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Bentley teasert den neuen Continental Supersports für 2026
Bentley hat still und leise die Rückkehr des Continental Supersports für 2026 angekündigt und belebt damit eine legendäre Modellbezeichnung zum hundertjährigen Markenjubiläum wieder. Das Teaserbild macht eines deutlich: Es wird eine performanceorientierte Continental-Variante sein, in mattem Schwarz lackiert, mit einem markanten Heckspoiler, einer überarbeiteten Stoßstange und einem trapezförmigen Vierfach-Auspuff, der die zuvor zurückhaltenderen doppel-ovalen Endrohre ersetzt. Solche klaren Designentscheidungen signalisieren nicht nur optische Aggression, sondern deuten auch auf eine auf Fahrerlebnis und Aerodynamik optimierte Abstimmung hin.
Designhinweise und Exklusivität
Das einzige veröffentlichte Teaserbild zeigt Raddesigns, die vermutlich exklusiv für dieses Modell vorgesehen sind, und lässt auf gezielte Gewichtsoptimierungen schließen — beispielsweise Carbon-Karosserieteile, dünnere Verglasung und weitere Detailmaßnahmen, die Masse reduzieren, ohne in ein komplettes Elektrifizierungsprogramm zu münden. Bentley beschreibt das kommende Coupé als "ein Heck-Bentley", was auf eine Heckantriebsbetonung hindeutet: eine bewusste Abkehr von den serienmäßigen Allrad-Systemen der GT-Modelle, um ein traditionelleres, fahrerzentriertes Verhalten zu erreichen. Eine solche Auslegung würde das Fahrzeug nicht nur dynamisch schärfen, sondern auch die Position des Supersports als Sondermodell mit klarem Fokus auf Performance und Fahrspaß untermauern.

Ein Blick zurück erklärt, warum Enthusiasten gespannt sind. Der ursprüngliche Continental Supersports (2009–2011) wurde in begrenzter Stückzahl gefertigt — insgesamt rund 1.790 Exemplare von Coupé und Cabriolet — und ist dadurch selten und begehrt. Er war mit einem W12-Motor ausgestattet, der 621 PS leistete, wog etwa 2.240 kg und beschleunigte in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, bei einer Höchstgeschwindigkeit von rund 328 km/h. Diese Kombination aus Exklusivität, roher Leistung und grand-tourer-typischem Komfort machte ihn schnell zum Sammlerstück; die Nachfrage nach gut erhaltenen Fahrzeugen blieb über Jahre hoch. Außerdem waren Chassis, Federungsabstimmung und Bremsanlagen auf hohen Komfort und Langstreckentempo ausgelegt, mit ausreichend Reserven für sportlichere Fahrerlebnisse.
Performance-Herkunft und die Wiederbelebung 2017
Die Neuauflage von 2017–2018 war noch stärker auf Performance getrimmt. Bentley fertigte nur 710 Exemplare — eine Zahl, die sowohl Seltenheit als auch die technische Aufwertung widerspiegelt: Circa 710 metrische PS aus einem hochgezüchteten Triebwerk und 1.017 Nm Drehmoment (750 lb-ft) zwischen etwa 2.050 und 4.500 U/min. Technisch brachte das Modell Keramik-Siliziumkarbid-Bremsen, überarbeitete Drehmomentverteilung, geschmiedete 21-Zoll-Räder und auf Wunsch einen Titan-Endschalldämpfer. Diese Maßnahmen senkten die 0–100-km/h-Zeit auf etwa 3,4 Sekunden und hoben die Spitze auf rund 336 km/h. Zusätzlich zu den reinen Leistungsdaten trugen Fahrwerksfeinabstimmungen, aktive Dämpfersysteme und gezieltes Gewichtssparen zur spürbar schärferen Handling-Charakteristik bei — ohne den luxuriösen Anspruch einer Bentley-GT zu untergraben.

Was vom Supersports 2026 zu erwarten ist
Aktuellen Gerüchten zufolge wird der neue Continental Supersports ein reines Verbrennermodell und kein Plug-in-Hybrid. Für Bentley hätte diese Entscheidung mehrere Vorteile: ein unverfälschtes Fahrerlebnis, potenzielle Einsparungen beim Fahrzeuggewicht durch den Wegfall von Batteriepacks und E-Maschinen sowie eine vereinfachte Packaging-Architektur, die Raum für Fahrwerksoptimierungen und bessere Gewichtsverteilung schafft. In einer Zeit, in der viele Hersteller voll auf Elektrifizierung setzen, wäre ein solches, bewusst analoges Angebot als Sammlerstück und fahrbegeisterte Ausnahme positioniert.
Mögliche Highlights des neuen Modells könnten sein:
- Heckantrieb für ein traditionelleres, fahrerzentriertes Fahrgefühl, das Drifts und eine feinfühlige Lenkungsrückmeldung begünstigt
- Ein hochgezüchteter Twin-Turbo-V8 aus der EA825-Familie des Volkswagen-Konzerns, vermutlich im Leistungsbereich von etwa 650–670 PS, abgestimmt auf GT-Komfort statt auf die rauere Charakteristik eines SUVs
- Umfangreicher Leichtbau, etwa Carbon-Karosserieteile und dünnere Scheiben, um die Massenträgheit zu reduzieren und das Handling zu verbessern
- Aktive Fahrwerkssysteme, elektromechanische Torque-Vectoring-Lösungen und fein abgestimmte Differenziale zur Schärfung des dynamischen Verhaltens
Die Erfahrungen mit Lamborghini, die eine 666-CV-(657-PS)-Ausführung des EA825-V8 im Urus S und Urus Performante einsetzen, zeigen die Leistungsfähigkeit dieses Motorblocks: In Performance-Spezifikation liefern die SUVs rund 850 Nm Drehmoment. Bentley könnte einen ähnlich kräftigen Motor adaptieren, ihn jedoch anders justieren — mit einer weicheren Leistungsentfaltung, einer betonter kultivierten Geräuschabstimmung und geschmeidigeren Reaktionen, passend zum Charakter eines Grand Tourers.

Marktpositionierung und Attraktivität
Ein reiner Verbrenner-Continental Supersports mit Heckantrieb wäre eine deutliche Positionierung von Bentley in einer zunehmend elektrifizierten Branche: Er signalisiert, dass Nachfrage nach hochkarätigen, „analogen“ Performance-GTs bei Sammlern und Fahrpuristen weiterhin vorhanden ist. Als exklusives Halo-Modell könnte es einen signifikanten Preisaufschlag rechtfertigen und als Brücke zwischen Bentleys handwerklicher Luxus-DNA und modernen Performance-Ansprüchen dienen. Solche Modelle dienen nicht nur der Markenpräsenz, sondern schaffen auch emotionale Wertigkeit durch Limitierung, Individualisierungsmöglichkeiten und technische Exklusivität.
Ein Branchenanalyst fasste es so zusammen: "Erwarten Sie ein Auto, das Fahrerbindung über Hybridkomplexität stellt. Bentley kann Materialeinsparungen und fokussierte Ingenieurskunst nutzen, um einen überraschend agilen Grand Tourer zu liefern." Diese Einschätzung unterstreicht, wie technische Sparmaßnahmen (etwa Verzicht auf eine komplexe Hybridarchitektur) strategisch eingesetzt werden können, um Leistung und Agilität zu steigern, ohne den Luxuscharakter zu opfern.
Zusammengefasst scheint der Continental Supersports 2026 als eine limitierte, verbrennungsgetriebene Vorzeigelimousine geplant — schlanker, lauter und fahrerzentrierter als viele der jüngeren GT-Varianten. Konkrete Angaben zu Leistung, Gewicht und Fahrwerten sind noch nicht bestätigt. Sollte Bentley jedoch Motorkonzepte aus dem Urus Performante adaptieren, haben Enthusiasten Anlass zur Zuversicht: Ein kräftiger V8, kombiniert mit gezieltem Leichtbau und einer auf Hinterrad-Dynamik ausgelegten Abstimmung, könnte einen modernen Klassiker entstehen lassen. Darüber hinaus sind Optionen denkbar, die von individuell abgestimmten Schalldämpfersystemen (Titan optional) bis hin zu exklusiven Interieurpaketen reichen — inklusive der traditionsreichen Mulliner-Personalisierung, die Bentley-Kunden seit Jahrzehnten schätzen.
Weitere offene Fragen betreffen Produktionsumfang, Preisgestaltung und Vorbestellverfahren. Angesichts der Positionierung als Halo- und Jubiläumsmodell ist eine begrenzte Auflage wahrscheinlich; das würde nicht nur Exklusivität schaffen, sondern auch sekundäre Marktwerte beeinflussen. Bentley wird zudem die Balance finden müssen zwischen heutigen Emissionsvorschriften und dem Wunsch, einen „puristischen“ Grand Tourer anzubieten — möglicherweise durch gezielte Märkteinschränkungen oder spezielle Homologationsstrategien für bestimmte Regionen.
In technischer Hinsicht bleibt spannend, welche weiteren Detailentscheidungen Bentley treffen wird: Wird ein Achtgang- oder Neungang-Automatikgetriebe kombiniert? Kommt ein elektronisches Sperrdifferenzial mit multiplem Modus zum Einsatz? Wie weit geht die Nutzung von Carbon in Fahrwerksteilen, Bodengruppe und Karosserie, um die Trägheitsmasse zu senken? Antworten auf diese Fragen werden maßgeblich bestimmen, ob der neue Supersports die richtige Mischung aus Grand-Tourer-Komfort und Fahrerfokussierter Sportlichkeit trifft.
Abschließend ist klar: Sollte Bentley den Continental Supersports 2026 als reinen Verbrenner mit Heckantrieb und leistungsstarkem V8 bringen, wäre das ein Statement — nicht nur gegen den Strom der Elektrifizierung, sondern zugunsten eines emotionalen, mechanisch fokussierten Fahrerlebnisses. Sammler, Puristen und Fahrer, die Wert auf eine direkte Verbindung zwischen Gasfuß und Fahrzeug legen, dürften dem Modell mit großem Interesse entgegenblicken.
Quelle: autoevolution
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