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Lenovo scheint bereit, das Laptop-Design in neue Richtungen zu treiben: Der durchgesickerte Legion Pro Rollable beschreibt ein Gaming-Notebook, das sich per Knopfdruck physisch von einem 16:9-Format zu einem 21:9-Ultrawide-Display erweitert. Sollte das Leak zutreffen, könnte dieses Gerät tragbare Ultrawide-Immersion bieten, ohne die Leistung einzubüßen, die Gamer erwarten.
Ein Bildschirm, der wächst, wenn Sie ihn brauchen
Stellen Sie sich vor, Sie bereiten sich auf eine lange Gaming-Session vor, drücken einen Knopf und sehen zu, wie Ihr Laptop in eine kinoreife, ultrabreite Leinwand aufgeht. Die geleakten Bilder zeigen ein motorisiertes, aufrollbares OLED-Panel, das horizontal herausfährt und das übliche Laptop-Seitenverhältnis in eine breite 21:9-Fläche verwandelt. Berichten zufolge arbeitet das Panel mit 120 Hz, was zusammen mit OLEDs typischen tiefen Schwarzwerten und lebendigen Farben für geschmeidige Bewegungen und eine hohe Bildqualität sorgen soll.
Ein rollbares OLED-Display bringt mehrere technische und ergonomische Vorteile: Es ermöglicht eine größere sichtbare Fläche bei gleichzeitig kompakter Bauform im geschlossenen Zustand, spart Platz beim Transport und ersetzt in vielen Situationen externe Monitore. Gleichzeitig erfordert die Mechanik präzise Fertigung, robuste Materialien und intelligente Softwaresteuerung, damit das Ein- und Ausfahren zuverlässig und leise funktioniert.
Wichtig für die Praxis sind zudem Helligkeit, HDR-Fähigkeiten und die Pixeldichte. Ein 21:9-OLED mit 120 Hz bietet idealerweise eine hohe Helligkeit für HDR-Inhalte, eine gute Farbabdeckung (DCI-P3 oder Adobe RGB) und scharfe Details für Texte und UI-Elemente bei produktiven Anwendungen. Für Spiele bedeutet die zusätzliche horizontale Auflösung ein größeres Sichtfeld (Field of View), das in Rennsims oder Strategiespielen einen spürbaren Vorteil bringen kann.
Designmerkmale und praktische Details
Das Legion Pro Rollable wirkt unverkennbar wie ein Legion-Notebook: kantiges Design, integrierte Zifferntastatur und die für leistungsorientierte Geräte typischen Kühlöffnungen. Das echte Highlight ist jedoch der Schiebemechanismus – offenbar motorisiert und nahtlos – der aus einem Gerät zwei Nutzungsszenarien macht: kompakte Mobilität für unterwegs und eine breitere Arbeits- oder Spielansicht im stationären Betrieb.
Praktische Details wie die Anordnung der Lüftungsöffnungen, die Materialwahl für Chassis und Tastatur, sowie die Lage von Anschlüssen spielen bei einem solchen Konzept eine große Rolle. Damit die Mechanik über Jahre hinweg zuverlässig arbeitet, sind hochwertige Gleitelemente, Staubschutz und eine elektronische Kalibrierung nötig. Ebenso wichtig ist, dass die Software erkennt, wenn das Display erweitert oder eingeklappt wird, und entsprechend die Fensteranordnung, Taskleiste und GPU-Auslastung optimiert.
Die integrierte Zifferntastatur ist ein offensichtlicher Vorteil gegenüber vielen dünnen Gaming-Laptops, die solche Tasten oft nur als Option bieten. Für Nutzer, die gleichzeitig spielen, streamen oder produzieren, kann die physische Numerik schnelle Eingaben erleichtern – etwa für Hotkeys, Makros oder Tabellenarbeit.

Zur Robustheit und Alltagstauglichkeit gehören neben der Mechanik auch das Wärme- und Gerätemanagement: Ein ultrabreiter Modus erhöht die Pixelanzahl und damit die GPU-Last; Kühllösungen müssen dies abfangen, ohne dass das System übermäßig laut wird oder die Performance drosselt. Lenovo hat bei früheren Legion-Modellen doppelgeschossige Lüfter, vapor chamber-Kühlung und intelligente Lüfterkurven eingesetzt – ähnliche Konzepte werden beim Rollable erwartet.
Nächste Generation Leistung für Ultrawide-Gameplay
Unter der Haube deutet das Leak auf Intels Panther Lake CPU in Kombination mit einer Nvidia GeForce RTX-50-Serie Laptop-GPU hin. Diese Kombination signalisiert, dass Lenovo das Rollable nicht als Gimmick, sondern als ernstzunehmendes Gaming-System positioniert: Mit ausreichend GPU- und CPU-Leistung sollten anspruchsvolle Titel auch auf dem erweiterten 21:9-Panel spielbar sein.
Für Streamer, Content-Creator und Sim-Racer, die ein breiteres Sichtfeld bevorzugen, können die zusätzlichen horizontalen Pixel den Unterschied ausmachen: mehr Übersicht in Strategiespielen, breitere Cockpitansichten in Rennsimulationen und ein größeres Layout beim Video- oder Audiomonitoring. Gleichzeitig erhöhen höhere Auflösungen die Anforderungen an Speicherbandbreite und VRAM; eine RTX-50-Series-GPU mit ausreichend GDDR-VRAM und einer effizienten Kühlung ist deshalb essentiell.
Technische Feinheiten, die bei einem solchen System relevant sind: Unterstützung für MUX-Switch für direkte GPU-Ausgabe, moderne Encoder (NVENC) für Streaming, Hardware-Beschleunigung für Raytracing und KI-gestützte Upscaling-Techniken wie DLSS bzw. Frame Generation. Auch Treiberoptimierungen für 21:9-Auflösungen und Kompatibilitätstests mit beliebten Spielen sind wichtig, damit Bildraten stabil bleiben.
- Display: Rollbares OLED, 120 Hz (berichtet)
- CPU: Intel Panther Lake (Next-Gen)
- GPU: Nvidia GeForce RTX-50-Serie (Laptop)
- Extras: Motorisierter Auszug, Zifferntastatur
Weitere Ausstattungsmerkmale, die Käufer erwarten könnten, sind schnelle NVMe-SSDs im RAID-Verbund oder per PCIe Gen5, LPDDR5X- oder DDR5-Arbeitsspeicher mit hoher Bandbreite, umfangreiche Anschlussmöglichkeiten (Thunderbolt 4 / USB4, HDMI/DisplayPort, Ethernet) und moderne Funkstandards wie Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4. Solche Komponenten ergänzen die High-End-Ausrichtung und sorgen für Zukunftssicherheit.
Wann wird Lenovo es vorstellen?
Das Leak tauchte nur wenige Wochen vor der CES 2026 auf, weshalb die Spekulationen groß sind, dass Lenovo das Legion Pro Rollable in Las Vegas präsentieren könnte. Preise sind bislang unbekannt; frühere rollbare Experimente von Lenovo positionierten ähnliche Hardware jedoch klar im Premium-Segment. Rechnen Sie mit einem höheren Preis für neuartige Display-Mechanik und Top-Komponenten.
Timing und Markteinführung sind entscheidend: Wenn Lenovo das Gerät auf der CES vorstellt, wird es auf frühe Hands-on-Tests ankommen – Medien und Influencer werden Mechanik, Lautstärke, Thermik und Akkuverhalten prüfen. Ein schlüssiges Software- und Treiberpaket ist ebenso notwendig, um die Erfahrung in beiden Modi (kompakt und ultrabreit) konsistent zu halten.

Für Gamer und Creator, die seit Langem das ultrabreite Erlebnis ohne externen Monitor wünschen, könnte ein rollbares Legion diese Lücke endlich schließen. Ein zentraler Aspekt wird sein, wie belastbar die Mechanik im Alltag ist: Staub, Beanspruchung beim Reisen und wiederholtes Aus- und Einfahren sind echte Prüfungen. Wenn Lenovo die Ausführung gelingt, hat das Rollable das Potenzial, eines der am meisten diskutierten Gaming-Notebooks des nächsten Jahres zu werden.
Wichtig bleibt außerdem die Akkufrage: Ein größeres Display mit mehr Pixeln und eine starke GPU erhöhen den Energiebedarf. Hersteller begegnen diesem Dilemma häufig mit größeren Akkus, intelligentem Energiemanagement (z. B. variable Refresh-Rates, Panel-Power-Down im 16:9-Modus) und Support für schnelles Laden. Käufer sollten auf realistische Angaben zur Akkulaufzeit in beiden Modi achten, denn die Praxiswerte können stark variieren.
Ein weiterer Punkt ist die Softwareintegration: Betriebssysteme und Spiele müssen sinnvoll mit der dynamischen Displaygröße umgehen. Fenster-Management, Skalierung und Peripherie-Zuordnung (z. B. zwei unabhängige Fenster-Layouts für Produktivität) sind Mehrwertfunktionen, die Lenovo durch eigene Utilities oder Kooperation mit Drittanbietern bieten könnte.
Abschließend bleibt zu sagen: Rollbare Displays sind eine der spannendsten Entwicklungen in der Laptop-Technik, weil sie Mobilität und großen Bildschirm in einem Gerät kombinieren. Die Herausforderung liegt in der zuverlässigen Umsetzung – mechanisch, thermisch und softwareseitig. Sollte Lenovo diese Punkte adressieren, könnte das Legion Pro Rollable ein Vorreiter für eine neue Laptop-Kategorie werden.
Quelle: gizmochina
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