die Studios vertrauen wieder auf innovative Horrorregisseure. Vorerst bleibt das Staunen über die Wucht von Weapons – und die Neugier auf ein mögliches Prequel, das vielleicht endlich klärt: Woher stammt Tante Gladys wirklich?

Quelle: hollywoodreporter

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