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Das Poco F8 Pro hat soeben die NBTC-Zertifizierung in Thailand passiert, ein frühes Anzeichen dafür, dass ein weltweiter Start bevorstehen könnte. Ein neuer Leak zeichnet jedoch ein gemischtes Bild: Käufer finden möglicherweise keinen Ladeadapter in der Verpackung, während die Verkaufsbox offenbar mit dem Premium-Label „Sound by Bose“ versehen ist.
Warum das Ladegerät fehlen könnte (und was das bedeutet)
Der Tippgeber Abhishek Yadav teilte ein Bild und die Behauptung auf X, dass das Poco F8 Pro keinen Ladeadapter enthalten wird. Das ist kein komplett neues Vorgehen für Poco: Das X7 Pro und das F7 wurden in einigen europäischen Märkten ebenfalls ohne Ladegerät ausgeliefert. Handelt es sich dabei lediglich um eine Kosten- und Abfallreduzierungsmaßnahme oder um eine regionsspezifische Entscheidung, die lokalen Vorschriften und Vertriebsstrategien folgt? Wahrscheinlich um beides.
Für Käufer ist das relevant: In der Packung könnte weiterhin ein USB-C-Kabel enthalten sein, doch ältere Netzteile liefern nicht die höchsten Ladegeschwindigkeiten. Sollte Poco den technischen Spezifikationen des Redmi K90 folgen (mehr dazu weiter unten), ist mit Unterstützung für sehr hohe Ladeleistungen zu rechnen — allerdings nur, wenn ein kompatibles Ladegerät verfügbar ist.
Aus Konsumentensicht bedeutet dies mehrere praktische Folgen: Erstens müssen Käufer prüfen, ob ihr vorhandenes Netzteil die erforderlichen Protokolle unterstützt (beispielsweise USB Power Delivery mit PPS-Unterstützung oder ein proprietäres Schnellladeprotokoll). Zweitens kann das Fehlen eines Netzteils die Anschaffungskosten im Vorfeld verschleiern, da viele Käufer erst beim Einstecken des Geräts bemerken, dass ein High‑Watt‑Adapter fehlt. Drittens hat das Thema Nachhaltigkeit zwei Seiten: Während Hersteller weniger Beipackmaterial als umweltfreundlicher präsentieren, kritisieren Verbraucher das Ausblenden von Zubehör als versteckte Kostenverlängerung.
Technisch betrachtet sind bei sehr schnellen Ladeleistungen mehrere Faktoren entscheidend: die Unterstützung des Akku‑Managements im Smartphone, die thermische Auslegung des Geräts, die Spezifikation des Ladekabels (z. B. USB-C 3.1 vs. neuere Spezifikationen) sowie die Eigenschaften des Netzteils (GaN‑Technologie, USB‑PPS, Spannungs- und Stromprofile). Ein kompatibles 100W‑ oder höheres Ladegerät ist notwendig, um die vom Gerät theoretisch unterstützte Spitzengeschwindigkeit zu erreichen. Ohne geeignetes Netzteil droht ein deutlich langsameres Laden, obwohl die Hardware im Telefon leistungsfähig genug wäre.

Bose auf der Box: Ein Hinweis auf Redmi K90-DNA
Die vom Tippgeber gezeigte Packungsabbildung trägt deutlich das Label „Sound by Bose“. Die Redmi K90-Serie von Xiaomi weist dieselbe Audio‑Partnerschaft auf, und Poco hat seit Jahren die Angewohnheit, Redmi‑K‑Modelle für internationale Märkte umzubenennen. Diese Praxis macht die Rebrand‑Theorie plausibel: Das F8 Pro könnte ein global aufgelegtes Redmi K90 mit Poco‑Logo sein.
Markenübergreifende Hardware‑Rebranding ist in der Smartphone‑Industrie gebräuchlich, um Produktportfolios regional anzupassen, Vertriebswege zu optimieren und Marketingstrategien zu differenzieren. In vielen Fällen bleiben Hauptkomponenten wie SoC, Display, Kameramodule und Akku identisch, während Gehäuse, Softwareanpassungen und Markenkennzeichnungen variieren. Für Verbraucher bedeutet das: Wer die technischen Daten des Redmi K90 kennt, kann sie oft eins zu eins auf das Poco‑Pendant übertragen — sofern die Rebrand‑Annahmen stimmen.
Wie die Rebrand‑Hypothese geprüft werden kann
Einige Hinweise, die eine Rebrand‑Hypothese stützen oder widerlegen können, sind:
- Verpackung und Boxaufdruck (wie das „Sound by Bose“-Label)
- Software‑Build‑Nummern und Modellbezeichnungen in den Firmware‑Dateien
- Hardware‑Teardowns und Bauteilnummern (z. B. Display‑Panel, Akku‑Lieferspezifikationen)
- Offizielle Marketing‑Assets von Poco und Xiaomi, die gleiche Spezifikationen und Bilder teilen
Bleiben diese Indikatoren konsistent, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Poco F8 Pro technisch eng mit dem Redmi K90 verwandt ist. Das wiederum bedeutet, dass Spezifikationen und Leistungsmerkmale weitgehend übereinstimmen dürften — inklusive Designentscheidungen wie der Entscheidung, einen Charger eventuell nicht beizulegen.
What the specs likely look like
- Display: 6.59-Zoll 2K LTPO Flachpanel, 120Hz Bildwiederholrate, Spitzenhelligkeit bis zu 3.500 Nits
- SoC: Qualcomm Snapdragon 8 Elite mit Adreno 830 GPU
- Memory & Storage: LPDDR5X RAM und UFS 4.1 Speicheroptionen
- Cameras: 50MP Light Hunter 800 Hauptkamera (mit OIS), 8MP Ultraweitwinkel, 50MP 2,5x Telephoto Periskop, 20MP Selfie
- Battery & Charging: 7.100mAh Akku mit 100W Schnellladung (Ladegerät möglicherweise nicht im Lieferumfang)
- Audio & Connectivity: Dual Stereo Lautsprecher abgestimmt von Bose, Wi‑Fi 7, Bluetooth 5.4, NFC
- Durability & Security: IP68/IP69 Schutz gegen Wasser und Staub, 3D ultraschall Fingerabdruckscanner im Display

Stellen Sie sich vor, Sie erhalten eine Flaggschiff‑Kamera‑Hardware, einen riesigen 7.100‑mAh‑Akku und Wi‑Fi 7 — aber Sie müssen ein eigenes Hochleistungs‑Netzteil mitbringen, um die volle Ladegeschwindigkeit zu erreichen. Dieses Kompromissmuster sehen wir in der Branche immer wieder, weil Hersteller zwischen Margen, Nachhaltigkeitsclaims und regionalen Marktstrategien abwägen.
Technische Einordnung: Das Display mit LTPO‑Technologie ermöglicht variable Bildfrequenzen und kann so Strom sparen, wenn die Anzeige weniger Aktualisierungen benötigt. Ein 2K‑Panel mit 120Hz und hoher Spitzenhelligkeit spricht vor allem Nutzer an, die Wert auf Bildschärfe, HDR‑Inhalte und Sichtbarkeit bei Sonnenlicht legen. Der Snapdragon 8 Elite positioniert das Gerät im oberen Leistungssegment; kombiniert mit LPDDR5X und UFS 4.1 sind Anwendungen, Spiele und System‑Tasks sehr performant und zukunftssicher.
Die Kamerakombination aus einem 50MP Hauptsensor mit optischer Bildstabilisierung (OIS), einem Ultraweitwinkel und einem 2,5x Periskop‑Tele spricht für einen flexiblen Fotoaufbau. Solche Setups ermöglichen sowohl Weitwinkel‑ als auch Teleaufnahmen mit hoher Detailtiefe. Der 20MP‑Selfie‑Sensor rundet die Ausstattung für Videocalls und Social‑Media‑Nutzer ab.
Beim Energiemanagement stellt ein 7.100‑mAh‑Akku eine überdurchschnittlich große Kapazität dar — ausgezeichnet für lange Laufzeiten, spezielle Anwendungen wie Gaming Sessions oder das häufige Nutzen von mobilen Hotspots. Bei 100W‑Ladeleistung sind schnelle Nachladezeiten möglich, vorausgesetzt, das verwendete Ladegerät unterstützt die erforderlichen Spannungs‑ und Stromprofile (häufig über USB‑PPS oder proprietäre Standarderweiterungen).
Wie Schnellladen technisch funktioniert und welche Rolle das Ladegerät spielt
Schnellladeverfahren beruhen auf der Fähigkeit des Netzteils, höhere Spannungen und Ströme über USB‑C sicher zu liefern, sowie auf einem geeigneten Kommunikationsprotokoll zwischen Smartphone und Ladegerät. USB Power Delivery (PD) mit PPS (Programmable Power Supply) ist heute weit verbreitet und erlaubt dynamisches Anpassen von Spannung und Stromstärke. Proprietäre Systeme können noch höhere Spitzenwerte erzielen, erfordern dann aber oft ein spezifisches Netzteil.
Die Bauteile im Smartphone müssen thermisch so ausgelegt sein, dass sie die beim Laden entstehende Wärme sicher abführen. Fehlt ein geeignetes Ladegerät, drosselt das Gerät in der Regel die Ladeleistung, um Überhitzung zu vermeiden. Daraus folgt: Die angegebene Maximalleistung (z. B. 100W) ist nur dann realistisch, wenn das gesamte Ökosystem — Kabel, Netzteil und Telefon — kompatibel ist.
Ein moderner GaN‑Adapter (Galliumnitrid) bietet mehrere Vorteile: kompaktere Bauform, höhere Effizienz und bessere Wärmeabfuhr bei hoher Leistung. Für Konsumenten, die bereits ältere 5V/2A‑Adapter besitzen, lohnt sich die Anschaffung eines GaN‑Netzteils mit USB‑PPS, wenn sie die Schnellladefunktion voll nutzen möchten.
Was als Nächstes zu beobachten ist
Die NBTC‑Zertifizierung signalisiert, dass ein Thailand‑Start bevorstehen dürfte. Falls Poco tatsächlich ein Redmi K90 umbenennt, erwarten wir in verschiedenen Märkten konsistente Spezifikationen. Beobachten Sie offizielle Unboxing‑Bilder oder eine Ankündigung von Poco, um zu bestätigen, ob das Ladegerät weltweit weggelassen wird oder nur in ausgewählten Regionen.
Wichtige Punkte, die Käufer und Beobachter prüfen sollten:
- Regionale Unterschiede in der Packungsbeilage: Manche Hersteller liefern in bestimmten Märkten weiterhin Ladegeräte aus.
- Wirtschaftliche Argumente: Preisanpassungen, wenn Zubehör weggelassen wird.
- Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen in der EU, Thailand und anderen Märkten, die Einfluss auf die Beigabe von Zubehör haben können.
- Offizielle Poco‑ und Xiaomi‑Mitteilungen inklusive detaillierter Packungsinhalte und Garantiebedingungen.
Für Erstkäufer gilt: Prüfen Sie vor dem Kauf die Packungsangaben im Shop oder fragen Sie beim Händler nach. Falls Sie das Gerät am ersten Verkaufstag erwerben möchten, empfiehlt es sich, ein geeignetes GaN‑Ladegerät mit USB‑PPS zu haben, um die Schnellladefunktion voll zu nutzen. Achten Sie außerdem auf hochwertige USB‑C‑Kabel, die für hohe Ströme und Datenübertragung ausgelegt sind.
Kaufempfehlungen und praktische Tipps
Wenn Sie Interesse am Poco F8 Pro haben, beachten Sie folgende praktische Hinweise, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden:
- Informieren Sie sich im Vorfeld über die Packungsinhalte in Ihrem Markt.
- Investieren Sie in ein zertifiziertes GaN‑Netzteil mit ausreichender Leistung (z. B. 100W or 120W) und USB‑PPS, falls das Gerät hohe Ladeleistung unterstützt.
- Nutzen Sie hochwertige USB‑C‑Kabel (idealerweise mit Zertifizierung), um Leistungsverluste zu vermeiden.
- Behalten Sie Firmware‑Updates und Support‑Hinweise von Poco/Xiaomi im Auge, da Softwareupdates das Ladeverhalten und die Kompatibilität beeinflussen können.
- Vergleichen Sie die regionalen Preise und Bundles: Manchmal bieten Händler Sets mit Netzteilen oder exklusivem Zubehör an.
Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf Testberichte, sobald das Gerät verfügbar ist. Solche Reviews prüfen in der Regel Ladezyklen, thermisches Throttling, Kameraleistung unter realen Bedingungen und die Audioqualität der „Sound by Bose“‑Abstimmung.
Schlussbetrachtung
Das Poco F8 Pro erscheint als ein technisch interessantes Gerät mit Flaggschiff‑Komponenten: starkes SoC, großes LTPO‑Display, umfangreiche Kameraoptionen, ein sehr großer Akku und moderne Konnektivität. Die NBTC‑Zertifizierung in Thailand ist ein Indikator für einen baldigen Marktstart. Gleichzeitig ist die mögliche Entscheidung, das Ladegerät nicht beizulegen, ein relevanter Faktor für Käufer und beeinflusst die Gesamtbewertung des Produkts — sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Perspektive.
Bleiben Sie informiert über offizielle Ankündigungen und Unboxing‑Bilder, um zu sehen, ob Poco das Ladegerät global weglässt oder ob dies nur eine regionsspezifische Maßnahme ist. Wenn Sie planen, das Gerät sofort nach Markteinführung zu erwerben, prüfen Sie die Packungsinhalte und investieren Sie gegebenenfalls in ein geeignetes Hochleistungs‑Netzteil, um das volle Potenzial des Geräts beim Schnellladen auszuschöpfen.
Quelle: gizmochina
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