Honor X6d im Test: Ein günstiges 5G‑Einsteigergerät

Das Honor X6d ist ein günstiges 5G‑Smartphone, das still in den VAE erschien. Dieser Artikel analysiert Technik, Kamera, Akku, Display, Konnektivität, Preis und Unterschiede zum Play 60A – mit Praxistipps vor dem Kauf.

Tim Becker Tim Becker . Kommentare
Honor X6d im Test: Ein günstiges 5G‑Einsteigergerät

8 Minuten

Kurzüberblick

Manchmal gelangen Telefone still und heimlich in Shops. Genau so erschien das Honor X6d in den VAE — ein günstiges 5G‑Handy, das vertraut aussieht, aber leise einige Komponenten unter der Haube verändert.

Wenn der Name bekannt vorkommt, liegt das daran, dass es im Grunde das Play 60A ist, das für einen neuen Markt umbenannt wurde. Die größte Hardware‑Änderung ist eine 50‑MP‑f/2.0‑Hauptkamera, die das 13‑MP‑f/2.2‑Modul des Play 60A ersetzt. Auf der Rückseite bleibt eine Linse, vorne eine Selfie‑Kamera — 5 MP f/2.2. Video endet bei 1080p und 30fps, also sind keine filmischen Tricks zu erwarten.

Technische Daten und Kernausstattung

Neugierig auf den Rest? Das X6d läuft mit MediaTeks Dimensity 6300, einem bescheidenen 6‑nm‑Chip, dessen Verkaufsargument ein kostengünstiges 5G‑Modem ist. Honor kombiniert ihn mit 4 GB RAM und 256 GB Speicher. Das Telefon wird mit Android 15 ausgeliefert und trägt sehr wahrscheinlich Honors MagicOS‑Oberfläche. Ein 6,75‑Zoll‑LCD mit 720p+ Auflösung übernimmt die Darstellung — groß, gut lesbar und günstig in der Herstellung.

Auf dem Datenblatt steht eine Akku­kapazität von 5.260 mAh, ein klein wenig weniger als die 5.300 mAh des Play 60A. Diese winzige Differenz könnte lediglich ein anderer Kapazitätssticker statt einer echten Änderung sein. Die Listung erwähnt keinen Fingerabdrucksensor, aber bei Geräten dieser Art wäre ein seitlich angebrachter Sensor der wahrscheinlichste Kandidat.

Wesentliche Spezifikationen

  • SoC: MediaTek Dimensity 6300 (6 nm)
  • RAM/Storage: 4 GB RAM, 256 GB interner Speicher
  • Display: 6,75" LCD, 720p+ (auflösungsbezogenes 20:9‑Format/ähnlich)
  • Kameras: 50 MP f/2.0 Hauptkamera (einzelne Linse), 5 MP f/2.2 Frontkamera
  • Akku: 5.260 mAh (angegeben)
  • Betriebssystem: Android 15 mit MagicOS (vermutlich)
  • SIM: Dual‑SIM
  • Farben: Midnight Black, Ocean Cyan

Kamera: Was die Zahlen bedeuten

Die auffälligste Hardware‑Änderung gegenüber dem Play 60A ist die 50‑MP‑Hauptkamera. In dieser Preisklasse bedeutet eine höhere Megapixelzahl nicht automatisch bessere Fotos, doch sie erlaubt typischerweise Pixel‑Binning (z. B. 4‑in‑1), um bei schwächerem Licht stabilere Ergebnisse zu liefern. Ohne Angaben des Sensors (z. B. Sony IMX‑Serie vs. Samsung ISOCELL) lässt sich die Qualität nur schwer konkret beurteilen — aber der Schritt von 13 MP auf 50 MP ist auf dem Papier ein klarer Vorteil für mehr Detail bei guten Lichtverhältnissen.

Wichtige Punkte zur Kamera‑Performance, die Käufer erwarten sollten:

  • Pixel‑Binning: Wahrscheinlich, um bei 12‑13 MP Endbildern mehr Licht einzufangen.
  • Nachtmodus: Erwarten Sie einen software‑basierten Nachtmodus, der Details und Belichtung verbessert, aber kein Ersatz für optische Bildstabilisierung (OIS) ist, falls diese fehlt.
  • Video: Beschränkt auf 1080p bei 30 fps — solide für Alltagsaufnahmen, aber ohne Stabilisierung oder höhere Bildraten für actionreiche Szenen.
  • Frontkamera: 5 MP genügt für einfache Selfies und Videocalls, liefert aber nicht die Detailstärke teurer Modelle.

Kurz gesagt: Die Kamera‑Spezifikation ist ein echtes Upgrade gegenüber dem Play 60A‑Modul, liefert aber keine Wunder. Alle hohen Erwartungen sollten durch praktische Tests bestätigt werden.

Display und Design

Das 6,75‑Zoll‑Display mit 720p+ Auflösung ist in dieser Kategorie üblich: groß, gut lesbar und kosteneffizient. LCD‑Panels in günstigen Geräten bieten meist solide Helligkeit und gute Farbwiedergabe für den Alltag, kommen aber selten an OLED‑Kontraste oder besonders tiefe Schwarztöne heran.

Vor‑ und Nachteile des Panels

  • Vorteile: Große Lesefläche, geringere Produktionskosten, zuverlässige Helligkeit im Freien.
  • Nachteile: Geringere Pixeldichte als Full‑HD‑Displays, kein der OLED‑typische hohe Kontrast, möglicherweise keine sehr hohe Bildwiederholrate.

Zum Design: Honor positioniert das X6d als bezahlbares Gerät mit zwei Farboptionen — eine dezente (Midnight Black) und eine auffälligere (Ocean Cyan). Das Ziel ist klar: Käufer ansprechen, die ein modernes Aussehen wollen, ohne viel für Materialien oder besonderes Finish zu bezahlen.

Leistung, Chip und Software

Der Dimensity 6300 ist kein Performance‑Monster, sondern ein kosteneffizienter 6‑nm‑Chip mit integriertem 5G‑Modem. Im Alltag sollte er alltägliche Aufgaben wie Browsen, Streaming, Social‑Media‑Apps und leichte Spiele flüssig bewältigen. Anspruchsvollere Games oder Multitasking‑Intensives Verhalten könnten jedoch an die Grenzen von 4 GB RAM führen.

Erwartungen an die Performance

  1. Alltagsleistung: Gut für Basis‑Apps, E‑Mail, Navigation und Medienkonsum.
  2. Gaming: Gelegenheitsspiele laufen erwartbar; aufwändigere Titel nur mit reduzierten Grafikeinstellungen.
  3. Multitasking: 4 GB RAM limitiert parallele, speicherintensive Prozesse; Speicheroptimierung durch MagicOS kann helfen.

Softwareseitig liefert Android 15 eine moderne Grundlage mit Sicherheits‑ und Funktionsverbesserungen. MagicOS bringt Honor‑typisch zusätzliche Anpassungen, Gesten, optimierte Energiesparmodi und möglicherweise spezielle Kamera‑Features. Wie intensiv Honor die Oberfläche anpasst (Bloatware vs. nützliche Zusatzfunktionen) bleibt bis zu Testberichten abzuwarten.

Akku, Laden und Alltagspraxis

Mit 5.260 mAh auf dem Papier ist das X6d gut aufgestellt: in dieser Kapazitätsklasse erwarten wir eine solide Laufzeit von einem Tag oder mehr bei moderater Nutzung. Energieeffizienz des Dimensity 6300 in Kombination mit einem energieeffizienten LCD sollte die Ausdauer begünstigen.

Wichtige Aspekte, die Käufer beachten sollten:

  • Ladegeschwindigkeit: In der Auflistung nicht spezifiziert — hier variieren günstige Geräte stark (von langsamen 10–18 W bis zu schnelleren 30 W+ Lösungen).
  • Batteriepflege: Langsame Ladeprofile und softwareseitige Batteriepflege in MagicOS können die Lebensdauer verlängern.
  • Realistische Nutzung: Social Media, Kamera, Streaming und 5G‑Nutzung verringern die Laufzeit stärker als WLAN‑basiertes Surfen.

Konnektivität und Sensorik

Die Shop‑Angaben zur Konnektivität sind knapp. Als Referenz bot das Play 60A Wi‑Fi 5 und Bluetooth 5.3 mit aptX HD, besaß aber kein NFC. Für das X6d gilt daher bis auf Weiteres: Dual‑SIM vorhanden, konkrete Wi‑Fi‑, Bluetooth‑ oder NFC‑Angaben müssen abgewartet werden.

Ein fehlender Hinweis auf einen Fingerabdrucksensor heißt nicht automatisch, dass keiner vorhanden ist. Bei dieser Gerätekategorie ist ein seitlich montierter Fingerabdrucksensor oder ein kombinierter Power‑Sensor am wahrscheinlichsten.

Preis, Verfügbarkeit und Varianten

Der Preis ist in dieser Kategorie entscheidend. Die Auflistung in den VAE zeigt AED 509, etwa 138 $, 116 € oder ₹12.555 — eine aggressive Zahl, die das X6d klar als Einstiegs‑5G‑Option positioniert. Gezeigt werden zwei Farben: Midnight Black und Ocean Cyan, eine sichere und eine auffälligere Wahl, die günstigen Handys im Regal mehr Präsenz verschafft.

Honor verfolgt mit solchen Preisen meist die Strategie, 5G‑Funktionalität zu demokratisieren: niedriger Preis, solide Basisfunktionen und gezielte Upgrades (wie eine bessere Kamera) dort, wo Käufer sie am meisten wahrnehmen.

Positionierung im Portfolio: Play 60A und Honor 500‑Familie

Eine merkwürdige Einzelheit: Eine GCF‑Zertifizierung verknüpft die Modellnummer NLA‑NX1 ebenfalls mit dem Namen Honor 500 Smart. Honor vertreibt bereits mehrere Honor‑500‑Varianten in China, einige im schlanken iPhone‑Stil, andere mit riesigen Akkus. Das X6d passt jedoch nicht zu diesen Beschreibungen — es ist weder ultra‑premium im Design noch ein Akkumonster.

Weshalb diese Umbennungen und teils überlappenden Modellnummern? Hersteller passen Geräte oft regional an — andere Netzfrequenzen, unterschiedliche Softwarebuilds, oder schlicht Marketinggründe führen zu neuer Namensgebung. Das X6d ist wahrscheinlich ein regionalspezifisches Rebranding des Play 60A mit einer deutlich hervorgehobenen Kamera‑Anpassung für Absatzmärkte, in denen Kamerawerte stark ins Gewicht fallen.

Unterschiede kurz zusammengefasst

  • Hauptkamera: 50 MP beim X6d vs. 13 MP beim Play 60A — größter sichtbarer Unterschied.
  • Akku: 5.260 mAh angegeben vs. 5.300 mAh (nur marginal).
  • Design/Positionierung: X6d als preisorientierte, marktspezifische Variante.

Kaufberatung und Zielgruppe

Für wen ist das Honor X6d geeignet?

  • Käufer, die möglichst günstig in die 5G‑Welt einsteigen wollen.
  • Nutzen‑Orientierte Anwender, die primär soziale Medien, Messaging und Streaming nutzen.
  • Kunden, die eine besser spezifizierte Hauptkamera (auf dem Papier) erwarten, ohne viele Extras.

Weniger geeignet ist das X6d für Power‑User, Mobilfotografen mit hohen Ansprüchen oder Gamer, die konsistent hohe Bildraten anstreben. Wer OLED‑Display, eine starke Kamera‑Hardware mit OIS oder sehr schnelle Ladezeiten braucht, sollte höherpreisige Alternativen prüfen.

Fazit

Kurz gesagt: Das Honor X6d ist ein moderater Marktumbau — ein Verwandter des Play 60A mit klarerer Kameraspezifikation und preisfreundlichem Etikett, gezielt an Käufer, die 5G ohne Schnickschnack wollen. Solche Modelle zeigen, wie Hersteller mit kleinen, gezielten Anpassungen und regionaler Umbeschriftung preisaggressive Angebote platzieren können.

Will man eins? Warten Sie auf breitere Händlerlistungen und Hands‑on‑Tests. Bis dahin erinnert das X6d daran, dass kleine, schrittweise Verbesserungen und regionenspezifisches Umbranding nach wie vor einen Großteil des Budget‑Smartphone‑Marktes antreiben.

Checkliste vor dem Kauf

  • Verfügbarkeit von Netz‑ und 5G‑Bändern in Ihrer Region prüfen.
  • Unabhängige Kamera‑ und Akkutests abwarten.
  • Aufladeleistung und eventuell mitgelade‑tes Netzteil verifizieren.
  • Software‑Updates und Support‑Politik von Honor für Ihr Gebiet recherchieren.

Quelle: gsmarena

"Gaming und E-Sports sind mehr als nur ein Hobby für mich. Ich berichte live von den größten Turnieren und Hardware-Releases."

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