Osmo Mobile 8P: Osmo FrameTap erleichtert Solo-Filmen

DJIs Osmo Mobile 8P bringt mit dem Osmo FrameTap eine abnehmbare Touch-Fernbedienung, Live-Vorschau, verbessertes ActiveTrack 8.0 und optionales Objekt-Tracking, ideal für Solo-Creator und Vlogger.

Lena Wagner Lena Wagner . Kommentare
Osmo Mobile 8P: Osmo FrameTap erleichtert Solo-Filmen

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DJIs neuester Smartphone-Gimbal zielt auf eine ganz konkrete Frustration: das unbeholfene Zurückstolpern zum Telefon nach jedem Take, nur um zu prüfen, ob man noch im Bild ist. Mit der globalen Einführung des am 7. Mai angekündigten Osmo Mobile 8P setzt DJI stark auf Alleinfilmen, und die auffälligste Neuerung ist nicht der Gimbal selbst. Es ist der winzige, abnehmbare Bildschirm, der ihn begleitet.

Dieses neue Zubehör namens Osmo FrameTap ist in jedem Osmo Mobile 8P-Paket enthalten. Es ist eine kompakte, magnetische Touchscreen-Fernbedienung, die etwa 29 Gramm wiegt und per Bluetooth aus bis zu 10 Metern Entfernung verbindet. Klein, aber wirkungsvoll. Anstatt die Komposition zu raten oder zwischen den Aufnahmen hin und her zu rennen, erhalten Sie eine Live-Vorschau vom gekoppelten Telefon direkt in Ihrer Hand.

Das verändert das Gefühl beim Filmen mit dem Smartphone mehr, als das Datenblatt vermuten lässt. Über die Fernbedienung können Nutzer die Bildgestaltung anpassen, das verfolgte Motiv wechseln, den Zoom steuern, den Gimbal mit einem Bildschirm-Joystick lenken und die Fülllicht-Einstellungen anpassen. Für Creator, die allein drehen, ist das eine Komfortfunktion, die sonst meist teureren Kamerasetups und komplexeren Arrangements vorbehalten ist.

Ein intelligenteres Werkzeug für alle, die sich selbst filmen

Android-Nutzer erhalten einen besonders praktischen Bonus: direkte Bildschirmspiegelung des Telefons auf dem Controller. In der Praxis bedeutet das, dass Sie das Telefon weiter entfernt platzieren, die Hauptkamera für bessere Bildqualität nutzen und die Aufnahme trotzdem im Blick behalten können, ohne das Gerät anfassen zu müssen. Für Vlogger, Fitnesstrainer, Tutorial-Ersteller und Ein-Personen-Produktionsteams ist das ein sinnvolles Upgrade statt eines reinen Gimmicks.

DJI hat zudem sein Tracking-System überarbeitet. Das Unternehmen sagt, ActiveTrack 8.0 sei besser darin, selbst in unruhigen Szenen sicher zu bleiben, auch wenn sich das Motiv schnell bewegt oder kurz hinter Hindernissen verschwindet. Das sollte in Umgebungen helfen, in denen mobiles Tracking oft versagt: belebte Straßen, Veranstaltungen oder schnell bewegte Aufnahmen.

Es gibt eine weitere Ebene für Nutzer, die mehr Flexibilität wünschen. Das optionale Multifunctional Module 2 erweitert das Tracking über Menschen und Haustiere hinaus und erlaubt dem Gimbal, Objekten wie Fahrzeugen oder Wahrzeichen zu folgen. Das öffnet die Tür für dynamischere Reiseaufnahmen, Auto-Clips oder ortsbezogene Aufnahmen, ohne dass ein eigener Kameramann nötig ist.

Auf der iPhone-Seite nutzt DJI außerdem Apples DockKit-Unterstützung. Dadurch können kompatible Apps natives Tracking direkt verarbeiten, darunter Apples Kamera-App, YouTube und Blackmagic Camera. Für Nutzer, die bereits tief im iPhone-Video-Ökosystem stecken, wirkt das Osmo Mobile 8P so weniger wie ein eigenständiges Gadget und mehr wie eine natürliche Erweiterung des Telefons.

Abseits des Hauptfeatures bleibt die Hardware nah an dem, was DJI-Nutzer bereits kennen. Das Osmo Mobile 8P bietet 3-Achsen-Stabilisierung, eine eingebaute Teleskopstange, ein zusammenklappbares Stativ und eine Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden unter bestimmten Bedingungen. Anders gesagt: DJI hat den Gimbal nicht neu erfunden. Es hat die Bedienung an die Art angepasst, wie heute tatsächlich gefilmt wird.

Die DJI Mimo App ergänzt die kreative Seite mit Modi wie DynamicZoom, Slow Shutter, Action Shot und 360-Grad-Drehunterstützung für stylischere Aufnahmen. Nichts davon ist Neuland für DJI, aber in Verbindung mit dem abnehmbaren Display werden diese Werkzeuge leichter nutzbar, wenn man gleichzeitig Motiv und Kamerateam in einer Person ist.

Die Preise beginnen bei 159 € für das Standardpaket, während umfassendere Kits, die das Multifunctional Module 2 und Mikrofonzubehör hinzufügen, bis zu 219 € erreichen. Ein Detail, das einige Käufer enttäuschen wird: Wie bei der vorherigen Generation wird das Osmo Mobile 8P nicht in den USA auf den Markt kommen.

Abgesehen von diesem Ausfall scheint DJI den Nerv der Zeit richtig getroffen zu haben. Mobile Creator brauchen nicht immer mehr cineastischen Jargon oder aufgeblähte Funktionen. Manchmal müssen sie einfach nur die Aufnahme sehen, ohne quer durch den Raum laufen zu müssen.

"Smartphone-Expertin mit einem Auge fürs Detail. Ich teste nicht nur die Leistung, sondern auch die Usability im Alltag."

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