Auf dem BRICS-Gipfel in Neu-Delhi schlug Chinas Präsident Xi Jinping laut Bloomberg vor, eine von China geführte Gemeinschaft zur Entwicklung von Open-Source-KI-Modellen aufzubauen. Die Initiative solle die Zusammenarbeit der BRICS-Mitglieder bei Entwicklung und Einsatz großer Sprachmodelle fördern sowie Schulungen und KI-Seminare umfassen, sagte Xi.
Einen Tag zuvor hatte Xi die BRICS-Staaten eingeladen, einer globalen KI-Kooperationsorganisation beizutreten, die China im Juli gegründet hatte. Nach Angaben der chinesischen Regierung unterzeichneten 29 Länder am 16. Juli die Gründungsvereinbarung; der Sitz der Organisation befindet sich in Shanghai. Zu den Unterzeichnern zählen Russland, Pakistan, Kasachstan, Indonesien und Brasilien. In der Regierungsmitteilung wurde darauf hingewiesen, dass kein Mitgliedstaat der Europäischen Union Teil der Organisation ist.

Anderer Regulierungsansatz als in der Europäischen Union
Europa hat mit dem KI-Gesetz der Europäischen Union einen anderen Ansatz für Open-Source-Modelle gewählt. Das Gesetz sieht für Anbieter allgemein einsetzbarer, freier und quelloffener KI-Modelle Erleichterungen bei bestimmten Pflichten vor. Leitlinien der Europäischen Kommission legen die Voraussetzungen dafür fest. Demnach können Anbieter unter bestimmten Bedingungen von Anforderungen wie der Erstellung technischer Dokumentationen für Aufsichtsbehörden, deren Bereitstellung für nachgelagerte Nutzer sowie der Benennung eines Vertreters in der EU befreit werden. Voraussetzung ist, dass Modelldaten wie Gewichte, Parameter und Architektur öffentlich zugänglich sind und die Lizenz Nutzung und Modifikation erlaubt, ohne diese auf nicht kommerzielle Zwecke zu beschränken.
China hat die Grenzen für Open-Source-KI-Modelle dagegen bislang nicht formell definiert. Auf einer KI-Konferenz in China im Juli betonte Xi, wie wichtig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Entwicklung und Sicherheit sei. Unabhängig davon veröffentlichte das Ministerium für Staatssicherheit am Samstag einen Artikel, in dem es einige Regierungen – ohne ein Land namentlich zu nennen – beschuldigte, mit schwarzen Listen und geschlossenen Ökosystemen KI-Industrieketten und globale Lieferketten zerschneiden zu wollen.
Die chinesischen Behörden prüfen weiterhin, wie sich der Zugang zu einigen der leistungsfähigsten KI-Modelle des Landes am besten regulieren lässt.




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