Apples schwieriger Weg zu einem besseren Siri endet

John Giannandreas Abgang markiert einen Wendepunkt in Apples KI-Strategie. Der Text beleuchtet interne Machtfragen, Verzögerungen bei Siri und Apples Hoffnungen, noch dieses Jahr ein deutlich verbessertes Siri und Apple Intelligence zu liefern.

Sarah Hoffmann Sarah Hoffmann . Kommentare
Apples schwieriger Weg zu einem besseren Siri endet

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Apples langer, unbeholfener Marsch zu einem schlaueren Siri fordert ein weiteres prominentes Opfer. John Giannandrea, der Google-Veteran, den Tim Cook vor acht Jahren holte, um Apples maschinelles Lernen und KI-Bemühungen zu stärken, verlässt nun offenbar das Unternehmen nach einer Amtszeit, die den Durchbruch, auf den Cupertino gehofft hatte, nie wirklich brachte.

Giannandrea kam mit beeindruckender Erfahrung. Bei Apple erhielt er eine der ehrgeizigsten Aufgaben des Unternehmens: Siri und Apple Intelligence zu etwas zu formen, das sich neben den besten modernen KI-Systemen behaupten kann. Stattdessen wurde die Einführung durch Verzögerungen, öffentliche Fehltritte und das wachsende Gefühl, dass Apples KI-Geschichte eher von interner Politik als von Produktambition geprägt wurde, belastet.

Ein talentierter Neuzugang, der nie das Steuer übernahm

Laut Mark Gurman von Bloomberg lag das Problem nicht allein an Giannandreas Leistung. Apple, so sagt er, agiere eher wie ein streng kontrolliertes Familienunternehmen als wie ein Unternehmen, das bereit ist, externes Talent Regeln neu schreiben zu lassen. Das ist wichtig. Sehr wichtig. Selbst ein angesehener Manager kann Schwierigkeiten haben, wenn die tatsächliche Entscheidungsgewalt anderswo liegt und das Mandat enger ist, als der Jobtitel vermuten lässt.

Giannandreas Einfluss hatte bereits in den Monaten vor der Veröffentlichung seines Abgangs abgenommen. Ende 2024 machten Berichte deutlich, dass Apple seine Rolle bei der Aufsicht über die KI-Entwicklung reduziert hatte, ein Zeichen dafür, dass sich das Unternehmen auf das Leben nach dem Mann vorbereitete, auf den es einst seine KI-Hoffnungen gesetzt hatte.

Nun scheint der Zeitplan festzustehen. Gurman sagt, Giannandreas letzte Tage bei Apple sollten diese Woche enden, wobei der 15. April den Zeitpunkt markiert, an dem seine Apple-Aktien unverfallbar werden, auf die er offenbar gewartet hat, bevor er geht.

Es wird nicht erwartet, dass er sofort in eine weitere große Tech-Position springt. Stattdessen berichtet Gurman, dass Giannandrea plant, als Berater in der Start-up-Welt zu arbeiten. Das könnte besser passen. Weniger Vorstandstheater. Mehr Aufbauarbeit.

Die weitergehende Lehre ist kaum zu übersehen. Apple war langsam darin, KI zu umarmen, und einige seiner Top-Führungskräfte waren anfangs offen skeptisch. Craig Federighi, der Softwarechef des Unternehmens, wischte das frühe ChatGPT-Getöse zunächst beiseite, bis er eines Abends KI einsetzte, um beim Schreiben von Code zu helfen, und die Attraktivität aus erster Hand erlebte. Danach änderte sich der Ton.

Bis dahin hatte Apple jedoch bereits wertvolle Zeit verloren. Der Vorstoß des Unternehmens, Siri neu zu erfinden und Apple Intelligence auszuliefern, verlief chaotisch, und Giannandreas Abgang wirkt weniger wie ein Schock als vielmehr wie das letzte Kapitel einer Geschichte, die nie vollständig zündete. Nicht jede hochkarätige Personalie passt perfekt. Manchmal ist das Timing falsch, die Kultur ungeeignet und die Aufgabe größer als der Rahmen.

Jetzt muss Apple beweisen, dass es ohne den Manager, den es einst engagiert hatte, um die Führung zu übernehmen, schneller handeln kann.

Wenn alles nach Plan verläuft, wird das Unternehmen später in diesem Jahr endlich das verbesserte Siri liefern, auf das Nutzer gewartet haben. Für Apple wäre das mehr als ein Produktupdate. Es wäre eine dringend benötigte Neuausrichtung.

"Nachhaltige Technologie ist die Zukunft. Ich schreibe über Green-Tech und wie Digitalisierung dem Planeten helfen kann."

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