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Wichtigste Erkenntnisse
Magnete werden nicht im Inneren von Samsungs nächsten Flaggschiffen versteckt sein. Stattdessen setzt die Galaxy S26-Familie auf den aktualisierten Qi-Standard — jedoch so, dass Zubehör die Steuerung übernimmt.
Was die WPC-Zertifizierung offenbart
Neue Einträge in der Datenbank der Wireless Power Consortium (WPC) zeigen drei anonymisierte Modellnummern — SM-K772, SM-K777 und SM-K778 — die Samsungs kommende S26-, S26+ und S26 Ultra-Modelle entsprechen. Die Überraschung liegt nicht in der bloßen Listung, sondern in dem, was die Zertifizierung aussagt: Diese Telefone sind für Qi 2.2.1 freigegeben, denselben Spezifikationsstand, den auch das Pixel 10 verwendet. Anders. Vertraut. Nützlich.
Modelldetails und Identifikation
Die Modellnummern SM-K772, SM-K777 und SM-K778 sind in der Regel interne Kennungen, die bei früheren Samsung-Veröffentlichungen konsistent mit Standard-, Plus- und Ultra-Varianten übereinstimmen. Die Aufnahme in die WPC-Datenbank ist ein starker Hinweis auf die implementierten Ladeprotokolle und auf Kompatibilitätszielen — insbesondere auf Qi 2.2.1-Unterstützung und die damit verbundenen Profile.
Unterstützte Qi-Profile: BPP vs. MPP
Sie unterstützen Qi 2.2.1, aber nur das Base Power Profile (BPP) — nicht das Magnetic Power Profile (MPP). Übersetzt bedeutet das: Im Gehäuse des S26 werden keine integrierten Magnete zu finden sein. Um sich an einem Qi2-Ladegerät, einer Brieftasche oder einer Powerbank magnetisch zu befestigen, benötigen Sie ein Case, das die Magnete enthält.
Technischer Hintergrund zu BPP und MPP
Qi 2.2.1 definiert mehrere Profile, die unterschiedliche Funktionen erlauben. Das Base Power Profile (BPP) deckt standardisiertes, sicheres kabelloses Laden ab — Spannungs-/Strommanagement, Kommunikationsprotokolle und Authentifizierungsmechanismen. Das Magnetic Power Profile (MPP) ergänzt diese Basis um Spezifikationen zur magnetischen Ausrichtung und zur selbsthaltenden Befestigung von Zubehör. Wenn ein Gerät nur BPP zertifiziert ist, bleibt die magnetische Funktionalität typischerweise dem Zubehör oder einer separaten magnetisierten Hülle vorbehalten.
Praktische Auswirkungen für Nutzer
- Keine integrierten Magnete im Gehäuse: Nutzer, die eine magnetische Haftung wünschen, müssen auf Hüllen zurückgreifen, die Magnete oder entsprechende Halterungen enthalten.
- Zubehör-Kompatibilität: Qi2-kompatible Ladegeräte und Wallets funktionieren mit diesen Geräten, wenn das Zubehör die magnetische Ausrichtung übernimmt.
- Flexibilität bei Design und Reparatur: Ohne eingebaute Magnete bleibt mehr Raum für Designentscheidungen, thermische Maßnahmen und potenziell eine einfachere Reparatur oder Modifikationen.
Leistung beim kabellosen Laden
Wo steht das beim kabellosen Laden? Laut den Gerüchten rund um die Zertifizierung erhöht Samsung offenbar die Ladegeschwindigkeiten im Vergleich zu den letzten Jahren. Erwartet werden etwa 20 W kabelloses Laden für das S26 und S26+, während das S26 Ultra ungefähr 25 W erreichen könnte. Das ist die deutlichste Verbesserung bei der kabellosen Ladegeschwindigkeit seit der S10-Ära. Langsam und stetig? Eher ein vorsichtiger Sprint.
Was bedeuten 20–25 W kabelloses Laden in der Praxis?
Einige Punkte zur Einordnung:
- Effizienz und Wärme: Höhere Wattzahlen können zu mehr Abwärme führen. Gute Ladegeräte und Software-Seiten (Thermomanagement) sind notwendig, um Temperaturanstieg zu begrenzen und Ladeleistung zu erhalten.
- Ladezeit in der Praxis: Kabelloses Laden bleibt im Allgemeinen langsamer als kabelgebundenes Laden mit hohen Wattzahlen. Der Vorteil liegt in Komfort und Bequemlichkeit, nicht primär in Bestzeiten.
- Zubehörabhängigkeit: Um die angegebenen 20–25 W zu erreichen, benötigen Nutzer ein entsprechend zertifiziertes Qi2-Ladegerät oder ein Samsung-Offizielles Zubehörteil, das diese Leistung unterstützt.
Visuelle Hinweise: Das neue Ladepuck

Samsung hat die Ökosystem-Entwicklung nicht vollständig an Dritthersteller delegiert. Bilder eines Qi2.2-kompatiblen Ladepucks sind aufgetaucht; sie zeigen einen Puck mit einem geflochtenen Nylonkabel — ein kleines Detail, das auf Premium-Anspruch hindeutet. Dieses Zubehör könnte zusammen mit den Telefonen ausgeliefert werden oder kurz danach erscheinen; in jedem Fall scheint Samsung sowohl Telefone als auch Ladegeräte für die neue Qi2-Welt vorzubereiten.
Designhinweis: Geflochtenes Kabel und Materialwahl
Ein geflochtenes Nylonkabel ist nicht nur eine ästhetische Entscheidung, sondern erhöht die Haltbarkeit und vermittelt ein höherwertiges Nutzererlebnis. In Kombination mit einem robusten Puck-Design könnte Samsung damit eine strengere Kontrolle über Nutzererfahrung und Performance erreichen als bei generischen Drittanbieter-Ladegeräten.
Warum verzichtet Samsung auf eingebaute Magnete?
Die Frage ist berechtigt: Wenn Qi2 magnetische Profile unterstützt, warum dann keine eingebauten Magnete? Die Gründe sind pragmatisch: Designkompromisse, eine gezielte Zubehörstrategie und möglicherweise Entscheidungen in der Lieferkette. Ein paar genauere Überlegungen:
Design- und Hardware-Komplexität
Magnete können das interne Layout eines Smartphones beeinflussen — Platzbedarf, Interferenzen mit anderen Komponenten (z. B. Haptikmotoren, Lautsprecher, Sensoren) und thermisches Verhalten. Hersteller wägen ab, ob die Vorteile der eingebauten Magnetik die zusätzlichen Design- und Fertigungskosten rechtfertigen.
Geschäfts- und Zubehörstrategie
Wenn Magnete über Hüllen oder Zubehör bereitgestellt werden, eröffnet das zusätzliche Erlös- und Partnerchancen. Verbraucher können entscheiden, ob sie magnetisierte Hüllen, Wallets oder Ladegeräte kaufen möchten — statt dass die Funktion ins Basisgerät integriert ist. Das verschiebt auch die Verantwortung für Kompatibilität und Austauschbarkeit zu Zubehörherstellern.
Lieferkette und Materialverfügbarkeit
Die Sourcing-Entscheidungen für bestimmte magnetische Materialien oder Präzisionskomponenten können komplex sein. Indem Samsung die Magnetik in das Zubehör auslagert, reduziert das Unternehmen potenzielle Lieferengpässe und standardisiert die Kernhardware.
Vergleich zu früheren Samsung-Modellen und Konkurrenten
Zur Einordnung: Samsungs jüngste S25-Reihe und die aktuellen Z Flip- und Z Fold-Modelle tragen Qi 2.1.0-Zertifizierung, die typischerweise kabelloses Laden bei etwa 15 W limitiert und ebenfalls auf magnetisierte Hüllen angewiesen ist, um mit Qi2-Zubehör zu funktionieren. Der Schritt des S26 zu Qi 2.2.1 eröffnet höhere Wattzahlen — selbst wenn die magnetische Bequemlichkeit an Hüllen ausgelagert bleibt.
Was unterscheidet Qi 2.1.0 und Qi 2.2.1 konkret?
- Leistungsbudget: Qi 2.2.1 erlaubt in der Spezifikation höhere Spitzenleistungen und verbesserte Leistungssteuerung.
- Kommunikation und Interoperabilität: Neuere Versionen verbessern Protokolle für Authentifizierung, Fehlermanagement und Koexistenz mit anderen Funktechnologien.
- Magnetische Profile: Qi 2.x erweitert die Definitionen für magnetische Ausrichtung, doch die Unterstützung kann device-seitig aktiviert oder weggelassen werden.
Vergleich zu Pixel 10
Interessanterweise verwendet auch Googles Pixel 10 Qi 2.2.1. Das zeigt, dass Hersteller sich in Richtung dieses Standards bewegen, um höhere kabellose Ladeleistungen und breitere Zubehörkompatibilität zu erreichen. Die Frage bleibt, wie Hersteller die Balance zwischen integriertem Komfort (Magnete) und modularer Flexibilität (Zubehör) handhaben.
Kompatibilität, Empfehlungen und praktische Tipps
Für Käufer und Interessenten ergeben sich einige praktische Hinweise:
- Kaufen Sie ein zertifiziertes Qi2-Ladegerät, wenn Sie die vollen 20–25 W erreichen wollen. Nicht jedes Qi-Ladegerät liefert automatisch diese Leistung.
- Wenn Sie magnetische Befestigung wünschen (z. B. magnetische Wallets, KFZ-Halterungen oder Powerbanks), wählen Sie eine magnetisierte Hülle, die für Qi2-kompatible Magnete ausgelegt ist.
- Beachten Sie Wärmeentwicklung: Intensive kabellose Lade-Sessions können die Temperatur erhöhen. Achten Sie auf Hüllen aus hitzebeständigen Materialien oder entfernen Sie besonders dicke Hüllen während des Schnellladens.
- Firmware-Updates: Ladeleistung und thermisches Verhalten lassen sich softwareseitig optimieren — prüfen Sie Updates nach Veröffentlichung.
Zubehörauswahl
Der Markt wird voraussichtlich rasch reagieren: Ersthersteller-Zubehör und zertifizierte Drittanbieter werden magnetische Hüllen und Qi2-Ladepucks anbieten. Achten Sie bei Kauf auf Zertifizierungen (Qi2-Logo, Wattangaben) und Herstellerhinweise zur Kompatibilität mit S26-Modellen.
Technische Einordnung und Zukunftsschau
Die Entscheidung, Qi2 zu unterstützen, aber Magnete aus dem internen Design auszukoppeln, ist ein Beispiel für einen überlegten Kompromiss zwischen Flexibilität und Integration. Technisch ermöglicht Qi2 verbesserte Effizienz, bessere Kommunikation zwischen Ladegerät und Gerät und höhere mögliche Leistung. Wirtschaftlich erlaubt die Auslagerung magnetischer Funktionen an das Zubehör zusätzliche Monetarisierungsmöglichkeiten und schnelleres Reagieren auf Marktbedürfnisse.
Implikationen für das Ökosystem
Ein standardisiertes Qi2-Ökosystem bedeutet Vorteile für Verbraucher und Hersteller: bessere Interoperabilität, klarere Kompatibilitätskriterien und eine größere Auswahl an Formfaktoren. Hersteller, die Pucks und Hüllen anbieten, können die Nutzererfahrung stärker kontrollieren; Drittanbieter erhalten gleichzeitig Chancen, differenzierte Produkte anzubieten.
Fazit
Zusammengefasst: Verbesserte kabellose Ladegeschwindigkeiten ohne interne Magnete, ein offizieller Qi2-kompatibler Ladepuck in Vorbereitung und ein klarer Hinweis darauf, wie Samsung erwartet, dass Besitzer ihre Telefone mit Zubehör ergänzen. Halten Sie Ihre Hüllen bereit; die Ladegeräte kommen.
Diese Entwicklung ist sowohl ein technisches Update als auch eine strategische Positionierung: Samsung stellt die Grundlage (Qi 2.2.1) bereit, überlässt die magnetische Convenience aber dem Zubehörmarkt. Für Konsumenten bedeutet das mehr Auswahlfreiheit — und für Zubehörhersteller neue Chancen.
Quelle: sammobile
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