Samsung Galaxy-Brille: Vorschau bei Galaxy Unpacked London

Bericht deutet an, dass Samsung im Juli in London die Galaxy-Brille präsentieren könnte. Erste Jinju-Modelle setzen auf dezentes Design, Android XR, Gemini und Snapdragon AR1. Preis für Jinju wird bei etwa 350 bis 460 € erwartet.

Tim Becker Tim Becker . Kommentare
Samsung Galaxy-Brille: Vorschau bei Galaxy Unpacked London

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Samsung könnte seine nächste Sommerpräsentation zu etwas viel Größerem als einem Foldables-Event machen. Ein aktueller Bericht der Seoul Economic Daily legt nahe, dass das Unternehmen plant, die Samsung Galaxy Glasses auf dem Galaxy Unpacked vorzustellen, wobei London Berichten zufolge im Juli als Gastgeberstadt vorgesehen ist.

Wenn das passiert, würden Samsungs tragbare Brillen neben einer ohnehin schon dicht gedrängten Gerätepalette erscheinen, darunter das Galaxy Z Fold 8, Galaxy Z Fold 8 Wide, Galaxy Z Flip 8 und die Galaxy Watch 9-Serie. Das ist eine starke Aufstellung. Dennoch könnten die Smart Glasses leicht die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, allein weil sie für Samsung eine neue Gerätekategorie repräsentieren.

Was das erste Modell besonders interessant macht, ist, wie unauffällig es zu sein scheint. Laut aktuellen Leaks wird dieses Modell, intern als Jinju bezeichnet, kein eingebautes Display haben. Stattdessen verfolgt Samsung offenbar eine einfachere Idee: Smartbrillen, die optisch und vom Tragegefühl her nah an normaler Alltagsbrille sind, statt wie ein offensichtliches futuristisches Gadget auszusehen.

Die gemeldete Hardware zeichnet ein klareres Bild. Den Angaben nach laufen die Galaxy Glasses auf Android XR und verfügen über eine 12-MP-Sony-Kamera, Qualcomms Snapdragon AR1-Chip, gerichtete Lautsprecher und einen 155-mAh-Akku. Auf der Softwareseite soll Gemini das sprachgesteuerte KI-Erlebnis antreiben. Praktisch könnte das Nutzern erlauben, Fragen zu stellen, sich navigieren zu lassen oder Texte in Echtzeit zu übersetzen, ohne zum Telefon greifen zu müssen. Das ist ein dezenter Ansatz, aber möglicherweise ein kluger.

Eher eine Vorschau als ein Verkaufsstart

Wer auf sofortige Vorbestellungen hofft, sollte sich zurückhalten. Samsung hat dieses Vorgehen schon zuvor angewendet. Der Galaxy Ring wurde beim Unpacked lange vor dem Verkaufsstart präsentiert, und die Galaxy Glasses könnten denselben Weg einschlagen. Ein Auftritt im Juli könnte weniger den Einzelhandelsstart bedeuten als vielmehr das Produkt offiziell machen, die öffentliche Reaktion testen und signalisieren, wohin Samsungs Wearable-Strategie als Nächstes steuert.

Es wird außerdem ein zweites Gerät entwickelt. Leaks deuten auf ein weiteres Modell mit dem Codenamen Haean hin, das ein Micro-LED-Display enthalten und für eine Veröffentlichung 2027 vorgesehen sein soll. Die erste Jinju-Version gilt als das kurzfristigere Produkt, mit einem geplanten Preis von etwa 350 bis 460 € basierend auf den aktuellen Wechselkursen. Das technisch weiter entwickelte Haean-Modell wird dagegen für rund 550 bis 830 € erwartet.

Diese Preisgestaltung ist wichtig. Meta hat durch die Partnerschaft mit Ray-Ban bereits Schwung bei Smart Glasses aufgebaut, Millionen Einheiten verkauft und damit bewiesen, dass echtes Verbraucherinteresse an KI-Wearables besteht, die nicht unhandlich aussehen. Samsung steigt später ein, könnte aber einen anderen Verkaufsaspekt haben. Den ganzen Tag getragene, von Gemini unterstützte Brillen bieten eine etwas andere Vorstellung von Ambient Computing, die stark auf Sprache, Kontext und Bequemlichkeit setzt.

Samsung scheint auch eine grundlegende Wahrheit zu verstehen, der jede Smart-Brillen-Marke früher oder später begegnet: Wenn die Menschen sie nicht tragen wollen, spielt die Technik kaum eine Rolle. Berichten zufolge deuten Partnerschaften mit Warby Parker und Gentle Monster darauf hin, dass das Unternehmen Stil genauso ernst nimmt wie Software. Das könnte eines der wichtigsten Details der gesamten Geschichte sein.

Der Juli wird uns vielleicht nicht alle Antworten liefern. Wenn Samsung jedoch in London den Vorhang lüftet, wäre das das bisher deutlichste Zeichen dafür, dass das Rennen um KI-Smartbrillen nicht länger theoretisch ist. Es wird zu einem echten Wettbewerb, und Samsung will dabei sein.

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