Twilight Princess: Fan-Port Dusk bringt Zelda auf Android

Der Fan-Port Dusk bringt Twilight Princess auf Android, PC, macOS, iOS und Steam Deck. Der dekompilierte Port bietet moderne Grafik- und Gameplay-Optionen, erfordert aber einen Controller und hat noch Kompatibilitätsprobleme.

Tim Becker Tim Becker . Kommentare
Twilight Princess: Fan-Port Dusk bringt Zelda auf Android

4 Minuten

Link kommt auf Android an, in einer Form, wie Nintendo sie nie weltweit offiziell angeboten hat. Ein von Fans erstellter Port von The Legend of Zelda: Twilight Princess ist für Android aufgetaucht, ebenso wie Builds für PC, macOS, iOS und Steam Deck, und verleiht einem der beliebtesten Teile der Reihe neues Leben auf moderner Hardware.

Das Projekt stammt von einer Gruppe namens Twilit Realm, und der Port selbst heißt Dusk. Statt ein einfacher Emulator-Wrapper zu sein, basiert Dusk auf einer Decompilation, die von der größeren Twilight-Princess- Reverse-Engineering-Community unterstützt wird. Zudem nutzt es die Kompatibilitätsschicht Aurora, um den Originaltitel von GameCube und Wii auf neueren Plattformen lauffähig zu machen.

Dieser Unterschied ist wichtig. Es geht nicht nur darum, ein altes Spiel auf einem Smartphone zu starten. Es geht darum, wie sich das Spiel verhält, welche Einstellungen es bietet und wie gut es über die Beschränkungen der ursprünglichen Hardware hinaus skaliert werden kann.

Mehr als ein einfacher Port

Die Installation auf Android ist, zumindest auf dem Papier, überraschend unkompliziert. Nutzer müssen die Dusk-App von der GitHub-Seite des Projekts installieren und ein eigenes Spiel-ISO bereitstellen. Nach Auswahl des Disc-Images prüft die App, ob die Datei die Verifikation besteht, bevor sie fortfährt. In einigen Fällen wirkt dieser Prozess etwas inkonsistent, denn mindestens ein Test-ISO fiel in der Verifikation durch, erlaubte das Laden des Spiels jedoch trotzdem.

Anschließend können Spieler zwischen einer Classic-Voreinstellung und dem erweiterten Dusk-Modus wählen. Letzterer bringt visuelle Verbesserungen und Komfortfunktionen, wodurch diese Veröffentlichung weniger wie bloße Bewahrung und mehr wie eine modernisierte Community-Edition wirkt. Ein Haken bleibt: Touch-Steuerung wird nicht unterstützt, ein physischer Controller ist erforderlich.

Die Hardware-Kompatibilität ist erwartungsgemäß uneinheitlich. Tests auf einem vivo X300 Ultra führten offenbar zu erheblichen Texturfehlern, die das Spiel praktisch unspielbar machten. Die Entwickler haben bereits Probleme eingeräumt, die mit Telefonen zusammenhängen, die Qualcomm-Adreno-GPUs verwenden. Trotzdem sind die Ergebnisse nicht durchweg schlecht. Berichten zufolge lief der Port flüssig auf einem Samsung Galaxy S23 Ultra mit Snapdragon 8 Gen 2 und auf einem vivo X300 Pro mit MediaTek Dimensity 9500.

Das letzte Detail ist besonders bemerkenswert. Frühstadium-Projekte für Android-Gaming bevorzugen oft Snapdragon-Geräte, sodass MediaTek-Nutzer außen vor bleiben. Dass ein anspruchsvoller Fan-Port wie dieser auf einem aktuellen Dimensity-Chip gut läuft, ist eine kleine, aber bedeutende Veränderung.

Und dann sind da noch die Extras. Dusk öffnet die Tür zu Funktionen, die die Originalveröffentlichung nie in dieser Form bot, darunter interne Auflösungs-Skalierung bis zu 11827 x 5376, Schattenauflösungsskalierung bis zu 8x, unbegrenzte Bildraten, Gyro-Zielen, Spiegelmodus zur Nachahmung der Wii-Version, eine minimale HUD-Option, Cheats und eine lange Liste von Gameplay-Anpassungen. Für ein Spiel, das erstmals 2006 erschien, ist das ein ernstzunehmendes Facelifting.

Das ist nicht das erste Mal, dass Twilight Princess auf Android erscheint, obwohl die meisten Spieler nie wirklich Zugang zu jener Version hatten. Nintendo veröffentlichte das Spiel zuvor für NVIDIA Shield-Geräte in China Ende der 2010er Jahre, doch diese Ausgabe wurde nie global verfügbar. In diesem Sinne schließt Dusk eine Lücke, die Fans seit Jahren beobachtet haben.

Es reiht sich auch in eine wachsende Reihe inoffizieller Zelda-Projekte ein, die alte Abenteuer auf modernen Geräten spielbar machen. Ocarina of Time und Majora’s Mask haben bereits ähnliche zweite Leben auf Android gefunden, und nun gehört Twilight Princess zur selben Welle. An manchen Stellen unordentlich? Ja. Spannend? Auf jeden Fall.

Für Android-Retro-Spieler könnte dies gerade eines der interessantesten Zelda-Projekte zum Beobachten sein.

"Gaming und E-Sports sind mehr als nur ein Hobby für mich. Ich berichte live von den größten Turnieren und Hardware-Releases."

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