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Die nächste Galaxy S26-Serie von Samsung könnte an den bekannten Modellnamen festhalten, aber die Ladeleistung vor allem beim Ultra-Modell deutlich verändern. Aktuelle Leaks deuten auf gezielte Verbesserungen beim kabelgebundenen und kabellosen Laden hin, die das Flaggschiff näher an die Konkurrenz rücken könnten. Diese möglichen Änderungen betreffen nicht nur reine Wattzahlen, sondern haben Auswirkungen auf Ladezyklen, thermisches Management, echte Ladezeiten und die Nutzererfahrung im Alltag.
Was ändert sich beim kabelgebundenen Laden?
Laut einem neuen Leak des X-Nutzers Anthony (@TheGalox_) sollen das Galaxy S26 und das S26 Plus offenbar die kabelgebundenen Ladewerte des Vorjahres beibehalten: 25W für das Basismodell S26 und 45W für das S26 Plus. Die eigentliche Schlagzeile ist jedoch das S26 Ultra, das Berichten zufolge auf 60W kabelgebundenes Laden steigen soll, im Vergleich zu den 45W des S25 Ultra. Diese Erhöhung würde das Ultra-Modell in eine andere Leistungsstufe heben und die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Herstellern mit aggressiveren Schnellladetechnologien verbessern.
Auf dem Papier mag eine Steigerung von 45W auf 60W nicht spektakulär erscheinen, doch in der Praxis kann sie bedeutsame Minuten beim Aufladen sparen, insbesondere in realen Situationen mit vielfachen kurzen Ladezyklen über den Tag hinweg. Entscheidend ist, wie Samsung das thermische Management implementiert — also die Steuerung von Wärmeentwicklung durch Software, Kühlkörper und Komponentenwahl — sowie die Kosten und Integration leistungsfähigerer Ladeelektronik. Frühere Berichte zum S26 Ultra waren uneinheitlich: Manche Quellen erwarteten ein Upgrade, andere hielten weiterhin 45W für wahrscheinlich. Der aktuelle Leak deutet darauf hin, dass Samsung intern noch evaluiert, ob und wie weit man die maximale Ladeleistung anhebt, ohne die Batterielebensdauer zu gefährden oder die Gerätekosten unverhältnismäßig zu erhöhen.

Ein Wechsel zu 60W würde Samsung situativ näher an Hersteller bringen, die 80W, 100W oder sogar mehr anbieten, unterscheidet sich aber darin, dass Samsung typischerweise keine Ladegeräte mehr in der Verpackung beilegt. Das bedeutet: Nutzer, die das maximale Potenzial von 60W ausnutzen wollen, bräuchten ein kompatibles Ladegerät, das die entsprechenden Spannungs- und Stromprofile unterstützt. In diesem Kontext sind Standards und Protokolle wie USB Power Delivery (USB-PD), proprietäre PPS-Profile (Programmable Power Supply) und implementierte Schutzmechanismen relevant, um Ladeleistung effizient und sicher bereitzustellen.
Kabelloses Laden erhält einen einheitlichen Schub
Auch beim kabellosen Laden scheint die S26-Produktreihe eine spürbare Verbesserung zu bekommen. Dem Leak zufolge sollen das S26 und S26 Plus künftig 20W kabelloses Laden unterstützen, während das Ultra mit einem kompatiblen Ladegerät auf 25W steigen würde. Das wäre ein klarer Fortschritt gegenüber dem S25, das bei kabellosem Laden offiziell auf 15W begrenzt war. Eine solche Angleichung der Wireless-Werte würde die Alltagstauglichkeit des kabellosen Ladens erhöhen — weniger Wartezeit, höhere Effizienz und bessere Kompatibilität mit leistungsstärkeren Qi-Pads und proprietären Samsung-Ladezubehörteilen.
Praktisch entscheidend ist aber, wie gut Samsungs Implementierung mit Wärme-Management umgeht, wenn höhere kabellose Leistungen genutzt werden. Kabelloses Laden erzeugt typischerweise mehr Oberflächentemperatur als kabelgebundenes Laden, weil Induktionsspulen und Leistungselektronik enger zusammenliegen. Verbesserungen könnten daher nicht nur in der Angabe einer höheren Wattzahl bestehen, sondern auch in optimierten Ladespulen, intelligenter Ladesteuerung und Wärmesenken, die Wärmespitzen abmildern. Außerdem spielt die Kompatibilität mit Qi-Standards, die Unterstützung für Wireless PowerShare (Rückwärts-Ladefunktion) und die Verfügbarkeit passender Ladepads oder -stations eine wichtige Rolle für die Nutzererfahrung.
Akkugröße und reale Ladegeschwindigkeiten
Weitere geleakte Details lassen darauf schließen, dass das S26 insgesamt eine etwas größere Akkukapazität bekommen könnte — rund 4.300 mAh statt der 4.000 mAh des S25. Eine größere Batterie bedeutet potenziell mehr Laufzeit, kann aber auch die absolute Ladezeit verlängern, sofern die Ladeleistung nicht proportional erhöht wird. Ein von dem Leaker geteiltes GSMArena-Screenshot zeigte, dass das S25 eine Ladung eine Minute schneller abschloss als ein iPhone 17 mit einer ähnlichen 3.988-mAh-Zelle; solche Vergleiche sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, weil reale Ladezeiten von mehreren Faktoren abhängen, darunter die Batteriechemie, der gewählte Ladealgorithmus, die Temperaturregelung und das verwendete Ladegerät.
Wichtig ist zu verstehen, dass die Angabe einer Spitzenleistung (z. B. 60W) oft nur einen begrenzten Zeitraum der Ladekurve betrifft. Moderne Smartphones laden in der Regel sehr schnell von 0 auf 30–60 % und verlangsamen dann deutlich, um die restliche Kapazität schonender zu befüllen. Diese sogenannte Ladecharakteristik oder Ladekurve beeinflusst, wie viele Minuten ein Nutzer wirklich spart: Für jemanden, der regelmäßig kurz nachlädt, kann eine höhere Peak-Leistung größeren praktischen Nutzen haben als für jemanden, der selten unter 20 % Akkustand fällt und meist von 20 auf 100 % lädt. Zudem wirkt sich thermisches Throttling auf die Ladegeschwindigkeit aus, sobald das Gerät eine kritische Temperatur erreicht. Samsung wird hier durch Softwareoptimierung (z. B. adaptive Leistungssteuerung), Bauteilauswahl und Gehäusedesign versuchen müssen, eine Balance zwischen Tempo und Batterieschutz zu finden.
Warum 60W wichtig ist (und wo weniger reicht)
Im Jahr 2026 sind die Lade-Standards bei Flaggschiffen breit gefächert. Einige Hersteller treiben kabelgebundene Ladeleistungen in den dreistelligen Wattbereich und legen teilweise sogar ein Ladegerät bei, das diese Leistungen unterstützt. Samsung verfolgt historisch eine konservativere Strategie: Das Unternehmen verzichtet oft auf beigelegte Ladegeräte und setzt lieber auf langfristige Batteriegesundheit und moderates Peak-Management, um Hitzeentwicklung und Verschleiß zu minimieren. Ein S26 Ultra mit 60W wäre daher ein pragmatischer Kompromiss — deutlich schneller als zuvor, ohne die Risiken und die Komponentenanforderungen extremer Schnellladesysteme voll zu übernehmen.
Aus technischer Sicht bringt 60W Vorteile beim täglichen Nutzen, weil es die Zeit bis zu einem praktischen Ladelevel (etwa 50–80 %) reduziert. Für Power-User, die oft unterwegs sind und zwischen kurzen Sessions schnell Energie auffüllen wollen, verbessert das die Alltagstauglichkeit erheblich. Andererseits sind bei extremen Ladeleistungen zusätzliche Komponenten wie spezialisierte Lade-ICs, wärmeleitende Materialien, größere Heatpipes oder andere Kühlkonzepte nötig — was sich auf Gewicht, Design und Kosten auswirkt. Darüber hinaus ist die Akkupflege (z. B. Ladebegrenzungen, adaptive Ladealgorithmen) ein Faktor, der langfristig die Akkugesundheit schützt, auch wenn die Spitzenleistung hoch ist.
Es lohnt sich zudem, die Rolle der Standards zu betrachten: USB Power Delivery mit PPS-Unterstützung bietet flexible Spannungs- und Stromprofile, die moderne Smartphones brauchen, um hohe Leistungen sicher zu verhandeln. Samsung kann sich entscheiden, stark auf USB-PD/PPS zu setzen oder zusätzlich proprietäre Anpassungen einzubringen, um das Gerät optimal mit Samsungs eigenem Ladezubehör zu nutzen. Für Endnutzer bedeutet das, dass das tatsächliche Nutzungserlebnis auch von der Auswahl des Ladegeräts abhängt — nicht nur vom Smartphone selbst.
Worauf man als Nächstes achten sollte
- Offizielle Ankündigungen von Samsung zu den Lade-Spezifikationen und dazu, ob ein kompatibles Ladegerät angeboten oder empfohlen wird. Eine klare Kommunikation seitens Herstellers zu unterstützten Ladeprotokollen (z. B. USB-PD, PPS) hilft Käufern bei der Entscheidung, welches Zubehör nötig ist.
- Unabhängige Tests, die reale Ladezeiten, thermisches Throttling, die Form der Ladekurve und den Einfluss auf die Batterielebensdauer bewerten. Labortests und Langzeittests sind wichtig, um zu verstehen, wie sich 60W im Alltag auswirken — inklusive Messungen der Wärmeentwicklung, Ladeeffizienz und Alterung nach zahlreichen Ladezyklen.
- Preisgestaltung und Modellvarianten, die beeinflussen könnten, welche Versionen der Modelle die schnellere Ladehardware erhalten. Es ist möglich, dass Samsung die 60W-Technik dem Ultra vorbehalten oder sie nur in höherpreisigen Speicherkonfigurationen anbieten könnte, was Auswirkungen auf die Kaufentscheidung hat.
Darüber hinaus sollten Interessenten nach Zertifizierungen, kompatiblen Drittanbieter-Ladegeräten und konkreten Angaben zur Unterstützung von kabellosen Ladeprotokollen Ausschau halten, etwa Temperaturmanagement beim Wireless Charging und die Frage, ob Features wie Wireless PowerShare bei höheren Wattzahlen ebenfalls unterstützt bleiben oder limitiert sind.
Fazit: Wenn das S26 Ultra tatsächlich mit 60W kabelgebundenem und 25W kabellosem Laden auf den Markt kommt, wäre das für anspruchsvolle Nutzer ein willkommener Fortschritt — insbesondere für jene, die sich wünschen, dass Samsung den Abstand zu Herstellern verringert, die extreme Schnellladeleistungen forcieren. Entscheidend wird jedoch die tatsächliche Implementierung sein: Wie gut funktioniert das thermische Management, welche Ladeprotokolle werden unterstützt und wie wirken sich die Änderungen langfristig auf die Batterielebensdauer und Alltagserfahrung aus? Solange Samsung keine offiziellen Daten liefert, bleibt die Situation eine Kombination aus realistischem Potenzial und Hoffnungen der Nutzer.
Quelle: gizmochina
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