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EZVIZ nutzte die IFA 2026, um ein breites Portfolio an Smart-Home-Sicherheitsprodukten zu präsentieren. Im Fokus standen Dual-Linsen-Außenkameras, flexible Konnektivität, Aufnahmen bei schwachem Licht und KI-gestützte Überwachung.
Bei unserem Besuch am Messestand demonstrierte das Unternehmen mehrere Produkte für unterschiedliche Einsatzszenarien – von Roadtrips und weitläufigen Außenbereichen bis zur Haustierüberwachung und intelligenten lokalen KI-Verarbeitung. Die gemeinsame Stoßrichtung war klar: EZVIZ will Sicherheitskameras vielseitiger und autonomer machen sowie ihre Abhängigkeit von einer einzelnen Verbindungsart oder Linse verringern.

Dual-Linsen-Kameras verbinden weite Sicht mit Detailaufnahmen
Eines der gezeigten Produkte setzt auf zwei Objektive mit unterschiedlichen Brennweiten. Sie sollen sowohl einen weiten Überblick als auch detailliertere Nahaufnahmen ermöglichen.
Der Vertreter beschrieb die Konfiguration als Kombination aus einem 2,8-mm-Weitwinkelobjektiv und einem längeren Teleobjektiv, die einen 8-fach-Hybridzoom ermöglichen soll. Ziel ist es, den Überblick zu bewahren und zugleich in relevante Details hineinzoomen zu können.
EZVIZ nutzt dieses Dual-Linsen-Konzept bereits in mehreren Produkten. Die C8PF des Unternehmens kombiniert beispielsweise zwei Objektive für Bild-in-Bild-Ansichten und einen bis zu 8-fachen Hybridzoom.
Das am Messestand gezeigte Modell verfügte zudem über 4G- und Wi-Fi-Konnektivität. Das macht es flexibler für Einsatzorte, an denen Wi-Fi unzuverlässig oder nicht verfügbar ist.
Dieser Ansatz entspricht Produkten wie der H9c Dual 4G, die automatisch zwischen Wi-Fi und 4G wechseln kann.
Für mobile oder temporäre Installationen könnte eine solche Dual-Netzwerk-Unterstützung besonders nützlich sein.

Weiteres Dual-Linsen-Modell für besonders große Außenbereiche
EZVIZ stellte außerdem eine zweite Dual-Linsen-Kamera vor, die für ein deutlich größeres Sichtfeld ausgelegt ist.
Laut Präsentation am Stand arbeiten die beiden Objektive zusammen und bieten eine Abdeckung von etwa 180 Grad. Damit eignet sich die Kamera für größere offene Bereiche wie Hinterhöfe, Gärten oder landwirtschaftliche Flächen.
Das Unternehmen positionierte diesen Kameratyp als Alternative zur Installation mehrerer Einzelkameras, wenn vor allem ein umfassender Überblick gefragt ist.
Beide gezeigten Außenkameras wurden als wetterfest beschrieben.
Der Vertreter erklärte zudem, dass die Sets Montagezubehör und ein 3-W-Solarmodul enthalten können. So lässt sich die Kamera auch dort betreiben, wo eine herkömmliche Strominstallation unpraktisch wäre.

ColorFULL soll Farben ohne Scheinwerferlicht erhalten
Aufnahmen bei schwachem Licht bildeten einen weiteren Schwerpunkt der EZVIZ-Präsentation.
Das Unternehmen zeigte eine Kamera mit seiner ColorFULL-Nachtsichttechnologie. Sie soll auch bei sehr dunklen Bedingungen Farbvideos liefern, ohne auf helles, sichtbares Scheinwerferlicht angewiesen zu sein.
Zur Hardware gehören eine F1.0-Blende, die mehr Licht auf den Sensor lässt, sowie ein vergleichsweise großer Bildsensor.
EZVIZ kombiniert diese Hardware mit eigener Bildverarbeitung und Rauschunterdrückung.
Diese Beschreibung entspricht der aktuellen ColorFULL-Implementierung des Unternehmens in Produkten wie der H8x 2K+ und der H80x Dual. Beide nutzen eine F1.0-Blende und fortschrittliche Bildverarbeitung, um unter extrem dunklen Bedingungen Farbbilder aufzunehmen, ohne eine dauerhafte externe Beleuchtung zu benötigen.
Während der Vorführung am Stand betonte EZVIZ, dass es nicht allein um hellere Aufnahmen gehe, sondern um eine natürlichere Farbwiedergabe in dunklen Szenen.

Ein Haustierroboter, der Tieren im Haus folgt
Zu den ungewöhnlicheren Produkten am Stand zählte ein mobiler Begleitroboter für Haustiere.
Anders als eine stationäre Innenkamera ist das Gerät dafür ausgelegt, sich durch das Haus zu bewegen und aktiv nach Haustieren zu suchen.
Der Vertreter hob die Stabilität des Geräts hervor und erklärte, der Roboter solle auch bei Interaktionen mit größeren oder temperamentvolleren Hunden aufrecht bleiben.
Seine Räder lassen sich abnehmen und mit Frischwasser abspülen, sodass sie sich nach Fahrten durchs Haus leichter reinigen lassen.

Katzen bekommen eigenes interaktives Zubehör
EZVIZ zeigte außerdem einen optionalen Federaufsatz, der speziell für Katzen entwickelt wurde.
Laut der Demonstration am Stand kann das Zubehör Bewegung sowie Licht- und Soundeffekte nutzen, um das Tier anzulocken und zur Interaktion zu animieren.
Damit wird aus dem Gerät mehr als eine passive Überwachungskamera: Es rückt eher in die Nähe eines fernsteuerbaren Begleiters.
Ist der Besitzer nicht zu Hause, kann der Roboter eigenständig durch das Haus patrouillieren.
Der Vertreter sagte, das System könne Algorithmen zur Haustiererkennung nutzen, um ein Tier zu lokalisieren, ihm zu folgen und den Besitzer zu benachrichtigen.
EZVIZ setzt in Teilen seines Kameraportfolios bereits auf lokale KI-basierte Tiererkennung. Die vorhandenen Systeme erkennen allerdings in der Regel allgemeine katzen- oder hundeähnliche Formen, statt einzelne Tiere zu identifizieren.
Der genaue Modellname und die vollständigen technischen Daten des Haustierroboters wurden während unserer Vorführung am Stand nicht genannt. Daher machen wir dazu keine weiteren technischen Angaben.

Matter-Unterstützung erweitert die Smart-Home-Integration
EZVIZ hob zudem die zunehmende Interoperabilität im Smart-Home-Bereich hervor.
Ein am Stand gezeigtes Produkt unterstützt das Matter-Protokoll und kann dadurch mit kompatiblen Smart-Home-Ökosystemen interagieren.
Der Vertreter nannte insbesondere Samsungs Ökosystem als Beispiel dafür, wie sich EZVIZ-Geräte über eine andere Smart-Home-Plattform steuern lassen.
Entscheidend ist die Interoperabilität: Statt Nutzer dazu zu zwingen, jedes Gerät ausschließlich über die EZVIZ-App zu verwalten, können Matter-kompatible Produkte Teil eines größeren vernetzten Zuhauses werden.

Lokale KI verringert die Abhängigkeit von der Cloud-Verarbeitung
Die letzte Technologie, die während unserer Tour hervorgehoben wurde, war die lokale KI-Verarbeitung.
Der Vertreter zeigte ein Produkt, das mehr als 100 Objektkategorien lokal erkennen könne. Die Analyse findet damit direkt auf dem Gerät statt, statt jedes Ereignis in der Cloud verarbeiten zu lassen.
EZVIZ nutzt bereits lokal arbeitende KI-Chips für mehrere Erkennungsfunktionen im aktuellen Portfolio, darunter Personen-, Fahrzeug- und Tiererkennung.
Für die Smart-Home-Sicherheit kann lokale Verarbeitung die Reaktionsfähigkeit verbessern und zugleich die Datenmenge verringern, die das Zuhause verlassen muss.
Der Vertreter nannte während unserer Demonstration weder den genauen Modellnamen noch die vollständige Liste der angeblich mehr als 100 Objektkategorien. Wir geben diese Angabe daher als Aussage aus der Standpräsentation wieder, nicht als unabhängig verifizierte Spezifikation.
EZVIZ denkt über klassische Sicherheitskameras hinaus
Der interessanteste Aspekt von EZVIZ' IFA-2026-Präsentation war die Bandbreite der Ansätze, mit denen das Unternehmen ein Grundproblem angeht: zu verstehen, was rund um das Zuhause geschieht.
Dual-Linsen-Kameras liefern sowohl Überblick als auch Details. 4G-Konnektivität ermöglicht den Betrieb von Sicherheitssystemen auch in Bereichen mit unzuverlässigem Wi-Fi. Die ColorFULL-Technologie soll die Nachtsicht verbessern, ohne Szenen dauerhaft aufzuhellen.
Gleichzeitig zeigen Produkte wie der Begleitroboter für Haustiere, dass EZVIZ über fest installierte Überwachungskameras hinausdenkt und sich interaktiveren Smart-Home-Geräten zuwendet.
Der Stand verdeutlichte zudem einen weiteren Trend: Die nächste Generation von Sicherheitsprodukten für das Zuhause wird zunehmend lokal und intelligent – mit mehr Verarbeitung direkt auf dem Gerät und größerer Interoperabilität durch Standards wie Matter.
Für EZVIZ ging es auf der IFA 2026 damit weniger um eine einzelne Vorzeigekamera als um den Aufbau eines breiteren Ökosystems aus vernetzten, mobilen und KI-gestützten Geräten rund ums Zuhause.



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