Coinbase startet Kalshi-gestützte regulierte Prognosemärkte

Geleakte Screenshots deuten an, dass Coinbase mit Kalshi an regulierten Prognosemärkten arbeitet. Der Text analysiert Produktstruktur, regulatorische Folgen, Wettbewerb und Coinbases Expansion nach Singapur.

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Coinbase startet Kalshi-gestützte regulierte Prognosemärkte

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Leaked screenshots reveal Coinbase may launch Kalshi-backed prediction markets

Durchgesickerte Screenshots, die der Forscherin Jane Manchun Wong zugeschrieben werden, deuten darauf hin, dass Coinbase eine neue Plattform für Prognosemärkte entwickelt, die auf der regulierten Infrastruktur von Kalshi aufbauen würde. Die in sozialen Netzwerken verbreiteten Bilder zeigen Coinbase-gebrandete Marktseiten, Onboarding-Anleitungen und eine Benutzeroberfläche, die offenbar die Teilnahme in USDC und US-Dollar in verschiedenen Kategorien wie Wirtschaft, Sport, Wissenschaft, Politik und Technologie unterstützt. Diese Hinweise legen nahe, dass Coinbase die Integration von Prognosemärkten und regulierten Event-Kontrakten aktiv vorantreibt, wobei sowohl institutionelle als auch private Nutzer als Zielgruppen erkennbar sind.

Produktsignale und Struktur

Die geleakte Benutzeroberfläche deutet darauf hin, dass das Produkt von Coinbase Financial Markets, der Derivate-Sparte der Börse, verwaltet werden könnte und "through Kalshi" ausgeliefert wird — ein Ausdruck, der darauf hinweist, dass die Lösung Kalshis regulatorischen Rahmen und die Event-Kontrakt-Architektur nutzen würde. Die Screenshots zeigen ferner eine FAQ-Sektion sowie einen Schritt-für-Schritt-Onboarding-Prozess. Zusammen mit Hinweisen auf Custody-Optionen lässt das auf einen vollständigen Consumer-Flow schließen: von der Verwahrung (Custody) über die Handelsausführung bis hin zur Abwicklung in USDC-Stablecoins oder Fiat-Dollar.

Technisch gesehen würden Kalshis regulierte Event-Kontrakte eine standardisierte Struktur für Ergebnisverträge liefern, während Coinbase als Verwahrer (Custodian) die Verwahrung von USDC und die Abwicklung übernehmen könnte. Ein solches Setup erlaubt es, auf zwei wichtigen Säulen aufzubauen: erstens die regulatorische Zulassung und Marktstruktur von Kalshi, zweitens die Verwahrungs- und Zahlungsinfrastruktur von Coinbase einschließlich USDC-Rails. Diese Kombination adressiert sowohl Compliance-Anforderungen als auch die Nutzererwartung an sichere Verwahrung und schnelle Abwicklung über Stablecoins.

Aus Produktperspektive sind mehrere Komponenten zu beobachten: UI/UX für Marktübersicht und Handelsausführung, Onboarding mit KYC/AML-Prozessen, Marktregeln und Vertragsausgestaltung für Event-Kontrakte, sowie Settlement-Mechanismen in USDC oder Fiat. Zusätzlich deuten Hinweise auf eine Kategorie-basierte Gliederung (Wirtschaft, Politik, Technologie etc.) auf ein breit angelegtes Marktangebot hin, das sowohl kurzfristige Ereignisse (z. B. Wahlergebnisse) als auch längerfristige wirtschaftliche Indikatoren abdecken könnte. Solch eine Struktur würde sowohl Retail-Trader als auch institutionelle Akteure ansprechen, die nach Hedging- oder Spekulationsmöglichkeiten in regulierten Derivaten suchen.

Why Coinbase is targeting prediction markets

Coinbase hat wiederholt seine Ambition signalisiert, zur „Everything Exchange“ zu werden — eine Plattform, die möglichst viele Finanzprodukte rund um Krypto, Stablecoins und digitale Assets anbietet. Prognosemärkte passen gut zu dieser Strategie, da sie das Produktportfolio um Event-basierte Derivate erweitern und neue Umsatzquellen ermöglichen: Gebühren für Handelsausführung, Verwahrung, Market-Making und potenziell Gebühren für Marktdatendienste. Die Partnerschaft zwischen Coinbase und Kalshi, die Mitte November bekannt gegeben wurde, ermöglicht Coinbase, als Verwahrer für Kalshis USDC-basierte Event-Kontrakte zu fungieren. Damit könnte Coinbase seine Verwahrungs- und USDC-Infrastruktur nutzen, während Kalshi die regulatorische Konformität und die Vertragslogik bereitstellt.

Aus strategischer Sicht bietet die Integration von Prognosemärkten mehrere Vorteile: sie erhöht die Nutzerbindung durch ein erweitertes Produktangebot, eröffnet Einnahmequellen außerhalb des reinen Krypto-Handels und stärkt Coinbases Position gegenüber Wettbewerbern, die ihrerseits ebenfalls regulatorische Event-Kontrakte vorantreiben. Für institutionelle Kunden kann ein Coinbase-Angebot attraktiv sein, weil es verwahrte Liquidität, Compliance-Services und bekannte Settlement-Mechanismen kombiniert. Für Retail-Nutzer wiederum ist die Verfügbarkeit von USDC als Settlement-Mittel ein Komfortfaktor: schnelle, transparente Abwicklung ohne direkte Fiat-Rail-Interaktionen.

Die Entscheidung, auf Kalshi zu setzen, ist zudem eine pragmatische Maßnahme, um regulatorische Hürden zu senken. Kalshi hat bereits einen Dialog mit der US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aufgenommen und arbeitet in einem Rahmen, der speziell auf Event-Kontrakte zugeschnitten ist. Indem Coinbase „through Kalshi“ anbietet, kann es von bestehender regulatorischer Expertise profitieren und gleichzeitig sein eigenes Produktökosystem um ein neues Derivatsegment erweitern — ein Ansatz, der typischerweise schneller zur Marktreife führt, als eine komplett eigenständige Genehmigungs- und Produktentwicklung.

Wirtschaftliche Treiber und Nutzerbedarf

Der wirtschaftliche Anreiz für Coinbase liegt nicht nur in den direkten Handelsgebühren. Prognosemärkte generieren hochwertige Marktdaten, die für Research, Risikomanagement und Preisfindung genutzt werden können. Solche Daten können wiederum in Market-Making-Strategien, in Arbportunitäten zwischen Krypto- und Event-Märkten oder in SaaS-Diensten an institutionelle Kunden einfließen. Zudem bieten Prognosemärkte ein Instrument zur Preisfindung bei politisch oder wirtschaftlich relevanten Ereignissen, was Tradern, Hedgefonds und politischen Entscheidungsträgern wertvolle Indikatoren liefern kann.

Competition and industry context

Coinbases Vorstoß in Prognosemärkte erfolgt zu einer Zeit, in der mehrere Wettbewerber ähnliche regulatorische Angebote vorantreiben. Gemini hat beispielsweise Zulassungsanträge gestellt, um als designated contract market bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) anerkannt zu werden, ein Schritt, der den Weg für regulierte Event-Kontrakte ebnet. Crypto.com hat kürzlich ein Prognoseprodukt in Partnerschaft mit Trump Media eingeführt, was zeigt, dass sowohl traditionelle Krypto-Börsen als auch neue Plattformen Marktchancen in diesem Segment sehen.

Die Nachfrage nach Prognose- und Event-Märkten stieg deutlich in den Jahren 2024 und 2025; Plattformen wie Kalshi und Polymarket berichteten vor wichtigen politischen und wirtschaftlichen Ereignissen über Rekordvolumina. Dieses Wachstum wurde durch ein verstärktes Interesse an Derivaten, an abgesicherten Wetten auf makroökonomische Indikatoren und an spekulativen Positionen während Wahlzyklen angetrieben. Anbieter reagieren darauf mit Produktinnovationen, regulatorischen Anträgen und Partnerschaften — ähnlich dem beobachteten Zusammenspiel zwischen Coinbase und Kalshi.

Ein differenzierender Faktor in diesem Wettbewerb ist die regulatorische Legitimität: Plattformen, die in einem klaren regulatorischen Rahmen operieren (z. B. mit CFTC-Engagement), haben in der Regel bessere Chancen, institutionelle Gelder anzuziehen. Ein anderer Faktor ist die technische Integration von Stablecoins wie USDC, die ein nahtloses Settlement zwischen on-chain- und off-chain-Lösungen ermöglicht. Schließlich spielen auch Verwahrungsangebote (Custody), insbesondere für institutionelle Anleger, eine zentrale Rolle: Proven Custody-Services und klare Asset-Sicherheitsvorkehrungen sind oft Voraussetzung für größere Kapitalzuflüsse.

Insgesamt entsteht ein wettbewerbsintensives Umfeld, in dem Geschwindigkeit, regulatorische Konformität und technologische Integration über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Plattformen, die schnelle Onboarding-Prozesse, robuste Compliance-Mechanismen und vertraute Settlement-Rails (wie USDC) anbieten, haben derzeit einen strategischen Vorteil.

Regulatory and market implications

Die Einführung eines Prognosemarktes auf einer etablierten Börse wie Coinbase wirft eine Reihe von regulatorischen und marktbezogenen Fragen auf. Zentrale Punkte umfassen Compliance, Verwahrung, Stablecoin-Nutzung und die Rolle der CFTC bei Derivaten auf Ereignisresultate. Indem Coinbase auf Kalshi zurückgreift, könnte es einen klar definierten Pfad nutzen, um innerhalb bereits bestehender regulatorischer Rahmenbedingungen für Event-Kontrakte zu operieren und so mögliche Reibungsverluste mit Aufsichtsbehörden zu minimieren.

Für die Verwahrung bedeutet das Setup, dass Coinbase als Custodian fungiert und somit die Verwahrung von USDC-Reserven, die Verifikation von Kundenvermögen und notwendige Sicherheits- und Versicherungslösungen bereitstellen müsste. Diese Verantwortung umfasst technische Maßnahmen (Hardware-Sicherheitsmodule, Multi-Signatur-Protokolle), organisatorische Maßnahmen (KYC/AML-Prozesse, Audit- und Reporting-Strukturen) und rechtliche Lösungen (Verträge, Haftungsregelungen). Eine klare Custody-Struktur ist entscheidend, um institutionelles Kapital anzuziehen, da viele institutionelle Akteure strikte Anforderungen an Verwahrung und Kapitalabsicherung haben.

Stablecoins wie USDC spielen in diesem Modell eine zentrale Rolle als Settlement-Instrument. USDC bietet schnelle, programmierbare Abwicklung und ist in vielen Fällen die bevorzugte Brücke zwischen On-Chain-Liquidität und Off-Chain-Fiat-Abwicklung. Dennoch bringt der Einsatz von Stablecoins Fragen zu Reserve-Transparenz, regulatorischer Einstufung und potenziellen Beschränkungen bei grenzüberschreitenden Transaktionen mit sich. Die Interaktion zwischen Stablecoin-Emittenten, Verwahrern und Regulatoren wird daher ein Schlüsselfaktor sein.

Die Rolle der CFTC ist besonders relevant, da Event-Kontrakte häufig in eine regulatorische Grauzone zwischen klassischen Wetten, traditionellen Finanzderivaten und innovativen On-Chain-Kontrakten fallen. Ein Produkt, das als Derivat eingestuft wird, unterliegt typischerweise strengen Reporting- und Marktaufsichtsanforderungen. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit etablierten, regulatorisch orientierten Partnern wie Kalshi ein sinnvoller Schritt, um die Zulassung und die Einhaltung von Auflagen zu erleichtern. In jedem Fall werden Transparenz, Marktüberwachung und Mechanismen zur Vermeidung von Marktmanipulationen unerlässlich sein.

Auf Marktseite können regulierte Prognosemärkte die Liquidität und das Vertrauen in Event-basierte Derivate steigern. Durch die Integration in eine große Börseninfrastruktur könnten Handelsvolumen und Preisfindung verbessert werden, was wiederum die Attraktivität dieses Instruments für eine breitere Nutzerbasis erhöht. Gleichzeitig müssen Marktteilnehmer die Risiken verstehen: Volatilität, Liquiditätsrisiken bei speziellen Ereignissen sowie regulatorische Unsicherheiten in unterschiedlichen Jurisdiktionen.

Coinbase expands business services in Singapore

Unabhängig von den Prognosemärkten hat Coinbase Coinbase Business in Singapur eingeführt — die erste internationale Einführung einer geschäftsorientierten Plattform des Unternehmens. Der Dienst bietet sofortige USDC-Auszahlungen, globale Überweisungen, automatisierte Buchhaltungs-Integrationen und Echtzeit-SGD-Banking über Standard Chartered. Diese Expansion unterstreicht Coinbases Engagement, professionelle Zahlungs- und Abwicklungsservices für Firmenkunden bereitzustellen und zeigt, wie Stablecoins und traditionelle Banken zusammenwirken können.

Die Singapur-Expansion baut auf der BLOOM-Initiative von Coinbase auf, einer Zusammenarbeit mit der Monetary Authority of Singapore (MAS), die darauf abzielt, Fiat- und Krypto-Ökosysteme für grenzüberschreitende Zahlungen, Lohnabrechnungen und Unternehmenszahlungen zu verbinden. Für Unternehmen bedeutet dies potenziell schnellere Gehaltszahlungen in Stablecoin, reduzierte Kosten bei internationalen Transfers und nahtlose Integration in bestehende Buchhaltungssysteme. Außerdem kann die Verbindung zu einer etablierten Bank wie Standard Chartered die Brücke zwischen digitalen Assets und traditionellen Fiat-Rails stärken.

Aus Sicht der Produktstrategie ist die Einführung in Singapur ein strategisch sinnvoller Schritt: Singapur gilt als regulatorisch zugänglicher und innovationsfreundlicher Finanzplatz in Asien, mit einer klaren Aufsichtsstruktur, die FinTech-Innovationen fördert. Das markteinführende Coinbase Business-Angebot könnte als Blaupause für weitere internationale Rollouts dienen, insbesondere in Jurisdiktionen, die eine Balance zwischen Regulierung und Innovation suchen.

Technische und operative Details

Die angebotenen Funktionen wie Echtzeit-SGD-Banking und sofortige USDC-Auszahlungen deuten auf eine enge technische Integration zwischen Coinbases Plattform, Stablecoin-Rails und Bankensystemen hin. Automatisierte Buchhaltungsintegrationen (z. B. mit ERP- und Payroll-Systemen) reduzieren manuelle Schritte und erleichtern die Adoption durch Finanzabteilungen. Für internationale Firmenkunden sind solche Funktionalitäten oft entscheidend, um Stablecoin-Zahlungen in den täglichen Betrieb zu integrieren.

What to watch next

Wichtig wird sein, auf eine offizielle Ankündigung von Coinbase zu achten, die klarmacht, ob und wie die Plattform öffentliche Märkte eröffnen wird, welche Genehmigungen bei der CFTC oder anderen Regulierungsbehörden eingeholt werden sollen und wie Custody sowie USDC-Settlement technisch und rechtlich integriert werden. Zu beobachten sind insbesondere:

  • Formale Bestätigungen der Partnerschaft mit Kalshi und der genauen Rollenverteilung (z. B. Custodian vs. Market Operator).
  • Regulatorische Schritte: Einreichungen, Genehmigungen und Dialog mit der CFTC, SEC oder internationalen Aufsichtsbehörden.
  • Technische Implementierung von Onboarding, KYC/AML, Marktüberwachung und Settlement-Prozessen in USDC.
  • Produktdetails: Gebührenstruktur, verfügbare Marktarten, Hebel/Limitierungen und Schutzmechanismen gegen Marktmanipulation.
  • Internationale Expansion: ob das Produkt nur für US-Nutzer gedacht ist oder auch international ausgerollt wird, gegebenenfalls mit regionalen Anpassungen.

Falls ein Kalshi-gestütztes Coinbase-Produkt gestartet wird, könnte dies den Mainstream-Zugang zu regulierten Prognosemärkten beschleunigen und die Verbindung zwischen Stablecoins, Verwahrungsdiensten und Event-basierten Derivaten vertiefen. Gerade die Kombination aus hoher Marktreichweite (Coinbase), regulatorischer Struktur (Kalshi) und effizienten Settlement-Rails (USDC) birgt das Potenzial, Prognosemärkte stärker in den regulierten Finanzmarkt zu integrieren.

Potentielle Auswirkungen und Szenarien

In einem optimistischen Szenario würde eine solche Integration zu erhöhten Handelsvolumina, verbesserten Preisindikatoren und einer breiteren institutionellen Teilnahme führen. Langfristig könnten Prognosemärkte als sinnvolle Ergänzung zu traditionellen Derivaten dienen — beispielsweise als Hedging-Instrumente für politische Risiken oder als Ergänzung zu Makro-Hedging-Strategien.

Ein vorsichtiges Szenario berücksichtigt regulatorische Hürden oder Marktbehinderungen: Verzögerte Genehmigungen, strenge Auflagen oder Anforderungen an Produktsicherheit könnten den Rollout verlangsamen. Ferner könnten internationale Regulierungen das Angebot je nach Jurisdiktion einschränken. Dennoch bleibt die Aussicht auf eine verstärkte Integration von Stablecoins und Verwahrungsdiensten ein zentraler Treiber für Innovationen in diesem Marktsegment.

Abschließend bleibt zu beobachten, wie Coinbase die Balance zwischen Produktinnovationen, regulatorischer Konformität und Marktsicherheit finden wird. Prognosemärkte haben das Potenzial, wertvolle Marktsignale und neue Geschäftsmodelle zu liefern — Voraussetzung ist jedoch eine sorgfältige Ausgestaltung der rechtlichen, technischen und operativen Rahmenbedingungen.

Quelle: crypto

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