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Es gibt einen einfachen Grund, warum der Snapdragon 8 Gen 5 bereits Aufmerksamkeit erregt: Er wirkt wie der erste "nicht-Elite" Chip, der echte Power aus Qualcomms Spitzenrepertoire übernimmt. Auf Basis der Oryon-Kerne liefert er die Schlagkraft, die man normalerweise von einem Flaggschiff erwartet – nicht nur von einer hochwertigen Mittelklasse-Plattform.
Der MediaTek Dimensity 9300 ist gleichzeitig kein Leichtgewicht. Ja, er ist älter und häufig günstiger, aber er bietet immer noch genügend Tempo, Effizienz und Rundum-Politur, um für Käufer attraktiv zu bleiben, die starke Alltagsleistung wollen, ohne Spitzenpreise zu zahlen.
Welche Wahl im Jahr 2026 sinnvoller ist, hängt also davon ab, ob Sie den schärferen, schnelleren und zukunftsorientierteren Chip möchten oder lieber den, der solide Arbeit leistet und Geld spart. Die Benchmarks zeichnen ein ziemlich klares Bild.

Benchmarks sprechen eine klare Sprache
In CPU-Tests liegt der Snapdragon 8 Gen 5 sowohl im Single-Core- als auch im Multi-Core-Bereich um etwa 27 Prozent vorn. Diese Lücke ist nicht klein. Sie führt zu schnelleren App-Starts, flüssigerem Multitasking und etwas mehr Spielraum, wenn ein Smartphone stark belastet wird.
Single-Core-Score: Snapdragon 8 Gen 5 mit 2.837 gegenüber Dimensity 9300 mit 2.208.
Multi-Core-Score: Snapdragon 8 Gen 5 mit 9.352 gegenüber Dimensity 9300 mit 7.380.
Das gleiche Muster zeigt sich in AnTuTu: Qualcomms Chip erreicht 2.961.236 Punkte, MediaTeks Chip kommt auf 2.324.872. Das entspricht einem soliden Vorsprung von rund 27 Prozent insgesamt, und die Aufschlüsselung macht den Abstand noch deutlicher.
CPU-Leistung ist um 32 Prozent höher, GPU-Leistung um 19 Prozent, Speicherleistung um 13 Prozent und die UX-Performance sogar um 44 Prozent besser. Anders gesagt: Der Snapdragon 8 Gen 5 gewinnt nicht nur – er gewinnt in fast allen Bereichen.
Dieser Vorteil zeigt sich auch im 3DMark Wild Life Extreme Stress Test, wo der Snapdragon mit einer besten Schleifenpunktzahl von 5.009 gegenüber 4.062 für den Dimensity 9300 punktet. Wichtiger ist die Stabilität: Snapdragon hält unter Last deutlich besser durch, mit einem Stabilitätswert von 66,30 Prozent gegenüber 47,59 Prozent bei MediaTek. Für Gamer ist das sehr relevant.

Wo sich die Lücke deutlich zeigt
Ein Teil des Unterschieds hängt mit dem Fertigungsprozess zusammen. Der Snapdragon 8 Gen 5 wird auf TSMCs neuerem 3-nm-Prozess gefertigt, während der Dimensity 9300 auf einem 4-nm-Knoten basiert. Auf dem Papier mag das klein klingen; in der Praxis ermöglicht es Qualcomm jedoch bessere Effizienz und größeren Performance-Spielraum.
Auch die CPU-Architekturen sind sehr unterschiedlich. Der Snapdragon 8 Gen 5 nutzt ein 2+6-Setup mit zwei Oryon-Prime-Kernen bei 3,8 GHz und sechs Oryon-Performance-Kernen bei 3,32 GHz. Der Dimensity 9300 folgt einem 1+3+4-Ansatz: ein Cortex-X4 Prime-Kern bei 3,25 GHz, drei Cortex-X4-Performance-Kerne bei 2,85 GHz und vier Cortex-A720-Effizienzkerne bei 2,0 GHz.
Vereinfacht gesagt setzt Qualcomm stärker auf Spitzenleistung, und das zeigen die Zahlen. Jeder CPU-Kern im Snapdragon läuft mit höheren Taktraten, was erklärt, warum er bei anspruchsvollen Aufgaben die Nase vorn hat.
Auch im Grafikbereich landet der Snapdragon 8 Gen 5 einen saubereren Treffer. Die Adreno-829-GPU nutzt Qualcomms "sliced"-Architektur, unterstützt Raytracing, Funktionen von Unreal Engine 5 und AI-unterstütztes Upscaling und greift auf das komplette Elite-Gaming-Toolkit für stabilere Bildraten und geringere Latenzen zurück.
Der Dimensity 9300 setzt auf eine 12‑Kern Arm Immortalis‑G720 GPU, Raytracing der 2. Generation und MediaTeks HyperEngine Adaptive Gaming Technology. Das bleibt eine ernstzunehmende Gaming-Plattform, die anspruchsvolle Titel gut bewältigt, besonders bei längeren Sessions. Im direkten Vergleich wirkt der Snapdragon jedoch insgesamt runder.

Die KI‑Seite ist eng beieinander, doch auch hier wirkt der Snapdragon 8 Gen 5 ein Stück zukunftsorientierter. Sein Hexagon‑NPU ist auf On‑Device‑Assistenten, multimodale KI und schwerere generative KI‑Aufgaben abgestimmt. MediaTeks NPU 790 ist ebenfalls leistungsfähig: Sie unterstützt große Sprachmodelle mit bis zu 33 Milliarden Parametern und kann komplexe On‑Device‑KI-Aufgaben mit beeindruckender Effizienz ausführen. Für die meisten Nutzer sind beide mehr als ausreichend. Qualcomm scheint jedoch besser für die nächste Funktionswelle gerüstet.
Auch in der Kamerahardware zieht der Snapdragon 8 Gen 5 voraus. Sein 20‑Bit Spectra AI ISP unterstützt bis zu eine einzelne 320‑MP‑Kamera und 4K bei 120 fps; OEMs können bei Bedarf 8K‑Aufnahmen aktivieren. Darüber hinaus bringt er erweitertes Echtzeit‑Semantic‑Segmentation‑Processing und stärker KI‑gestützte Bildoptimierung.
Der Dimensity 9300 kontert mit einem 18‑Bit Imagiq 990 ISP, ebenfalls Unterstützung für 320‑MP‑Sensoren und 8K‑Video. Zusätzliche Features wie AI Semantic Analysis Video Engine, latenzfreie Vorschau und Pixel‑Level‑Autofokus mit dual‑lossless Zoom machen ihn zu einer fähigen Imaging‑Plattform, aber Qualcomms modernerer ISP verschafft dem Snapdragon einen frischeren Vorteil.
Bei der Konnektivität ist das Bild gemischt. Der Snapdragon 8 Gen 5 erreicht bis zu 10 Gbit/s Download über 5G, gegenüber 7 Gbit/s beim Dimensity 9300. Der MediaTek‑Chip bietet dafür höhere Peak‑Wi‑Fi‑7‑Geschwindigkeiten (6,5 Gbit/s vs. 5,8 Gbit/s beim Snapdragon). Qualcomm setzt auf Bluetooth 6.0, während MediaTek bei Bluetooth 5.3 bleibt.
Welche Wahl ist also besser? Legen Sie Wert auf Performance, ist der Snapdragon 8 Gen 5 die stärkere Option. Er bietet bessere CPU‑ und GPU‑Werte, stabilere Leistung bei langen Gaming‑Sessions, modernere Konnektivität sowie ein fortschrittlicheres Kamera‑ und KI‑Paket. Er wirkt wie der Chip für Telefone, die länger relevant bleiben sollen.
Der Dimensity 9300 verdient trotzdem Respekt. Er ist schnell, effizient und mehr als fähig für Alltag, Fotografie und Gaming ohne Probleme. Wenn der Preisunterschied groß ist, kann er die schlauere Wahl sein. Fällt der Preisunterschied hingegen gering aus, ist der Snapdragon 8 Gen 5 die leichter zu empfehlende Option. Er bietet schlichtweg mehr.
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