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Fords Rückrufwelle hält an
Ford Motor Company hat vier weitere Sicherheitsrückrufe zu seiner bisherigen Jahresbilanz hinzugefügt und erhöht damit die Anzahl der Aktionen in den USA auf insgesamt 108. Laut NHTSA-Unterlagen betreffen die neuesten Kampagnen rund 1,17 Millionen Ford- und Lincoln-Fahrzeuge mit Modelljahren bis zurück ins Jahr 2015. Damit ist Ford für nahezu 40 % aller US-Rückrufe in diesem Jahr verantwortlich — eine ernüchternde Kennzahl für Halter, Flottenbetreiber und den Automobilmarkt.
Zusammenfassung der vier Rückrufe
1) Ausfall der Instrumententafel — „Fehlerhafte Anzeigen“
Potentiell betroffene Einheiten: 355.656
Modelle: 2025 Ford F-150 und 2025–2026 Ford Super Duty
Das Kombiinstrument (IPC) in den betroffenen Trucks kann beim Startvorgang möglicherweise nicht initialisieren, sodass Anzeigen und Warnmeldungen dunkel bleiben. Der NHTSA-Bericht beschreibt ein schmales Zeitfenster während der IPC-Schlafeintrittssequenz, in dem ein CAN-Bus-Weck-Interrupt eine Speicherschutzverletzung auslösen kann. Ein nicht funktionierendes Display verhindert, dass Fahrer Geschwindigkeit, Warnungen oder andere wichtige Anzeigen sehen, und erhöht somit das Unfallrisiko. Dieses Problem fällt in den Bereich moderner Elektronik- und Softwarefehler bei Fahrzeugen.
Abhilfe: Ford informiert die Halter und wird die IPC-Software bei Händlern aktualisieren, um die problematische Speicherschutzfunktion zu deaktivieren.
2) Riss in der hinteren Bremsleitung — Bremsflüssigkeitsleck
Potentiell betroffene Einheiten: 499.129
Modelle: 2015–2018 Ford Edge und 2016–2018 Lincoln MKX
Bei einigen SUVs kann die hintere Brems-Stoßleitung (jounce hose) aufreißen und Bremsflüssigkeit verlieren. Ein Flüssigkeitsverlust kann zu vergrößertem Pedalweg und erhöhten Bremswegen führen. Ford berichtet, dass eine 2017 eingeführte, robustere Leitung die Reparaturhäufigkeit verringerte, obwohl die genaue Ursache noch nicht abschließend geklärt ist.
Abhilfe: Ford untersucht das Problem weiterhin und wird die Halter informieren, sobald eine dauerhafte Lösung verfügbar ist.
3) Nicht funktionierende Rückleuchten — fehlerhaftes Body Control Module
Potentiell betroffene Einheiten: 213.121
Modelle: 2025 Ford Explorer und 2025 Lincoln Aviator
Einige Fahrzeuge enthalten ein Body Control Module (BCM) mit unsachgemäß verlöteten Bauteilen auf der Leiterplatte. Wenn ein Anhänger an den elektrischen Anhängeranschluss angeschlossen wird, können die Rückleuchten ausfallen. Halter können außerdem andere elektrische Anomalien feststellen, darunter Probleme mit elektrischen Fensterhebern, Spiegeln, Innenbeleuchtung, USB-Ladegeräten und Warnmeldungen.
Abhilfe: Ford wird Halter schriftlich informieren, damit sie eine Inspektion beim Händler vereinbaren. Module in Fahrzeugen mit weniger als 9.000 Meilen Laufleistung werden ersetzt; höherlaufleistungseinheiten werden getestet und bei Feststellung eines Fehlers ausgetauscht.
4) Gefahr eines Risses beim Seitenvorhangairbag — fehlerhafte Entfaltung
Potentiell betroffene Einheiten: 100.900
Modelle: 2024–2026 Ford Ranger
Bei der Entfaltung kann der Seitenvorhangairbag mit der inneren Verstärkungsflanschung der B‑Säule in Kontakt kommen und einreißen, wodurch der Insassenschutz verringert und die Einhaltung der US-Federal Motor Vehicle Safety Standards beeinträchtigt werden kann.
Abhilfe: Ford hat begonnen, Ranger-Halter zu informieren; die Händler werden schützende Abschirmungen installieren, die verhindern sollen, dass der Airbag während der Entfaltung die Flanschung berührt.
Was Fahrer und Flottenmanager tun sollten
Wenn Ihr Fahrzeug betroffen ist, achten Sie auf Post von Ford und auf das NHTSA-Rückrufportal (nhtsa.gov/recalls). Vereinbaren Sie umgehend die empfohlenen Werkstattmaßnahmen — Softwareupdates, Modulaustausch oder physische Abschirmungen — um Sicherheit und Zulassung zu gewährleisten. Flottenbetreiber sollten priorisiert Fahrzeuge in schweren oder gewerblichen Einsätzen prüfen. Das rechtzeitige Beheben von Sicherheitsrückrufen (Sicherheitsrückruf Ford, Bremsflüssigkeitsleck, Airbag-Problem) ist entscheidend für Betriebssicherheit und Haftungsminimierung.

Spezifikationen, Design und Performance-Kontext
Diese Rückrufe betreffen ein breites Spektrum an Fahrzeugkategorien: großformatige Light-Duty-Pickups (F-150), Heavy-Duty Super Duty Trucks, mittelgroße SUVs (Edge/MKX), Premium-Crossover (Explorer/Aviator) und kompakte Pickups (Ranger). Während sich Leistungsdaten, Anhängelasten und Ausstattungsdetails zwischen den Modellen unterscheiden, beziehen sich die Rückrufe überwiegend auf elektrische und sicherheitsrelevante Systeme statt auf Motor- oder Antriebsstrangkomponenten. Nach den vorgeschriebenen Reparaturen sollten sich Leistung (PS, Drehmoment), Anhängelasten oder Verbrauchswerte nicht verändern; jedoch wird die Funktionalität von Instrumenten, Beleuchtung und Airbags wiederhergestellt.
Marktpositionierung und Vergleiche
Fords Pickup-Portfolio konkurriert in Sachen Leistungsfähigkeit und Marktanteil direkt mit Modellen von Chevrolet, Ram und Toyota. Lincoln-Modelle wie Aviator und MKX sind als Premium-Alternativen zu den normalen Ford-Crossovern positioniert. Im Vergleich zur Konkurrenz stechen diese Rückrufe durch ihren Umfang und die Anzahl betroffener Modelle in kurzer Zeit hervor, da sowohl massenmarktfähige Trucks als auch Luxus-SUVs betroffen sind. Käufer von Neuwagen und Gebrauchtwagen sollten die Rückrufhistorie und die Verfügbarkeit von Abhilfemaßnahmen bei ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen.
Abschließende Gedanken für Enthusiasten und potenzielle Käufer
Obwohl die mechanische und leistungsbezogene DNA dieser Ford- und Lincoln-Fahrzeuge erhalten bleibt, ist das Ausmaß an software-, elektrischem und airbagbezogenen Rückrufen ein deutlicher Hinweis darauf, wie stark moderne Fahrzeuge von komplexer Elektronik abhängen. Halten Sie Fahrzeugsoftware und Rückrufe (Ford Rückruf 2025, Sicherheitsrückruf) auf dem neuesten Stand und konsultieren Sie Ihren Händler oder die NHTSA-Webseite, um den Rückrufstatus mit Ihrer VIN zu überprüfen.
Quelle: motor1
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