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Xiaomi hat still und leise eine Crowdfunding-Kampagne für eine neue Überwachungskamera für den Innenbereich in China gestartet, die über das übliche "Tür beobachten und abwarten" hinausgeht. Die Intelligente Kamera 4 Max KI-Zoom-Edition setzt stärker auf Detailgenauigkeit, intelligentes Tracking und einen neuen Vorstoß in die KI-gestützte Heimüberwachung.
Während der Crowdfunding-Phase kostet die Kamera 799 Yuan, etwa 116 US-Dollar. Im regulären Handel will Xiaomi sie für 999 Yuan, rund 145 US-Dollar, anbieten. Damit liegt sie in einer attraktiven Preisregion für Käufer, die mehr wollen als eine einfache Innenkamera, ohne in den Premium-Sicherheitsbereich vorzustoßen.
Vertraute Form, intelligentere Ambitionen
Auf den ersten Blick hat Xiaomi das Rad nicht neu erfunden. Das Design wirdjenigen vertraut vorkommen, die die frühere Intelligente Kamera 4 Zoom-Edition gesehen haben. Dennoch gibt es einige auffällige Änderungen. Das neue Modell erscheint in einem silbergrauen Finish und steht jetzt auf einer Stoffbasis, was ihm ein etwas weicheres, wohnlicheres Erscheinungsbild verleiht.
Die eigentliche Entwicklung spielt sich im Inneren ab. Xiaomi kombiniert ein 12 MP Teleobjektiv mit einem 8 MP Weitwinkelobjektiv, beide mit einer Blende von f/1.6. Das Ergebnis ist eine Kamera, die mehr kann als nur einen festen Raum überwachen. Sie unterstützt 4K-Überwachung, 12-fachen Hybridzoom und 3-fachen verlustfreien Zoom, was hilfreich ist, wenn Nutzer Details prüfen müssen statt nur grobe Bewegungen zu erkennen.
Auch die Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen wurde berücksichtigt. Die Intelligente Kamera 4 Max KI-Zoom-Edition bietet Vollfarb-Nachtsicht und einen neuen Fotomodus, der alltägliche Momente einfängt statt nur Sicherheitsalarme auszulösen. Das ist eine subtile, aber interessante Veränderung. Xiaomi möchte offensichtlich, dass sich das Gerät weniger wie ein steriles Überwachungswerkzeug und mehr wie ein intelligentes Element des Zuhauses anfühlt.

Das Schwenk-/Neigesystem ermöglicht 360 Grad horizontale Bewegung und eine 180 Grad vertikale Abdeckung, wodurch die Kamera im Raum sehr flexibel einsetzbar ist. Xiaomi gibt an, dass die Motoren 30 Prozent schneller sind als beim C700, was das Tracking reaktionsschneller wirken lassen sollte. Sie folgt auch Personen und Haustieren, eine Funktion, die im Markt für Smart-Home-Kameras mittlerweile üblich ist; Xiaomi betont jedoch, dass ihre Version auf präzisere Erkennung abgestimmt ist.
Unter der Haube läuft das Gerät auf einem 3T Quad-Core-Chip. Xiaomi behauptet, die Leistung sei um 300 Prozent stärker als beim C700, was darauf hindeutet, dass genug Rechenleistung vorhanden ist, um die KI-intensiven Funktionen flüssig auszuführen.
Was dieses Modell wirklich von der Masse abhebt, ist jedoch die Software. Xiaomi führt sein erstes KI-Pflegemodell ein, das auf drei zentrale Szenarien ausgerichtet ist: Kinder, ältere Familienmitglieder und Haustiere. Dadurch erhält die Kamera eine deutlich persönlichere Perspektive. Anstatt nur Bewegung zu erkennen, kann sie Verhalten interpretieren, etwa erkennen, wenn ein Kind lernt, und darauf basierende Tagesberichte erstellen.
Sie unterstützt außerdem die Suche in aufgezeichnetem Material per Text- oder Videohinweis, was Nutzern das mühsame Durchsuchen stundenlanger Aufnahmen ersparen kann. Eine solche Suchfunktion ist besonders in einem voll belegten Haushalt nützlich, wo ein kleiner Moment leicht übersehen werden kann.
Frühkäufer erhalten eine einmonatige Testphase des KI-Dienstes. Danach wird Xiaomi den Dienst voraussichtlich hinter eine Abonnementoption stellen, eine Vorgehensweise, die in der Smart-Home-Branche zunehmend üblich ist. Die Hardware ist vielleicht der Einstieg, aber der langfristige Umsatz scheint in der Software zu liegen.
Derzeit wirkt die Intelligente Kamera 4 Max KI-Zoom-Edition wie Xiamois Versuch, Heimüberwachung schärfer, klüger und etwas menschlicher zu gestalten. In einem Markt voller nahezu identischer Kameras verleiht ihr dieser Ansatz allein schon einen Vorteil.
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