Apple vor Rückkehr zur Nummer 1 im Smartphone-Markt

Apple könnte 2025 wieder Platz 1 im globalen Smartphone‑Markt erreichen. Starke Nachfrage nach dem iPhone 17, Lockerung der Handelsbedingungen und ein großer Gebrauchtgerätemarkt treiben die Prognosen an.

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Apple vor Rückkehr zur Nummer 1 im Smartphone-Markt

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Apple steht offenbar kurz davor, nach einem Jahrzehnt wieder die Spitzenposition im globalen Smartphone-Markt zu übernehmen. Dieser mögliche Positionswechsel wird vor allem durch die starke Nachfrage nach der neuen iPhone-17-Produktreihe sowie durch eine Welle von Geräte‑Upgrades unter Anwendern weltweit angetrieben. Die Kombination aus Produktattraktivität, günstigen makroökonomischen Bedingungen in vielen Schwellenländern und einem großen Bestand an Gebrauchtgeräten, die zu einem Upgrade bereit sind, schafft ein Umfeld, in dem Apple signifikante Marktanteilsgewinne realisieren kann.

Warum das iPhone 17 die Rückkehr antreibt

Laut Analysen von Counterpoint Research und Berichten von Bloomberg hat die im September angekündigte iPhone-17-Familie in wichtigen Märkten wie den USA und China spürbares Interesse geweckt. Die Produktpalette umfasst mehrere Modelle, die unterschiedliche Käufersegmente ansprechen — vom preisbewussten Neukunden bis hin zum Profi‑Nutzer mit hohen Ansprüchen an Kamera und Performance. Diese Modellvielfalt fördert Trade‑up‑Käufe, weil viele Nutzer ein klares Upgrade‑Argument finden: bessere Kamerasysteme, effizientere Prozessoren, längere Software‑Support‑Zeiträume und optimierte Akkulaufzeiten.

Neben der reinen Produktattraktivität profitiert Apple auch von sich entspannenden Handelsbeziehungen zwischen den USA und China sowie von einem schwächeren US‑Dollar gegenüber einigen Währungen. Diese Faktoren stärken die Kaufkraft in mehreren aufstrebenden Märkten und machen Premiumgeräte vergleichsweise erschwinglicher. Counterpoint prognostiziert daher, dass die iPhone‑Auslieferungen 2025 um rund 10 % zulegen könnten, während Samsungs Auslieferungen voraussichtlich moderater wachsen — ungefähr um 4,6 %.

Wichtige Treiber der Nachfrage sind zudem Apples integriertes Ökosystem und die wahrgenommene Langlebigkeit der Geräte. Funktionen wie nahtlose Integration mit anderen Apple‑Produkten, regelmäßige iOS‑Updates sowie ein etabliertes Händler‑ und Carrier‑Netzwerk erhöhen die Attraktivität eines neuen iPhones. Zusätzlich spielen Trade‑In‑Programme von Apple und Wiederverkäuferangeboten eine wesentliche Rolle: Sie senken die Einstiegshürde für Upgrades, indem sie den Restwert des alten Geräts monetarisieren.

Eine Marktverschiebung: Zahlen, die zählen

Branchenprognosen gehen davon aus, dass der Gesamtmarkt für Smartphones 2025 um etwa 3,3 % wachsen wird. Innerhalb dieses moderaten Wachstumsrahmens könnte Apples Marktanteil auf rund 19,4 % steigen — ein Niveau, das das Unternehmen erstmals seit 2011 wieder an die Spitze bringen würde, wenn die Prognosen eintreffen. Solche Verschiebungen sind nicht nur eine Frage verkaufter Einheiten, sondern haben weitreichende Auswirkungen auf Lieferketten, Komponentenpreise und die Positionierung gegenüber Mobilfunkanbietern.

  • Prognostiziertes iPhone‑Versandwachstum für 2025: ~10 %
  • Prognostiziertes Samsung‑Versandwachstum für 2025: ~4,6 %
  • Erwartetes Wachstum des globalen Smartphone‑Marktes 2025: ~3,3 %
  • Prognostizierter Marktanteil von Apple in 2025: ~19,4 %

Diese Zahlen verdeutlichen, dass Apples Wachstum deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen würde. Ein überdurchschnittliches Wachstum kann Lieferengpässe bei bestimmten Bauteilen auslösen, die Produkt-Roadmap von Wettbewerbern beeinflussen und Preisstrategien bei Netzbetreibern ändern. Gleichzeitig könnten gesteigerte Absatzzahlen Apples Services‑Umsatz (App Store, iCloud, Abonnements) ankurbeln, da eine größere installierte Basis tendenziell zu höheren wiederkehrenden Erlösen führt. Analysten beobachten daher nicht nur reine Stückzahlen, sondern auch den Mix zwischen Premium‑ und Volumenmodellen, da dieser Mix die durchschnittlichen Erlöse pro Gerät und somit die Margen stark beeinflusst.

Austauschzyklen und Second‑Hand‑Telefone: ein versteckter Treiber

Ein zentraler, oft unterschätzter Faktor hinter Apples möglicher Rückkehr an die Marktspitze sind Austauschzyklen und der florierende Gebrauchtgerätemarkt. Der Counterpoint‑Analyst Yang Wang hebt hervor, dass viele Verbraucher, die ihr Smartphone während des Höhepunkts der Pandemie gekauft haben, jetzt an einem Punkt angekommen sind, an dem ein Upgrade wirtschaftlich und funktional sinnvoll erscheint. Zwischen 2023 und dem zweiten Quartal 2025 wechselten schätzungsweise rund 358 Millionen gebrauchte iPhones den Besitzer — eine beträchtliche Basis von potenziellen Upgrade‑Käufern.

Die Bedeutung dieses Sekundärmarktes liegt nicht nur in den unmittelbaren Umsätzen durch den Verkauf neuer Geräte. Gebrauchtgeräte sorgen auch für eine niedrigere Eintrittsschwelle für Erstkäufer in Märkten mit geringerer Kaufkraft und fördern gleichzeitig Trade‑In‑Programme, die den Upgrade‑Prozess vereinfachen. Händler, Carrier und spezialisierte Wiederaufbereitungsfirmen spielen hier eine Schlüsselrolle: Sie zertifizieren gebrauchte Geräte, bieten Garantien und ermöglichen damit Vertrauen in Second‑Hand‑Käufe. Das verschiebt Kaufentscheidungen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Besitzer älterer iPhone‑Modelle bei einem überzeugenden neuen Release zum Neukauf greifen.

Hinzu kommt ein ökonomischer Hebel: Wenn ein signifikanter Anteil älterer iPhones auf den Gebrauchtmarkt gelangt, stabilisiert das die Preise für gebrauchte Geräte und schafft kalkulierbare Rückkaufraten, die Hersteller und Händler in ihre Preiskalkulation einbeziehen können. Für Apple wiederum bedeutet eine gut funktionierende Second‑Hand‑Infrastruktur, dass das Unternehmen indirekt von einer Erweiterung der Nutzerbasis profitiert — denn mehr aktive iPhones führen zu höheren Service‑Erlösen und stärkerer Markentreue.

Was kommt als Nächstes: Faltbare Geräte, Budget‑Modelle und ein Redesign

Ein Blick über das Jahr 2025 hinaus zeigt verschiedene strategische Hebel, mit denen Apple seine Marktposition weiter ausbauen könnte. Viele Analysten erwarten ein faltbares iPhone für 2026, das Apple in ein wachsendes Segment bringt, in dem Samsung bereits eine dominante Rolle spielt. Ein faltbares Modell würde Apple ermöglichen, neue Preispunkte zu besetzen und Premium‑Käufer mit innovativem Formfaktor anzusprechen. Gleichzeitig wäre ein erfolgreiches faltbares iPhone ein Signal an die Lieferkette und die Zuliefererindustrie über Apples Fähigkeit, komplexe mechanische und Display‑Technologien auf hohem Qualitätsniveau zu skalieren.

Darüber hinaus wird über ein günstigeres iPhone‑Modell, das als iPhone 17e bezeichnet wird, spekuliert. Ein preislich attraktiveres Modell könnte Apples Reichweite in preissensitiveren Märkten wie Indien, Südostasien oder Teilen Südamerikas erhöhen. Die strategische Herausforderung für Apple wäre hierbei, die Balance zwischen Preis, Marge und Markenschutz zu halten: ein günstiges Modell darf die Premium‑Marke nicht verwässern, muss aber konkurrenzfähige Spezifikationen bieten, um Volumenzuwächse zu ermöglichen.

Für 2027 wird zudem ein radikaleres Redesign prognostiziert, das sowohl Hardware‑ als auch Software‑Aspekte betreffen könnte. Solch ein Redesign könnte neue Materialien, veränderte Formfaktoren, überarbeitete Benutzeroberflächen und differenzierte Kamerasysteme umfassen. Langfristig könnte eine Kombination aus faltbaren Geräten, einem erschwinglicheren Einsteiger‑iPhone und einem Design‑Refresh Apples Momentum festigen und zu einer längerfristigen Marktführerschaft bis 2029 oder darüber hinaus führen, sofern die Auslieferungen, die Komponentenverfügbarkeit und die Nachfrage synchron bleiben.

Warum das wichtig ist

Eine Rückkehr Apples an die Spitze des Smartphone‑Marktes würde die Wettbewerbsdynamik in der Branche grundlegend verändern. Lieferkettenanpassungen wären notwendig, um erhöhte Nachfrage nach bestimmten Komponenten (z. B. Bildsensoren, OLED‑Displays, Modems) zu decken. Netzbetreiber könnten ihre Subventions‑ und Finanzierungsmodelle anpassen, um von einem stärkeren Premiumsegment zu profitieren. Entwickler und Anbieter von mobilen Diensten würden bei einer größeren iPhone‑Basis verstärkt auf iOS‑Optimierung setzen, was das Software‑Ökosystem weiter stärkt.

Für Endkunden bedeutet Apples mögliche Marktführerschaft vor allem Kontinuität bei Premium‑Investitionen: längerer Software‑Support, umfangreichere Service‑Optionen und ein wachsendes Angebot an exklusiven Services. Gleichzeitig würde ein größeres iOS‑Ökosystem den Wert von Drittanbieter‑Apps erhöhen, da Entwickler oft Priorität auf Plattformen mit hoher Zahlungsbereitschaft und stabiler Nutzerbasis legen. Für Unternehmen im Bereich Content, Cloud‑Services und Abonnements können diese Entwicklungen direkte Umsatz- und Wachstumsimpulse bedeuten.

Worauf zu achten ist

  • Vierteljährliche Auslieferungszahlen von Apple und Samsung: Diese Daten geben Aufschluss darüber, ob das prognostizierte Wachstum nachhaltig ist oder von kurzfristigen Promotionen beeinflusst wird.
  • Resonanz und Absatzdynamik neuer iPhone‑Varianten (17e und faltbare Modelle): Marktakzeptanz, Retourenquoten und Carrier‑Subventionen sind hier Schlüsselindikatoren.
  • Makrofaktoren wie Wechselkurse und Handelsbeziehungen: Währungsbewegungen, Zölle und bilaterale Handelsverhandlungen zwischen großen Volkswirtschaften beeinflussen die Kaufkraft in Schwellenmärkten.

Weitere Faktoren, die genau beobachtet werden sollten, sind die Entwicklung der Komponentenpreise (etwa für Display‑Panels und Kameramodule), die Kapazität der Auftragsfertiger (z. B. Foxconn, Pegatron) und regulatorische Einflüsse wie neue Datenschutz‑ oder Reparaturgesetze, die die Kostenstrukturen verändern können. Marktanteilsgewinne können zudem durch aggressive Preispolitik der Wettbewerber oder durch unerwartete Produktionsengpässe gebremst werden.

Zusammenfassend steht Apple aufgrund einer Kombination aus einem erfolgreichen Produktzyklus, günstigen makroökonomischen Rahmenbedingungen und einem großen Pool an Upgrade‑bereiten Nutzern in einer guten Ausgangsposition, die globale Marktführerschaft im Smartphone‑Segment zurückzugewinnen. Gleichzeitig bleibt die Situation volatil: Lieferkettenrisiken, wettbewerbliche Gegenmaßnahmen und makroökonomische Schocks könnten die Prognosen jederzeit revidierbar machen. Beobachter sollten deshalb nicht nur die reinen Auslieferungszahlen betrachten, sondern ein breites Spektrum an Indikatoren — von Gebrauchtgerätemärkten über Carrier‑Deals bis hin zur Komponentenlogistik — in ihre Bewertung einbeziehen.

Quelle: smarti

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