Xiaomi 17 Ultra: 3–4,3× kontinuierlicher optischer Zoom

Leak‑Screenshots deuten an, dass das Xiaomi 17 Ultra einen 3–4,3× kontinuierlichen optischen Zoom mit einem 200MP Leica‑System bringen könnte. Ein realistischer Blick auf Technik, Sensoren und Auswirkungen für Smartphone‑Fotografie.

Sarah Hoffmann Sarah Hoffmann . Kommentare
Xiaomi 17 Ultra: 3–4,3× kontinuierlicher optischer Zoom

7 Minuten

Durchgesickerte Screenshots aus Weibo deuten darauf hin, dass das Xiaomi 17 Ultra einen ungewöhnlichen kontinuierlichen optischen Zoom in ein Smartphone bringen könnte. Die Bilder zeigen eine stufenlose Vergrößerung zwischen etwa 3× und 4,3× sowie ein 200‑Megapixel‑System mit Leica‑Abstimmung. Sollte sich dies bestätigen, würde Xiaomi die derzeit gängigen Multi‑Lens‑Ansätze bei Smartphone‑Zooms deutlich erweitern und neue Erwartungen an Telefoto‑Performance wecken.

Was der Leak tatsächlich zeigt

Die Screenshots aus der Kamera‑App legen fest eingestellte Zoom‑Stufen bei 0,6×, 1× und 2× offen, während die Teleobjektiv‑Steuerung eine durchgehende Vergrößerung im Bereich von 3× bis 4,3× ermöglicht — das entspricht in etwa Brennweiten zwischen 70 mm und 100 mm im Kleinbildäquivalent. Auf dem Bildschirm ist außerdem ein Hinweis auf einen „Leica 200MP continuous optical zoom“ zu sehen, was nahelegt, dass es sich um eine echte mechanische oder Periskop‑artige optische Verstellung handelt und nicht nur um das softwareseitige Zusammensetzen von Bildern unterschiedlicher Festbrennweiten.

Die Benutzeroberfläche signalisiert damit sowohl feste Kurz‑ und Normalbrennweiten als auch einen dedizierten Telefoto‑Modus, der nicht zwischen mehreren starren Modulen springt. Das ist relevant, weil viele Hersteller derzeit mehrere Telekameras mit festen Brennweiten kombinieren und beim Zoomen zwischen diesen Modi wechseln oder auf digitale Interpolation zurückgreifen. Ein echtes kontinuierliches Zoom würde die Bedienung intuitiver machen und bei der Bildwiedergabe gleichmäßigere Übergänge bieten.

Warum ein kontinuierlicher optischer Zoom wichtig sein kann

Die meisten modernen High‑End‑Smartphones setzen auf zwei oder mehr Teleobjektive mit festen Brennweiten oder kombinieren ein Teleobjektiv mit digitalem Zoom. Diese Methode ist technisch einfacher und oft kosteneffizienter, führt aber gelegentlich zu sichtbaren Übergängen im Detailgrad, zu Artefakten und zu Inkonsistenzen in der Tiefenunschärfe (Bokeh), wenn die Kamera zwischen Modulen wechselt oder digitale Skalierung aktiviert wird.

Ein kontinuierlicher optischer Zoom verändert den Ansatz grundlegend: Physisch bewegliche Linsenelemente oder eine verstellbare Periskop‑Mechanik verändern die effektive Brennweite stetig. Dadurch lassen sich bei jedem Zoom‑Grad konsistente optische Eigenschaften erzielen — Schärfe, Kontrast und Bokeh bleiben homogener. Insbesondere bei längeren Brennweiten kann dies den Detailreichtum erhöhen und Übergangsartefakte minimieren, was für Fotografie‑Anwender, die auf Teleaufnahmen, Porträts oder ruhige Naturmotive angewiesen sind, einen spürbaren Unterschied machen kann.

Gleichzeitig bringt ein mechanisch verstellbares System technische Herausforderungen mit sich: Platzbedarf im Gehäuse, erhöhte Komplexität in der Dämpfung und Stabilisierung (OIS) sowie Fragen zur Langlebigkeit beweglicher Teile. Auch die Kalibrierung der Bildverarbeitung und der Autofokus‑Algorithmen muss sehr präzise erfolgen, damit die Vorteile des optischen Zooms nicht durch Nachbearbeitung oder Softwarerisiken wieder aufgezehrt werden.

Vergleich: Sony, frühere Xiaomi‑Modelle und der Markt

Sony zählt zu den Pionieren im Bereich kontinuierlicher optischer Zooms bei Smartphones. Das Xperia 1 IV führte einen mechanischen Zoombereich von etwa 3,5× bis 5,2× ein; spätere Sony‑Flaggschiffe erweiterten diesen Bereich sogar bis zu 7,1×. Sony nutzt dabei eigene Optik‑ und Stabilisierungskonzepte sowie spezielle Bildverarbeitungs‑Pipelines, um die Vorteile des verstellbaren Systems auszuspielen.

Xiaomi ging bislang einen anderen Weg: Beim Xiaomi 15 Ultra kamen zwei Telemodule zum Einsatz — ein 50‑Megapixel‑Modul mit ~70 mm und ein 200‑Megapixel‑Modul mit ~100 mm Brennweite — und das Zoomen zwischen diesen Brennweiten wurde in der Regel durch Software‑Interpolation ergänzt. Ein einzelnes kontinuierliches Telemodul im 17 Ultra würde dagegen eine größere architektonische Änderung darstellen und Xiaomi konzeptionell näher an die Lösungen von Sony rücken, die eine echte optische Kontinuität bieten.

Aus Wettbewerbs‑ und Marktperspektive wäre ein solches Merkmal strategisch wichtig: Kontinuierlicher optischer Zoom ist noch relativ selten, wirkt sich aber deutlich auf die wahrgenommene Kameraqualität aus, besonders bei Nutzern, die Teleaufnahmen oft verwenden. Wenn Xiaomi hier eine zuverlässige, alltagstaugliche Umsetzung liefert, könnte das Unternehmen in die vordere Reihe der Smartphone‑Anbieter im Bereich Telefotografie aufrücken.

Sensor, Linsen und weitere fotografische Verbesserungen

Die Leaks sprechen zudem von einem 200‑Megapixel ISOCELL HPE‑Sensor im Format 1/1,4 Zoll und von Leica APO‑Optiken sowie Andeutungen zu einem neuen 1‑Zoll‑Hauptsensor. Diese Kombination deutet auf ein Gerät hin, das sehr stark auf Fotografie ausgerichtet ist: ein hochauflösender Tele‑Sensor für Details und einen großen Hauptsensor für bessere Low‑Light‑Leistung, rauschärmere Aufnahmen und flexiblere Cropping‑Möglichkeiten.

Technisch bedeutet ein 200‑MP‑Sensor in Verbindung mit Leica‑Tuning mehrere Dinge: fortschrittliche Pixel‑Bin‑Modi (z. B. 4‑in‑1 oder 16‑in‑1 Pixel‑Binning) für verbesserte Empfindlichkeit bei schlechten Lichtverhältnissen, präzise Farbkalibrierung und eine aggressive, aber kontrollierte Rauschunterdrückung. Leica APO‑(apochromatische) Optiken sprechen außerdem für eine höhere Korrektur chromatischer Aberrationen, was besonders bei Teleaufnahmen mit langer Brennweite wichtig ist.

Ein neuer 1‑Zoll‑Hauptsensor würde zudem die Basis für besseren Dynamikumfang, niedriges Rauschen und feinere Details in schwach beleuchteten Szenen liefern. In Kombination mit OIS, schnellem PDAF (Phasenerkennungs‑Autofokus) und robusten Bildstabilisatoren könnte das Kamera‑Set des 17 Ultra eine sehr hohe praxisnahe Bildqualität liefern — vorausgesetzt, Xiaomi integriert die passende Optik, Bildprozessorik und Software‑Feinabstimmung.

Starttermin und Hinweise, worauf man achten sollte

Gerüchten zufolge soll das Xiaomi 17 Ultra noch diese Woche in China vorgestellt werden, bevor ein globaler Launch folgt. Leaks können für Furore sorgen, sind aber nicht immer vollständig akkurat: Details wie finaler Zoombereich, Sensorgrößen, effektiv nutzbare Megapixel und Software‑Features können sich bis zur Markteinführung noch ändern. Daher ist es wichtig, die offizielle Spezifikation abzumwarten.

Beim Vergleich und bei der Überprüfung der angekündigten Eigenschaften sollte man besonders auf folgende Punkte achten:

  • Ob der kontinuierliche optische Zoom hardware‑ oder softwarebasiert realisiert ist — also echte mechanische Verstellung versus bildbasierte Interpolation.
  • Die effektive Brennweite und der tatsächliche optische Bereich in mm‑Äquivalent, sowie die Auflösung und Qualität über den gesamten Zoombereich.
  • Stabilisierungslösungen (OIS) und deren Effektivität bei längeren Brennweiten, da Teleaufnahmen besonders anfällig für Verwacklungen sind.
  • Die genaue Sensorgröße des Hauptsensors (1 Zoll würde viel Lichtaufnahme erlauben) und die technischen Daten des 200MP‑Sensors (z. B. Pixelgröße, Binning‑Modi, RAW‑Ausgabe).
  • Leica‑Tuning: Wie tief greift die Kooperation, z. B. bei Farbprofilen, Objektivcharakteristik und Bildverarbeitungs‑Pipelines.
  • Software‑Funktionen wie Smart Zoom, verlustfreie Crops, Pro‑Modi und die Verarbeitungsgeschwindigkeit des ISP bzw. des Snapdragon/Dimensity‑Chipsatzes.

Wenn Xiaomi tatsächlich einen funktionierenden kontinuierlichen optischen Zoom mit einem 200MP‑Telemodul und Leica‑Abstimmung ausliefert, könnte das die Erwartungen an Smartphone‑Teleobjektive verändern: Nutzer würden eine nahtlosere Zoomerfahrung, konsistentere Bildqualität über den gesamten Bereich und bessere kreative Möglichkeiten bei Porträts und Freihand‑Teleaufnahmen erwarten.

Interessiert daran, wie sich das in der Praxis auswirkt? Beobachten Sie Veröffentlichungen offizieller Spezifikationen, unabhängige Testaufnahmen und Vergleichstests mit aktuellen Spitzenmodellen. Besonders aussagekräftig sind Reihentests, bei denen dieselben Motive unter identischen Bedingungen mit verschiedenen Brennweiten und Zoomstufen aufgenommen werden — so lässt sich die Qualität des kontinuierlichen optischen Zooms wirklich beurteilen.

Quelle: gizmochina

"Nachhaltige Technologie ist die Zukunft. Ich schreibe über Green-Tech und wie Digitalisierung dem Planeten helfen kann."

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