Dyson Find+Follow: luftreinigender Ventilator mit Kamera

Der Dyson Find+Follow Purifier Cool kombiniert bladlosen Ventilator und HEPA-H13-Luftreiniger mit periskopartiger Kamera zur Positionserkennung, Aktivkohle- und katalytischen Filtern sowie Matter-Smart-Home-Unterstützung.

Lukas Schmidt Lukas Schmidt . Kommentare
Dyson Find+Follow: luftreinigender Ventilator mit Kamera

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Dyson hat es wieder getan. Gerade als ein Ventilator wie der gewöhnlichste Gegenstand im Raum wirkte, fand das Unternehmen einen Weg, ihn in ein reaktionsfähiges Smart-Gerät zu verwandeln. Die neueste Einführung, der Dyson Find+Follow Purifier Cool, ist ein bladloser luftreinigender Ventilator, der Ihre Position verfolgen und den Luftstrom direkt dorthin richten kann, wo Sie sich befinden.

Die Idee wirkt zunächst fast theatralisch. Gehen Sie quer durch die Küche, rücken Sie ans andere Ende des Sofas oder bewegen Sie sich beim Arbeiten, und der Ventilator passt sich an, um Ihnen zu folgen. Dyson erklärt, das System basiere auf einer periskopartigen Kamera in Kombination mit einer 17-Punkt-Erkennung, die Körperformen statt persönliche Identität ausliest. In der Praxis bedeutet das, dass das Gerät darauf ausgelegt ist zu erkennen, wo sich jemand im Raum befindet, nicht wer die Person ist.

Sobald eine zweite Person ins Blickfeld tritt, ändert der Ventilator sein Verhalten. Statt sich auf einen Nutzer zu fixieren, beginnt er über einen weiten Bogen von bis zu 350 Grad zu schwenken, sodass beide Personen Anteil am Luftstrom erhalten. Es ist ein kleines Detail, sagt aber viel darüber aus, wohin sich Haushaltsgeräte entwickeln: weniger statisch, mehr adaptiv.

Eine Kamera im Ventilator? Hier beginnt die eigentliche Debatte

Natürlich wird das Einbauen einer Kamera in ein Gerät für den Innenbereich Fragen aufwerfen. Dyson ist sich dessen bewusst. Das Unternehmen erklärt, dass das Video lokal auf dem Gerät verarbeitet, in Echtzeit analysiert und unmittelbar wieder gelöscht wird. Nach Angaben von Dyson wird nichts in die Cloud hochgeladen, und das System führt keine Gesichtserkennung durch oder identifiziert einzelne Nutzer.

Diese Datenschutz-Erklärung ist wichtig, weil die Kamera mehr macht als nur den Luftstrom zu steuern. Sie hilft auch beim Energiemanagement. Erkennt der Reiniger niemanden mehr im Raum, stellt er das Schwenken ein. Bleibt der Raum eine Stunde lang leer, wechselt das Gerät in einen energiesparenderen Automatikmodus und überwacht weiterhin die Raumluftqualität. Ein herkömmlicher Bewegungsmelder hätte Teile davon übernehmen können, aber nicht mit derselben Präzision. Dyson wählte den anspruchsvolleren Weg, was gut zur Markenphilosophie passt.

Abgesehen von der Tracking-Funktion bleibt der Reiniger bei dem bekannten Dyson-Prinzip. Er verwendet ein vollständig abgedichtetes HEPA-H13-Filtersystem, das feine Partikel wie Pollen und Tierhaare einfängt. Zusätzlich gibt es einen Aktivkohlefilter, der nach Unternehmensangaben 50 % mehr Stickstoffdioxid aufnimmt als frühere Modelle, sowie einen dauerhaften katalytischen Filter, der zur Zersetzung von Formaldehyd entwickelt wurde.

Geräuschentwicklung ist ein weiterer Verkaufsaspekt. Dyson gibt an, der Find+Follow Purifier Cool sei im Schlafmodus 50 % leiser als bei voller Leistung. Das mag wie eine technische Fußnote klingen, doch wer schon neben einem überlasteten Luftreiniger schlafen musste, weiß, dass das wichtig ist.

Im Smart-Home-Bereich setzt Dyson endlich stärker auf breitere Kompatibilität, wie es viele Nutzer seit langem wünschen. Das neue Modell unterstützt Matter, was eine direkte Anbindung an Apple Home, Google Home und Amazon Alexa ermöglicht, statt die Nutzer im Dyson-eigenen Ökosystem zu halten.

Die Hardware bleibt trotz der zusätzlichen Intelligenz vergleichsweise zurückhaltend. Der Reiniger ist 104,9 cm hoch, hat einen Sockeldurchmesser von 21,8 cm und wiegt rund 5,4 kg. Die Technologie wirkt zwar futuristisch, doch die Standfläche entspricht dem, was die meisten von einem modernen Turmventilator erwarten.

Der Einführungspreis liegt bei etwa 785 €, womit das Gerät eindeutig im Premiumsegment angesiedelt ist. Das überrascht diejenigen nicht, die Dyson kennen. Das Unternehmen verfolgt eher kein Budgetsegment. Es verkauft Ingenieurskunst, Design und eine technikorientierte Bequemlichkeit. Ob das den Preis wert ist, hängt davon ab, wie viel Wert Sie auf saubere Luft und einen Ventilator legen, der Ihnen buchstäblich folgt.

Dyson war auch in anderen Bereichen aktiv. Kürzlich stellte das Unternehmen den Supersonic Travel Haartrockner mit kompakterem Design und intelligenter Hitzesteuerung vor sowie seinen ersten tragbaren bladlosen Ventilator, der etwa 91 € kostet. Zusammengenommen zeigen diese Produkte eine Marke, die weiterhin entschlossen ist, Produkte neu zu denken, die die meisten Konkurrenten vor Jahren aufgegeben haben.

"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

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