Samsung treibt 6G voran: Forschung, Tests, Partnerschaften

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Samsung treibt 6G voran: Forschung, Tests, Partnerschaften

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Samsung intensiviert seine Arbeit an 6G-Kommunikation und kooperiert dabei mit globalen Netzbetreibern und Technologieunternehmen, um praktische Einsatzszenarien zu erkunden, neue Funktechnologien zu entwickeln und Prototypen zu testen, die die nächste Ära drahtloser Konnektivität prägen könnten. Diese Initiative ist nicht nur eine Fortsetzung bestehender Investitionen, sondern auch ein strategischer Schritt, um frühzeitig technische Grundlagen, Architekturideen und kommerzielle Anwendungsfälle zu definieren. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Datendurchsatz und Latenz — ähnlich wichtig sind Energieeffizienz, Skalierbarkeit, Sicherheit und die Integration von KI-Funktionen auf Netzwerkebene. Samsung setzt dabei auf eine Kombination aus theoretischer Forschung, Hardwarenahtestungen und groß angelegten Feldversuchen zusammen mit Partnern aus Funknetz- und Chip-Ökosystemen.

Beitritt zum Verizon 6G Innovation Forum

Das Unternehmen gab bekannt, dem Verizon 6G Innovation Forum in den USA beizutreten, einer von Verizon geführten Koalition, der wichtige Branchenakteure wie Ericsson, Meta, Nokia und Qualcomm angehören. Zielgruppe und Zweck dieser Arbeitsgemeinschaft sind die Beschleunigung der Kommerzialisierung von Netzen der sechsten Generation durch koordinierte Forschungs-, Test- und Standardisierungsaktivitäten im gesamten Ecosystem. Solche Foren dienen als Brücke zwischen akademischer Forschung, industriellen Anforderungen und regulatorischen Rahmenbedingungen: Sie ermöglichen abgestimmte Feldtests, gemeinsame Testbeds und den Know‑how‑Austausch, der nötig ist, um interoperable Lösungen zu entwerfen. Für Samsung eröffnet die Mitgliedschaft Zugang zu vielfältigen Real‑World‑Umgebungen und zu einer Plattform, auf der Prototypen schneller mit Netzbetreibern und anderen Technologieanbietern validiert werden können. Gleichzeitig fördert die Zusammenarbeit die Abstimmung mit Standardisierungsorganisationen, was entscheidend ist, um spätere kommerzielle Rollouts und Zertifizierungen zu erleichtern. Im Kern geht es nicht nur um die technische Überlegenheit einzelner Komponenten, sondern darum, wie ein komplettes 6G‑Ökosystem gestaltet werden kann — vom Spektrum über Funkzugangsnetz (RAN) bis hin zu Cloud- und Edge‑Funktionen.

Forschungsschwerpunkte und reale Tests

Die teilnehmenden Firmen planen, auf mehreren Ebenen zusammenzuarbeiten: Sie wollen vielversprechende Frequenzbereiche identifizieren, Bandbreiten‑ und Ausbreitungstests durchführen, die Zusammenarbeit mit dem Standardisierungsgremium 3GPP vertiefen, frühe Prototypen entwickeln und umfassende Feldversuche leisten. Bei der Frequenzauswahl geht es insbesondere um die Frage, welche Bänder künftig den besten Kompromiss aus Reichweite, Durchsatz und Verfügbarkeit bieten — von erweiterten Sub‑6‑GHz‑Bereichen über bestehende mmWave‑Zonen bis hin zu Untersuchungen im Sub‑THz‑Spektrum. Jede Option bringt eigene Herausforderungen mit sich: Höhere Frequenzen ermöglichen extrem hohe Datenraten, erfordern jedoch präzisere Antennentechnik, Beamforming und anspruchsvollere Hardware zur Kompensation der stärkeren Dämpfung.

Samsung strebt speziell danach, zu erforschen, wie 6G neue Benutzererlebnisse und Dienste ermöglichen kann — insbesondere an den Schnittstellen, an denen künstliche Intelligenz und Netzwerktechnologien zusammenfinden. Dazu zählen Szenarien wie immersive XR‑Kommunikation mit synchronisierten Multi‑View‑Streams, Echtzeit‑Holographie, industrielle Steuerung mit haptischem Feedback (Tactile Internet), vernetzte autonome Systeme und extrem dichte IoT‑Umgebungen. Technisch relevant sind dabei Konzepte wie verteilte KI‑Inference am Edge, dynamisches Network Slicing, kontextsensitive Ressourcenzuteilung und adaptive Energiemanagement‑Algorithmen, die die Betriebskosten senken und die Nachhaltigkeit erhöhen. Zudem werden in Tests Metriken wie Latenz (bis hin zu Sub‑Millisekunden‑Zielen), Zuverlässigkeit (uRLLC‑ähnliche Anforderungen), Spitzen‑Durchsatz, Verbindungslast pro Flächeneinheit und Energieverbrauch pro übertragenem Bit konkret gemessen, um die Praxistauglichkeit zu belegen.

Jin‑Gook Jeong, Leiter des Next Generation Communications Research Center von Samsung Research, erklärte, Samsung werde "eng mit globalen Big‑Tech‑Unternehmen zusammenarbeiten, um KI‑ und Kommunikationstechnologien zu verifizieren, die die Zukunft der drahtlosen Kommunikation prägen, und die 6G‑Ära voranzubringen, die innovative Nutzererlebnisse liefert." Diese Ankündigung unterstreicht Samsungs Schwerpunkt auf der Kombination aus KI und Netzwerktechnik: KI soll künftig nicht nur Anwendungen verbessern, sondern auch dynamisch Netzwerkentscheidungen unterstützen — von adaptive Beamforming‑Strategien über vorausschauende Ressourcenplanung bis hin zu Anomalieerkennung für Sicherheit und Wartung. Das Next Generation Communications Research Center fungiert dabei als technisches Herzstück: Es entwickelt Prototypen, orchestriert Testbeds zusammen mit Mobilfunkbetreibern und arbeitet an Hardware‑Software‑Co‑Designs, um Prototypen unter realen Bedingungen zu validieren. Weiterhin pflegt Samsung Partnerschaften mit Chip‑ und Komponentenherstellern, um die nötigen HF‑Module, Antennenarrays und energieeffizienten SoCs bereitzustellen, die high‑frequency‑Betrieb und KI‑Workloads gleichzeitig ermöglichen.

Conclusion

Durch den Beitritt zu Industriepartnern im Verizon 6G Innovation Forum und die Ausweitung eigener Forschungsaktivitäten positioniert sich Samsung, um die technischen Bausteine und Anwendungsfälle für 6G mitzugestalten. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf Frequenzfragen, die Integration von KI, Prototypenentwicklung und die Abstimmung von Standards — Schritte, die den Weg von Laborideen zu kommerziellen Implementierungen verkürzen könnten. Entscheidend dafür wird sein, wie schnell sich interoperable Referenzarchitekturen, Testverfahren und Open‑Source‑Elemente etablieren lassen, die Betreibern und Geräteherstellern eine gemeinsame Grundlage bieten. Zusätzlich spielen regulatorische Entscheidungen zur Frequenzzuteilung, nationale Testumgebungen und ökologische Vorgaben eine Rolle bei der kommerziellen Durchdringung. In einem idealen Szenario liefern koordinierte Feldversuche belastbare Daten zu Performance‑Indikatoren, die 3GPP‑Arbeitsgruppen und andere Standardgremien direkt in Spezifikationen übersetzen können. Für Endanwender könnten sich durch 6G nicht nur schnellere Mobilfunkverbindungen ergeben, sondern ganz neue Dienste — zum Beispiel nahtlose Zusammenarbeit in XR‑Räumen, Echtzeit‑Fernsteuerung in der Industrie, erweiterte Telemedizin und autonome Mobilitätsplattformen mit erhöhten Sicherheitsgarantien. Samsung setzt mit dieser breit angelegten Forschungs‑ und Kooperationsstrategie zugleich auf Innovationsführerschaft und auf die praktische Überführung von Forschungsprototypen in skalierbare Produkte und Netzwerklösungen.

Quelle: sammobile

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