Mercedes‑AMG streicht mehrere Modelle im Jahr 2026

Mercedes‑AMG kündigt Produktionsstops für mehrere Modelle 2026 an. C 63 und GLC 63 mit Vierzylinder fallen weg; mögliche Rückkehr zum Reihensechszylinder (M256) und stärkere Hybridisierung prägen die Strategie.

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Mercedes‑AMG streicht mehrere Modelle im Jahr 2026

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Mercedes confirms several AMG models will be dropped in 2026

Das Produktmanagement von Mercedes‑Benz in Deutschland hat stillschweigend eine deutliche Umstrukturierung der AMG‑Palette skizziert: Die Produktion mehrerer AMG‑Modelle wird im nächsten Jahr eingestellt. Zu den auffälligsten Opfern zählen der auf Vierzylinderbasis konstruierte C 63 sowie sein mechanisch verwandter SUV‑Bruder, der GLC 63, die beide voraussichtlich im Mai 2026 auslaufen werden. Diese Entscheidung spiegelt einerseits regulatorischen Druck und anderseits veränderte Käuferpräferenzen wider, die Mercedes‑AMG zu einer Neuausrichtung der Antriebsstrangstrategie veranlassen.

Which models leave and when

Nach Angaben eines internen Memos, das der deutschen Seite Elektroauto News vorliegt, wird Mercedes außerdem die Fertigung des C 43 und des GLC 43 im Februar 2026 einstellen. Zur gleichen Zeit wird der GLA 35 – ein Standardmotor mit AMG‑Spezifikationen – ebenfalls aus dem Programm genommen. Auffällig bleibt, dass das sportlichere GLA 45 ohne Unterbrechung weiterproduziert wird, was auf eine differenzierte Modellstrategie hinweist: Mercedes‑AMG behält Performance‑Kernelemente, während andere Varianten auslaufen.

  • February 2026: C 43, GLC 43, GLA 35
  • May 2026: C 63 (four-cylinder), GLC 63 (four-cylinder)

What comes next for the C 63?

Händler sollen in Kürze Leitlinien zu Nachfolgemodellen erhalten. Mattias Geisen, Vorstandsmitglied von Mercedes für Vertrieb und Marketing, deutete an, dass der nächste C 63 wieder auf eine Reihensechszylinder‑Konfiguration (Inline‑Six) zurückkehren wird. Ob es sich dabei um einen vollständig neuen Sechszylinder oder um eine von AMG überarbeitete Version des bestehenden M256‑Aggregats handelt, bestätigte er nicht. Diese Ankündigung ist wichtig für Kunden und Enthusiasten, denn sie signalisiert eine Rückkehr zu einem Triebwerk mit traditionell stärkerem Klang, mehr Drehmoment und einer anderen Performance‑Charakteristik als die bisher verwendeten Vierzylinder‑Hybride.

Zum Hintergrund: Der M256 ist ein Reihen‑Sechszylinder mit einer einzelnen Turbolader‑Ladung und einem elektrischen Zusatzkompressor (so genannter "e‑Booster"), der bis zu etwa 70.000 U/min arbeiten kann, um Turboloch zu verkürzen und spontaner Ansprechbarkeit zu sorgen. Im US‑Modell 2026 Mercedes‑AMG E 53 Plug‑in‑Hybrid liefert der M256 eigenständig 443 hp und 413 lb‑ft (560 Nm); kombiniert mit dem permanent erregten Synchronmotor wird das System mit 577 hp und 553 lb‑ft (750 Nm) angegeben, wobei per Launch Control kurzfristig bis zu 604 hp abrufbar sind. Der E 53 PHEV erreicht damit in etwa 3,7 Sekunden von 0 auf 60 mph und zeigt, wie die Kombination von Verbrennungs‑ und Elektrokomponenten hohe Leistung mit verbesserter Ansprechzeit verbindet. Zudem sorgt die Reihensechszylinder‑Charakteristik für einen deutlich volleren, reicheren Klang im Vergleich zu den aktuellen Vierzylinder‑Hybriden, was für viele AMG‑Käufer ein entscheidender Faktor ist.

Why the change matters

Der auslaufende C 63 S E Performance machte Schlagzeilen als einer der extremsten Vierzylinder‑basierten Hybride, doch sich ändernde Kundenwünsche und verschärfte Regulierungen treiben Mercedes in Richtung alternativer mechanischer Lösungen. Die Reihensechszylinder‑Architektur bietet mehrere technische und emotionale Vorteile: einen samtigeren Motorlauf, ausgeprägtere Klangfarben, ein breiteres Drehmomentband und in vielen Fällen bessere Verpackungsoptionen für Mild‑Hybrid‑ oder Plug‑in‑Hybrid‑Varianten. Für Käufer, die großen Wert auf Motorcharakter, Klang und lineare Kraftentfaltung legen, könnte der Sechszylinder eine willkommene Rückkehr zu vertrauten AMG‑Eigenschaften bedeuten.

„A six‑pot lump is on the menu for the next phase of the C 63,“ sagte Geisen gegenüber dem Unternehmen — ein Hinweis auf die nächste Performance‑Richtung von AMG und auf die Bedeutung von Motorcharakter und Klang im Premiumsegment.

Where the SL 43 and range-topping SL variants fit in

Das interne Memo erwähnte den SL 43 nicht, sodass seine Zukunft vorerst unklar bleibt. Der SL 43 ist derzeit das einzige heckgetriebene SL‑Modell und kostet vor Steuern etwa 112.550 US‑Dollar. Mit 416 hp und 369 lb‑ft (500 Nm) ordnet er sich leistungsmäßig eher moderat ein – Werte, die manche Beobachter im Verhältnis zum Preis als zurückhaltend bewerten. Dennoch trägt sein textiler Klappdach, das sich in rund 15 Sekunden bei Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h (37 mph) zusammenfalten lässt, zur Attraktivität und Alltagstauglichkeit bei. Solche Komfort‑ und Designmerkmale sind wichtig, wenn Hersteller differenzierte Farbpaletten, Materialien und Komfortoptionen innerhalb einer Baureihe anbieten.

Am anderen Ende des Spektrums bietet die SL‑Modellreihe auch Plug‑in‑Hybridvarianten mit einem doppelt aufgeladenen V8 an, die mit stolzen 805 hp und 1.047 lb‑ft (1.420 Nm) beworben werden. Angesichts des Leergewichts des SL von rund 4.839 lb (2.195 kg) relativieren sich diese technischen Daten in der Praxis, sie unterstreichen jedoch Mercedes’ Strategie, unter derselben Modellbezeichnung stark unterschiedliche Performance‑Persönlichkeiten anzubieten – vom dezenten Roadster bis hin zum extrem leistungsfähigen Plug‑in‑Hybrid mit V8‑Unterstützung. Diese Bandbreite ermöglicht es Mercedes, mehrere Käufersegmente innerhalb einer Baureihe anzusprechen, von Komfort‑Orientierten bis zu leistungsorientierten Enthusiasten.

Quick takeaways

  • Der auf Vierzylinderbasis konstruierte C 63 und der GLC 63 werden im Mai 2026 aus der Produktion genommen.
  • Mehrere mit „43“ gekennzeichnete Modelle sowie der GLA 35 enden bereits im Februar 2026.
  • Mercedes verlagert den C 63 wahrscheinlich zurück auf einen Reihensechszylinder (möglicherweise auf Basis des M256).
  • Das Schicksal des SL 43 ist derzeit unklar, während Hybrid‑ und V8‑Varianten der SL‑Baureihe die Bandbreite der Modellpolitik weiter ausweisen.

Diese Änderungen markieren einen Wendepunkt für Mercedes‑AMG, da die Marke ihre Antriebsstrangstrategie neu ausrichtet – getrieben von strengeren Emissionsvorgaben, Elektrifizierungszielen und sich wandelnden Käuferwünschen. Technisch gesehen dürfte die Abkehr von bestimmten Vierzylinder‑Hybriden und die Rückkehr zur Reihensechszylinder‑Architektur bedeuten, dass AMG künftig stärker auf akustische Qualität, Drehmomentverlauf und hybride Integration achtet. Für Enthusiasten bedeutet dies eine Mischung aus elektrifizierter Performance und einem erneuten Fokus auf die klanglichen und drehmomentbezogenen Vorzüge von Reihensechszylinder‑Motoren. Gleichzeitig werfen diese Produktionsentscheidungen Fragen zur Ersatzteilversorgung, Wertentwicklung und zu künftigen Sammlerstücken auf – Punkte, die Käufer und Händler in den kommenden Monaten genau beobachten werden.

Aus wirtschaftlicher Sicht sind solche Modellbereinigungen üblich, wenn Hersteller Kapazitäten für neue, technologisch anspruchsvollere Antriebe freimachen müssen. Die Umstellung betrifft nicht nur Motorenbau und Softwareintegration, sondern auch Fertigungsstraßen, Lieferketten und Schulungen für Servicetechniker. Mercedes‑AMG steht damit vor der Herausforderung, die Balance zwischen Tradition (emotionale Motorcharakteristika) und Zukunft (Hybridisierung, Effizienz, Emissionsgrenzwerte) zu halten.

Für den Gebrauchtwagenmarkt könnten die auslaufenden C 63‑ und GLC 63‑Modelle künftig an Attraktivität gewinnen, vor allem bei Sammlern, die die Einzigartigkeit der Vierzylinder‑Hybride — kombiniert mit AMG‑Performance — schätzen. Gleichzeitig dürften potentielle Käufer von Neuwagen stärker auf kommende Sechszylinder‑Varianten achten, die möglicherweise ein anderes Fahrerlebnis bieten: mehr Laufruhe, andere Soundabstimmung und ein anderes Ansprechverhalten, insbesondere in Kombination mit elektrifizierten Komponenten wie 48‑V‑Mild‑Hybrid‑Systemen oder Plug‑in‑Hybriden.

Auf der regulatorischen Seite ist zu erwarten, dass neben CO2‑Grenzwerten auch Geräuschemissionen, Real Driving Emissions (RDE) und Verbrauchskennwerte weiterhin als Treiber fungieren. Hersteller wie Mercedes prüfen daher, welche Antriebsstrangkonzepte die besten Kompromisse zwischen Leistung, Verbrauch und gesetzlichen Vorgaben ermöglichen. Die Reihensechszylinder‑Plattform bietet hier mehrere Ansatzpunkte: sie kann thermodynamisch effizient ausgelegt werden, lässt sich gut mit elektrischen Zusatzkomponenten kombinieren und bietet Raum für unterschiedlich starke Hybridisierungen.

Aus Sicht der Markenstrategie kann diese Phase als Chance begriffen werden, die Kernwerte von AMG — Leistung, Expertise in Motorentwicklung und emotionale Ansprache — mit modernen, emissionsreduzierten Technologien zu verknüpfen. Wichtig wird sein, wie Mercedes‑AMG die Kommunikation gegenüber Kunden gestaltet: transparente Aussagen zu Verfügbarkeit, Nachfolgemodellen, technischen Spezifikationen und Preispositionierung sind entscheidend, um Vertrauen zu schaffen und die Absatzkanäle reibungslos zu steuern.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die angekündigten Produktionsstopps für 2026 zwar das Ende bestimmter Modellvarianten markieren, gleichzeitig aber das Feld für eine neue Generation von AMG‑Fahrzeugen öffnen — eine Generation, die verstärkt auf Reihensechszylinder, Hybridisierung und differenzierte Performance‑Strategien setzt. Interessierte Käufer, Händler und Fans sollten die weiteren offiziellen Mitteilungen von Mercedes‑Benz aufmerksam verfolgen, da diese Hinweise zu technischen Details, Preisgestaltung und Marktstarttermine der Nachfolgemodelle enthalten dürften.

Quelle: autoevolution

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