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BMW enthüllt überarbeiteten i4 für 2026 mit größerer Reichweite und schärferer Optik
BMW hat den überarbeiteten i4 für das Modelljahr 2026 vorgestellt – eine aktualisierte elektrische Limousine, die in Effizienz, Leistung und Technik nach oben geht. Die neue Ausführung erhält die bekannte Silhouette, wird aber durch gezielte Antriebsstrang-Updates und intelligentere Elektronik weiterentwickelt. Ziel ist, die elektrische Reichweite und die Beschleunigungswerte gegenüber der vorherigen Generation zu verbessern, ohne die grundsätzliche Design- und Fahrdynamik des i4 aufzugeben.
Wichtiges Technologie-Update: SiC-Inverter
Einer der zentralen technischen Neuerungen ist die Einführung von Siliziumkarbid-(SiC)-Invertern. SiC-Halbleiter zeichnen sich durch geringere Schaltverluste und eine höhere Energieeffizienz aus als herkömmliche Siliziumlösungen. Im Praxisbetrieb reduziert das den Energieverlust im Antriebsstrang und trägt dazu bei, die nutzbare Reichweite zu steigern, ohne die Batteriekapazität zu vergrößern. Für Fahrer bedeutet das mehr Kilometer pro Ladezyklus, verbesserte Ladeeffizienz und stabilere Ladeverläufe, insbesondere bei höheren Ladeleistungen und unter wechselnden Umweltbedingungen.

Reichweite und Batterie
BMW belässt die Batteriekapazität im i4 bei 83,4 kWh für das gesamte Modellportfolio. Dank der SiC-Technik und weiterer Optimierungen am Antriebsstrang konnten die Reichweiten jedoch merklich steigen. Nach Angaben von BMW schafft die Basisversion eDrive40 nun über 480 km mit einer Ladung unter idealen Prüfbedingungen. Mit 18-Zoll-Rädern gibt BMW eine Reichweite von etwa 536 km an, was einem Zugewinn von rund 24 km gegenüber dem Vorgänger entspricht. Selbst mit 19-Zoll-Rädern steigt die Reichweite auf rund 494 km.
Diese Reichweitensteigerungen sind das Ergebnis kumulativer Effekte: reduzierte Umwandlungsverluste durch SiC-Inverter, optimierte Motorsteuerung, feinere Regelung der Rekuperation sowie Verbesserungen im Thermomanagement der Batterie. Eine stabile Temperaturführung der Zellen ist besonders wichtig, um die Ladegeschwindigkeit und die Effizienz über längere Fahrzyklen zu erhalten. BMW verwendet weiterhin ein aktives Kühlsystem und angepasste Software-Strategien, um die Batterieleistung in verschiedenen Einsatzszenarien zu optimieren.
Performance: Vorstellung des neuen i4 M60
Im Performance-Bereich steht der neue i4 M60 im Mittelpunkt, der den bisherigen M50 ersetzt. Der M60 nutzt ein Dual-Motor-Layout und erreicht eine Systemleistung von 593 PS (nach BMW-Angaben eine Steigerung um 57 PS gegenüber der bisherigen Topversion). Damit beschleunigt der M60 in nur 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Trotz des Leistungszuwachses berichtet BMW von verbesserten Effizienzwerten: Im Vergleich zur Vorgängergeneration erzielt der M60 mit 19-Zoll-Rädern bis zu 17,5 km mehr Reichweite, mit 20-Zoll-Rädern etwa 8 km mehr.
Die Balance zwischen hoher Leistung und effizienter Energienutzung ist für sportliche Elektrofahrzeuge entscheidend. BMW kombiniert eine präzise Fahrwerksabstimmung mit softwareseitig optimierter Leistungsentfaltung, um sowohl sportliches Ansprechverhalten als auch eine sinnvolle energetische Bilanz zu erreichen. Fahrdynamische Systeme wie Torque Vectoring, adaptive Dämpfer und eine optimierte Traktionskontrolle arbeiten eng mit der Antriebssteuerung zusammen, um die verfügbare Energie bestmöglich in Vortrieb umzusetzen.

Highlights:
- Batterie: 83,4 kWh (alle Versionen)
- Schnellladung: bis zu 200 kW DC
- eDrive40: ~335 PS (ca. 247 kW)
- xDrive40: ~396 PS (ca. 291 kW)
- i4 M60: 593 PS, 0–100 km/h in 3,6 s
Laden und reale Reichweitengewinne
BMW gibt an, dass der i4 Ladeleistungen bis zu 200 kW DC unterstützt. Unter günstigen Bedingungen und an einer geeigneten DC-Ladesäule kann eine Ladepause von etwa 10 Minuten schätzungsweise 140–170 km zusätzliche Reichweite bringen. Solche kurzen, leistungsstarken Nachladungen sind besonders praktisch auf längeren Strecken und für Nutzer, die auf öffentliche Schnelllader angewiesen sind.
Wichtig zu beachten ist, dass die tatsächlich erreichbare Reichweite und die effektive Ladeleistung von mehreren Faktoren abhängen: Außentemperatur, Batteriezustand, Ladezustand (State of Charge), Kühlmanagement, verwendete Kabel und Ladeinfrastruktur sowie die gewählte Fahrweise. BMW optimiert die Ladekennlinien softwareseitig so, dass die Batterie innerhalb sicherer Temperatur- und Spannungsgrenzen bleibt und die Ladegeschwindigkeit bei geeignetem Batteriezustand möglichst hoch ausfallen kann.

Ausstattung und Verfügbarkeit
Die Bestellungen für den i4 2026 wurden nach einer ersten Markteinführung in Europa nun auch in den USA freigeschaltet. Alle Ausstattungsvarianten werden künftig serienmäßig mit einem Reifenreparatur-Set ausgeliefert. Darüber hinaus hat BMW der Option Parking Assistant Professional die Drive Recorder-Funktion hinzugefügt, welche das Aufzeichnen von Fahrten und parkbezogenen Manövern erlaubt. Diese Funktion kann die Sicherheit und Nutzbarkeit im Alltag erhöhen, da sie bei Unfällen oder Parkschäden zusätzliche Beweisdaten liefern kann.
Zusätzlich zu diesen praktischen Erweiterungen bietet BMW weiterhin ein Paket aus Assistenzsystemen und Komfortoptionen an: adaptive Fahrmodi, teilautomatisiertes Fahren in bestimmten Situationen, verbesserte Vernetzungslösungen sowie ein überarbeitetes Infotainment mit aktualisierter Fahrzeugsoftware. Solche Funktionen zielen darauf ab, den i4 als konkurrenzfähige elektrische Limousine im Segment zu positionieren, sowohl für Kunden, die Effizienz priorisieren, als auch für jene, die sportliche Performance suchen.

Marktpositionierung und Wettbewerb
Dieses Modelljahr-Update stärkt die Position des i4 im wachsenden Markt für elektrische Limousinen. Durch die Kombination aus bewährter BMW-Fahrdynamik, erweiterten Reichweiten und moderner Leistungselektronik stellt der i4 eine attraktive Option gegen Wettbewerber unterschiedlicher Herkunft dar – von rein elektrischen Premium-Limousinen bis hin zu sportlicheren Elektrovarianten anderer Hersteller. Die Entscheidung für SiC-Inverter ist gleichzeitig ein technologisches Signal: Hersteller, die in moderne Leistungshalbleiter investieren, können langfristig bessere Effizienzvorteile erzielen und ihre Fahrzeuge hinsichtlich Reichweite und Ladeverhalten weiter differenzieren.
Für Kunden bedeutet dies konkret: Eine vertraute BMW-Fahrergenehm, kombiniert mit geringeren Betriebskosten durch höhere Effizienz und moderner Ladeperformance. Gleichzeitig bleibt für potenzielle Käufer die Frage des Gesamtpakets relevant: Ladeinfrastruktur, regionale Verfügbarkeit, lokale Förderungen und das individuelle Nutzungsprofil (Kurzstrecke versus Vielfahrer) beeinflussen die tatsächlichen Vorteile eines elektrischen Fahrzeugs wie des i4.
Technische Einordnung und Ausblick
Aus technischer Sicht ist die Umstellung auf SiC-Inverter nur ein Baustein in einem größeren Technologiepfad. Weitere Faktoren, die sich auf Reichweite und Effizienz auswirken, sind die Motorenarchitektur, Getriebeübersetzungen, Rekuperationsstrategien, Aerodynamik sowie Fahrzeuggewicht. BMW hat offenbar an mehreren dieser Stellschrauben gleichzeitig gearbeitet: Softwareoptimierungen, feinere Ansteuerung der Elektromotoren und eine optimierte Energiemanagement-Strategie tragen zusammen mit der verbesserten Leistungselektronik zu den genannten Reichweitengewinnen bei.
Langfristig werden Fortschritte in der Zellchemie (z. B. höhere Energiedichte, bessere Zyklenfestigkeit), in der Batteriezellfertigung und in der Integration von Batteriemanagementsystemen (BMS) weiteren Spielraum für Effizienz- und Reichweitensteigerungen bieten. Bis solche Fortschritte serienreif und breitflächig verfügbar sind, bieten Maßnahmen wie SiC-Inverter eine sinnvolle Möglichkeit, die Nutzung aus vorhandener Batteriekapazität zu maximieren.
Alltagsrelevanz und Tipp für Käufer
Wer mit dem Gedanken spielt, einen i4 zu kaufen, sollte mehrere Faktoren abwägen: die gewünschte Reichweite im täglichen Betrieb, die verfügbaren Ladeoptionen zu Hause und unterwegs sowie die bevorzugte Fahrweise. Für Nutzer mit häufiger Nutzung von Schnellladestationen ist die Unterstützung von bis zu 200 kW ein Pluspunkt, da sich Ladezeiten für längere Reisen so verringern lassen. Käufer, die Wert auf sportliche Fahrleistungen legen, finden im i4 M60 ein interessantes Angebot, das Leistung und Alltagstauglichkeit kombiniert.
Ein praktischer Tipp: Reifen- und Felgenwahl beeinflussen die Reichweite merklich. Kleinere, aerodynamischere Felgen und energieeffiziente Reifen können den Verbrauch senken und damit die nutzbare Reichweite erhöhen. Ebenso zahlt sich eine vorausschauende Fahrweise mit möglichst konstanter Geschwindigkeit in realen Verbrauchswerten aus.
Fazit
Das 2026er-Update des BMW i4 bringt eine Reihe sinnvoller Verbesserungspunkte: höhere Reichweiten bei unveränderter Batteriekapazität, mehr Leistung in der Topversion i4 M60, neue elektronische Komponenten wie SiC-Inverter sowie praktische Ausstattungsdetails wie die Drive Recorder-Funktion und serienmäßiges Reifenreparatur-Set. Insgesamt positioniert sich der i4 damit als ausgereifte elektrische Limousine, die Effizienz, Fahrspaß und Alltagstauglichkeit ausbalanciert, ohne die charakteristische BMW-Fahrdynamik aus den Augen zu verlieren. Käufer sollten dennoch ihre individuellen Anforderungen prüfen, um das optimale Modell und die passende Ausstattung zu wählen.
Quelle: smarti
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