Galaxy S26 Ultra: Snapdragon vs Exynos Benchmark-Analyse

Durchgesickerte Geekbench‑Werte zeigen: Das Galaxy S26 Ultra mit Snapdragon 8 Elite Gen 5 führt in Single‑Core‑Tests, während Exynos 2600 bei Multi‑Core dank mehr Kernen nahe dran bleibt. Analyse, Details und Kontext.

Lukas Schmidt Lukas Schmidt . Kommentare
Galaxy S26 Ultra: Snapdragon vs Exynos Benchmark-Analyse

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Samsungs nächster großer Auftritt ist nur noch eine Woche entfernt, und die ersten Zahlen sorgen bereits für Aufsehen. Durchgesickerte Geekbench-Daten und Systemauszüge — zusammengestellt von TechManiacs — zeigen einen deutlichen Vorteil für das Galaxy S26 Ultra bei Single-Thread-Geschwindigkeit. Die Ursache ist dabei wenig überraschend: Taktraten und Mikroarchitektur.

Das Ultra läuft mit einem für „Galaxy“ abgestimmten Snapdragon 8 Elite Gen 5, dessen Prime Oryon V3-Kern auf 4,74 GHz angehoben wurde. Der Standard Elite Gen 5 taktet bei etwa 4,61 GHz, weshalb es sich hier um eine gezielte Leistungssteigerung handelt. Demgegenüber verwendet der Exynos 2600 im S26 und S26+ ARMs C1-Ultra-Kern mit rund 3,80 GHz. Mathematisch ganz einfach: schnellerer Prime-Kern führt zu höheren Single-Core-Werten — eine Erklärung, die sowohl technisch als auch praktisch einleuchtet.

Das Snapdragon‑bestückte S26 Ultra verzeichnet in Geekbench 6 im Single-Core-Bereich einen Vorsprung von etwa 16 % (3724 vs. 3197). Diese Lücke lässt sich sehr gut auf den Unterschied in der Taktfrequenz und die von Samsung und Qualcomm getroffenen mikroarchitektonischen Entscheidungen zurückführen. Kurz gesagt: Wenn Ihnen reine Single-Thread-Reaktionsfähigkeit wichtig ist — etwa App-Starts, UI-Responsivität oder bestimmte Single-Thread-Gaming-Tasks — hat die Snapdragon-Variante die Nase vorn.

Die Multi-Core-Werte erzählen hingegen eine leicht andere Geschichte. Die Ergebnisse liegen praktisch dicht beieinander; das Exynos-Setup folgt nur etwa 2 % hinter der Snapdragon-Probe — ein Unterschied, der im Bereich der üblichen Messungenauigkeit für frühe Leaks liegt. Warum ist das so? Der Exynos 2600 nutzt ein Deca-Core-Layout (1+3+6), während der Snapdragon „for Galaxy“ bei einem Octa-Core-Design (2+6) bleibt. Eine höhere Kernanzahl kann einen Single-Core-Nachteil abschwächen, sobald Workloads über mehrere Threads skalieren, weshalb Multi-Core-Benchmarks oft enger liegen als Single-Core-Messungen.

Es gibt weitere praktische Details, die Beachtung verdienen. In diesen Leaks zeigen alle drei S26-Modelle eine Basiskonfiguration mit 12 GB RAM. Für das S26 Ultra wird voraussichtlich eine 16-GB-Option für das 1-TB-Modell angeboten, doch diese Variante scheint in den vorliegenden Benchmark-Samples nicht enthalten zu sein. Während der übertaktete Prime-Kern des Snapdragon bestätigt ist, bleiben mögliche GPU-Verbesserungen für das „for Galaxy“-SKU in den durchgesickerten Messwerten unbestätigt. Das betrifft sowohl GPU-Taktraten als auch mögliche angepasste Frequenzkurven, die für Gaming-Performance und Grafik-Benchmarks relevant wären.

Kontext ist entscheidend: Benchmarks sind Momentaufnahmen, keine abschließenden Urteile. Frühe Geekbench-Zahlen bieten eine nützliche Vorschau, doch die reale Performance hängt von mehreren Faktoren ab: Thermisches Verhalten des Geräts, Software‑Optimierung durch Samsung, Treiberanpassungen und wie Mobilfunkanbieter sowie Regionen Exynos‑ gegenüber Snapdragon‑Einheiten verteilen. Samsungs Strategie mit regionsspezifischen SoC‑Varianten hat Vergleiche immer wieder erschwert — und das wird auch dieses Mal so sein.

Außerdem spielen in echten Nutzungsszenarien Aspekte wie Throttling bei andauernder Last, Wärmeableitung durch das Kühlsystem, Hintergrundprozesse, Speicherarchitektur (LPDDR5X vs. andere Speicherkonfigurationen) sowie die Integration von Bild- und KI‑Beschleunigern eine große Rolle. Ein hoher Single-Core-Wert korreliert zwar oft mit gefühlter Schnelligkeit bei alltäglichen Aufgaben, ist aber nicht der einzige Indikator für Gesamtleistungsstärke in Multimedia-, Fotobearbeitungs- oder Multitasking‑Szenarien.

Weiterhin ist zu beachten, dass synthetische Benchmarks wie Geekbench standardisierte Testläufe nutzen, die sich stark von realen Anwendungen unterscheiden können. Spiele mit starken GPU- und Speicherbandbreiten-Anforderungen, komplexe KI-gestützte Kameraalgorithmen oder lang andauernde Rendering‑Aufgaben können das Kräfteverhältnis zwischen unterschiedlichen SoC‑Architekturen verschieben. Deshalb sind ergänzende Tests — GPU‑Benchmarks, Stresstests, Akku‑Drain‑Messungen und reale Anwendungsszenarien — wichtig, um ein vollständiges Bild zu erhalten.

Aus technischer Sicht erklärt die Beobachtung des erhöhten Prime‑Kern‑Takts beim Snapdragon‑Modell viel vom Single‑Core‑Vorsprung. Eine Erhöhung der Taktfrequenz um einige hundert Megahertz erhöht die Leistung dieses isolierten Kerns überproportional, weil Single‑Thread‑Workloads kaum von zusätzlichen Kernen profitieren. Hingegen kann ein effizienter Multi‑Core‑Scheduler in Kombination mit einer größeren Anzahl an Kernen beim Exynos 2600 in praxisnahen Multithread‑Situationen sehr konkurrenzfähig bleiben — vor allem, wenn Samsung Software‑Patches und gezielte Leistungsmodi implementiert.

Erwarten Sie mehr Tests, sobald die Geräte in die Hände von Reviewern und Nutzern gelangen. Langzeit‑Benchmarks, thermische Messungen und vergleichende Alltagsnutzung werden zeigen, ob der Early‑Lead des Snapdragon‑S26 Ultra in echten Szenarien bestehen bleibt. Für den Moment ist die Kernbotschaft klar: Qualcomms für Galaxy abgestimmter Elite Gen 5 verschafft dem S26 Ultra einen spürbaren Single‑Core‑Vorteil, während der Exynos 2600 dank höherer Kernanzahl bei multithreaded Workloads gut mithalten kann. Beobachten Sie die Präsentation am 25. Februar — die Benchmark‑Geschichte ist nur das erste Kapitel.

Quelle: gsmarena

"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

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