Bitcoin bei 105.000 $: Stablecoin-Liquidität baut sich auf

Bitcoin konsolidiert nahe 105.000 $, während Stablecoin-Liquidität zunimmt. On-Chain-Kennzahlen, Derivatetrends und Börsenreserven deuten auf latente Kaufkraft und mögliche Akkumulation hin — technische Indikatoren bleiben vorsichtig.

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Bitcoin bei 105.000 $: Stablecoin-Liquidität baut sich auf

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Bitcoin konsolidiert nahe 105.000 $ – Stablecoin-Liquidität wächst

Bitcoin (BTC) notiert weiterhin in der Nähe der Marke von 105.000 $, während sich gleichzeitig die Liquidität in Stablecoins stetig aufbaut. Dieses Umfeld deutet auf eine Phase ruhiger Akkumulation hin, die einem größeren Ausbruch vorausgehen könnte. Marktteilnehmer beobachten On-Chain-Kennzahlen, Derivateaktivitäten und Börsenreserven genau, um Hinweise zu finden, ob neue Kaufkraft am Rand wartet. Eine wachsende Stablecoin-Liquidität kombiniert mit abnehmenden Bitcoin-Börsenreserven ist historisch gesehen oft ein Vorbote für eine stärkere Nachfrage, da Liquiditätsflüsse von Stablecoins in BTC potenziell größere Preisbewegungen auslösen können.

Wichtige Marktdaten im Überblick

Bitcoin wurde zuletzt um etwa 104.978 $ gehandelt, nach einem Rückgang von 1,3 % innerhalb von 24 Stunden. Die Kursbewegungen der vergangenen Woche schwankten zwischen 99.376 $ und 106.562 $, wodurch BTC über sieben Tage nur rund 0,4 % eingebüßt hat und etwa 6 % im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber seinem Rekordhoch von 126.080 $ am 6. Oktober liegt der Kurs damit noch rund 16 % darunter. Solche Seitwärtsbewegungen können für das Marktverhalten bedeutsam sein: Sie signalisieren, dass trotz kurzfristiger Rücksetzer ein substantielles Interesse besteht, das den Kurs stabilisiert und potenziell als Basis für eine nächste Trendbewegung dient.

Trotz des moderaten Rückzugs bleibt die Marktaktivität robust. Das tägliche Spot-Volumen stieg um rund 12 % auf etwa 70,68 Milliarden $, während das Volumen im Derivatemarkt um etwa 14,4 % auf 105,83 Milliarden $ zulegte. Das Open Interest sank um 3,34 % auf 67,58 Milliarden $, was eher auf eine Rotation von Positionen als auf einen frischen Anstieg der Netto-Hebelwirkung hindeutet — ein Hinweis darauf, dass Händler vor möglicher Volatilität vorsichtig agieren. Zusammengenommen deuten diese Daten auf ein aktives Marktinteresse hin, gleichzeitig zeigen sie, dass Trader selektiver vorgehen und Positionen anpassen, statt blind neues Risiko aufzubauen.

Stablecoin-Aufbau signalisiert latente Kaufkraft

On-Chain-Analysen, unter anderem von CryptoQuant, zeigen, dass das Bitcoin Stablecoin Supply Ratio (SSR) auf etwa 13,1 gefallen ist — von Werten oberhalb von 18 zu Jahresbeginn — und damit zu den niedrigeren Werten von 2025 gehört. Ein sinkendes SSR bedeutet typischerweise, dass die Stablecoin-Reserven schneller wachsen als die Marktkapitalisierung von Bitcoin. Praktisch heißt das: Mehr ‚Dry Powder‘ ist in Formen wie USDC, USDT und anderen Stablecoins parkiert und steht bereit, in BTC zu fließen. Diese Dynamik kann bei entsprechender Nachfrage zu verstärkten Kaufwellen führen, da Käufer über ausreichend Liquidität verfügen, um größere Aufträge auszuführen, ohne sofort das Orderbuch zu dominieren.

Was der SSR-Rückgang nahelegt

Der Rückgang des SSR von etwa 15 auf 13 im letzten Monat, während BTC nahe 105.000 $ hält, deutet darauf hin, dass Investoren nicht massiv aus dem Ökosystem aussteigen, sondern sich eher für Käufe positionieren. Ergänzende CryptoQuant-Daten zeigen, dass gleichzeitig die Bitcoin-Reserven an Börsen abnehmen, während die Stablecoin-Salden, etwa auf Binance, zunehmen. Dieses Liquiditätsprofil ist häufig in der Nähe von Marktwendepunkten zu beobachten: Langfristige Besitzer akkumulieren, Verkaufsdruck lässt nach und die Wahrscheinlichkeit für eine Trendänderung steigt. Solche Muster sind besonders relevant, wenn institutionelle Käufer oder größere OTC-Deals die Nachfrage auf ein neues Niveau heben könnten.

Technische Übersicht: neutrale Momentumlage, Spielraum für Bewegung

Aus technischer Sicht präsentiert sich Bitcoin neutral bis leicht bullisch. Der Relative Strength Index (RSI) liegt nahe 44 — weder überkauft noch überverkauft —, während der MACD leicht negativ bleibt und eher auf eine mäßige kurzfristige Schwäche als auf eine vollständige Trendwende hinweist. Bitcoin findet verlässliche Unterstützung um die 99.000 $, eine Zone, in der Käufer in der Vergangenheit wiederholt eingestiegen sind. Solche technischen Indikatoren sollten immer im Kontext von Volumen, Marktstruktur und Liquiditätsverteilung betrachtet werden: Ein RSI um 40–50 in Kombination mit steigender Stablecoin-Liquidität kann beispielsweise eine gesunde Akkumulationsphase signalisieren, bei der Fundamentaldaten und On-Chain-Signale das technische Bild unterstützen.

Bitcoin Tageschart

Der Preis konsolidiert zwischen kurzfristigen gleitenden Durchschnitten und dem mittleren Band der Bollinger-Bänder, was auf ein Abkühlen nach der Volatilität im Oktober hindeutet. Ein klarer Ausbruch über 107.800 $ könnte das Momentum beschleunigen und den Kurs in Richtung der Spanne von 112.000–116.000 $ treiben. Im umgekehrten Fall würde ein decisiver Bruch unter 99.000 $ einen erneuten Test nahe 97.000 $ eröffnen. Trader sollten zusätzlich auf die Breite und Tiefe des Orderbuchs achten: Lücken in der Liquidität (Liquidity Gaps) können schnelle, nicht-lineare Preisbewegungen begünstigen, während gut gefüllte Bid- oder Ask-Seiten stärkere, aber langsamere Trends unterstützen.

Ausblick und Trading-Überlegungen

Händler und Investoren sollten Stablecoin-Reserven, On-Exchange-BTC-Balances, Derivatevolumen und Open Interest genau verfolgen, um die Akkumulationsphase zu bestätigen. Ein steigender Stablecoin-Bestand kombiniert mit sinkenden Exchange-Reserven ist oft ein frühes Anzeichen dafür, dass die Kaufkraft größer wird als das verfügbare Verkaufsangebot. Zusätzlich können Indikatoren wie Fund Flow-Analysen, Wallet-Aktivität und das Verhalten von Adressen mit hohem Volumen (Whales) wertvolle Kontextinformationen liefern. Für institutionelle Marktteilnehmer sind auch Faktoren wie OTC-Liquidität, regulatorische Nachrichten und Zinssätze von Bedeutung, da sie das Risiko- und Renditeprofil beeinflussen können.

Risikomanagement bleibt entscheidend: Beobachten Sie die Intraday-Liquidität und die Tiefe des Orderbuchs, wenn sich der Preis Schlüsselwiderstände oder -unterstützungen nähert. Stop-Loss-Strategien sollten an Volatilitätsniveaus angepasst werden — zu enge Stops können durch übliche Schwankungen ausgelöst werden, während zu weite Stops das Risiko unnötig erhöhen. Beim Handel mit Hebelprodukten ist zudem die Überwachung des Open Interest und der Margin-Levels wichtig, da Liquidationen in Zeiten hoher Volatilität Kaskadeneffekte auslösen können. Für längerfristige Anleger können schrittweise Kaufprogramme (DCA) helfen, das Timing-Risiko zu reduzieren und von der aufgebauten Stablecoin-Liquidität zu profitieren, ohne auf einen perfekten Einstiegszeitpunkt warten zu müssen.

Zusammenfassend deutet die Konsolidierung von Bitcoin nahe 105.000 $ in Verbindung mit wachsender Stablecoin-Liquidität darauf hin, dass latente Kaufkraft aufgebaut wird. Während technische Indikatoren derzeit vorsichtig bleiben, spricht das breitere Liquiditätsumfeld für eine Phase der Akkumulation, die BTC für einen möglichen Ausbruch positionieren könnte, falls die Nachfrage einsetzt. Marktteilnehmer sollten eine Kombination aus On-Chain-Analyse, Volumenbeobachtung und diszipliniertem Risikomanagement nutzen, um Chancen zu erkennen und gleichzeitig unerwartete Marktbewegungen abzufedern.

Quelle: crypto

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