Plaud bei IFA 2026: Von Aufnahmegeräten zum KI-Assistenten

Plaud präsentierte auf der IFA 2026 drei KI-gestützte Aufnahmegeräte: Note Pro, NotePin und das neue Plaud One mit eSIM. Alle Geräte transkribieren, erstellen Zusammenfassungen und machen Gespräche in einer durchsuchbaren Wissensdatenbank verfügbar.

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Plaud bei IFA 2026: Von Aufnahmegeräten zum KI-Assistenten

6 Minuten

Plaud nutzte die IFA 2026, um zu zeigen, wie sich sein KI-Aufnahme-Ökosystem von dedizierten Sprachrekordern zu einer umfassenderen Plattform für die persönliche Produktivität entwickelt. Am Stand des Unternehmens in Berlin wurden uns drei unterschiedliche Ansätze zur Gesprächsaufzeichnung vorgestellt: der ultradünne Plaud Note Pro, der tragbare Plaud NotePin und das neu angekündigte Plaud One, das Ohrhörer, permanent verfügbare KI und eine integrierte eSIM kombiniert.

Alle drei Produkte können Gespräche aufzeichnen und in durchsuchbare Transkripte sowie Zusammenfassungen umwandeln, sind jedoch für unterschiedliche Einsatzszenarien konzipiert.

Plaud Note Pro für Meetings und Telefonate

Als erstes Gerät wurde uns der Plaud Note Pro demonstriert, ein schlanker KI-Sprachrekorder, der magnetisch an der Rückseite eines Smartphones befestigt werden kann.

Seine Aufgabe ist simpel: Gespräche aufzeichnen und anschließend mit Plaud Intelligence automatisch transkribieren, zusammenfassen und organisieren.

Der Plaud Note Pro nutzt vier MEMS-Mikrofone plus eine VPU und kann Stimmen im höherwertigen Enhance-Modus aus bis zu 5 Metern Entfernung erfassen. Im Endurance-Modus sind bis zu 50 Stunden kontinuierliche Aufzeichnung möglich, wobei sich die maximale Erfassungsreichweite auf etwa 3 Meter reduziert.

Das Gerät kann automatisch zwischen persönlichen Gesprächen und Telefonaten unterscheiden, sodass ein manuelles Umschalten zwischen den Aufnahmemodi entfällt.

Physische Highlight-Taste markiert wichtige Momente

Zu den praktischeren Funktionen, die am Stand demonstriert wurden, zählt Plauds Press to Highlight-Funktion.

Während einer Aufnahme können Nutzer die Taste am Gerät drücken, um einen besonders wichtigen Moment zu markieren. Diese Highlights berücksichtigt Plaud später bei der Verarbeitung des Gesprächs und bezieht sie in die erstellten Zusammenfassungen ein.

Das ist besonders bei längeren Meetings hilfreich, wenn später nur einige wenige Entscheidungen, Zahlen oder Kommentare wirklich relevant sind.

Sobald eine Aufnahme mit Plaud synchronisiert wurde, kann die Plattform automatisch Transkripte und strukturierte Zusammenfassungen erstellen, statt Nutzer mit stundenlangem Rohmaterial allein zu lassen.

Ask Plaud macht frühere Meetings zur durchsuchbaren Wissensdatenbank

Die Aufzeichnung ist nur ein Teil des Systems.

Der Vertreter demonstrierte außerdem Ask Plaud, mit dem Nutzer Fragen zu zuvor erfassten Gesprächen stellen können.

Statt sich merken zu müssen, in welchem Meeting eine bestimmte Diskussion geführt wurde, können Nutzer ihre gesammelten Aufnahmen durchsuchen und relevante Informationen später gezielt abrufen.

Plaud unterstützt derzeit Transkriptionen in 112 Sprachen, Sprechererkennung und KI-generierte Zusammenfassungen. Die Software soll aufgezeichnete Meetings auch nachträglich durchsuchbar machen.

Für Berufstätige, die einen großen Teil ihrer Arbeitswoche in Meetings verbringen, liegt der Mehrwert weniger darin, alles aufzuzeichnen, sondern vielmehr darin, die wichtigen Passagen Monate später wiederzufinden.

Starter-Plan mit 300 Transkriptionsminuten pro Monat

Die Hardware von Plaud setzt nicht voraus, dass Nutzer sofort ein zusätzliches Abonnement abschließen.

Jeder Plaud AI-Notiznehmer wird mit einem kostenlosen Starter-Plan ausgeliefert, der 300 Transkriptionsminuten pro Monat umfasst. Darüber hinaus bietet das Unternehmen einen Pro-Plan mit 1.200 Minuten pro Monat sowie eine Unlimited-Stufe für Nutzer mit deutlich höherem Aufnahmebedarf.

Plaud-Geräte lassen sich zudem mit Plaud Desktop nutzen, sodass auch Online-Meetings am Computer Teil desselben Aufnahme- und Wissensmanagement-Ökosystems werden können.

Plaud One ist die größere Neuheit der IFA 2026

Das interessanteste Produkt am Stand war allerdings das neu angekündigte Plaud One.

Statt eines weiteren kartenförmigen Recorders kombiniert Plaud One kabellose Ohrhörer mit einem KI-fähigen Ladeetui und integrierter eSIM.

Plaud hatte das Produkt kurz vor der IFA offiziell vorgestellt und positionierte es auf der Messe als neue Kategorie tragbarer KI-Geräte – nicht lediglich als weiteren Recorder.

Der entscheidende Unterschied ist die Unabhängigkeit.

Dank eigener Konnektivität ist Plaud One darauf ausgelegt, mit dem Plaud Agent zu interagieren, auch wenn Nutzer nicht ständig auf die Oberfläche eines Smartphones angewiesen sein möchten.

Gespräche auf mehrere Arten erfassen

Plaud One kann Audio aus persönlichen Gesprächen, Telefonaten und Online-Meetings erfassen.

Das Ladeetui kann selbst einen Raum aufnehmen, während Gespräche über die Ohrhörer ebenfalls in denselben Plaud-Kontext einfließen können. Laut offiziellen Spezifikationen lässt sich Raum-Audio aus bis zu 5 Metern Entfernung erfassen.

Während unserer Demonstration am Stand erklärte der Vertreter, dass Nutzer auch Podcasts oder andere Inhalte über die Ohrhörer anhören und nützliche Informationen für eine spätere Transkription und Zusammenfassung speichern können.

Das übergeordnete Konzept: Mehr Audioinhalte, die Nutzer für wichtig halten, sollen Teil einer durchsuchbaren Wissensbasis werden können.

Integrierte eSIM hält den Plaud Agent verbunden

Die integrierte eSIM ist ein zentraler Bestandteil des Plaud-One-Konzepts.

Laut Plaud hält die eSIM den KI-Agenten verbunden und seinen Kontext aktuell, sodass Nutzer unterwegs auf Informationen zugreifen und mit dem Assistenten interagieren können.

Aktivieren lässt sich das System entweder über eine physische Steuerung oder mit dem Sprachbefehl „Hey Plaud.“

Antworten können anschließend über die Ohrhörer oder den im Etui integrierten Lautsprecher ausgegeben werden.

Damit wird Plaud One vom passiven Rekorder zu einem Gerät, das eher einem konversationellen KI-Assistenten entspricht.

Plaud Agent soll handeln, nicht nur zusammenfassen

Plauds Anspruch für das neue Gerät geht über die Frage hinaus, was in den Meetings des Vortags gesagt wurde.

Das Unternehmen beschreibt Plaud Agent als KI-System, das Anfragen verstehen, die erforderlichen Schritte planen und verschiedene Werkzeuge zu ihrer Ausführung einsetzen kann.

Während unserer Demonstration nannte der Vertreter ein Beispiel, bei dem ein Nutzer ein Meeting beendet und Plaud einfach bitten könnte, ein Dokument mit einer Zusammenfassung des Meetings zu erstellen und eine E-Mail für ausgewählte Empfänger vorzubereiten.

Der Vertreter sagte zudem, Plaud arbeite an Integrationen für Dienste wie Slack, Google Drive und Microsoft Teams. Die Verfügbarkeit einzelner Anbindungen könne jedoch variieren, während sich die Plaud-One-Plattform weiterentwickelt.

Plauds eigene Produktseite beschreibt ein umfassenderes System aus Agents, Artifacts, Connectors, Skills and Routines. Aufgaben wie Recherche, Dokumenterstellung und Terminplanung sind dabei Teil des langfristigen Konzepts.

KI-Anfragen nutzen ein separates Credit-Modell

Plaud One nutzt für die Verarbeitung aufgezeichneter Gespräche weiterhin Transkriptionsminuten.

Der Vertreter erklärte jedoch, dass Interaktionen mit dem Plaud Agent über ein separates Credit-basiertes System abgerechnet werden. Komplexere Aufgaben könnten dabei mehr Credits verbrauchen als einfache Fragen.

Das erscheint schlüssig, da Plaud One umfassendere KI-Aufgaben übernehmen soll und nicht nur Sprache in Text umwandelt.

Das Unternehmen hat noch nicht alle Details dieses Systems veröffentlicht. Preisgestaltung und genauer Credit-Verbrauch werden daher wichtig sein, sobald das Produkt breiter verfügbar ist.

NotePin bleibt die einfachste Wearable-Option

Das dritte vorgestellte Produkt war der Plaud NotePin, der sich an Nutzer richtet, die freihändig aufnehmen möchten, ohne Ohrhörer zu tragen oder einen Recorder am Smartphone zu befestigen.

Sein kompaktes Gehäuse lässt sich auf verschiedene Arten tragen, etwa als Lanyard, Clip, magnetische Anstecknadel oder Armband.

Der NotePin unterstützt bis zu 20 Stunden kontinuierliche Aufzeichnung. Die Aufnahmen werden in dasselbe Plaud-Ökosystem synchronisiert wie die der anderen Geräte des Unternehmens.

Damit eignet er sich besonders für Menschen, die während ihres Arbeitstags häufig unterwegs sind und Gespräche automatisch erfassen möchten, ohne dafür immer wieder ein anderes Gerät hervorholen zu müssen.

Drei Geräte, ein Plaud-Arbeitsbereich

Unsere IFA-Demonstration machte deutlich: Plaud entwickelt längst nicht mehr nur isolierte Sprachrekorder.

Der Note Pro ist für Meetings und Telefonate optimiert. Der NotePin macht Aufnahmen tragbar und weitgehend freihändig. Plaud One geht noch weiter und ergänzt Ohrhörer um unabhängige Konnektivität sowie die direkte Interaktion mit einem KI-Agenten.

Unabhängig vom verwendeten Gerät fließen die Aufnahmen letztlich in dieselbe Plaud-Softwareumgebung.

Dieser gemeinsame Kontext könnte letztlich wichtiger sein als einzelne Hardwareprodukte. Das eigentliche Ziel besteht darin, Gespräche in etwas Durchsuchbares, Strukturiertes und Nutzbares zu verwandeln, statt wertvolle Informationen nach dem Ende eines Meetings verschwinden zu lassen.

Auf der IFA 2026 zeigte Plaud One, wohin das Unternehmen diese Idee als Nächstes führen will: von einer KI, die sich erinnert, was gesagt wurde, hin zu einem KI-Assistenten, der potenziell etwas damit anfangen kann.

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