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Leckbilder zeigen zwei neue Samsung-Ohrhörer
Sie tauchten online auf wie Einladungen zu einer Party, die man nicht sehen sollte. Klare Renderbilder, die zwei neue Samsung-Ohrhörer – die Galaxy Buds4 und Buds4 Pro – zeigen, sind durchgesickert und offenbaren weniger Spielereien als vielmehr eine klare Produktwahl.
Die Ladecases teilen sich eine abgerundete Quadrat-Silhouette und einen transparenten Deckel, eine kleine, aber auffällige Designidee, die die Ohrhörer wie Schmuckstücke in einer Vitrine erscheinen lässt. Die wirkliche Trennlinie zeigt sich erst, wenn man die Ohrhörer aus dem Case nimmt. Die Buds4 scheinen Samsungs halb-offenen Ansatz zu folgen: kein Silikonaufsatz, eine luftige Passform, die Hörer anspricht, die das abgedichtete Gefühl im Ohr vermeiden wollen. Die Buds4 Pro dagegen werden mit Silikonaufsätzen geliefert – eine klassische In-Ear-Lösung, die auf Geräuschisolierung und einen stärkeren Bass abzielt.
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Design und Verarbeitung
Auf den Renderbildern zeigen beide Modelle eine saubere, minimalistische Formsprache, die Samsung in den letzten Jahren konsequent verfolgt hat. Die abgerundete Gehäuseform des Cases und die transparente Klappe sind nicht nur ästhetisch: sie wirken bewusst so, dass die Ohrhörer beim Öffnen wie Ausstellungsstücke wahrgenommen werden.
Die Buds4 setzen auf ein schlankes, halboffenes Design. Diese Bauweise reduziert den Druck im Gehörgang und sorgt für ein gefühltes Mehr an Luftigkeit. Nutzer, die häufig Podcasts hören oder die Umgebung akustisch trotzdem wahrnehmen möchten, bevorzugen oft genau diese Bauform. Die Buds4 Pro sind dagegen deutlich auf Performance ausgelegt: durch die Silikonaufsätze entsteht eine Abdichtung, die passive Geräuschdämpfung erhöht, die Basswiedergabe verstärkt und die Active Noise Cancelling-Leistung (ANC) insgesamt effizienter nutzbar macht.
Materialwahl und Oberflächen
Auch wenn Render keine endgültige Materialauswahl garantieren, deuten matte Oberflächen auf einem hochwertigen, fingerprints-resistenten Finish hin. Die Kombination aus mattem Case und transparentem Deckel ist ein kleiner Stilbruch, der dem Produkt einen Premium-Charakter verleiht, ohne übertrieben zu wirken.
Passform, Komfort und Einsatzszenarien
Die unterschiedliche Bauweise der beiden Modelle schafft klare Zielgruppen:
- Galaxy Buds4 (semi-in-ear): Ideal für Nutzer, die lange Hörsessions bevorzugen, ohne das Gefühl einer Abdichtung im Ohr. Geeignet für Spaziergänge, Büroarbeit oder Hörer, die Umgebungsgeräusche nicht vollständig ausblenden wollen.
- Galaxy Buds4 Pro (In-Ear mit Silikonspitzen): Für Hörer, die eine fokussierte Klangwiedergabe suchen, beispielsweise beim Pendeln, im Flugzeug oder beim Sport. Die Abdichtung verbessert Basswiedergabe und ANC.
Die Wahl zwischen offenerer und geschlossener Passform ist eine bewusste Produktentscheidung: Samsung bietet damit eine klare Alternative für verschiedene Nutzertypen, anstatt ein universelles Modell zu erzwingen.
Vergleich mit Apples Produktfamilie
Die Produktstrategie erinnert an Apples Aufteilung: Ein nicht-Pro-Modell mit lockererer Passform versus ein Pro-Modell mit In-Ear-Abdichtung. In dieser Hinsicht treten die Buds4 gegen die Standard-AirPods an, während die Buds4 Pro eher direkte Konkurrenten für die AirPods Pro darstellen – in Designabsicht und Zielsetzung.
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Funktionen und Nutzererlebnis
Neben dem offensichtlichen Designunterschied legen die bisherigen Gerüchte nahe, dass Samsung gezielt Funktionalität in den Fokus rücken will. Eine der interessanteren Spekulationen betrifft eine neue Gestenfunktion, die einen sogenannten Interpreter-Modus aktivieren soll.
Interpreter-Modus: Echtzeit-Übersetzung
Der Interpreter-Modus (oder Übersetzer-Modus) wird Berichten zufolge per „Pinch-and-hold“-Geste gestartet. Im Kern geht es um eine Echtzeit-Übersetzung, die direkt über die Ohrhörer läuft – ideal für Reisende oder Kommunikationssituationen, in denen schnelle Sprachhilfe nützlich ist. Das Feature selbst ist nicht völlig neu, aber in Kombination mit einer diskreten, sofort verfügbaren Geste am Ohrhörer kann es deutlich praktischer werden.
Technisch erfordert ein zuverlässiger Echtzeit-Übersetzer eine Kombination aus optimierten Algorithmen, einem leistungsfähigen Mobilgerät oder Cloud-Anbindung sowie niedrigen Latenzzeiten. Samsung könnte diesen Dienst entweder lokal durch ein leistungsfähiges SoC im Ohrhörer oder über eine gekoppelte App und eine Online-Verarbeitung anbieten. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile: lokalere Verarbeitung erhöht Privatsphäre und reduziert Latenz, während cloudbasierte Übersetzung oft präzisere Resultate durch größere Modelle liefert.
Klang, ANC und weitere Audio-Features
Obwohl genaue technische Daten fehlen, lassen sich anhand der Bauweise und Samsungs bisheriger Produktpolitik einige Erwartungen formulieren:
- Klangabstimmung: Die Buds4 werden wahrscheinlich auf ein ausgewogenes, transparentes Klangbild mit Betonung auf Sprachverständlichkeit ausgelegt sein. Die Buds4 Pro dürften eine kräftigere Basswiedergabe und eine druckvollere, räumlichere Abstimmung bieten.
- Active Noise Cancelling (ANC): Effektiver bei Modellen mit In-Ear-Sitz – daher bei den Buds4 Pro stärker zu erwarten. ANC kombiniert mit passiver Abdichtung sorgt für bessere Außengeräusch-Unterdrückung.
- Codecs und Verbindung: Samsung setzt traditionell auf SBC, AAC und den eigenen „Samsung Scalable Codec“. Die Unterstützung für niedrige Latenzen und stabile Bluetooth-Verbindungen ist wahrscheinlich, inklusive Multipoint-Pairing und nahtloser Integration in das Galaxy-Ökosystem.
- Räumliches Audio: Spatial Audio oder ähnliche Funktionen könnten angeboten werden, um ein immersiveres Hörerlebnis zu ermöglichen, insbesondere bei Filmen oder kompatiblen Musikdiensten.
Bedienung, Gesten und App-Integration
Touch- oder Druckgesten sind inzwischen Standard bei True-Wireless-Ohrhörern. Neben dem Interpreter-Modus sind Anpassungen denkbar wie Lautstärkeregelung, Titelsprung, Sprachassistenten-Zugriff und eine automatische Ohranpassung über die Galaxy Wearable-App. Firmware-Updates per App werden wahrscheinlich sein, um Funktionen nachzuliefern oder Performance zu optimieren.
Technische Einschätzung und mögliche Spezifikationen
Render zeigen zwar nur das Design, doch anhand von Samsungs Historie lassen sich realistische Spezifikationen ableiten:
- Bluetooth 5.3 oder neuer für stabile Verbindungen und effiziente Energieverwaltung.
- Treibergrößen zwischen 10–13 mm für ausgewogene Klangfarben (je nach Modell unterschiedlich abgestimmt).
- ANC mit mehreren Mikrofonen pro Ohrhörer für Spitzenleistung bei Geräuschunterdrückung.
- IPX4–IPX7 Schutzklasse, wobei die Pro-Modelle tendenziell eine bessere Wasser- und Schweißresistenz bieten könnten.
- Schnellladefunktion und induktives Laden des Cases; Akkulaufzeiten variieren je nach ANC- und Lautstärkeeinstellungen.
Bis offizielle technische Spezifikationen vorliegen, bleibt ein Teil dieser Einschätzung spekulativ. Dennoch hilft ein fundierter Erwartungenkatalog dabei, die Positionierung der Modelle im Markt einzuordnen.
Preisgestaltung und Markteinführung
Preisgerüchte kursieren bereits: Leaks nennen etwa ~179 € für die Buds4 und ~249 € für die Buds4 Pro. Diese Preisgestaltung wäre konsequent mit Samsungs bislang verfolgter Strategie, ein erschwinglicheres Basismodell und ein teureres Pro-Modell anzubieten, das mit besseren Features punktet.
Der Zeitpunkt scheint ebenfalls plausibel: Samsung wird weithin erwartet, die neuen Ohrhörer zusammen mit der Galaxy S26-Familie vorzustellen, womöglich noch in diesem Monat. Die Bündelung neuer Audio-Hardware mit einem Smartphone-Flaggschiff ist ein erprobter Weg, um Aufmerksamkeit für das gesamte Ökosystem zu schaffen.
Marktpositionierung und Konkurrenzanalyse
Mit diesem Produktaufbau verfolgt Samsung mehrere Ziele gleichzeitig:
- Abdeckung unterschiedlicher Nutzerbedürfnisse – Komfort versus Performance.
- Direkte Konkurrenz zu Apples Nicht-Pro- und Pro-AirPods, aber auch zu einer wachsenden Zahl von Android-kompatiblen Premium-Ohrhörern.
- Stärkung des Galaxy-Ökosystems durch Funktionen wie nahtlose Kopplung, spezielle App-Features und exklusive Dienste wie den Interpreter-Modus.
Für Käufer bedeutet das mehr Auswahl: Wer auf Komfort und offene Stimmwiedergabe setzt, findet in den Buds4 eine klare Alternative; wer maximale Isolation und Bass sucht, dürfte zu den Buds4 Pro greifen.
Fazit
Zwei Ohrhörer, zwei Philosophien: luftiger, halb-offener Komfort bei den Buds4 oder geschlossene Performance mit den Buds4 Pro – Samsung scheint den Hörern eine eindeutige Wahl zu bieten. Die Render liefern zwar keine endgültige Bestätigung, bieten aber einen überzeugenden Einblick in Samsungs Roadmap für persönliche Audioprodukte.
Wenn Sie Diskretion bevorzugen oder Leistung wünschen, scheint Samsung darauf vorbereitet, beides anzubieten. Welche Variante für Sie die richtige ist, hängt von Ihren Hörgewohnheiten und dem bevorzugten Nutzungskontext ab.
Beachten Sie, dass es sich bislang um durchgesickerte Renderbilder und Gerüchte handelt – offizielle Details, endgültige Preise und konkrete technische Spezifikationen sollten mit der offiziellen Präsentation bestätigt werden. Bis dahin sind diese Informationen nützlich, um Erwartungen zu schärfen und Kaufentscheidungen vorzubereiten.
Weiterführende Themen, die beim Erscheinen der Ohrhörer zu beobachten sind: tatsächliche Messwerte zur ANC-Leistung, Akkulaufzeit unter realen Bedingungen, Codec-Unterstützung, Verfügbarkeit von Software-Features wie der Interpreter-Modus und die Integration in Samsungs Service- und Software-Ökosystem.
Quelle: gsmarena






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