Galaxy S26+: 3x-Zoom-HDR für bessere Telefotos im Alltag

Samsung setzt beim Galaxy S26+ offenbar auf softwaregetriebene Verbesserungen: Ein „3x-Zoom-HDR“-Modus könnte mittlere Teleaufnahmen mit besserer Detaildarstellung, weniger Rauschen und erweitertem Dynamikumfang verbessern.

Tim Becker Tim Becker . Kommentare
Galaxy S26+: 3x-Zoom-HDR für bessere Telefotos im Alltag

9 Minuten

Die nächste Galaxy-S26-Serie von Samsung könnte sich stärker auf intelligentere Software statt auf große Hardware-Überarbeitungen stützen — und das Aushängeschild könnte ein neuer „3x Zoom HDR“-Modus beim Galaxy S26+ sein, der die Klarheit bei Teleaufnahmen im mittleren Zoombereich verbessern soll. Solch eine softwarezentrierte Strategie würde es Samsung ermöglichen, aus bestehender Kameratechnik mehr herauszuholen, indem Bildprozessoren, neuronale Rechenkerne und multi-frame-Algorithmen kombiniert werden, um feinere Details, geringeres Rauschen und einen größeren Dynamikumfang zu liefern, ohne die physischen Kameramodule grundlegend zu verändern.

Was 3x-Zoom-HDR tatsächlich leisten könnte

Einem Bericht von Maeil Kyungjae zufolge plant Samsung, beim Galaxy S26+ eine Funktion namens „3x Zoom HDR“ einzuführen. Anstatt neue Linsen zu verbauen oder deutlich größere Sensoren einzusetzen, scheint es sich hierbei um eine Form der rechnerischen Fotografie (computational photography) zu handeln, die Details und Dynamikumfang bei Aufnahmen aus größerer Entfernung mit etwa 3-facher Vergrößerung verbessert. Konkret bedeutet das: Nutzer dürfen klarere, weniger verrauschte Teleaufnahmen erwarten, eine präzisere Abstimmung von Spitzlichtern und Schatten sowie eine allgemein bessere Bildästhetik in Situationen, in denen ein optischer Zoom zwischen Weitwinkel- und Fernbereich gebraucht wird. Die Technik basiert vermutlich auf Mehrbildverarbeitung, bei der mehrere Belichtungen kombiniert, Bewegungsartefakte ausgeglichen und auf Basis von KI-orientierten Algorithmen Rauschunterdrückung sowie Super-Resolution-Methoden angewandt werden, um die Auflösung und Detailwiedergabe einer 3x-Aufnahme zu steigern.

Die Umsetzung solcher Funktionen erfordert eine enge Verzahnung zwischen dem Image Signal Processor (ISP) des verwendeten SoC, der Bildverarbeitungssoftware von Samsung und dedizierten neuronalen Beschleunigern (NPU). Durch eine Kombination aus differenzierter Belichtungssteuerung, intelligenter Alignment-Logik (um Bewegungen zwischen Frames zu korrigieren), lokal adaptiver Rauschfilterung und HDR-Tonemapping kann die Software scheinbar mehr Informationsgehalt aus vorhandenen Pixeln extrahieren. Ebenfalls denkbar ist eine hybride Methode, bei der ein mittig positionierter Tele-Sensor mit einem Hauptsensor korreliert wird, um durch pixelbasierte Fusion die wahrgenommene Schärfe zu erhöhen. Solche Ansätze sind besonders wirkungsvoll bei statischen oder langsam bewegten Motiven und bei guten Lichtverhältnissen, wo viele saubere Ausgangsframes zur Verfügung stehen.

Wichtig ist außerdem, dass „3x Zoom HDR“ nicht nur die rohe Auflösung, sondern auch die Tonwertverteilung verbessern kann: HDR-Methoden kombinieren kurz- und langbelichtete Frames, um Überbelichtung in Spitzlichtern zu vermeiden und gleichzeitig Details in dunklen Bereichen sichtbar zu machen. In Verbindung mit Multi-Frame-Super-Resolution kann das Endergebnis in der Praxis deutlich besser wirken als ein einfacher digitaler Crop des Hauptsensors, der oft zu sichtbarem Qualitätsverlust und hohem Bildrauschen führt.

Technisch gesehen handelt es sich also um einen softwaregetriebenen Performance-Boost, der vorhandene optische Komponenten effizienter nutzt und die Lücke zwischen einfachem Digitalzoom und dedizierten Teleobjektiven schließen kann — ein Mittelweg, der für Alltagsnutzer einen spürbaren Mehrwert darstellen würde.

Wird es mit einem echten Tele-Sensor mithalten? Nicht in allen Situationen. Softwaregestützte HDR- und Multi-Frame-Methoden leisten unter günstigen Bedingungen oft erstaunliches, doch optische Hardware bleibt bei extremen Schwachlichtsituationen, bei sehr hohen Vergrößerungen und bei Motiven mit viel Bewegung ein entscheidender Faktor. Ein dediziertes Teleobjektiv mit größerer Brennweite und physischer Vergrößerung — etwa ein Periskop-Zoom — bietet Vorteile bezüglich optischer Auflösung, Lichtstärke und Detailtreue bei langen Distanzen, die allein durch Software schwer vollständig zu kompensieren sind. Zudem spielen Blendenöffnung, Sensorgröße und Pixelgröße eine große Rolle für die Signalstärke und das Rauschverhalten, gerade wenn nur wenig Licht zur Verfügung steht.

Dennoch ist der praktische Unterschied im Mittelfeldzoom oft groß: 3x-Zoom-HDR kann deutlich bessere Resultate liefern als ein reiner Digitalzoom oder Crop, besonders bei Porträts, Reiseaufnahmen und Alltagssituationen, in denen eine moderate Telebrennweite gewünscht ist. Anwender sollten jedoch beachten, dass Multi-Frame-Verfahren anfällig für Ghosting und Unschärfe sein können, wenn sich das Motiv schnell bewegt oder die Szene sehr kontrastreich ist. Hier werden Motion-Compensation-Algorithmen und intelligente Frame-Selektion die Qualität bestimmen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 3x-Zoom-HDR als relevanter Kompromiss fungiert: eine spürbare Verbesserung gegenüber einfachen Crops, aber kein vollständiger Ersatz für High-End-Telehardware in spezialisierten Foto-Szenarien.

Welche Modelle werden das Feature bekommen? Der Bericht konzentriert sich auf das Galaxy S26+, und derzeit ist unklar, ob Samsung diese Neuerung auch auf das Basismodell Galaxy S26 oder das teurere S26 Ultra ausweiten wird. Aus strategischer Sicht wäre das S26 Ultra als Premium-Modell ein naheliegender Kandidat für zusätzliche Software-Optimierungen, vor allem weil solche Modelle üblicherweise alle fotografischen Premiumfeatures erhalten. Das reguläre S26, das preislich und positionierungsbedingt als die günstigere Variante gedacht ist, könnte hingegen leer ausgehen oder die Funktion später per Update erhalten. Samsung hat in der Vergangenheit Software-Features inkrementell auf verschiedene Modelle ausgeweitet — teilweise abhängig von Hardwarekomponenten, teilweise per One UI-Update — sodass eine nachträgliche Verfügbarkeit nicht ausgeschlossen ist.

Darüber hinaus ist denkbar, dass Verfügbarkeit und Umfang je nach Region, Netzbetreiber oder SoC-Variante (Exynos versus Snapdragon) variieren. Unterschiedliche Prozessoren bringen teils stark abweichende ISP- und NPU-Fähigkeiten mit, was den Grad der Rechenfotografie beeinflussen kann. Samsung könnte entscheiden, 3x-Zoom-HDR zunächst für Regionen und Varianten freizugeben, bei denen die Hardware die Rechenlast zuverlässig trägt und stabile Ergebnisse liefert. Für Endkunden bedeutet das: ein Feature-Release, das vermutlich gestaffelt und abhängig von technischen Voraussetzungen erfolgt.

Es gibt noch einen weiteren Aspekt: Frühere Gerüchte deuteten darauf hin, dass die S26-Familie keine durchgreifenden Hardware-Verbesserungen bringen könnte. Sollte sich das bestätigen, werden softwaregetriebene Neuerungen wie 3x-Zoom-HDR zu den zentralen Verkaufsargumenten — insbesondere wenn die physischen Kameraaufbauten weitgehend unverändert bleiben. Für Käufer hieße das, dass die fotografische Alltagstauglichkeit durch intelligente Bildverarbeitung verbessert wird, ohne dass die Geräte größere Kamera-Buckel, neue Sensorgrößen oder auffällige Zusatzlinsen erhalten müssen. Aus Sicht von Forschung und Entwicklung ist das ein sinnvoller Weg: Software-Updates und Algorithmus-Verbesserungen sind kosteneffizienter und flexibler als umfangreiche Hardware-Änderungen, und sie erlauben es Herstellern, nach dem Marktstart noch Verbesserungen per OTA-Update zu liefern.

Für Käufer bedeutet das außerdem: Wer Wert auf sichtbare Hardware-Änderungen legt — größere Sensoren, periskopische Teleobjektive oder neue optische Elemente — könnte enttäuscht sein. Nutzer, die jedoch primär auf Alltagsqualität, solide Low-Light-Performance und verbesserte Bildverarbeitung bei mittleren Zoomstufen Wert legen, profitieren eher von einer solchen Software-Offensive.

Warum Käufer das interessieren sollte

Preis und Wahrnehmung spielen eine große Rolle. Für die S26-Serie gab es Gerüchte über höhere Preise trotz moderater Hardware-Updates, wobei ein späterer Leak diese Befürchtungen etwas relativierte. Bleiben die Preise stabil und setzt Samsung verstärkt auf Software-Funktionen wie 3x-Zoom-HDR, könnte das S26+ eine attraktive Option für Nutzer werden, die ein gutes Allround-Kameraerlebnis ohne den Aufpreis für High-End-Telehardware suchen. Solche softwarebasierten Verbesserungen steigern die Alltagsqualität der Kamera, ohne dass Konsumenten sofort größer investierte Komponenten erwarten müssen.

Dennoch ist wichtig zu differenzieren: Fotografie-Enthusiasten, die Wert auf optische Zoomleistung, maximale Bildschärfe bei hohen Vergrößerungen oder professionelle Low-Light-Fähigkeiten legen, werden Software-Verbesserungen allein möglicherweise als unzureichend empfinden. Für diese Zielgruppe bleiben Modelle mit echten Teleobjektiven und größeren Sensoren — typischerweise die Ultra-Varianten — weiterhin die erste Wahl. Andererseits profitieren Gelegenheitsnutzer, Reisefotografen und Social-Media-affine Anwender stark von verbesserten, verlässlichen Software-Verbesserungen: bessere Detaildarstellung bei 3x, weniger Rauschen, ausgeglicheneres HDR und insgesamt ansprechendere Fotos ohne aufwendige Nachbearbeitung.

Aus Markt- und Wettbewerbsblickwinkel stellt eine Softwareoffensive zudem eine clevere Positionierung dar: Wenn Samsung die Bildverarbeitung gegenüber Konkurrenzmodellen verbessert, lässt sich die wahrgenommene Kameraleistung steigern, ohne gleich in teure optische Hardware investieren zu müssen. Das ist insbesondere relevant in einem Segment, in dem Margen und Preiswahrnehmung sensibel sind. Gleichzeitig erhöht eine solche Strategie die Chancen, ältere Geräte per Software-Update zu verbessern, was die Kundenbindung stärken und die Lebensdauer der Geräte verlängern kann.

Kurz gefasst: Wer ein gutes Mobiltelefon-Foto-Erlebnis im Alltag sucht und nicht das Maximum an optischem Zoom benötigt, sollte das Galaxy S26+ mit 3x-Zoom-HDR auf der Watchlist haben. Wer hingegen gezielt sehr lange Telebrennweiten und maximale optische Qualität benötigt, sollte weiterhin auf Modelle mit dediziertem Teleobjektiv achten — oder alternative Geräte mit Periskop-Optik prüfen.

  • 3x-Zoom-HDR: Wahrscheinlich eine softwaregetriebene Verbesserung für Teleaufnahmen im mittleren Zoombereich, die Multi-Frame-Processing, KI-basierte Rauschunterdrückung und HDR-Fusion kombiniert.
  • Galaxy S26+: Bislang das Modell, das am stärksten mit dem Feature in Verbindung gebracht wird; Verfügbarkeit auf S26 oder S26 Ultra ist noch unklar und könnte regionen- oder chipsetabhängig gestaffelt werden.
  • Auswirkungen: Verbessert die gefühlte Kameraleistung im Alltag ohne große Hardware-Änderungen, schließt die Lücke zu optischen Tele-Lösungen im mittleren Zoombereich, ersetzt aber nicht vollständig dedizierte Periskop- oder Profi-Teleobjektive.

Konkretere Antworten werden wir erst erhalten, wenn Samsung die offiziellen Spezifikationen und Vergleichsbilder vorstellt. Bis dahin deutet das Gerücht um das S26+ auf eine subtile, aber bedeutsame Verschiebung hin: Hersteller holen mehr aus bekannter Hardware heraus, indem sie intelligente Software einsetzen, die Bildqualität in Alltagsszenarien erhöht und so das Nutzererlebnis verbessert. Interessenten sollten auf erste Hands-on-Tests, Beispielaufnahmen und technische Benches achten, um zu sehen, wie gut 3x-Zoom-HDR in realen Situationen funktioniert — insbesondere bei Gegenlicht, Bewegungsszenen und schwierigen Lichtbedingungen. Ebenso wichtig sind Informationen zur Performance auf verschiedenen SoC-Varianten, zur Rollout-Strategie von Samsung und zu möglichen Auswirkungen auf Akkulaufzeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit, da aufwendige Multi-Frame-Algorithmen und KI-Berechnungen zusätzliche Rechenressourcen beanspruchen können.

Quelle: sammobile

"Gaming und E-Sports sind mehr als nur ein Hobby für mich. Ich berichte live von den größten Turnieren und Hardware-Releases."

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