8 Minuten
Fünf Jahre sind eine lange Zeit für ein Smartphone. Aber in Technikjahren ist das der Zeitpunkt, an dem Hersteller das Kapitel schließen. Samsung wird keine Updates mehr für das Galaxy S21, S21+ und S21 Ultra bereitstellen.
Diese Geräte kamen im Januar 2021 mit einem Versprechen auf den Markt: vier große Android-Updates und fünf Jahre Sicherheitsupdates. Dieses fünfjährige Zeitfenster ist nun abgelaufen, was bedeutet, dass diese Telefone von Samsung künftig keine weiteren Sicherheitskorrekturen oder Betriebssystem-Upgrades mehr erhalten werden.
Die Geräte werden weiterhin funktionieren. Apps laufen weiter. Aber das grundlegende Sicherheitspolster wurde entfernt. Wenn Sie eines dieser Modelle für sensibles Online-Banking, geschäftliche E‑Mails oder regelmäßiges Surfen nutzen, ist jetzt der Zeitpunkt, ein Upgrade zu planen oder die Gerätesicherheit zu verstärken.

Was bedeutet das Ende der Updates?
Wenn ein Hersteller wie Samsung den Software-Support für ein Gerät einstellt, betrifft das zwei eng miteinander verknüpfte Bereiche: Sicherheitsupdates und Betriebssystem-Updates. Sicherheitsupdates schließen bekannt gewordene Schwachstellen, die Angreifern den Zugriff auf Daten, Systeme oder Freigaben ermöglichen könnten. Betriebssystem-Updates hingegen bringen neue Funktionen, Leistungsverbesserungen und manchmal ebenfalls sicherheitsrelevante Korrekturen.
Sicherheits- und OS-Updates im Detail
Bei auslaufender Unterstützung erhalten betroffene Geräte keine monatlichen oder vierteljährlichen Patches mehr. Das bedeutet, dass neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr offiziell behoben werden. Selbst wenn die Hardware weiterhin funktioniert, steigt mit der Zeit das Risiko, dass bekannte Exploits gegen ältere Softwareversionen eingesetzt werden. Darüber hinaus werden größere Android-Upgrades — etwa neue Versionsnummern mit Feature-Updates — nicht mehr ausgeliefert.
Auswirkungen auf Nutzer
Für die meisten Nutzer zeigt sich das Ende des Supports graduell: Anfangs bleibt das Telefon gewohnt schnell und stabil, doch mit wachsender Zeit werden Sicherheitslücken öffentlich, Apps setzen neuere APIs voraus, und einige Dienste könnten irgendwann die Kompatibilität einstellen. Für Anwender mit sensiblen Daten erhöht sich das Risiko, solange keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Welche Geräte sind betroffen?
Die Ankündigung betrifft konkret das Galaxy S21, das Galaxy S21+ und das Galaxy S21 Ultra — die gesamte S21-Familie, die im Januar 2021 vorgestellt wurde. Diese Modelle haben ihren Lebenszyklus vollendet, insofern wie Samsung ihn initial kommuniziert hatte.
Jahrgang und Update-Versprechen
Samsung hatte bei Veröffentlichung zugesagt, vier große Android-Upgrades und mindestens fünf Jahre Sicherheitsupdates zu liefern. Kunden, die diese Zusage beim Kauf berücksichtigt haben, sollten nun wissen, dass das zugesagte Zeitfenster abgelaufen ist. Neuere Samsung-Flaggschiffe werden inzwischen häufig mit längeren Support-Zeiträumen beworben, was einen deutlichen Unterschied macht.
Welche Optionen haben Nutzer?
Wenn Ihr Galaxy S21 das Ende der offiziellen Updates erreicht hat, gibt es mehrere sinnvolle Wege, damit umzugehen. Die beste Wahl hängt von Nutzung, Budget und Sicherheitsanforderungen ab.
1. Upgrade auf ein aktuelles Flaggschiff
Der direkteste Weg ist der Umstieg auf ein aktuelles Modell. Die Galaxy-S25-Familie ist eine naheliegende Option, aber auch andere aktuelle High-End-Modelle von Samsung oder anderen Herstellern sind geeignet. Beim Kauf neuer Geräte treten meist Trade-in-Angebote, Rabatte zur Markteinführung und Inzahlungnahmeaktionen auf, die die Kosten senken können.
2. Weiterbenutzung mit Vorsichtsmaßnahmen
Wenn Sie das Gerät weiterverwenden möchten, weil es noch gut funktioniert, sollten Sie zusätzliche Schutzmaßnahmen treffen:
- Aktivieren Sie starke Bildschirmsperren (Biometrie plus PIN/Passwort).
- Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für Konten mit sensiblen Daten.
- Installieren Sie Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen wie dem Google Play Store.
- Prüfen Sie App-Berechtigungen und entziehen Sie unnötige Zugriffe (z. B. Standort, Mikrofon).
- Verwenden Sie einen zuverlässigen Passwortmanager und verzichten Sie auf das Speichern von Passwörtern im Browser, wenn möglich.
- Reduzieren Sie sensible Aktivitäten auf dem Gerät: kein mobiles Banking, keine geschäftlichen E‑Mails oder der Einsatz über einen abgesicherten Container.
3. Wechsel zu einem Gerät mit weiterem Sicherheits-Support
Eine Zwischenlösung kann ein Gerät eines Herstellers oder eines Modells sein, das weiterhin regelmäßige Sicherheitsupdates erhält, ohne gleich das neueste Flaggschiff zu kaufen. Viele Hersteller bieten inzwischen verlängerte Update-Zyklen an — bei Samsung beispielsweise die neueren Top-Modelle.
Konkrete Schritte für Nutzer des Galaxy S21
Unabhängig davon, welchen Weg Sie wählen, hier ein praktischer Fahrplan für die nächsten 30–90 Tage:
- Überprüfen Sie die aktuelle Softwareversion und installieren Sie verbleibende verfügbare Sicherheitsupdates sofort.
- Sichern Sie alle wichtigen Daten lokal und in einer Cloud (Fotos, Kontakte, Dokumente, App-Daten).
- Aktivieren Sie Sicherheitsfunktionen: vollständige Gerätesperre, Biometrie, Find-My-Device (Geräteortung und Fernlöschung).
- Stellen Sie sicher, dass kritische Konten (Banking, E-Mail) 2FA nutzen; ändern Sie Passwörter, wenn Sie längere Zeit nichts aktualisiert haben.
- Informieren Sie sich über Trade-in-Programme und vergleichen Sie Angebote, wenn Sie ein Upgrade planen.
Warum sich Samsungs Update-Strategie verändert
In den letzten Jahren haben Smartphone-Hersteller ihre Update-Politik deutlich angepasst. Angesichts stärkerer Konkurrenz, regulatorischer Erwartungen und Kundenwünschen nach längerer Geräteunterstützung verlängern viele Hersteller ihre Update-Zyklen. Das macht Software-Lebensdauer zu einem zunehmend wichtigen Kaufkriterium.
Geringeres Risiko, besserer Wiederverkaufswert
Ein längerer offizieller Support reduziert das Gesamtrisiko für Käufer und trägt oft zu einem höheren Wiederverkaufswert bei. Käufer achten inzwischen stärker auf die garantierte Dauer von Sicherheits- und System-Updates, weil diese einen direkten Einfluss auf die Nutzungsdauer und Datensicherheit haben.
Technische Hintergründe: Warum Updates wichtig sind
Sicherheitsupdates schließen Schwachstellen in Systemkomponenten wie dem Kernel, dem WLAN-Stack oder den Systemdiensten. Diese Schwachstellen können Angreifern ermöglichen, Malware einzuschleusen, Daten abzugreifen oder Kontrolle über das Gerät zu erlangen. Zusätzlich benötigen App-Entwickler oft neuere Android-APIs, was langfristig Kompatibilitätsprobleme verursachen kann, wenn das Betriebssystem veraltet bleibt.
Beispiele für potenzielle Probleme
- Kompatibilitätsprobleme bei neuen Apps oder App-Versionen.
- Angriffsflächen durch ungeschlossene Sicherheitslücken (z. B. in Kernel oder Bluetooth-Stack).
- Abnehmende Performance durch fehlende Optimierungen in neueren App-Versionen.
Trade-in, Reparatur oder Second-Hand: ökonomische Perspektiven
Beim Abwägen zwischen Upgrade und Weiterverwendung spielen Kosten eine große Rolle. Trade-in-Angebote können den Umstieg preiswerter machen; Reparaturen und Ersatzakkus können die Lebensdauer verlängern, aber sie ersetzen keine Sicherheitsupdates. Verkaufen Sie ein Gerät vor dem Support-Ende, lassen sich oft bessere Preise erzielen als später, wenn das Gerät als "End-of-Support" gilt.
Praktische Hinweise zu Trade-in
Vergleichen Sie mehrere Händler und Herstellerangebote. Achten Sie auf:
- Gültigkeitsdauer der Angebote (Launch-Phasen und zeitlich begrenzte Aktionen).
- Bewertungskriterien für den Zustand des Geräts.
- Ob Datenlöschung und Recycling im Paket enthalten sind.
Empfehlungen für unterschiedliche Nutzertypen
Geschäftsverbraucher und professionelle Anwender
Wenn Sie geschäftliche E‑Mails, vertrauliche Dokumente oder VPNs auf dem Gerät nutzen, ist ein Update auf ein weiterhin unterstütztes Gerät stark empfohlen. Alternativ sollten Sie ein verwaltetes Geräteskonzept (MDM) oder eine Containerlösung einsetzen, um Geschäftsdaten zu isolieren.
Privatnutzer mit moderatem Sicherheitsbedarf
Privatnutzer, die hauptsächlich kommunizieren, Fotos machen und soziale Medien nutzen, können das Gerät weiterverwenden, sofern sie die oben genannten Sicherheitsmaßnahmen befolgen. Dennoch sollten Sie sensible Vorgänge auf ein Neues Gerät verschieben, wenn möglich.
Technikbegeisterte und Bastler
Für Nutzer, die gerne basteln, gibt es oft Community-Optionen: Custom ROMs oder inoffizielle Support-Communities liefern teilweise neuere Android-Versionen. Diese Lösungen erfordern technisches Know-how und bergen eigene Risiken (Stabilität, Sicherheitsrisiken, Garantieverlust).
Langfristige Perspektive: Software-Lebenszyklus als Kaufkriterium
Die Lage bei den S21-Modellen zeigt: Software-Support wird zunehmend zu einem zentralen Entscheidungskriterium beim Smartphone-Kauf. Achten Sie bei künftigen Käufen explizit auf die garantierten Update-Zeiträume, inklusive der Anzahl großer Android-Upgrades und der Dauer von Sicherheitsupdates.
Fazit
Ihr Galaxy S21 mag sich weiterhin schnell und vertraut anfühlen, doch das offizielle Sicherheitspolster ist verschwunden. Jetzt gilt es, Kosten, Komfort und das persönliche Risikoprofil abzuwägen. Ein Upgrade auf ein aktuelles, länger unterstütztes Modell bietet die sicherste Option. Wer weiter mit dem S21 arbeitet, sollte seine Sicherheitsvorkehrungen erhöhen und sensible Aktivitäten einschränken.
Kurz zusammengefasst:
- Das Ende der offiziellen Updates bedeutet kein sofortiges Funktionsende, wohl aber erhöhte Sicherheitsrisiken.
- Upgrade-Optionen, Trade-ins und alternative sichere Nutzungsweisen stehen zur Verfügung.
- Langfristig zahlt sich die Wahl eines Geräts mit längerem Support oft aus — sowohl sicherheitstechnisch als auch ökonomisch.
Wenn Sie konkrete Hilfe bei der Entscheidung oder beim Einrichten von Sicherheitsmaßnahmen wünschen, können Sie eine detaillierte Checkliste oder einen Vergleich der aktuellen Support-Richtlinien verschiedener Hersteller anfordern.
Quelle: gsmarena
Kommentar hinterlassen