Samsung weitet Fold-Displays aus: Breitere Galaxy Folds

Ein Leak zu One UI 9 deutet auf ein breiteres Galaxy Z Fold hin: 7,6" innen im 4:3-Format und 5,4" außen. Analyse zu Design, Marktstrategie, Technik und möglichem Launch Ende 2026.

Lukas Schmidt Lukas Schmidt . Kommentare
Samsung weitet Fold-Displays aus: Breitere Galaxy Folds

8 Minuten

Einleitung

Jahrelang wirkte der schmale Außenbildschirm des Galaxy Z Fold wie ein Designkompromiss, den viele Anwender nur widerwillig akzeptierten. Ein frischer Leak deutet nun darauf hin, dass Samsung diese Form komplett überdenkt — und erste Bilder zeigen ein deutlich breiteres Faltgerät, das die Nutzung von Foldables nachhaltig verändern könnte.

Quelle des Leaks

Die Spur führt zu Android Authority, das eine Animation im One UI 9-Firmware-Image entdeckte. In dieser Animation ist ein Foldable zu sehen, das sich mit anderen Proportionen öffnet und schließt als die bisherigen Fold-Modelle. Die Animation korrespondiert mit einem Gerät, das intern den Codenamen H8 und die Modellnummer SM-F971U trägt — eine Nummerierung, die eng an Samsungs übliche Benennung der Fold-Hardware anschließt. Anders gesagt: Dabei handelt es sich vermutlich nicht um eine Konzeptzeichnung, sondern um ein echtes, in Entwicklung befindliches Gerät.

Bildschirmgeometrie und technische Details

Das Auffälligste ist die neue Bildschirmgeometrie. Der Leak nennt ein 7,6 Zoll großes Innen-Display mit einem Seitenverhältnis von 4:3 sowie ein 5,4 Zoll großes Außen-Display — beide deutlich breiter als bei früheren Fold-Generationen. Diese veränderten Proportionen haben greifbare Vorteile: Webseiten lesen sich mehr wie auf einem Tablet, Videos füllen mehr des sichtbaren Bereichs und Multitasking- oder Produktivitätsanwendungen wirken weniger eingeengt.

Warum 4:3 einen Unterschied macht

Das 4:3-Format führt zu einem quadratischeren Innenbildschirm, der Inhalte vertikal weniger komprimiert darstellt. Das bringt mehrere praktische Verbesserungen: beim Lesen von Artikeln und Dokumenten sieht man mehr Zeilen ohne ständig zu scrollen, Tabellen und Tabellenkalkulationen wirken übersichtlicher, und Apps mit zwei nebeneinander angeordneten Fenstern können ein besseres Verhältnis beibehalten, ohne dass eines der Fenster zu schmal wird. Für Nutzer, die das Galaxy Z Fold als kleines Tablet-Ersatzgerät betrachten, ist das eine signifikante UX-Verbesserung.

Mögliche technische Spezifikationen und Implikationen

Die Firmware-Animation nennt zwar keine vollständigen technischen Daten, doch aus dem Kontext lassen sich sinnvolle Annahmen ableiten. Ein größerer und breiterer Innenbildschirm erfordert eine präzisere Faltmechanik, um Druckstellen (Creases) zu minimieren, und potenziell eine angepasste Pixelanordnung für optimale Lesbarkeit. Auch die Softwareseite — hier One UI 9 — muss Multitasking-Layouts, App-Resizing und Split-Screen-Verhalten an die neue Displayform anpassen. Entsprechende Optimierungen sind wichtig, damit Entwickler ihre Anwendungen für das 4:3-Canvas anpassen.

Praktische Vorteile im Alltag

  • Besseres Lesen und Surfen: Webseiten erscheinen weniger gestaucht, wodurch Texte und Bilder natürlicher wirken.
  • Verbessertes Videoerlebnis: Videos füllen mehr des Bildschirms; schwarze Balken oben und unten fallen geringer aus.
  • Effizienteres Multitasking: Zwei Apps nebeneinander leiden weniger unter beengten Breiten, was Produktivität und Split-Screen-Nutzung fördert.
  • Schnellinteraktionen auf dem Außendisplay: Ein breiteres Außendisplay vereinfacht Kurzinteraktionen wie Antworten auf Nachrichten oder die Nutzung von Widgets.

Design, Kameraanordnung und Bedienmodell

Die Animation zeigt, dass Samsung offenbar die Position von Kameras und Tasten beibehält: Selfie-Lochbohrungen sitzen sowohl auf dem inneren als auch auf dem äußeren Panel an ähnlichen Stellen wie bei aktuellen Fold-Modellen. Das ist ein wichtiges Signal: Samsung verändert die Geometrie, ohne das bewährte Interaktionsmodell zu opfern. Für Nutzer bedeutet das weniger Umstellungsaufwand, denn bekannte Gesten, Kamera-Positionen und die allgemeine Handhabung bleiben weitgehend erhalten.

Konservative Evolution statt radikaler Neustart

Diese Designentscheidung liest sich wie eine kontrollierte, konservative Evolution. Anstelle einer kompletten Neudefinition des Fold-Formfaktors optimiert Samsung offenbar bestehende Prinzipien: das Prinzip, ein großes Tablet-ähnliches Innen-Display mit einem praktischen Außendisplay zu kombinieren, bleibt bestehen, wird aber ergonomisch verfeinert.

Marktstrategie und Positionierung

Die Modellnummer SM-F971U deutet darauf hin, dass es sich um eine günstigere Variante unterhalb der Flaggschiff-Fold-Serie handeln könnte. Eine erschwinglichere Option würde den Markt für Faltgeräte erweitern, indem sie die Eintrittsbarriere für potenzielle Käufer senkt. Analysten sehen zudem ein weiteres strategisches Motiv: Positionierung gegenüber Wettbewerbern. Gerüchte über Apples erstes faltbares iPhone sprechen ebenfalls von einem breiteren Außendisplay. Wenn Samsung jetzt die Proportionen anpasst, könnte das den Wettbewerbseffekt eines späteren, breitformatigen Konkurrenten abschwächen.

Segmentierung: Premium vs. Einstiegs-Fold

Indem Samsung mehrere Formfaktoren innerhalb der Fold-Familie anbietet — etwa ein teureres, vielleicht noch schlankeres Flaggschiff und eine breitere, günstigere Variante — lässt sich ein breiteres Kundenspektrum ansprechen. So könnte Samsung sowohl experimentierfreudige Early Adopter als auch preissensible Käufer erreichen, ohne die Marke zu verwässern.

Timing und Markteinführung

Die Firmware-Hinweise und die Modellhistorie legen nahe, dass dieses breitere Fold möglicherweise zeitgleich mit der Galaxy Z Fold 8-Familie vorgestellt wird, mit einer erwarteten Enthüllung Ende 2026. Diese zeitliche Perspektive gäbe Samsung ausreichend Monate, um das Nutzererlebnis zu verfeinern, Hersteller und Entwickler zu briefen und App-Unterstützung auszubauen — ein kritischer Schritt, damit Apps das neue 4:3-Format sinnvoll nutzen können.

Warum Entwicklerunterstützung wichtig ist

Ein geänderter Formfaktor ist nur dann ein Erfolg, wenn App-Entwickler ihre Anwendungen anpassen: Layouts, Split-Screen-Verhalten, responsive Designs und Task-Handling müssen optimiert werden. Samsung kann durch Developer-Kits, Emulatoren und klare Richtlinien die App-Ökosystem-Anpassung beschleunigen, damit Nutzer zum Launch ein überzeugendes, verlässlich funktionierendes Erlebnis vorfinden.

Ergonomie und Nutzererfahrung

Kleine Änderungen im Seitenverhältnis können im Alltag überproportional große Auswirkungen haben. Ein breiteres Außendisplay reduziert die Komplexität schneller Interaktionen — etwa das schnelle Lesen von Benachrichtigungen, das Antworten auf Nachrichten oder das Verwenden von Widgets. Das 4:3-Innenpanel bringt das Fold näher an das Gefühl eines kleinen Tablets, ohne das Versprechen der Hosentaschen-Tauglichkeit aufzugeben. Die offensichtliche Botschaft seitens Samsung lautet: Formfaktor und Größe sind ebenso entscheidend wie reine Hardware-Spezifikationen.

Praktische Beispiele für verbesserte UX

  • Bearbeitung von Dokumenten: mehr horizontale Fläche für Texteditoren und Menüleisten.
  • Zeichnen und Notizen: ein etwas quadratischeres Display ist angenehmer für Skizzen und Layouts.
  • Medienkonsum: Streaming-Apps können von reduzierten Letterbox-Balken profitieren.
  • Multitasking: zwei Kacheln mit ähnlicher Breite erhöhen die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit.

Wettbewerbsperspektive: Apple und andere Hersteller

Gerüchte über ein faltbares iPhone mit breiterem Außendisplay haben die Branche in Aufruhr versetzt. Sollte Apple tatsächlich ein ähnliches Format anstreben, wäre das ein direkter Wettbewerbsfaktor. Samsungs Anpassung der Proportionen könnte somit eine präventive Maßnahme sein, um die Marktführerschaft im Bereich Foldables zu verteidigen. Gleichzeitig eröffnet ein diversifiziertes Portfolio die Möglichkeit, unterschiedliche Kundenbedürfnisse parallel zu bedienen.

Was das für Verbraucher bedeutet

Verbraucher profitieren von größerer Auswahl — ob sie nun maximalen Bildschirmplatz oder ein kompaktes Außendisplay bevorzugen. Ein wettbewerbsintensiver Markt beschleunigt Innovationen, senkt potenziell Preise und fördert bessere Softwareintegration, was letztlich dem Endnutzer zugutekommt.

Risiken und offene Fragen

Trotz positiver Aussichten gibt es Risiken: die technische Herausforderung, eine langlebige Faltmechanik für ein breiteres Panel zu entwickeln; mögliche Komplikationen bei der Display-Anpassung (z. B. Helligkeitsuniformität, Blickwinkelstabilität); und die Notwendigkeit, genügend Apps für das neue Format zu haben. Außerdem bleibt unklar, ob dieses Modell zum Mainstream wird oder als preisgünstigere Nischenoption bestehen bleibt.

Technische Hürden

Ein breiteres Innen-Display erhöht die mechanische Belastung an der Falz, sodass Materialwahl, Scharnier-Design und Fertigungspräzision entscheidend sind. Auch Software-Migrationen — etwa die Anpassung von Android-Apps an 4:3 — erfordern Zeit und Kooperation mit Entwicklern.

Ausblick: Was dieser Schritt für die Branche bedeuten könnte

Ob dieses Modell zur neuen Standardausführung des Fold oder als kostengünstigere Alternative bleibt, ist noch offen. Eines ist jedoch klar: Samsung experimentiert mit den Grundannahmen zur Ergonomie faltbarer Geräte. Dieses Experiment könnte die Erwartungen an die nächste Fold-Generation neu definieren — nicht nur für Samsung, sondern für die gesamte Branche.

Fazit

Die Ära langer, schmaler Außenbildschirme könnte dem Ende entgegengehen. Ein breiteres Galaxy Z Fold mit 4:3-Innenbildschirm und einem größeren Außendisplay würde die Nutzung von Foldables natürlicher und produktiver machen. Samsung verfolgt offenbar eine durchdachte Strategie: konservative Designänderungen, eine mögliche Preisstaffelung innerhalb der Produktfamilie und die Vorbereitung auf Konkurrenzdruck. Für Nutzer und Entwickler gilt es nun, die kommenden Monate zu beobachten und zu testen, wie sich die Software und das App-Ökosystem an die neuen Proportionen anpassen.

Stichworte: faltbares Smartphone, Galaxy Z Fold, breiteres Display, One UI 9, SM-F971U, 4:3 Seitenverhältnis, Multitasking, Foldable, Samsung Fold

Quelle: smarti

"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

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